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Zusammen ca. 47 SS. auf 215 Bll. (davon 221 Bll. foliiert, es fehlen die Bll. 3-5, 82 und 215-216). Mit 5 kleineren und 5 ganzseitigen Aquarell- oder Deckfarbenillustrationen, 1 Rötelzeichnung und 6 montierten Kupferstichen (vorwiegend rund beschnittene Embleme). Lederband der Zeit mit reicher Rücken-, Deckelblindprägung, dreiseitigem Goldschnitt und marmorierten Vorsätzen. Qu.-8vo (159 x 96 mm). Die Einträge stammen u. a. von Landgraf Franz Ernst von Hessen-Darmstadt, von Bernhard Pflugk (1637-1716), dem Geheimen Rat und Hofmarschall des Herzogs Moritz Wilhelm von Sachsen, von einem Hans Gottfried von Seltzer, einem G. F. v. Schlegel, von Graf Ferdinand Maximilian von Ysenburg-Büdingen, von dem kgl. preußischen Kommandanten von Minden Stephan Matthaeus du Vulson, von dem kgl. preußischen Geheimrat Georg Heinrich von Borcke (Vater des späteren Präsidenten der Kriegs- und Domänenkammern in Minden und Kleve, Friedrich Wilhelm von Borcke), von dem kgl. polnischen und kurfürstlich-sächsischen Offizier und General Ernst Mathias von Borcke (1646-1728, zuletzt Gouverneur von Dresden im Rang eines Generalleutnants), von dem kgl. preußischen Regierungsrat zu Minden Pierre de Remy (gen. von Montigny), von Hermann Pörtner, von Johann Christoph Scheider (1681-1713), der einige Monate nach seiner Eintragung (Leipzig, 20. V. 1710) die erste "Professur für Chymie" an der Universität Leipzig antreten sollte, von dem Leipziger Kammerrat und Abgeordneten Christian Friedrich Gerhardt, von Johann Adolph Jauch (dem späteren Stadtphysikus in Torgau, 1690-1742), von dem Juristen und späteren Reichshofrat in Wien Nikolaus Christoph Lyncker (1643-1726), von Georg Bömches, Theodor Stein, dem Theologen und Hebraisten Albrecht Joachim von Krakewitz (1674-1732), von dem Mediziner Johann Gabriel Rudolphi, von dem Hofprediger Albert Fiedler Knopf (1665-1715), von Hans Christoph von Koschembahr und Skorkau, von dem Ingenieur Johann Benedict Fritzsch sowie von Ernst Ludwig von Gemmingen (1685-1743, später Geheimrat, Regierungs- und Konsistorialpräsident sowie Hofrichter am Gesamthofgericht in Marburg). - Unter den Bildbeiträgen finden sich allegorische und natürliche Landschaften, ein symbolischer Brunnen und Ofen, ein Gärtner, das Trompe-l'oeil eines ausgerissenen Kalender-Papierstücks, drei Wappenbilder, ein fliegender Putto und eine "Fortuna"; die Rötelzeichnung mit Personifizierung einer Tugend. - Am Beginn 6 SS. mit Eintragungen in der Art von Geburtenbüchern aus den Jahren 1713 bis 1771. Papierbedingt stärker gebräunt und teilweise etwas fleckig, Einband fachmännisch restauriert.
Lateinische, griechische, französische, deutsche und hebräische Handschrift auf Papier. 37 (statt 48) lose Bll. mit 38 Einträgen und späteres Titelblatt. In späterer Halbledermappe (bestoßen, Rücken brüchig) mit hs. Titelschild und Bindeband. Die Bll. mit Goldschnitt. Qu.-8vo (158:102 mm). Johannes Curtius (oder Kurtz) war ein zweifellos früh verstorbenes Mitglied der aus Bremen stammenden Theologen- und späteren Industriellenfamilie Curtius. Mit dem in Kassel gebürtigen Theologen und Rektor der Universität Marburg Sebastian Curtius (1620-84) teilt Johannes mehrere Lebensstationen, darunter Kassel, Basel, Leiden und Paris. Johannes hat in Bremen die Schule besucht, wo ein Großteil der Einträge zwischen 1661 und 1665 entstanden sind. Sein Studium begann er mit einer ausgedehnten Studienreise, die ihn 1665-66 unter anderem nach Leiden, Amsterdam und Paris führte. 1667 studierte Curtius in Basel, das mit mehreren hochkarätigen Einträgen vertreten ist. Es ist anzunehmen, dass Johannes Curtius noch im selben Jahr in Basel verstarb. - Der früheste Eintrag stammt von dem Kasseler Bürgermeister Gerhard Vielmeder aus dem Jahr 1660. In Bremen trugen sich mehrere Prediger, darunter Heinrich Flocken (1602-80), Franz Köhne (1626-89) und der frühere Hofprediger in Kassel David Pforr (1621-88) ein. Auch der Jurist und Kasseler Bürgermeister Heinrich Haxthausen (1624-1702) und der Bremer Senator und Bürgermeister Johannes Harmes (1602-82) sind im Stammbuch vertreten. - Im niederländischen Haderwijk traf Curtius auf den gleichnamigen Sohn von Heinrich Flocken. Dieser wirkte als Theologe an der erst 1648 gegründeten Universität Harderwijk. Flocken diente auch als Schiffskaplan auf dem Flaggschiff des großen Admirals Michiel de Ruyter. Sein Eintrag im Stammbuch ist am 10. Oktober 1665 entstanden, nur wenige Monate, nachdem Flocken und de Ruyter von einer langen Seefahrt über Westafrika in die Karibik zum Schutz der niederländischen Handelsflotte vor