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1½ SS. auf Doppelblatt. Folio. Mit hs. Adresse. Bericht über Vorhaben und Satzungen der Nationalgarde mit einer aktuellen Finanzübersicht. - Über das politische Wirken des Mediziners im Jahre 1848 heißt es u. a. in einem wohl nicht von ihm selbst verfaßten Lebenslauf: "Was sein politisches Wirken betrifft, so gab ihm das Jahr 1848 genügsam Gelegenheit, seine Anhänglichkeit an das angestammte Kaiserhaus zu beweisen; nicht nur bedeutende finanzielle Opfer, brachte er, sondern auch sein Leben setzte er für die gute Sache u. seinen Kaiser auf das Spiel [...] Was in seiner Macht gestanden, hat er treulich erfüllt. Er hinderte am Barricadentage die Errichtung der Barricaden, - er trat zur berittenen Nationalgarde ein, und wehrte dem Tage der Sturmpetition mit 100 anderen Garden das Eindringen der Barricaden-Erbauer bei den beiden Kärnthnerthoren ab, - er schloß sich im September an die k. k. Cavallerie an, als es galt, den Sicherheitsausschuß aufzulösen [...]". - Im selben Jahr, so heißt es in einer beiliegenden Zeitungsnotiz a. d. J. 1894 aus Anlaß der Umbenennung der Meidlinger Misbach- in Vivenotgasse, "gründete er als Gegengewicht gegen die Stürmer und Wühler extremster Richtung den 'Constitutionellen monarchischen Verein', dessen Farben Schwarz-Gold waren, und alsbald demonstrirten die Wiener mit diesen kaiserlichen Farben. Am 15. September erschienen auf den belebtesten Stellen der Stadt Tausende mit schwarz-gelben Abzeichen, um ihrem Kaiser Treue zu documentiren. Es kam zu großen Schlägereien zwischen den 'Schwarz-roth-goldenen' und den 'Schwarz-gelben', den Vivenot'schen, und die Wiener nannten diese Excesse in ihrem ungebrochenen Humor den 'Bandlkrieg'. Die Regierung nahm sonderbarerweise in der 'Wiener Zeitung' Stellung gegen die Schwarzgelben und Dr. Vivenot legte verstimmt die Leitung des Vereines nieder [...]". - Bl. 2 mit halbseitigen Ausriß der unteren Blatthälfte (Textverlust nur in der Adresse).
Aquarellierte Federzeichnung auf Papier. 208:143 mm. Hübsches Portrait des Philosophen und Schriftstellers Voltaire (d. i. François Marie Arouet, 1694-1778) im für den Künstler typischen Trompe-l’œil-Stil.
Zusammen (4+3½=) 7½ SS. auf 4 (= 2 Doppel-)Blatt. 4to. Mit einem eh. adr. Kuvert. Aus der napoleonischen Zeit an den bischöflichen Hofkanzler des Bistums Chur Johann Josef Baal, u. a. über die repressive Politik Bayerns gegenüber den Vorarlberger Klöstern. Vorarlberg war im März 1806 von Bayern annektiert worden, das Bistum Chur war seit 1803 direkt dem Papst unterstellt. "[...] Wir hatten verflossenes Jahr viele Anstösse zu erdulden, von denen Aufklärern dieser Zeiten, immer suchten diese sich in unser Kloster einzutringen [!], der gütige Gott aber schützte uns sonderbar: [...] meine lieben Klosterfrauen haben sich zu meinem Trost, standhaft gezeiget, nie mehr als bey dieser Zeit, flohen sie die Welt und Umgang mit der Welt, und so haben wir mit der Gnade Gottes, diese Verführer verscheuet [...]" (30. I. 1808). - Rat und Trost suchend "bey diesen krittischen Zeiten": "[...] Man erwartet hier alle Tage den Herrn Präsidenten Merz, der (wie man sagt) in Betref[f] der Geistlichkeit, und sonderlich wegen denen noch bestehenden Klöstern, große Veränderungen vornehmen soll. Ach! was wird die Zukunft noch trauriges bringen? [...]" (1. I. 1809). - Weiters über zwei Novizinnen, die das Kloster verlassen müßten, da Bayern den Vorarlberger Klöstern verboten hatte, neue Novizinnen aufzunehmen.
