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2½ SS. auf Doppelblatt. 4to. Enthält die drei Gedichte "Lebenswoge" (4 Strophen á 4 Zeilen), "Dichterloos" (3 Strophen á 9 Zeilen) u. "O Weltengeist" (4 Strophen á 4 Zeilen). - Hansgirg, ein Neffe Karl Egon von Eberts (dessen Adel 1873 auf ihn überging) studierte in Wien und Prag Rechtswissenschaften. Er war seit 1846 im politischen Verwaltungsdienst an verschiedenen Orten Böhmens tätig und wurde 1868 Bezirkshauptmann in St. Joachimsthal. Hansgirg gründete die Pilsener Zeitschrift "Westbahn" und schrieb Lyrik und Romane, u. a. "Orient und Okzident" (1876). - Mit kl. Einr. im Querfalz (keine Textberührung) und etwas lappig.
2 SS. 4to. Fünfstrophiges Gedicht mit je vier Zeilen: "Wunderkräfte hab ich zugemutet / Der Philosophie als bestem Hort- / Aber jetzt, wo meine Seele blutet, / Hast du nicht ein einzig Trostes Wort! [...]". - Bowitsch mußte aus finanziellen Gründen sein Jurastudium in Wien aufgeben und trat 1839 in den Kanzleidienst der Hofkammer. Seit 1842 Praktikant, wurde er 1850 Registraturleiter der Gendarmerieinspektion, später auch deren Kanzleivorstand, bis er 1879 als kaiserlicher Rat in den Ruhestand trat. Der volkstümliche Dichter der Spätromantik veröffentlichte Lyrik, Novellen, Sagen sowie Romanzen und wurde als Mitherausgeber des "Österreichischen Balladenbuchs" bekannt. - Auf Briefpapier mit gepr. Briefkopf. - An den Rändern etwas gebräunt und mit minimalen Einr.
Small folio. 3 pp. on bifolium. 18 lines. Inscribed to Jella Herzka. With an apology on f. 1 verso: “Mein deutsch ist grässlich - vielleicht mein tadjikisches ist besser?” - Cf. MGG VII, 1271.
1 S. Folio (48,7:21,4 cm). Lyrische Prosaidylle über den Gesang der Vögel und das Bauernleben: “Jede Heckenrose eine Note. Jede Biene eine Fermate. Und die Sonnenstrahlen am Anfang der Violinschlüssel. -- Nach diesen Noten singt Schneewittchen, wenn sie, drinnen im Hause, sich über’s Haar streicht und in den Spiegel schaut. An diese Notenlinien lehnt sich, in der Sommernacht, der Bauerknecht mit freudigem Herzen, wenn er seine Gedichte erwartet [...]”. - Als mittelloser Dichter in Berlin lebend und u. a. für die ‘Rakete’ tätig, erschien 1909 Jungnickels erster Gedichtband ‘Aus einer Träumerwerkstatt’; 1912 erschien das Märchenspiel ‘Der Himmelsschneider’, und bald hatten phantasievolle Erzählungen, Novellen, Romane und Märchen ihn zu einem beliebten Jugendschriftsteller geraten lassen. Nach dem Ersten Weltkrieg wieder in Berlin lebend, fiel Jungnickel als Soldat im Zweiten Weltkrieg; sein Werk geriet nach 1945 nicht zuletzt wegen seiner Begeisterung für den Nationalsozialismus in Vergessenheit. - Das Blatt aus drei senkrecht aneinandermontierten Bll. bestehend.
1 S. 4to. Ode auf weihnachtliches Kinderglück in freien Rhythmen: “Es hob sich eine bunte Arche in den Tag ... | Aus Sternenschein und Lichterglanz. | Weit kam sie her, ... aus Himmel und aus Ewigkeit. | Durch jedes Menschenalter fuhr sie wie durch ein seliges Meer. | Und brachte Erinnerungen mit; groß und leuchtend wie Perlenhaufen [...]”. - Als mittelloser Dichter in Berlin lebend und u. a. für die ‘Rakete’ tätig, erschien 1909 Jungnickels erster Gedichtband ‘Aus einer Träumerwerkstatt’; 1912 erschien das Märchenspiel ‘Der Himmelsschneider’, und bald hatten phantasievolle Erzählungen, Novellen, Romane und Märchen ihn zu einem beliebten Jugendschriftsteller geraten lassen. Nach dem Ersten Weltkrieg wieder in Berlin lebend, fiel Jungnickel als Soldat im Zweiten Weltkrieg; sein Werk geriet nach 1945 nicht zuletzt wegen seiner Begeisterung für den Nationalsozialismus in Vergessenheit. - Mit kl. Einr. im Falz.