den Engländern zurückgekehrt waren. Offenbar stellte Flocken Kontakt zwischen Curtius und der Admiralsfamilie her. - Der außergewöhnlichste Eintrag stammt von Michiel de Ruyters Sohn Engel der Ruyter (1649-83), ein späterer Vizeadmiral, der sich im Dezember 1665 in Amsterdam mit dem Motto "Fortes creantur fortibus et bonis" verewigte. In Leiden sind die Einträge des Schweizer Theologen und Orientalisten Johann Jacob Buxtorff (1645-1704) und des Bremer Pastors Hermann Koch entstanden sowie die zweier nicht identifizierter Kommilitonen G. van der Meulen und Samuel Althaus. Im Juli 1666 hielt sich Curtius in Paris auf, wo sich der aus Den Haag gebürtige Mediziner Christian Konstantin Rompf in französischer, griechischer und lateinischer Sprache sowie ein Jean Fredric Scipione eintrugen. In Basel hatte Curtius Kontakt mit den führenden Theologen der Stadt. Einträge stammen von Lucas Gernler (1625-75), dem Professor und bedeutenden Bibliothekar Johann Rudolf Wettstein (1614-84) sowie dem mehrmaligen Rektor der Universität Basel Johannes Zwinger (1634-96). Hinzu kommen Einträge von den Kommilitonen Anton Johann Kerkring (1646-95), Jurist aus altem Lübecker Patriziergeschlecht und späterer Lübecker Rat, Ludwig von Brandt (1640-1711), kurbrandenburgisch-preußischer Geheimer Rat und Kanzler der Neumark, Sohn des Generalmajors Paul von Brandt, und von dem Bremer Theologiestudenten Johann Bokelman. Hervorzuheben sind schließlich die vereinzelten Einträge von dem Straßburger Theologieprofessor Isaac Faust (1631-1702), Straßburg, 1. April 1667, und von Ludwig Fabricius (1632-96), Rektor der Universität Heidelberg (o. O. u. D.). - Durchgehend leicht gebräunt und minimal fleckig. Ein Blatt mit Eckausriss ohne Textberührung. Wohlerhalten.
Deutsche Handschrift auf Papier. 95 Bll. mit 38 Einträgen. Mit 4 ganzseitigen Bleistiftzeichnungen, 1 gouachierten und lavierten Federzeichnung, 2 Vignetten in Blei sowie einer Notenzeile. Schweinslederkassette der Zeit mit blindgepr. Deckelbordüre und Supralibros aus Messing mit gekröntem Monogramm "RO" auf dunkelgrünem Samt und Eckbeschlägen. Die Bll. mit Goldschnitt, teils farbig. Charmantes Freundschaftsalbum des Wiener Juristen Rudolf Speil von Ostheim (geb. 1868), der anhand des Beitrags seines gleichnamigen Cousins vom 23. Jänner 1884 identifiziert werden kann. Das Album wurde noch zu Ostheims Schulzeit, wohl am Wiener Theresianum, angelegt. Der bekannteste Einträger ist der spätere Kirchenrechtsprofessor Max Hussarek von Heinlein (1865-1935), der von 1911 bis 1917 als Unterrichtsminister in drei Kabinetten diente und von Juli bis Oktober 1918 als vorletzter Ministerpräsident Kaiser Karls I. fungierte. Ein weiterer Schüler des Theresianums war der Jurist und Professor der Universität Wien Alfred Rt. von Wretschko (1869-1941), der seinen Beitrag von Mai 1883 um eine ganzseitige Ansicht von Schloss Maria-Loretto am Wörthersee in Blei bereicherte. Ebenfalls hervorzuheben ist der schöne, mit Bleistiftzeichnung verzierte Beitrag des polnisch-österreichischen Chemikers und Alpinisten Tadeusz Smoluchowski (1868-1936), älterer Bruder des bedeutenden Physikers Marian Smoluchowski. Beide Brüder waren begeisterte Bergsteiger, die gemeinsam 16 Erstbesteigungen und 24 neue Routen verzeichnen können. Rudolf Speil von Ostheim dürfte selbst als Bergsteiger aktiv gewesen sein, denn der späteste Beitrag, gezeichnet "Victor", ist ein dem "Genossen der Venedigerpartie zur freundlichen Erinnerung an den August 1888" gewidmetes Musikzitat. - Unter den weiteren Einträgern finden sich zahlreiche Verwandte von Ostheims, darunter seine Geschwister und sein Vater und die Cousinen Mitzi, Clementine und Johanna Schirnhofer, die je eine ganzseitige Bleistiftzeichnung anfertigten, wovon eine schöne Ansicht des Altausseer Sees hervorzuheben ist. Der bereits erwähnte Beitrag des gleichnamigen Cousins ist besonders aufwendig mit kalligraphierten Zitaten Schillers und Goethes sowie einem lavierten Doppelportrait der beiden Dichter in gouachiertem Lorbeerrahmen gestaltet. Ebenfalls Schiller zitiert Charlotte Reithoffer, Schwiegertochter des österreichischen Unternehmers Johann Nepomuk Reithoffer (1781-1872), aus dessen Gummi- und Guttaperchawarenfabrik in Wimpassing 1912 die Firma Semperit hervorging. Unter den vielen weiteren weiblichen Einträgerinnen ist ein Mitglied des alten deutschen Adelsgeschlechts von Schieben, aber auch eine "lustige Ella aus Berlin", die sich mit einem längeren Gedicht am 15. August 1885 in Bad Vöslau verewigte. - Vereinzelte Blätter minimal angeschmutzt. Die Bleistiftzeichnungen durch Transparentpapier geschützt.