8vo. 2½ pp. on a bifolium. With autograph envelope. In German. To the former chief prosecutor of Stuttgart, Walther Bacmeister (1873-1966), thanking him for an article about the recently deceased murderer Ernst Wagner (1874-1938). In his long and engaging letter, the pastor, who appears to have come into contact with Wagner's case during the latter's incarceration, attempts a psychological analysis of the killer: "From my limited experience I have concluded that one may gain an insight into the inner life (or the real life) of a madman only through personal intercourse with him, and then not as an observer, but as a comrade in life and fellow sufferer [...]. Now I never saw nor spoke to Wagner and had nothing to do with him. If had had told me to my face what he wrote to me (and just as he might to a person who knew nothing of him); if he had poured out his heart as to a confessor, under the seal of confession: it is not impossible that I might have said a kind word to him, in a friendly manner, so that he would perhaps have departed a little lighter than he had come. But this would hardly have really helped him. As there are incurable diseases of the body, so there are such of the soul [...] Wagner's psychosis must have reached this stage quite some time before his deed. I conclude this from the following symptom which seems to me to reveal its nature most clearly. He suffered from a chronic, ever-growing feeling of guilt; he finally complained: 'Nothing I do shall ever be accepted as mine; not even the evil that I do; not I but my mania is called the perpetrator.' That he felt 'guilty' was the last foothold for his chronically precarious feeling of self. And his feeling of self had degenerated into a craving for recognition; yet he always despised the very people from whom he so terribly craved that recognition. And on the other hand, how dearly (I daresay: truly) he loved the children whose existence was 'his fault', who thus incessantly reminded him of his 'guilt'. This agrees with the fact that he was capable of writing to me: 'Perhaps you can use me as an historical example that shows how a poor human being acts out the role of his life, as well and as poorly as fate will draw him along by its threads.' And he, this poorest, this most lost of creatures could write: 'I beg you all, lift the Nazarene off the cross and fasten me there instead, I am suffering incarnate, and the sacrificial lamb of Golgotha makes me but smile.' - I had not yet read the papers that Wagner had sent me when the prosecutor's office requested them. Later on I only learned that he had been declared insane and committed to an asylum [...] And now, through your writing, he has become for me a very instructive example of how a poor human being (and a poor devil he is) acts out the role of his life, as well and as poorly 'as fate will draw him along by its threads.' And so I thank you very sincerely for your kind and extraordinarily valuable gift" (transl.). - On 4 September 1913, the Swabian teacher Ernst Wagner bludgeoned to death his wife and four children in Stuttgart before going on a murderous shooting spree in Mühlhausen an der Enz, where he had worked in 1901/02. His case made legal history, as he was the first offender in Württemberg ever committed to a mental asylum as criminally insane. Walther Bacmeister, then a young prosecutor in Heilbronn, would have been involved in the investigation and the trial. Wagner died of tuberculosis, in the Winnenthal sanitarium, in 1938.