½ S. 4to. Brief und Gedicht an Heinz Peter Linder. “Vierzeiler | Im Alter möge dich als Trost begleiten, | da du dort hinsteigst, wo man Wolke wird, | das wunderbare Wort: Vergangene Zeiten, | das größere: wie hoch bin ich geirrt!” - Von 1916-22 als Erster Dramaturg und Spielleiter am Hoftheater in Stuttgart und bis 1928 zudem als Präsident der Preußischen Akademie der Dichtung tätig, steht Scholz’ Lyrik in der Nachfolge Detlev von Liliencrons; zu seinen bekanntesten Dramen zählen ‘Der Jude von Konstanz’ (1905) und ‘Der Wettlauf mit dem Schatten’ (Uraufführung 1920, gedruckt 1922). Vgl. Kosch 2575f. - Beiliegend ein ms. Begleitbrief seiner Gattin Gertie (mit deren eh. U. und auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf) an Dr. Linder: [...] mein Mann hat Ihre Bitte, die Sie unterm 13. ds. Mts. an ihn herantrugen, erfüllt und Ihnen einen schönen Vierzeiler aufgeschrieben [...]”. - Die Datierung des Albumblatts nach beiliegendem Brief.
2 SS. 8vo. “Nur zu, schlagt zu, ihr Schicksalsgötter, | Und raubt mir euer goldnes Glück! | Ihr tötet nicht in mir den Spötter | Und jagt ihn nicht in Nacht zurück [es folgen zwanzig Zeilen]”. - Mit Michael Georg Conrad, Ludwig Thoma, Ludwig Ganghofer und Frank Wedekind mehr oder weniger gut bekannt bzw. befreundet, trat Oestéren in München, Wien und Böhmen unter Pseudonym als Schauspieler auf. 1939 emigrierte er über Brüssel nach Amsterdam, war hier als Kunstberater tätig und kehrte erst 1948 nach Deutschland zurück. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er in Weimar. Er schrieb u. a. das Epos ‘Merlin’ (1900) und Romane wie ‘Ein reiner Tor’ (1917) und ‘Die Pflicht zu schweigen’ (1927). Vgl. Kosch III, 1932.
Je 1 S. Qu.-8vo. “Stilles Gedenken | Hier diese Pfade ging mein Vater schon. | Seiner gedenkend streif’ ich durch die Gehege | und frage mich: wer geht nach mir die Wege? | Im Grabe still ruht mein gefallener Sohn”. - Das Billett im Gedenken an in Freundschaft verbrachte Stunden den Freunden “als Dank und Gruß zu Euch gesandt”. - Von 1916-22 als Erster Dramaturg und Spielleiter am Hoftheater in Stuttgart und bis 1928 zudem als Präsident der Preußischen Akademie der Dichtung tätig, steht Scholz’ Lyrik in der Nachfolge Detlev von Liliencrons; zu seinen bekanntesten Dramen zählen ‘Der Jude von Konstanz’ (1905) und ‘Der Wettlauf mit dem Schatten’ (Uraufführung 1920, gedruckt 1922). Vgl. Kosch 2575f.
12½ SS. auf 13 num. Bll. 4to. Gewidmet dem Schriftsteller Herbert Günther (1906-1978) aus Anlaß von dessen 60. Geburtstag, ist die vorliegende Erzählung eine Reminiszenz an die Jugend des Dichters in Baben, Kreis Stendal. - Nach seiner Tätigkeit als Lektor des Piper-Verlags war Eggebrecht im Dienste des OKW maßgeblich am Aufbau der Frontbücherei beteiligt. Nach Ende des Krieges als Schriftsteller tätig, wurde dem u. a. mit Günther Eich und Ilse Aichinger befreundeten Eggebrecht 1953 die Leitung der Abteilung ‘Kulturelles Wort’ des Norddeutschen Rundfunks übertragen.