8vo (110 x 170 mm). Lateinische, griechische und arabische Handschrift auf Papier. 18 Bll. Lose in roter Lederkassette der Zeit mit goldgeprägten Deckelbordüren und reicher Rückenvergoldung sowie Rückentitel "Der Freundschafft Gewithmeth" und Monogramm "F.U". Die Bll. mit Goldschnitt. Minimal berieben und bestoßen. Hochkarätiges Freundschaftsalbum mit Einträgen bedeutender Theologen, Sprachwissenschaftler, Juristen und Mediziner des angehenden 18. Jahrhunderts. Der vielleicht interessanteste Eintrag stammt von dem Orientalisten und Theologen Johann Andreas Danz (1654-1727), der sich am 14. XII. 1706 in Jena mit seinem gewöhnlichen Stammbuchwort verewigte, einem pädagogisch wertvollen arabischen Sprichwort samt lateinischer Übersetzung: "Per scalas ascendat in tecto ambulaturus". Danz fungierte mehrfach als Rektor der Universität Jena. - Gleich zehnfacher Rektor der Jenaer Salana war der Mediziner und Alchemist Georg Wolfgang Wedel (1645-1721), der in seinem Eintrag Hippokrates zitiert. Neben seiner akademischen Laufbahn fungierte Wedel als Leibarzt mehrerer sächsischer Fürsten sowie als Mitglied bedeutender Gelehrtengesellschaften und wurde 1694 von Kaiser Leopold I. zum kaiserlichen Pfalzgrafen ernannt. Eine weitere Persönlichkeit aus der Riege der Jenenser Rektoren ist der Theologe Michael Förtsch (1654-1724), der vor seinem Ruf nach Jena bereits in Tübingen als Professor und Rektor gewirkt hatte. In seiner Tübinger Zeit hatte Förtsch auch die Prälatur des Klosters Lorsch inne. - Bei den Einträgen aus Wittenberg sticht der Theologe und siebenfache Rektor Johann Deutschmann (1625-1706) hervor, ein bedeutender Vertreter der sog. paradiesischen Theologie. Ebenfalls mehrfacher Rektor der Universität Wittenberg und ein berühmter Theologe war Caspar Löscher (1636-1718). Löschers Schüler Johann Georg Neumann (1661-1709), der zum Zeitpunkt seiner Promotion bei Löscher bereits eine Professur der Poetik in Wittenberg innehatte, ist auch unter den Einträgern. Der Jurist Gottfried Strauß (1641-1706) und der Orientalist Johann Christoph Wichmannshausen (1662-1727) amtierten ebenfalls als Rektoren in Wittenberg. Wichmannshausen nimmt eine bedeutende Rolle in der Geschichte der Arabistik ein, da er die Loslösung des Studiums der arabischen Sprache und des Islams aus dem Bannkreis der christlichen Theologie vorantrieb. - Weitere Einträge stammen von dem Juristen Johann Heinrich Berger (1717-32), dem Theologen und Sprachwissenschaftler Carolus Caffa (1623-1707), dem Mathematiker und Physiker Georg Albrecht Hamberger (1662-1716), dem Theologen Philipp Ludwig Hanneken (1637-1706), dem Juristen Christian Hartmann Lederer, dem Theologen Georg Friedrich Schröer (1663-1739), dem Mediziner Paul Gottfried Sperling (1652-1709), den Juristen Gottfried Suevus d. J. (1652-1718) und Christian Wildvogel (1644-1728) sowie dem Jenenser Kirchenrat und Superintendenten Michael Zülich (1653-1721). - Leicht gebräunt, wenig fleckig. Aus der berühmten Autographensammlung des Gotthilf Sebastian Rötger (1749-1831) mit seinen typischen hs. Ergänzungen in rostroter Tinte. Rötger identifiziert die meisten Einträger anhand des Gelehrtenkompendiums von Jöcher und Adelung.
