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1597341801597. Monogrammist BR J.Th. de Bry Kupferstich aus J.J.Boissard Icones virorum illustrium Frankfurt 1597-99 Kupferstich 142 x 108 auf 185 x 147 mm. Johannes Eichmann genannt Dryander "am 27. Juni 1500 in Wetter in der Nähe von Marburg geboren hatte 1518 mit dem Studium der "artes" an der Universität Erfurt begonnen in Bourges und vermutlich Paris Medizin und Mathematik studiert und 1533 in Mainz die medizinische Doktorwürde erlangt. Im selben Jahr noch wandte sich der Kanzler des Landgrafen Philipp von Hessen Johannes Feige 1482 -1543 an ihn um ihn nach dem Fortgang des ersten ordentlichen Professors der Medizin an der neu gegründeten Universität Marburg Euricius Cordus 1486-1535 dessen Famulus Dryander in Erfurt gewesen war für die vakant gewordene Stelle in Marburg zu gewinnen. Die Verhandlungen scheinen sich jedoch zunächst zerschlagen zu haben. Der Leibarzt des Landgrafen Philipp Johannes Meckbach 1495-1555 wurde Dryander vorgezogen so daß dieser vorerst in Koblenz blieb wo er noch im selben Jahr am 24. Dezember seine Schrift über das Emser Bad abschloß. Erst nach der Entlassung Meckbachs wurde Dryander nach Marburg als Professor der Medizin und Mathematik berufen wo er bereits vor seinem Antritt am 1.6.1535 eine öffentliche Sektion abgehalten hatte der 1536 die zweite 1539 die dritte und 1558 die vierte folgten. Dem Vorwort des Rektors der Universität Marburg zu Dryanders Anatomielehrbuch aus dem Jahre 1536 ist zu entnehmen daß nach einer Bestimmung des Landgrafen Philipp jährlich ein bis zweimal am Leichnam von Verbrechern Anatomie gelehrt werden sollte. Auf diese Aufforderung gehen Dryanders Sektionen vom 1. Juni 1535 und 1. März 1536 zurück sie gehören zu den frühesten Zergliederungen überhaupt die in Deutschland bekannt geworden sind. Dryander betrachtete die Anatomie als Fundament der Medizin. In seiner Antrittsvorlesung die am 25. Oktober 1535 stattfand und den Auftakt sowie das Programm seiner Lehrtätigkeit bot verteidigte er mit Nachdruck das Studium der Anatomie als unentbehrliche Voraussetzung für die medizinische Praxis. Marburg die erste protestantische Hochschule 1527 gegründet das Jahr in dem Paracelsus eine neue Heilkunde proklamierte und die Bücher der scholastischen Autoren öffentlich verbrannte mußte ihm als ein gün-stiger Ort zur Verwirklichung seiner Reformideen erscheinen. So setzte sich Dryander schon zu Beginn der Marburger Amtszeit energisch und nicht ohne Erfolg für die Verbesserung des medizinischen Unterrichts ein. Er forderte eine Vorbildung in der "physica" der allgemeinen Naturgeschichte die mit einem öffentlichen Examen nachzuweisen war und verlangte die praktische Ausbildung der angehenden Medici welche die Professoren auf ihren Patientenbesuchen begleiten sollten. Die Praxis sollte generell vor den "lectionibus" den Vorrang haben nicht trockenes Bücherwissen die philologische Zergliederung klassischer Texte sollte den Studenten der Medizin leiten sondern die eigene Einsicht in die "beste Bibliothek die Natur". Dryander befaßte sich nicht nur mit der Reform des Medizinstudiums sondern auch mit Verbesserungen des Medizinalwesens. Auf seine Ver-anlassung hin wurde 1539 die Leprosenschau eingeführt. Er for-derte nicht nur die jährliche Visitation der amtlichen Apotheken sondern zugleich auch die Abschaffung der Winkelapotheken und die Beseitigung des Kurpfuscherunwesens. In der Bekämpfung der medizinischen Scharlatanerie erwies sich Dryander als ebenso uner-müdlicher Richter wie gewaltiger Wortschöpfer. Keine Gelegenheit versäumte er in derben und drastischen Ausdrücken die unerfarnen Kaelberaerzte Landstreicher und Leudbescheißer" zu beschimpfen die ihre "künstlin / hinderm ofen gelernt. . zu allen gebrechen / ein Artztnei / ein Tranck / ein Salb / ein Pflaster oder so ein ungereumpts / daß mancher das leben darob verzettet." . Neben seiner Lehr- und Forschungsarbeit praktizierte Dryander außerdem in den beiden unter seiner Leitung aus den Klöstern Haina und Merxhausen umgewandelten Landeshospitälern. Unter den Kollegen genoß er hohes Ansehen so daß er mehrfach zum Rektor gewählt wurde. Dryander lehrte bis zu seinem Tode in Marburg wo er am 20.12.1560 starb. Auf literarischem Gebiet entfaltete Dryander eine ebenso große Aktivität und Vielseitigkeit wie auf praktischem Gebiet. Er beschäftigte sich in seinen zahlreichen Publikationen Editionen und Lehrschriften nicht nur mit medizinischen Themen sondern in gleicher Weise mit mathematisch-astronomischen physikalischen geographischen kosmographischen und technischen Problemen sowie Fragen des