Mit einer ganzseitig lavierten Tuschfederzeichnung (Ansicht der Burg Greifenstein an der Donau) und 14 (das erste u. letzte weiß) nn. Bll. Blind- und goldgepr. Pappband der Zeit. Qu.-8vo. Enthält neben der Ansicht der niederösterreichischen Burg Greifenstein (hier bez. “Greiffenstein”) das Gedicht “Nina oder der Liebe schönste Weihe” (4 Zeilen) sowie den Gedichtzyklus “Das Mädchen aus der Fremde” (7 teilweise mehrstrophige Gedichte) mit jeweils kalligraphisch verzierten Titelblättern. - Einband stärker berieben u. bestoßen. Rücken an den Kapitalen m. Fehlstellen. Buchblock etw. gelockert. Tlw. schwach finger- bzw. stockfleckig.
1 S. Folio. "Eine Rose üppig blühend | Leuchtete an Baches Rand - | Ging ein Mägdelein vorüber, | Brach sie ab mit kühner Hand | Und vergönnte | Ihm zu welken neben ihrem Busenband. || Doch der Elfengeist der Blume | Hub im Schmerz zu sprechen an: | Kind auch dir wird einst geschehen, | Wie du es an ihr gethan, | Die so friedlich | Sich des Lenzes hat erfreut auf grünem Plan. || Wird ein schöner Buhle kommen | Grausam schön, wie du es bist | Wird dein armes Herzlein brechen, | Dich vergöttern kurze Frist | Und verwerfen, | So der Schönheit flüchtger Reiz erloschen ist". - Bowitsch mußte aus finanziellen Gründen sein Jurastudium in Wien aufgeben und trat 1839 in den Kanzleidienst der Hofkammer. Seit 1842 Praktikant, wurde er 1850 Registraturleiter der Gendarmerieinspektion, später auch deren Kanzleivorstand, bis er 1879 als kaiserlicher Rat in den Ruhestand trat. Der volkstümliche Dichter der Spätromantik veröffentlichte Lyrik, Novellen, Sagen sowie Romanzen und wurde als Mitherausgeber des "Österreichischen Balladenbuchs" bekannt.
18½ SS. auf 10 Bll. Folio. Hektographiertes Manuskript des namentlich nicht identifizierten Oberleiters der Wiener Hoftheater, der gleichsam am Vorabend der Eröffnung des von Semper und Hasenauer geplanten und im Jahr darauf eröffneten Neubaus am Ring in sorgfältig abgewägtem Für und Wider detailliert Kosten und Einnahmen der beiden vorhandenen Hoftheater in Beziehung zu einem projektierten dritten setzt. “Meine Wahrnehmungen und Erfahrungen innerhalb der achtzehn Monate, während denen ich nunmehr mit der Oberleitung der Wiener Hoftheater betraut bin, haben in mir die Überzeugung befestigt, das aus Gründen, welche ich in meinem Bericht über die Gebarung des abgelaufenen Jahres entwickelt habe, ein Deficit nur durch das zufällige Zusammenwirken vieler günstiger Umstände vermieden werden kann, und daß, wenn solche günstigen Zufälle ausbleiben, die Hoftheater u. zw. ebensowo[h]l das Operntheater, wie nach der Übersiedelung in das mit weit kostspieligerigem Betriebe verbundene neue Haus, das Burgtheater unter gravierenden [?] Betriebsabgängen zu leiden haben werde [...] Von diesen Überlegungen geleitet, habe ich die Errichtung einesdritten Hoftheaters mit der ausdrückliche Bestimmung, vorzugsweise den minder bemittelten Classen zu dienen, beantragt. Ich muß bedauern, daß ich mit diesem Antrage, dessen Grundidee mich schon bald nach meinem Amtsantritte beschäftigt hatte, der nach allen Seiten sorgfältig durchdacht, geprüft und überlegt worden ist, gerade in dem Augenblicke hervorgetreten bin, als von anderer Seite der Plan für ein Volkstheater aufgetaucht ist [...]”. - Bl. 1 an den Rändern etwas angestaubt, sonst in gutem Erhaltungszustand.