Ca. 176 SS. auf 210 Bll. Qu-8vo. (110:163 mm). Mit 2 Aquarellen. Vorwiegend in lateinischer Handschrift auf Papier. Schwarzer Lederband der Zeit mit goldgepr. Rücken und goldgepr. breiten Deckelbordüren mit Eckfleurons, Vorsätzen von Bronzefirnispapier und dreiseitigem Goldschnitt. Umfangreiches, weitgereistes Freundschaftsalbum aus Ungarn mit sehr vielfältigen und unterschiedlichen Einträgen, u. a. von Wolfgang Richard Honorius von Auersperg, David Barányi, Gustav Friedrich Beer, Ernst und Viktor Bengel, Christian Ludwig Bilfinger, Johann Blasius, Jakob Bobor, Jakob Matthias Böhringer, Peter Bosnyák, Johann Ulrich Brastberger, Johann und Andreas Bubenka, Ludwig Heinrich Burry (1721-62, Diakon an der Barfüßerkirche in Augsburg und an der St.-Anna-Kirche), Georg Bernhard Canz, Johann Friedrich Cotta (1701-79), Johann Demian, Ludwig Rudolf Dobner, Leopold Ernst, Josef Richard Eutlhuber, Zacharias Falck, Ludwig Eberhard Fischer, sowie der Theologe Johann Philipp Fresenius (datiert 23. VII. 1754), der 1748 Johann Caspar Goethe und Catharina Elisabeth Textor traute und am 29. VIII. 1749 ihren Sohn Johann Wolfgang taufte. Goethe schilderte Fresenius später als "einen sanften Mann von schönem, gefälligen Ansehen, welcher von seiner Gemeinde, ja, von der ganzen Stadt als ein exemplarischer Geistlicher und guter Kanzelredner verehrt ward" (Dichtung und Wahrheit [1811], Bd. I, S. 335). Ferner sind vertreten der Büchersammler und Jurist Friedrich Wilhelm Frommann (1707-87), Samuel Gazur, Justus Friedrich Goehrung, Georg Gregusch, Johann Friedrich Gross, Moritz Davis Harpprecht, der Theologe Samuel Hajnóczy (Vater des Jakobiners József Hajnóczy), Eberhard Friedrich Hellwag, Jakob Nikolaus Hesler, Daniel Hochholtzer, Wolfgang Friedrich Hochstetter, Johann Friedrich Karlhausen, Sigismund und Johann Samuel Kéler, C. F. Köstlin, Johann Lani (Lányi), Dániel Lehoczky, Johann Friedrich Märklin, Johann Matolai, Michael, Stephan und Matthias Meerwaldt, der Pfullinger Superintendent Gottlieb Immanuel Siegfried Metzger, Karl Stanislaus Mikoviny, Ferdinand Ludwig Mohl, Peter Albert Monincx, Philipp Samuel und Benedikt Wilhelm Münch, Ladislaus Padvan, Gottlieb Christoph Paulus, Johann Adam Paur, der Theologe, Universitätskanzler und hessisch-darmstädtische Generalsuperintendent Christoph Matthäus Pfaff (1686-1760), Michael Pfeiffer, Johann Christoph Eberhard Pichler, Matthias Purtzpichler, Georg und Franz Radvánszky, Fr. Ribiny, Gottlieb Friedrich Rößler, Magnus Friedrich Roos, Johann Ruffini, der Theologe und Tübinger Rektor Christoph Friedrich Sartorius (1701-85), Johann Matthias Schaden, Andreas Schmal, der Jurist und Staatswissenschaftler Heinrich Christian Senckenberg (1704-68), Johann Christian Serpilius, Johann Jakob Stäudlin, Emmerich Horváth Stansich "de Gradecz", Maximilian Friedrich Christoph Steinhofer, Christoph Theophil Stercz, Joseph Torkos (mit hebräisch-lateinischem Eintrag), Franz Tsúrak, Karl Türck von Türckenstein, Johann Konrad Wohlgemuth, und Johann. Zeller. Der aquarellierte Titel zu Beginn mit den Gedächtnispyramiden signiert "G. A. Roesler 1755". - Deckel mit kl. Schnitt- und Schabspuren, der Rücken etwas spröde. Zahlreiche Bll. in der Nähe des Bugs abgetrennt. Durchgehend leicht fleckig, ein Eintrag mit großem Tintenfleck, aber insgesamt sehr gut erhalten.
Qu.-4to (206 x 142 mm). Meist deutsche und französische sowie lateinische und selten griechische Handschrift auf Papier. Ca. 300 Einträge auf zus. 428 SS.: 1-18, 21-52, 55-84, 87-88, 93-222, 225-252, 255-306, 309-318, 321-358, 361-368, 371-402, 405-431, (15, mit Namensregister) SS. (davon 67 SS. weiß und 43 SS. mit dem Wörtchen "belegt"). Mit 3 montierten Gouachen auf festerem Papier und hs. Paginierung. Marmorierter Lederband der Zeit mit floraler und ornamentaler goldgepr. Rückenverzierung, die Deckel mit goldgepr. breiten Bordüren, vorn mit Monogramm "P.E.C.", rückseitig mit Jahreszahl "1773. Kleisterpapiervorsätze nach Herrnhuter Art und dreiseitigem Goldschnitt. In Pappschuber der Zeit. Sehr umfangreiches, wichtiges Jenaer Studentenstammbuch, illustriert mit drei sorgfältig ausgeführten Gouachen. Das von "Freund und Bruder" G. Fr. Hoechstetter "A. S. C. Windshemio" dem Eigner zugedachte Album enthält eine große Zahl aus ganz Deutschland, von Waldeck bis Lübeck, stammenden Einträgen, meist zum Thema Freundschaft und Liebe, wie jener eines gewissen A. J. P. Weis: "Seit die Götter mir ein Mädchen gaben / Muß ich ganz und gar vergehn, / Seh ich es, vor Zärtlichkeit, / Seh ichs nicht, vor Herzeleid. / Ewig wünscht ich es zu sehen, / Oder nie gesehn zu haben [...]" (S. 35). In weitere Beiträgen vertreten sind: der Silhouetteur Johann Friedrich Anthing, Johann Christoph Bezold, Biedenweg, K. L. Birkel von Buchwaldt aus Hollstein, Fr. Buddeus, J. L. Cramer, D. Cruse, Karl Baron Eckbrecht von Dürckheim (pfälzisch-elsässischer Uradel), Karl Friedrich Eichhorn, der Theologe Johann Philipp Gabler (1753-1826), Johann Paul Ludwig Gehring, der protestantische Theologe Martin Hamaliar, G. G. Harder, Johann Christoph Hartung aus der Grafschaft Limburg, L. W. J. Hülshoff, Bernhard Gottlieb