Zusammen 220¾ SS. auf 129 Bll. Verschiedene Formate. Mit einigen Beilagen (s. u.). Inhaltsreiche Korrespondenz von u. a. Houston Stewart Chamberlain, Marcel Proust und Cosima Wagner mit dem katholischen Priester, Philosophen und Wagner-Forscher Marcel Hébert (1851-1916), die sich im Wesentlichen um die Themen Philosophie, Religion und Politik in Wagners Werk dreht, aber auch so manch anderes Thema anspricht, so etwa die Korrespondenz zwischen Wagners Assistenten Carl August Roeckel und Wagner (so Houston Stewart Chamberlain in seinem Brief vom 11. VIII. 1893), einen Besuch Chamberlains bei Cosima Wagner (Br. v. 5. I. 1894 und vom 15. III. desselben Jahres), Wagner und Hegel (16. V. 1894), den Plan einer Übersetzung von Héberts "Sentiment religieux dans l'œuvre de Richard Wagner" ins Deutsche (das Buch erschien dann 1895 im Verlag von August Schupp unter dem Titel "Das religiöse Gefühl im Werke Richard Wagners"), Chamberlains Arbeit an seinem Buch "Richard Wagner" (1895 im Bruckmann Verlag erschienen), eine neue Übersetzung Alfred Ernsts von Wagners "Walküre" (Br. v. 20. IX. 1893), Héberts Broschüre "Platon und Darwin" (Br. A. Ernsts vom 4. X. 1893), Ernsts Schrift "Richard Wagner et le drame contemporain" (Calmann Lévy, Paris, 1884), Héberts "Platon et Darwin. Dialogue philosophique" und Wagners "Religion und Kunst" (so Édouard Schuré in seinem Brief vom 17. VII. 1893) und zahlreiche weitere Veröffentlichungen Héberts und seiner Korrespondenzpartner. Cosima Wagner dankt Hébert in ihrem Brief vom 28. X. 1894 für die Zusendung von einer seiner Schriften über Wagner (wohl "Trois moments de la pensée de Richard Wagner") und auch Cosimas Tochter Blandine Gravina dankt für die Zusendung eines Buches, dürfte sich allerdings, wenn auch höchst elegant, darüber hinwegschummeln, daß sie es nicht gelesen hat ("Malheureusement, je n'ai pas le don de parler des choses profondes, même quand je les comprends, et puis je ne voudrais pas vous ennuyer […]", Br. v. 27. XI. 1894). Ein sehr ausführlicher Brief der Sprachwissenschaftlerin, Schriftstellerin und Übersetzerin (so auch Héberts) Anna Brunnemann bespricht die "Edda" und ihren Einfluß auf Wagner (18. VI. 1893), und der Initiator des ersten Wagner-Zirkels in Paris, der Untersuchungsrichter Antoine Lascoux, berichtet von einem Gespräch mit Engelbert Humperdinck, der bezüglich der Frage, ob Wagner Englisch beherrscht hätte, antwortete, daß dem wohl so gewesen sein müsse: "Je n'en suis pas sûr, mais sans doute il a bien compris cette langue, puisqu'il lisait souvent Shakespeare en originale" (Br. v. 18. IX. 1893). Hans von Wolzogen, der von 1878 bis 1938 die Bayreuther Blätter redigierte und herausgab, den Allgemeinen Richard Wagner-Verein leitete und eng mit Cosima Wagner befreundet war, bespricht u. a. eine Meinungsverschiedenheit über sein Verständnis des Parsifalcharakters ("Parsifal est l'esprit enfantin de l'Evangile", 5. XI. 1894) und den Einfluß Schopenhauers auf Wagner ("Zu bedauern bleibt es, daß Sie nicht mehr die jüngst erschienenen Briefe Wagners an Röckel benützen konnten […] weil sie am deutlichsten den Umschwung in Wagners Geiste wiedergeben", Übers.). - Héberts Korrespondenzpartner sind im einzelnen: 1) Alfred Bovet: EBmU. 19. XII. 1895. - 2) Louis-Pilate Brinn'Gaubast: EBmU. 31. III. 1897. 1 S. 8vo. - 3) Anna Brunnemann: EBmU. 18. VI. 1893. 6 SS. auf 3 Bll. 8vo. - 4) Houston Stewart Chamberlain: 15 Briefe (davon 9 eh., 2 hs. 3 ms. und einer von seiner Gattin Anna). 1893 bis 1896. Zusammen 73½ SS. auf 41 Bll. Meist 8vo. Beiliegend ein eh. Blatt mit einer Lektürenotiz Chamberlains (2 SS., qu.-8vo.). - 5) Richard de Chelus: EBmU. 5. XI. 1895. 6 SS. auf 3 Bll. 8vo. - 6) Paul Desjardins: EBmU. Aix en Savoie, 17. IX. o. J. 5¼ SS. auf 3 Bll. 8vo. - 7) Hugo Dinger: EBmU. 10. XII. 1894. 3 SS. auf Doppelblatt. 8vo. - 8) Auguste Ehrhard: EBmU. 9. VI. 1893. 2 SS. auf 1 Bl. 8vo. - 9) Balduin Elle: EBmU. 2½ SS. auf Doppelblatt. 