2 SS. 4to. 32 Zeilen zu einer Melodie von Franz Erban (geb. 1865). “Trauri[g] war der klani Friedl | Recht a armer klana Bua. | Vota, Muatta hat er nimmer | Net amal zum Essen gnua [...]”. - Eduard Merkt war u. a. Mitarbeiter der ‘Fliegenden Blätter’, des ‘Kikeriki’ und der ‘Wiener Bilder’, “deren Redaktion er bald und dauernd angehörte. Sein erstes Wiener Volkslied [...] wurde in kurzer Zeit ein Schlager, dem rund 800 weitere folgten” (Kosch II, 1707). Für Franz Lehár schrieb er den Text zu dessen Marsch ‘Rex Gambrinus-Ex!’ (vgl. MGG VIII, 492, Lehár). - Ansprechende Niederschrift auf Briefpapier mit gestemp. Briefkopf und rot bzw. blau unterstrichenem Titel.
1 S. 8vo. “Hättest du des Lydiens Schätze | Trüg’ eine Krone auch dein Haupt, | Und wäre ruhmbedeckt dein Name, | Mit Lorber deine Stirn umlaubt [es folgen acht Zeilen]”. - Der aus altwestfälischem Geschlecht stammende Schriftsteller war nach seiner Promotion zum Dr. der Philosophie im höheren Schuldienst tätig. Sein literarisches Werk umfaßt nahezu alle Gattungen. Vgl. Kosch IV, 3242f. - In altem Sammlungsumschlag.
12 SS. auf Doppelblättern. Fadengeheftet. Kl.-4to. “Die seelenvollen Leserinnen und geistreichen Leser können im Voraus versichert sein, daß ihnen hier ein äußerst interessanter Gegenstand vorgeführt werde. Wir wollen unsere Seele bei der Toilette überraschen, und in dem Tagebuche unseres Geistes blättern. Wer sein Ich liebt, wird diese humoristische Seelenlehre mit Vergnügen lesen, denn sie wird das Ich aller Menschen beleuchten, und wer kann es uns verargen, wenn wir aus diesen Prämissen den Schluß ziehen, daß die ganze Menschheit unsere Seelenlehre mit Vergnügen lesen werde [...]” (aus der mit Rotstift gestrichenen “Einleitung”). - In sich abgeschlossenes, wohl aber als Teil einer Reihe von Kurztexten zu betrachtendes Manuskript in Tinte. Mit mehreren Korrekturen, Streichungen u. a. in Rotstift. - Schuselka zählt zu den bedeutendsten Publizisten des österreichischen Vormärz. Er war Mitglied im Frankfurter Parlament.
2 SS. auf Doppelblatt. 8vo. Sammlung von 12 Aphorismen. “Das Verbot des Ausspuckens im Eisenbahncoupé hätte den Vortheil, daß die Wucherer ungestörter reicher würden - Wie diskret kann ein Mensch sein, dem man etwas Gutes über einen Dritten erzählt! [...] Der Verleumder ist schlimmer als der Mörder, denn der Mörder mordet ohne zu verleumden [...]”. - Julius Stettenheim war Herausgeber der humoristisch-satirischen Wochenblätter ‘Hamburger Wespen’ und später der ‘Berliner Wespen”, die, als politisch verdächtig eingestuft, häufig beschlagnahmt wurden. Zunehmend unpolitischer werdend, gab er hernach die ‘Deutschen Wespen’ heraus und wurde schließlich Redakteur des ‘Wippchen’, einer Beilage des ‘Kleinen Journals’. Der Mitbegründer der "Freien Bühne" verfaßte vornehmlich Kurzprosa, Satiren, Aphorismen, Anekdoten, Gedichte und Parodien. Vgl. Kosch IV, 2852. - Rechts oben numeriert und leicht knittrig.