Huldreich von Hellfeld (1759-1788), der Moralphilosoph und Aufklärer Justus Christian Hennings (1731-1815), J. P. von Hinckeley, G. F. B. Höchstetter, C. L. Jacobi, der spätere Sachsen-Coburgische Landschaftsdirektor Christian Ferdinand Frh. von Könitz, der Mediziner Christian Loeber, Georg Marienburg, J. F. Meermann, A. Ch. Niehaus, G. Ohmstede, C. C. von der Osten ("Hannoveranus"), Wilhelm Pollich, F. W. von Prangen, Christian. Jakob Rambusch, Leberecht von Rath, der Jurist und Syndikus der Universität sowie Hofgerichtsrat und Professor der Rechte Johann August Reichardt (1741-1808), L. L. Ribbentrop aus der Grafschaft Lippe, J. Fr. Rosenbusch, "V. H. Salfeldt de Quedlinbourg", der Rechtswissenschaftler Heinrich Gottfried Scheidemantel, H. C. A. von Schoenfels, F. C. Severin aus Waldeck, Johann Ernst Simler, Michael Stephan aus Siebenbürgen, Julius Dietrich Tannen (studierte 1770-74 in Jena), der Rhetoriker und Philologe sowie Geologe Johann Ernst Immanuel Walch (1725-78), der Rektor der Universität Karl Friedrich Walch, der Quedlinburger Theologe und später in Halle (Saale) tätige Georg Christian Westphal (1752-1808), F. v. Witzleben, J. W. Wunderlich, Karl Anton Friedrich von Wurmb, "C. G. Baron de Zschock" u. v. m. - Die Gouachen zeigen eine allegorische Titelillustration in reichem Rocaille-Rahmen, dann eine Darstellung mit einer schönen allegorischen Frauenfigur (Venus) in weiter Landschaft und zum Schluss eine anzügliche Illustration mit einem Mönch und einer Nonne beim innigen Beichten mit dem Spruch "Solus cum Sola non praesumitur orare Pater noster" ("Wenn 'Er' und 'Sie' allein sitzen, beten sie kein Vaterunser") und der Übertitelung "Vollkommner Ablaß". - Teilweise leicht tintenfleckig, frisch und gut erhalten. Am Gegenblatt zum Titel der hs. Eintrag "Secretär Clausing lebte und starb in Großvater [...]'s Hause. Bemerkung von August Krohn". Ein Eintrag kopfüberstehend. Der Einband etwas beschabt und berieben, der Schuber stärker berieben.
Ca. 65 SS. auf 51 Bll. Moderner schwarzer Lederband mit goldgepr. Initialen und goldgepr. Jahreszahl. Qu.-8vo (132:154 mm). Sammlung von Einträgen bekannter Gelehrter aus Theologie, Medizin, Geographie, Jura, Philosophie, Philologie, Dichtung und Kirchenmusik des ausgehenden Frühbarocks bzw. beginnenden Hochbarocks. - Das Album beginnt mit einem Eintrag des Musik- und Literaturmäzens Georg Rudolf Herzog von Liegnitz und Herzog von Wohlau (1595-1653), dem Gründer der "Bibliotheca Rudolfina" in Liegnitz, zu dessen Hof Martin Opitz sowie die Komponisten Paul Hallmann und Heinrich Schütz gehörten. Verewigt sind u. a. der Rektor und Pastor zu Freiberg Otto "Apianni, aliás Benewitz", der Mediziner und Leibarzt Heinrich Boezo mit dem Wahlspruch "Ut fert Divina Voluntas" (Wie es der göttliche Wille gibt), der Strafrechtler und Hexentheoretiker Benedikt Carpzov (1595-1666) sowie der Kirchenlieddichter Henricus Closius (fl. 1640), später Professor am Elisabethanum in Breslau. Der Dichter und Epigraphiker Georg Fabricius (1605-77), der Hofprediger bei Kurfürstin Anna von Brandenburg Daniel Fessel (1599-1674), der Theologe Caspar Finck (1578-1631), der Altphilologe Christian Friedrich Franckenstein, Johann Frenzel (1609-74), der Geograph und Kartograph Christian Funck (1626-95), der Theologe Martin Geier (1614-80), Johann Ulrich Hayer (1616-79), der Kirchenlieddichter Johannes Heermann (1585-1647), Martin Heinsius (1611-67), der evangelische Bischof von Reval Jacob Helwig (1631-84), der Theologe Daniel Henrici (1605-66), der Probst und Pastor in Breslau Michael Herrmann (1593-1669), der Mediziner Johannes Hoppe, der Philologe Johann Hornschuch, der Theologe Johann Hülsemann, der Mediziner und Physiker Johann Ittig, der Pädagoge Valentin Kleinwechter (1607-61), der Pädagoge Elias Major (1578-1669), Rektor am Elisabeth-Gymnasium in Breslau, der Rechtswissenschaftler Samuel Mosbach (1584-1649), der Physiker, Mathematiker und Mediziner Philipp Müller (1585-1659), der mit Johannes Kepler in Verbindung stand, der Hymniker und Hofprediger Johannes Olearius, der eines der größten und wichtigsten deutschen Gesangbücher des 17. Jhs. zusammenstellte, Joachim Pollio (1577-1644), der Jurist Johannes Preibisius, der Philosoph Christoph Preibisius (1580-1651), der Rektor Jacob Rolle (1592-1645), der Theologe Christoph Schlegel, Prinzenerzieher in Coswig, der Jurist Georg Tobias Schwendendörfer, der Theologe Adam Spengler (1612-65), der Erzieher des Prinzen Rudolf August von Braunschweig-Wolfenbüttel, Paulus Sperling, der Superintendent in Dresden Aegidius Strauch (1583-1657), der Theologe und Kirchenlieddichter Abraham Teller (1609-88), Rektor der Thomasschule in Leipzig, Ananias Weber (1596-1665) sowie der Theologe Jacob Weller (1602-64), Oberhofprediger am Hof des Kurfürsten von Sachsen. - Aus der Autographensammlung Gotthilf Sebastian Rötger, mit dessen typischen hs. Anmerkungen und Nummerierung in rötlichbrauner Tinte. Leicht gebräunt bzw. braunfleckig, mehrere seitliche Ränder etwas ergänzt und verstärkt. Ein Blatt im Bug verstärkt. Am oberen äußersten Rand teilweise mit leichten Feuchtigkeitsspuren.