Instrumentenbaus. Obwohl sich Dryander in den meisten Schriften als ein realistischer Beobachter zeigte ließ er sich überzeugt von der inneren Harmonie der himmlischen Planeten- und Gestirnsbewegungen mit den Zustandsänderungen der Organe und Körperteile des Menschen gelegentlich auch zu spekulativen Betrachtungen etwa der Chiromantie oder astrologischen Medizin hinreißen. Seine wichtigsten Beiträge liegen auf dem Gebiet der Anatomie. Dryan-der war einer der ersten Anatomen der seine Lehrbücher mit Illustra-tionen versah die in systematischer Anordnung den Sektionsverlauf nachzubilden versuchten. Die Holzschnitte hat wie heute angenommen wird Georg Thomas von Basel der in Marburg 1534-1578 nachweisbar ist verfertigt. Einige Abbildungen entsprechen in ihrer Konzeption ganz den Tafeln des epochemachenden die Anatomie revolutionierenden Werkes von Andreas Vesal 1514- 1564. Möglicherweise haben sie sogar die anatomischen Abbildungen in Vesals Lehrbuch beeinflußt die nach Herrlingers Auffassung "durchaus als Verbesserungen der entsprechenden Holzschnitte Dryanders angesehen werden können". Daß sich hingegen Dryander und sein Verleger Egenolph ihrerseits einiger Tafeln der "Tabulae anatomicae sex" Venedig 1538 des Vesal als Vorlage für die Anatomia mundini" Marburg 1541 bedienten ist eindeutig nachgewiesen. Vesal selbst ist das Plagiat nicht entgangen und er hat an dem Vorgehen Dryanders heftige Kritik geübt. Dryander deswegen global als .Plagiator großen Stils" zu bezeichnen dürfte nicht gerechtfertigt sein worauf schon Müller-Jahncke zu recht hingewiesen hat. Nicht nur Dryanders Abhandlung über das Emser Bad eine der frühesten Badeschriften überhaupt die zudem den ersten Versuch einer Quellenanalyse enthält stellt eine durchaus selbständige Leistung dar sondern auch die Bemühungen um die Reform der medizinischen Ausbildung und Verbesserung der Anatomie sind für seine Zeit wegweisend und bedeutsam gewesen." Irmgrad Müller Einführung 35 p. zu/ Johann Dryander/ Vom Eymsser Bade. Marburg 1981 pp.22-25 unknown
15377239<p><strong><em>Johannes Dryander. Annulorum trium diversi generis instrumentorum.<br /></em></strong><br />Illustrated with large woodcut of an armillary sphere on title-page and the divisional title to Regiomontanus; verso of title-page with a large woodcut of "Dryander's astronomical rings" suspended from a hand in the clouds; numerous woodcut illustrations and diagrams in text; woodcut printer's device on pi4v and verso of final leaf; several large historiated woodcut initials. Text in Latin a few passages in Greek. Slim 4to. Modern ¼-vellum using old material over marbled boards; printed paper title-label in gothic script pasted on front cover. Printed in Marburg by Eucharius Cervicornus 1537. First Edition of this important assembly of texts on a popular Renaissance astronomical instrument: the astronomical ring-dial a precursor of the equatorial. Adams D940; BM STC German p 255; Houzeau and Lancaster 2459; Honeyman Collection 930; Zinner 1661<br /><br /><br />The ring-dial was intended as a navigational aid and could be adjusted for different latitudes including according to the author the Moluccas and Hispaniola. The second part of the first treatise is entitled <em>De metiendis rebus</em> and is illustrated by various cuts showing geodetic performances. Around two thirds of Dryander's work is devoted to describing the parts of his new version of the instrument and its marking and calibration as well as its use including a lengthy section on measuring the heights of objects. <br /><br /><br />The main subject of this book the so-called annuli astronomici i.e. astronomical rings was an early astronomical instrument consisting of 3 rings each representing the celestial equator declination and the meridian. The instrument may be considered a simplified portable armillary sphere or a more complex form of astrolabe. These ring instruments can be employed for both terrestrial and celestial calculations; they can also be used as a sun dial to tell time if the approximate latitude and season is known or to tell latitude if the time is known. It also had applications in surveying. Parts of the instrument go back to devices made and used by ancient Greek astronomers. <br /><br />Title page with 2 small repaired ink-burn holes causing a loss of a few words of the imprint but the date is clearly legible and slightly affecting the woodcut on verso. Occasional light soiling; several leaves with very light and unobtrusive water-staining at bottom mainly marginal; o/w a clean wide-margined example of this interesting and scarce book. </p> Eucharius Cervicornus