Titel und 7 SS. auf Doppelblättern. Fadengeheftet. 4to. Legende in Strophenform mit 20 Strophen zu je acht (= 160) Zeilen: “Still, unter hoher Bäume Schatten | Zum Friedhof wallt der Leichenzug; | Wer ist es, den sie dort bestatten, | Wer ist’s, den man zu Grabe trug? [...]”. - Der in Wien geborene Neffe des Schriftstellers Paul Weidmann (1748-1801) war Schauspieler am Wiener Burgtheater und schrieb Kritiken für die ‘Zeitschrift für Kunst, Literatur, Theater und Mode’ sowie für die ‘Theater-Zeitung’. Nach und nach wandte er sich zunehmend der topographischen und heimatkundlichen Forschung zu (‘Wiens malerische Umgebung’, 1844), veröffentlichte aber auch Bühnenwerke (so etwa ‘Clementine von Aubigny’, 1816) und Gedichte. - Vorletztes Bl. recto mit hs. Zensurvermerkvermerk “Gesehen [...]”, Datum (“Wien, d. 13. Nov. 1836”) und nicht identifizierter U.
2 SS. auf Doppelblatt. Folio. Beiliegend ein eh. Begleitbrief. K[arlsruhe], März 1904. 1 S. Qu.-8vo. Mit eh. adr. Kuvert. An den Buchhändler Alois Fantl in Wien: Auf Ihre freundliche Bitte anbei einige Seiten aus dem Manuskript der Gedichtsammlung ‘Gemmen und Pasten’ [...]”. - “Ein buntes, schillerndes Guckkastenbild, | Umgoldet von der Spätjahrssonne mild! | Ein Durcheinander, Feilschen, Gaffen, Laufen, | Ein wirrer, wuselnder Ameisenhaufen! | Hoch über Stadt und Ölhain, hellen Glasts, | Die Trümmer des Theoderichpalasts. - [... es folgen 26 Zeilen]”. - Vierordts ‘Gemmen und Pasten. Tagebuchblätter aus Venedig’ waren 1902 bei Winter in Heidelberg erschienen. - Durch zahlreiche Reisen in beinahe alle europäischen Länder, durch “Reiseimpressionen sowie aus Stoffen aller Epochen, vom klassischen Altertum bis hin zur Gegenwart, gewann er einen Großteil der Motive seiner epigonalen Bildungsbürger- und Naturlyrik im spätromantisch-klassizistischen Stil” (DBE). Schon vor dem Ersten Weltkrieg zum badischen ‘neuen Lesebuchklassiker’ avanciert, verfaßte er 1914 ebenso “brutale wie triviale Kriegslieder” (ebd.). Als Fundgrube badischer und Karlsruher Geschichten und Anekdoten hingegen gelten zwei seiner Alterswerke (‘Das Buch meines Lebens’, 1925, und ‘Aus dem Schattenspiel meines Lebens’, 1935). Vgl. auch Kosch IV, 3121f. - Beiliegend ein Brief der ‘Neuen Freien Presse’ v. 10. V. 1911 an A. Fantl (1 S. 8vo).
6 Bll. 4to. Beiliegend eine Übers. ins Deutsche. Ts. 5 SS. auf 3 Bll. 4to. “Il ne pleura pas. Il raidit sa volonté dans le désir de la mort. Et, en ce matin du septième jour de leur amour, au moment où l’Aimée, avec le premier rayon de l’aurore revenait pour toujours, le tourbillon fatal de l’ilot qui s’engloutissait leur servit de tombe commune [...]”. - “Er weinte nicht. Er festigte seinen Willen im Wunsche des Todes. Und an diesem Morgen des siebenten Tages ihrer Liebe, in dem Augenblick, wo die Geliebte mit dem ersten Strahl der Morgenröte für immer wieder kam, ein verhängnisvoller Wirbelsturm, der sie verschluckte, diente ihnen als Grab [...]”.