Large oblong 8vo. 43 ff. in carmine red velvet cassette with four gilt brass fittings and moirée satin endpapers. All edges gilt; red calf spine. The 33 entries, some written on the album leaf, others in letters or separate sheets of paper mounted within the album, are by the poets and playwrights Eduard von Bauernfeld, Ignaz Franz Castelli, Franz Grillparzer ("Was man den Kindern thut / Ist doppelt gut; / Weil im Erfolg, den Jeder sieht / Man ihre Ältern miterzieht"), Friedrich Halm (i. e. Baron Münch-Bellinghausen), Paul Maria Lacroma, Heinrich Laube, Betty Paoli, Otto Prechtler and Moritz Gottlieb Saphir; the scholars Helene von Druskowitz, Carl Helm, Ernst Pauer and Johann Emanuel Veith; the composer J. Hoven (i. e. Johann Vesque von Püttlingen: five-bar muscial quotation with the text: "und wäre nicht das Bißchen Liebe, so gäb' es nirgends einen Halt"); the singers Alois Ander and Emil Götze; the actors and actresses Marie Bayer-Bürck, Carl and Elisabeth Fichtner, Amalie Haizinger, Stella Hohenfels, Carl von La Roche, Carl Lucas, Louise Neumann, Carl and Julie Rettich, Mathilde Wildauer, Charlotte Wolter and Zerline Würzburg (wife of Ludwig Gabillon) and the dancer Fanny Elßler (fragment). A signature by Emperor Franz Joseph is mounted into the album. The pretty collection is topped off by a watercolour (signed Franz Steinfeld) and an oil landscape (signed "J. W.", corners broken). - Includes an ALS by Ignaz Franz Castelli (dated Vienna, 25 March 1864).
Mit 1 Bleistiftzeichnung, 1 Haararbeit, 2 Stickereien, 1 farbigen Zeichnung und 2 Spickelbildern. Hldr.-Kassette mit reicher Goldprägung und Schließe. Qu.-8vo. Innerer Kartonkasten erneuert, Rücken unter Verwendung alten Materials restauriert.
26 Einträge und zahlreiche weiße Bll. Leder d. Zt. mit goldgeprägtem Monogramm "E. F." am Vorder- und der Jahreszahl 1834 am Hinterdeckel. Qu.-8vo. Innen stellenweise etwas fleckig, der Einband etwas berieben und bestoßen.
20 Einträge und zahlreiche weiße Bll. Mit 1 kolorierten Kupferstich und zwei Aquarellzeichnungen. Leder d. Zt. mit goldgeprägtem Monogramm "A. B." Qu.-8vo. Etwas berieben und bestoßen.
8 Einträge und zahlreiche weiße Bll. Halbleder d. Zt. mit Rückenvergoldung, goldgeprägten Deckeln mit Namen und Datierung, Goldschnitt. Qu.-8vo. Innen gering fleckig und gebräunt, der Einband etwas berieben und bestoßen.
Mit aquarelliertem Titelblatt. 361 meist einseitig num. Bll. mit 36 Einträgen. Lederband d. Zt. mit Rückentitel, goldgepr. Deckelbordüre und Goldschnitt. Qu.-8vo. "Der Freundschaft gewidmet von C. F. Briedenhan". Nicht sonderlich umfangreich geratenes, wohl studentisches Stammbuch mit hübsch illustriertem Titel und handschriftlichem Namensregister. - Anfangs gering fingerfleckig, der Einband berieben und beschabt.
22 Einträge. Mit 1 montiertem Wiener Billet und 2 kleinen Oblaten. Leder d. Zt. mit goldgepr. Deckeltitel und Monogramm. Qu.-kl.-8vo. Einband etwas berieben, Gelenke gelockert.
27 Einträge auf 25 Bll. und einer beschriebenen Visitenkarte. Mit 2 kl. Aquarellen. Halblederkassette d. Zt. mit Goldprägung. In Buntpapierschuber. Qu.-8vo. 27 Einträge meist sentimentalen Charakters: "Und wird Dir einst die Nachricht zugesandt, | Daß zu den Vätern ich versammelt wäre, | So trink und sprich: Ich hab' ihn auch gekannt! | Mach' hier ein Kreuz u. weih' mir eine Zähre". - Ein Aquarell zeigt einen studentischen Hut, Säbel und eine Pfeife, das andere eine Blume.