8vo. - 10) Alfred Ernst: 3 eBmU. 1893. Zusammen 6 SS. auf 4 Bll. 8vo. - 11) Émile Gallé: EBmU. 24. X. 1895. 1 S. auf 1 Bl. 8vo. - 12) Blandine Gravina: EBmU. 27. XI. 1894. 3 SS. auf Doppelblatt. 8vo. - 13) Maurice Kufferath: 2 eBmU. 1894 und 1895. Zusammen 6 SS. auf 3 Bll. (Qu.-)8vo. - 14) Antoine Lascoux: 3 eBmU. Juli 1893. Zusammen 8½ SS. auf 6 Bll. 8vo. - 15) Henri Lichtenberger: 3 eBmU. 1897. Zusammen 7½ SS. auf 5 Bll. (Kl.-)8vo. - 16) Jaime Montero y de Madrazo: EBmU. 6. I. 1896. 1 S. 4to. - 17) Raoul Mercier: EBmU. März 1895. Zusammen 7 SS. auf 4 Bll. 8vo. - 18) Eudoxe-Irénée Mignot, évêque de Fréjus: EBmU. 27. X. 1892. 1 S. auf 1 Bl. 8vo. - 19) Arthur Mugnier: 2 eBmU. 1894 und 1895. Zusammen 7 SS. auf 4 Bll. 8vo. - 20) Georges Noufflard: 2 eBmU. 1893 und 1894. Zusammen 4 SS. auf 4 Bll. 8vo. - 21) Nicolaus Oesterlein: E. Postkarte mit U. 29. XI. 1894. 1 S. Qu.-8vo. - 22) Marcel Proust: Ms. Abschrift eines Briefes. O. O. u. D. 2 SS. auf 2 Bll. 4to. - 23) René de Récy: EBmU. 27. X. 1893. 1 S. auf 1 Bl. 8vo. - 24) Edward Sapier: EBmU. 10. VIII. 1901. - 25) Édouard Schuré: 4 eBmU. 1893 und 1894. Zusammen 16 SS. auf 8 Bll. 8vo. - 26) Franz Servais: EBmU. 10. I. 1896. 4 SS. auf Doppelblatt. 8vo. - 27) Jean Thorel: EBmU. Colombes (Seine), o. D. 2 SS. auf 1 Bl. Kl.-8vo. - 28) Cosima Wagner: EBmU. 28. X. 1894. 2 SS. Kl.-4to. Mit eh. adr. Kuvert. - 29) Hans von Wolzogen: 12 eBmU. 1893 bis 1898. Zusammen 23 SS. auf 14 Bll. - Die vorliegende Korrespondenzsammlung wurde in den 1920er Jahren von dem Musikwissenschaftler André Cœuroy (1891-1976) zusammengetragen und aufbewahrt. Von ihm, der selbst ein Standardwerk über Wagner verfaßte ("Wagner et l'esprit romantique", Gallimard, 1965), finden sich hier weiters zwei eh. Manuskripte. 1) "3 moments de la pensée de R. Wagner: Tétralogie - Tristan - Parsifal". 1894. 1 S. 8vo. 2) "L'évolution sentimentale de R. W.". 1896. 14½ SS. auf 9 Bll. 8vo.
(21) Bll. mit sechs Kompositionen für Klavier und Singstimme mit unterlegtem Text. Brauner Lederband der Zeit mit goldgepr. Mäander-Bordüre, Vorderdeckel mit einer Stickerei auf Stramin ("Andenken") mit Schmuckbordüre und Goldperlchen, vorderer Spiegel mit Wagners auf Stramin gesticktem Monogramm in Goldrahmen. Kl.-qu.-Folio (295:231 mm). Im vorliegenden Album finden sich die sorgfältigen Abschriften der Lieder 1) "Glockentöne von Proch" (op. 21 von Heinrich Proch); 2) "Mein' Hütten von A. Müller" ("Mein Hütten laß i nit […]" von Anton Müller); 3) "Im Thale von Proch"; 4) "C' est une larme. Romance de P. Lafont" (Charles Philippe Lafont, französ. Violinspieler, 1781-1839); 5) "Wach auf! von Loewe" (Carl Loewe, 1796-1869, "Der Hahn hat gekräht, die Lerche singt [...]"); 6) "Lied von Paul Fleming aus Oehlenschlägers Inseln im Südmeer" ("Laß Dich nur Nichts nicht dauern mit Trauern [...]"). - "Zur freundlichen Erinnerung", wie es am Titel heißt, "gesammelt von Albert Wagner / Würzburg den 8ten October 1839". Albert Wagner, der ältere Bruder von Richard Wagner, war nach Stationen in Leipzig, Breslau, Hamburg und Augsburg seit 1829 in Würzburg tätig. In den 1840er Jahren gab er seine Sängerlaufbahn infolge eines zunehmend stärker werdenden Halsleidens auf; von 1852 bis 1865 wirkte er als Regisseur an der Berliner Hofoper. - Die ersten und letzten Bll. stellenweise etwas fleckig; der Einband stellenweise etwas beschabt und berieben, gleichmäßig gebräunt und teils leicht fleckig; die Stickerei am Vorderdeckel leicht stockfleckig.
5¼ pp. Gilt spined contemp. vellum. 8vo. An elegant notebook with some extracts from a newspaper article on critic, a speech of Rudolf von Virchow and from Goethe's "Bei Betrachtung von Schillers Schädel" ("In consideration of Schiller's skull".