1 S. 8vo. Zehn heitere, jeweils zweizeilige Strophen über Erdbeben: “'Gib mir zu steh’n!' rief einst zu Haus der Weise, | 'Und deine Erde heb’ ich aus dem Gleise!' | 'Steh, wenn du kannst', so höhnt’s vom Götterherde. | Ein Ruck - verheerend zittert’s durch die Erde. | [...] | Der Philosoph ruft: 'Halt! Soll mir was glücken, | So darf man mir den Standpunkt nicht verrücken!' | Der Fromme: 'Freilich ist das Heil nur drüben, | Doch hier das Feld, in Dulden uns zu üben.' [...]” - Doczi redigierte 1866 die ‘Kleine Kriegschronik’ und ging dann als Korrespondent der Wiener ‘Neuen Freien Presse’ nach Budapest. Nach der Einrichtung des ungarischen Ministeriums unter Gyula Andrassy wurde er dessen Stenograph und Sekretär; als Andrassy die Leitung des Außenministeriums übernahm, folgte ihm Doczi nach Wien und wurde dort Leiter des Pressebüros, 1871 auch Sektionschef. 1901 in den Freiherrnstand erhoben, schied er aus dem Staatsdienst aus und widmete sich seiner schriftstellerischen Tätigkeit. Durch Übersetzungen klassischer Texte in die ungarische und in die deutsche Sprache vermittelte er zwischen beiden Literaturen; er selbst verfaßte Schauspiele sowie das Libretto zu Strauß’ Operette ‘Ritter Pázman’ (1892). Vgl. Kosch III, 353f. - Mit alten Sammlungsvermerken in Bleistift; die alt abgetrennt Unterschrift am rechten unteren Blattrand alt montiert; in altem Sammlungsumschlag; beiliegend ein zeitgenössisch beschr. Sammlungskuvert.
5 SS. auf 5 Bll. 4to. Vollständiges Manuskript einer Erzählung, deren Held eine Hornisse ist: “Nun wäre es schön, wenn ich diese Geschichte mit der Schilderung beenden könnte, wie wir den toten Helden feierlich bestatteten. Aber der Mensch ist kaum gegen seinesgleichen edelmütig, geschweige denn gegen ein Tier. Die Überreste des Tieres wurden achtlos in ein Gebüsch geschleudert [...]”. - Jelusich war seit Anfang der 20er Jahre Theaterkritiker der rechtsextremen ‘Deutsch-österreichischen Tageszeitung’ und schloß sich Ende der zwanziger Jahre dem Nationalsozialismus an. Seit 1923 Mitglied des "Kampfbundes für deutsche Kultur", dessen Vorsitz er später übernahm, setzte er seine Propagandatätigkeit auch nach dessen Verbot 1933 fort und baute u. a. 1936 den "Bund deutscher Schriftsteller Österreichs" auf. 1938 für kurze Zeit kommissarischer Leiter des Wiener Burgtheaters, trat er noch im selben Jahr wegen Differenzen mit Joseph Goebbels zurück, setzte sich jedoch weiterhin publizistisch unablässig für das Regime ein. 1945 von den sowjetischen Besatzern verhaftet und als Hochverräter angeklagt, wurde er 1950 schließlich freigesprochen und war anschließend wieder schriftstellerisch tätig. - In Bleistift; Bl. 2-5 rechts oben num.; auf der Rückseite eines ms. Typoskripts.
2 SS. 4to. 28 Zeilen zu einer Melodie von Franz Erban (geb. 1865). “Wo tief die Treu im Herzen wohnt | Das Gletschreis sich glühend sonnt. | Wo dumpf der Eisenhannes haust | Auf hohe[m] Fels der Adler haust | Das is mei Seligkeit | Mein allerschönster Tram | Dort is mein Steirerland | Dort bin i daham [...]”. - Merkt war u. a. Mitarbeiter der ‘Fliegenden Blätter’, des ‘Kikeriki’ und der ‘Wiener Bilder’, “deren Redaktion er bald und dauernd angehörte. Sein erstes Wiener Volkslied [...] wurde in kurzer Zeit ein Schlager, dem rund 800 weitere folgten” (Kosch II, 1707). Für Franz Lehár schrieb er den Text zu dessen Marsch ‘Rex Gambrinus-Ex!’ (vgl. MGG VIII, 492, Lehár). - Auf Briefpapier mit gestemp. Briefkopf und rot bzw. blau unterstrichenem Titel.