Mit 10 meist farbigen Zeichnungen, 1 Haararbeit, 2 Stickereien, 1 Portrait-Silhouette und knapp 70 Einträgen sowie 8 w. Bll. Gelackte Karton-Kassette mit goldgeprägter Deckelbordüre und Rückentitel in Kartonschuber. Qu.-8vo. Wie ein beiliegendes hs. Blatt späteren Datums erläutert, entstammte der Stammbuchhalter einer Hamburger Kaufmannsfamilie. Neben den Einträgen von Familienmitgliedern und seiner späteren Frau, Julie Büttner, gibt es etliche freundschaftliche Einträge, die auf See geschrieben oder gezeichnet wurden, nämlich "an Bord der George Canning" und "im atlantischen Ozean. An Bord der Henriette". Der Schreiber Joh. Hinr. Krabbe präzisierte den Ort mit genauen geographischen Koordinaten. Am 19. April 1833 war Gloede wohl nach Rio de Janeiro aufgebrochen, wie der beiliegende gereimte Abschiedsbrief von (H.?) Asmus belegt. Etliche Einträge von 1842 bis 1844 geben Buenos Aires als Ort an. Unter den zahlreichen Hamburger Einträgen ist auch Joao C. Bahlsen genannt. Ein hübsches naives Aquarell zeigt das Treideln eines Bootes; eine Zeichnung mit Schiffsportrait. - Vereinzelt fleckig oder gering gebräunt; der Schuber etwas berieben, die Kassette am Rücken bestoßen und mit kl. Einriß an Kopf und Fuß, Gelenk angebrochen.
23 Bll. mit 18 Einträgen. Mit 3 Aquarellen, 2 Stickereien, 1 Haararbeit, 1 plastisch applizierten Oblate und 1 Souvenir-Blättchen. Goldgepr. Halblederkassette mit 2 lithogr. Ansichten auf den Innendeckeln. Qu.-8vo. Das Souvenir-Blättchen aus Stanz-Spitze mit aufwändigen Applikationen aus Goldfäden und -perlen. Unter den Einträgern finden sich der Vater A. G. P. Anemaet, die Mutter A. Anemaet und der Bruder C. J. Anemaet, welcher 1846 aus Paramaribo (Hauptstadt von Surinam) schreibt. Weitere Einträger sind ein Kolff van Oosterwyk, C. J. W. Bulaeus und W. de Vlaming.
Oblong 8vo. Title page and 97 ff. (46 of which are inscribed). Red morocco, spine and covers lavishly gilt. The album contains entries by many outstanding scientists and scholars of the time, including not only Bernoulli, Breitinger and Hebenstreit, but also Christian Augustus Crusius (Protestant theologian and philosopher, 1715-75), Johannes Gesner (physician and mathematician, 1709-90), Christian Gottlieb Ludwig (physician and botanist, 1709-73), Casimir Christoph Schmidel (naturalist, 1718-92), Heinrich Friedrich Delius (physician, 1720-91), Philipp Friedrich Gmelin (botanist, 1721-68), Christoph Jacob Trew (botanist, 1695-1769), Abraham Gotthelf Kästner (mathematician and teacher of Gauss, 1719-1800), Philipp Adolph Böhmer (physician, anatomist and personal physician to King Frederick William II of Prussia, 1711-89), and Andreas Elias Büchner (head of the Academy of Sciences Leopoldina, 1701-69). The album's owner, Johannes Hotze (1734-1801), was a Swiss physician of great international renown and the cousin of the pedagogue Johann Heinrich Pestalozzi. Born into a well-known family of surgeons, Hotze attended the Collegium Carolinum in Zurich and then studied at Strasbourg, Tübingen and Leipzig, from where date numerous entries. Goethe, who visited him twice, described him as a "most intelligent and benevolent man" ("Dichtung und Wahrheit" IV, 18).
Quer-8vo (170 x 100 mm). Mit 2 Stammbuchkupfern auf den Innendeckeln. Gedrucktes Titelblatt mit hs. Ergänzung u. 163 fehlerhaft paginierte Bll. mit 276 Einträgen. Goldgepr. und bemalter Pergamentband der Zeit. Das sehr reichhaltige Stammbuch eines Thüringer Theologiestudenten enthält ausschließlich Einträge aus Jena. Unter den Beiträgern, die zum größten Teil in der Matrikel der Universität Jena nachgewiesen werden können, sind vor allem Theologen, aber auch viele Juristen und einige Mediziner zu finden. Unter den zahlreichen namhaften Persönlichkeiten seien genannt Wilhelm Hieronymus Bach (1730-54), ein Verwandter Johann Sebastian Bachs aus dem Erfurter Zweig der Familie, Johann Adam Gottlob Barnickel (1733-87), später Rechtskonsulent der Vogtländischen Ritterschaft und Besitzer einer großen Bibliothek, Johann Michael Degner (1719-80), Rektor des Schweinfurter Gymnasiums und auch durch naturwissenschaftliche Arbeiten hervorgetreten, Johann Jakob Fröbel (1730-1802), der Vater Friedrich Fröbels, Friedrich Ludwig August Held (1732-74), schwarzburgischer Stadt- und Amtsphysikus, Johann Stephan Müller (1730-68), Professor der Theologie in Gießen, Johann Christoph Rasche (1733-1805), bekannt durch seine numismatischen Schriften, Johann Christoph Schellenberger (1726-90), Professor der Theologie und Pfarrer der Barfüßergemeinde in Erfurt, und Johann Georg Hieronymus Weingärtner (1733-93), ebenfalls Professor der Theologie und Oberpfarrer in Erfurt (vollständige Liste auf Anfrage). - Besonders interessant sind die gelegentlichen handschriftlichen Bemerkungen des Stammbuchhalters zu seinen Kommilitonen. Oberländer fügte nicht nur die späteren Tätigkeiten oder Sterbedaten seiner Studienkollegen an, sondern gibt mehrfach auch launige Kommentare ab. So schreibt er zu Johann Christian Faustus (geb. 1728), der als Feldprediger nach Kursk gegangen ist, "jagt Zobel in Sibirien". Faustus ist noch 1781 in Kursk nachweisbar. Andere Mitstudenten charakterisiert er als "verdrüßlichen Hauptmann von Kapernaum", "tiefsinnige[n] Mathematicus" oder konstatiert: "Anjetzo ein hypochondrischer Candidat, hat aber eine sehr reiche Mutter". Die beiden Kupfer auf den Innendeckeln zeigen das Collegium Jenense und den Jenaer Markt (letzteres mit Feuchtigkeitsspuren und Tintenkritzelei). - Einband stärker berieben und bestoßen, Innengelenke gebrochen, Buchblock vom Einband gelöst. Innen gering gebräunt, gelegentlich etwas wasser- oder fingerfleckig, vereinzelt kl. Randeinrisse. Mehrere Bll. entfernt, darunter 1 Registerblatt zu Beginn.