2½ SS. auf Doppelblatt. 8vo. Mit hs. adr. Kuvert. An den Bankier Baron Felix von Kaskel (1833-94) mit der Bitte um Überlassung eines "Glocken"-Musikinstruments zwecks Vergleichs mit dem "Gralsglockenklavier" sowie zu dessen Verbesserung und Weiterentwicklung: "Metallplatten und Glocken in gewünschter Tiefe besitzen wir bereits ebenso ein hier construirtes Glockeninstrument [...] Durch Herrn Professor Wüllner [d. i. der Opernsänger Ludwig Wüllner] erfuhr ich vor kurzem, dass Ihre in der Societa del Quartetto benutzten Glocken schon die nöthige Tiefe hätten, es wäre uns deshalb erwünscht gewesen sie mit unseren Instrumenten zu vergleichen und eventuell zu erwerben, während wir schon der Kosten wegen absehen würden weiter zu experimentiren [...]". - Adolf Groß, der nach dem Ableben Richard Wagners auf dessen Wunsch hin zum Vormund von Wagners Kindern bestimmt wurde, stand der Witwe Cosima in allen finanziellen und administrativen Fragen zur Seite. Er trug die schwierigen und vielseitigen geschäftlichen Aufgaben des gesamten Festspielunternehmens ganz allein und führte die Bayreuther Festspiele zu außergewöhnlichen Erfolgen. Die erste Version des "Glockenklaviers", eines Klaviaturglockenspiels, wurde 1881 speziell für Richard Wagner für die Oper "Parsifal" von der Klaviermanufaktur Steingraeber & Söhne konstruiert; es sollte tiefere Klänge als die Glocken des Wiener Stephansdoms erzeugen. - Mit gedr. Briefkopf "Verwaltungsrath der Bühnenfestspiele". Leicht fingerfleckig.
1 S. Qu.-8vo. Dr. R. Zimmermann schreibt an Oberlehrer Wesely: "Da Sie die Freundlichkeit hatten, zum Geburtsfeste des Herrn Schriftstellers Wilhelm Walloth einen Glückwunsch zu senden, teile ich Ihnen mit, daß derselbe am 25. Juni 1932 unerwartet an Herzlähmung verschieden ist im Alter von 78 Jahren." - Wilperts Dichterlexikon führt das Sterbedatum falsch mit 8. Juli.
1 S. Folio (344:482 mm). Schöne Kalligraphie des Biedermeier. Für jeden Monat drei Spalten mit der Angabe von Datum, Tag und den entsprechenden Namens- und katholischen Feiertagen, die Sonn- und Feiertage in roter Tinte. - Rückstände von Siegellack zur Affichierung verso. Mit fünf kleinen Löchern durch Tintenfraß im Zierrahmen. Die Überschrift durch geringfügigen Tintenfraß leicht beschädigt. Wasserzeichen der Papierfabrik Peter Zöh in Trutnov.
Paris, Drouot, novembre 1998. Un volume de format in 4° de 168 pp.; nombreuses reproductions en couleurs. Reliure de l'éditeur en pleine toile vert armée, titres dorés. Bel état. 149 numéros décrits soigneusement par J. Vidal-Mégret et T. Bodin.
2 SS. Folio. An einen Fürstlich Liechtenstein'schen Verwalter: "Das aufgehobene Stift Lambach besizet zu Enzersdorf ein Haus, und 10 Pfund Weingarten in Enzerstorfer Gebürg. In Mödlinger Gebürg 5 Pfund Weingarten [...] In Brunner Gebürg 20 Pfund die Hundsführer [...] Es ist zu Folge einer allerhöchsten Entschliessung erforderlich obgedachtes Haus samt den Weingärten ordentlich abschäzen zu lassen, um sonach mit derer Verkauf fürgehen zu können. Da dem Vernehmen nach, diese Realitäten ohnehin der Herrschaft Vesten Liechtenstein dienstbahr sein sollten, so nehme ich mir die Freyheit Euer Wohledelgebohrn zu ersuchen, das Haus durch Bauverständige Werkleute, die Gründe aber durch die gehörige Bergämter ordentlich, jedoch so abschäzen zu lassen, daß man bei künftiger Lizitation wegen einer etwa übertriebenen Schäzung keinen Anstand haben möge [...]". - Lissl zeichnet als "k. k. Staats-Güter-Administrations-Grundbuch-Amtsverwalter". Gefaltet und leicht fleckig mit Randeinrissen.