20 SS. auf 20 num. und 1 nn. Bll. 4to. Typoskript der 40 Strophen umfassenden, 1938 bei Sussmann in Wien erschienenen Dichtung. Mit mehreren in der Buchausgabe nicht enthaltenen bzw. umgeänderten Passagen, so etwa die ersten zwei Zeilen der 40. und letzten Strophe: “Ist mancher auch ein Bösewicht - | sein Herz ist nicht aus Stein”, die in der Typoskriptfassung lauten: “Verhärtet eure Herzen nicht, | Sonst werden sie zu Stein” und, von Pechacek gestrichen, eh. ersetzt wurden durch: “Nicht jeder ist ein Bösewicht | Und hat ein Herz aus Stein”. - Josef Pechacek, literarisch der Arbeiterliteratur zugerechnet, war Schriftsetzer gewesen, bevor er nach 1938 als Reporter zu arbeiten begann. Im Zweiten Weltkrieg nach Russland kommandiert, galt er bald als vermißt. Sein literarisches Werk ist mit nur 3 Veröffentlichungen in Buchform (‘Kleine Chronik’, ‘Die Ballade von Schmitteks Glück und Ende’ und ‘Gedichte’) sehr schmal. Neben Hans Weigel verfaßte er u. a. Texte für das Kabarett ‘Stachelbeere’. - “Nach dem Ende der ,Stachelbeere' verloren wir ihn aus den Augen”, schreibt Hans Weigel in seinen Erinnerungen, “[n]ach dem Ende des Kriegs suchten wir ihn vergeblich" (Hans Weigel, Gerichtstag vor 49 Leuten. Rückblick auf das Wiener Kabarett der dreißiger Jahre. Graz u. a., Styria, 1981, 35). Vgl. auch Kosch XI, 1005, Giebisch-G. 293 und E. Früh, Josef Pechacek. Wien 1988.
Titel und 4½ SS. auf Doppelblättern. Fadengeheftet. 4to. Legende in Strophenform mit 13 Strophen zu je sieben (= 91) Zeilen: “In der stillen, dunklen Schloßkapelle | - Nahe war es schon an Mitternacht - | Kniet an des Altares Marmorschwelle | Emma noch in ihrem Schmerz, und wacht; | Gott um Trost und Stärke anzurufen | War sie hingesunken an die Stufen | Des Altares, in verschwieg’ner Nacht [...] Eis’ger Schauer rollt durch Emma’s Glieder | Aber Hugos sternenklarer Blick | Gießt in ihre Seele Leben wieder | In dem Traume von vergang’nem Glück; | Und der Geist verklärten Angesichtes | Schwebt im Schimmer gold’nen Aetherlichtes | Auf sie zu und kränzt die Lilienstirn | Aber so, wie sie sein Hauch berührte | Fühlt sie ihre Lebenskraft verweh’n | Mit dem Brautkranz, der die Stirne zierte, | Ihren Pulse letzten Schlag vergeh’n. | Leblos sinkt sie am Altare nieder | Hugo’s Geist schwebt leuchtend aufwärts wieder | Ihm im Tode ward die Braut vermählt [...]”. - Der in Wien geborene Neffe des Schriftstellers Paul Weidmann (1748-1801) war Schauspieler am Wiener Burgtheater und schrieb Kritiken für die ‘Zeitschrift für Kunst, Literatur, Theater und Mode’ sowie für die ‘Theater-Zeitung’. Nach und nach wandte er sich zunehmend der topographischen und heimatkundlichen Forschung zu (‘Wiens malerische Umgebung’, 1844), veröffentlichte aber auch Bühnenwerke (so etwa ‘Clementine von Aubigny’, 1816) und Gedichte.
6½ SS. auf Doppelblättern. Fadengeheftet. Kl.-4to. Volkssage in Strophenform mit 146 Zeilen: “Dort, wo hinab nach Kärnthens Gauen, | Hin, in des Lavantthales Reiz | Des Steyerlandes Berge schauen | Dort steht ein Grab mit einem Kreuz. | Von diesem Grab die ernste Sage | Wie sie noch lebt in Hirtenmund | Sie klingt wie Nachtigallenklage | Und gern macht sie das Lied Euch kund [...]”. - Der in Wien geborene Neffe des Schriftstellers Paul Weidmann (1748-1801) war Schauspieler am Wiener Burgtheater und schrieb Kritiken für die ‘Zeitschrift für Kunst, Literatur, Theater und Mode’ sowie für die ‘Theater-Zeitung’. Nach und nach wandte er sich zunehmend der topographischen und heimatkundlichen Forschung zu (‘Wiens malerische Umgebung’, 1844), veröffentlichte aber auch Bühnenwerke (so etwa ‘Clementine von Aubigny’, 1816) und Gedichte. Vgl. Kosch IV, 3253. - Mit einigen Korrekturen von fremder Hand in Tinte bzw. Bleistift.