15 Einträge und 1 gelacktes Deckblatt, jeweils auf farbigen Einzelblättern, mit 2 Zeichnungen und 1 Trockenblumenapplikation. Pappkassette der Zeit mit goldgepr. Zierleisten, Metallbeschlag und Applikationen aus Samt und Seide; im Deckel ein Spiegel montiert. Qu.-8vo. Hübsches Freundschaftsalbum der Kärntnerin Ernestine Leveling. - Gering fleckig.
61 meist beidseitig beschriebene Bll. mit über 300 Eintragungen. Roter Lederband der Zeit mit Deckelprägung ("Album") und Goldschnitt. Qu.-4to. Das Album einer/s unbekannten Reisenden bereiste rund zehn Jahre lang die Niederlande, Deutschland und die Schweiz und versammelt mehr als 300 Einträge auf Niederländisch und Deutsch, gelegentlich auch auf Englisch und Französisch. Zwei Notenzeilen (9v und 22r) und 18 Zeichnungen (12r, 15r, 16v, 18r, 23v, 24v, 25r, 25v, 30v, 32r, 32v, 33r, 36v, 41r, 52r, 55v, 58r und 61r) lockern die teils recht eng beieinander getätigten Eintragungen optisch ein wenig auf. Unter den Beiträgern finden sich der Architekt Otto Grah (45v, 48r), der Schauspieler Ernst Lewinger (8v), der Schriftsteller Johannes Fastenrath ((9r, 44 v), die Malerin Gertrud von Erlach (3v) und der Basler Privatier Johann Jakob-Bachofen-Petersen mit seiner Gattin Martha (32v). - Vereinzelt gering fleckig, Gelenke und Kanten leicht berieben.
Mit 44 Einträgen (2 davon mit kleinen Zeichnungen) und 2 weiße Bll. Lose in Hldr. mit goldgepr. Deckelbordüren und Monogramm "S. Lange". Qu.-8vo. Neben den Einträgen der verwandten Familien Lange, Heise und Sanders aus Bramsche finden sich acht Einträge aus drei Generationen derer von Stoltzenberg, den Besitzern des ehemaligen Rittergutes Sögeln. Darunter: Amalie von Stoltzenberg, geb. von Pückler, deren Sohn Ernst von Stoltzenberg sowie dessen Tochter Adelheid von Stoltzenberg. - Etwas gebräunt; Deckel etwas aufgebogen, ohne Schuber.
Mit 29 Kupfern (davon 12 mit Einträgen verso). Lose in lithographiertem Halbleder-Umschlag in lithographiertem Pappschuber. Qu.-8vo. Die bekannten schönen Stammbuchkupfer aus dem Verlag Wiederhold in Göttingen zeigen Ansichten von Kassel (3 Wilhelmshöhe), Göttingen und Umgebung (9), Heidelberg, Herrenhut, Bornhofen, Hamburg, Quedlinburg, Boulogne, Schweiz (5) sowie Genredarstellungen. - Stellenweise stärker berieben und beschabt.
Mit koloriertem und gestochenem Deckblatt. 20 Einträge. Goldgepr. Hldr.-Kassette mit Rückenvergoldung und goldgepr. Namen in Kartonschuber. Qu.-8vo. Die jüngsten Einträge stammen von den Töchtern Dora und Auguste (1872) sowie dem Großsohn Max (1888).
Mit 1 farbigen Zeichnung und 1 Haararbeit sowie ca. 60 Einträgen. Hldr. mit goldgeprägten Deckelbordüren, Deckelprägung "F. Reppe" und Goldschnitt in Kartonschuber. Qu.-8vo. Die zahlreichen Einträge umspannen ein gesamtes Lebensalter mit Freundschaftsbezeugungen von Mitschülern und -kommunikanten, Freunden und Kollegen (Schriftsetzer, Klempnergesellen und Lazarettgehilfen). "Drum rede du Blatt, wenn die Stimme verhallt!" (Eduard Siemssen, Schriftsetzer aus Thorn, 1838). - Innen etwas finger- bzw. stockfleckig, 6 Bll. herausgetrennt; Rücken unter Verwendung alten Materials erneuert, Vorsätze erneuert, etwas berieben und beschabt.