4 SS. auf Doppelblatt. 4to. An einen namentlich nicht genannten Adressaten in Wien gerichtet, beschreibt der vorübergehend in Paris lebende Verfasser auf anschauliche Weise die Zeitläufte nach dem Dt.-Franz. Krieg 1870/71 und vor der Wiener Weltausstellung 1873: “Ich kann mich nicht entschließen mich hier fest anzusiedeln, ich bin so provisorisch als die franz. Regierung u. lebe so, daß ich bei den ersten Unruhen meinen [!] Bündel schnüren u. nach der Schweiz ab[..]fahren kann. Wenn schon Frankreich für den Augenblick äußerlich ruhig scheint, so herrscht in den Städten noch viel Aufregung und mit Recht ließ die Regierung die großen Städte, die Reste der Revolution, in Belagerungszustand, u. glücklich ists, daß die Assembleé Nationale in Versailles ist [...] Ein schreckliches Gedränge, die Kioske (Zeitungsverkäufer) werden gestürmt um die letzten Nachrichten zu haben. Ich war letzthin so glücklich eine Eintrittskarte für die Assembleé zu erhalten. Es war letzten Mittwoch, an diesem Tag wurde der Beschluß gefaßt, folgenden Samstag über die Auflösung der Versammlung zu discutiren. Man muß die Hitzköpfe gesehen haben, um sich einen Begriff davon zu machen [...] Den Tag darauf, am Tage meiner Reise nach Versailles, fiel der erste Schnee und nachher regnete es zur Abwechslung wieder. Man möchte beinah melancholisch werden, sogar ich! Und das glückliche Wien, das die ganze Welt anlockt mit seiner riesigen Ausstellung, die 5 mal größer sein wird als diejenige von Paris von 1867, die schon ganz respectabel war. Wie wollt ihr Wiener alle Leute beherbergen. Wird man ein Lager aufschlagen, die Kasernen räumen oder Laubhütten bauen? Mich juckt es ganz entsetzlich Wien in seiner Ausstellungspracht zu sehn, aber einestheils wird Wien so überfüllt sein, daß man Nichts von Wien sehen wird, anderntheils glaube ich Wien wird in der Ausstellung aufgehn, man wird nicht mehr sagen die Ausstellung in Wien, aber Wien in der Ausstellung [...]”. - Die Weltausstellung selbst gestaltete sich nicht ganz so, wie der Verfasser sie dachte: Von Mai bis November 1873 u. a. in der eigens dafür errichteten Rotunde im Prater zu sehen, sollte sie “der Welt vor allem Glanz und Macht der österreichisch-ungarischen Monarchie der Gründerzeit vor Augen führen” (Öst. Lex. II, 609). Rund sieben Millionen Menschen - darunter Persönlichkeiten aus aller Welt wie der Deutsche Kaiser, der Zar von Rußland, die Könige von Belgien, Italien, Schweden u. a. - besuchten die von 1000 Ausstellern beschickte Ausstellung, die jedoch aufgrund des Börsenkrachs vom 9. Mai, dem ‘Schwarzer Freitag’, und einer Choleraepidemie nicht den erwarteten Erfolg brachte und ein großes Defizit hinterließ.
57:78 mm. Die Schwester des Altphilologen Theodor Gomperz war seit 1843 mit Leopold von Wertheimstein, dem Prokuristen des Wiener Bankhauses Rothschild, verheiratet und führte mit diesem in ihrer Wohnung in der Singerstraße einen Salon, der zum Treffpunkt von Literaten und Künstlern wurde. Nach ihrer Übersiedelung in die ehemalige Villa des Textilfabrikanten, Kunstsammlers und Mäzens Rudolf von Arthaber nach Döbling führten sie ihren Salon dort weiter; heute beherbergt das Gebäude das Döblinger Bezirksmuseum.
(Quer-)8vo, 4to und Visitkartenformat. Mit 72 eigenh. und ms. adr. Kuverts. Umfangreiche Korrespondenz des Schulrates und Autographensammlers Josef Wesely, mehrheitlich mit deutschen und österreichischen Politikern nach 1945, darunter Willy Brandt, Gustav Heinemann, Konrad Adenauer, Bruno Kreisky, Julius Raab und Alfons Gorbach, sowie mit privaten Bekannten. Zu den weiteren Politikern zählen etwa der Wiener Vizebürgermeister Hans Mandl, Innenminister Franz Hetzenauer, Finanzminister Reinhard Kamitz und Justizminister Christian Broda. - Beiliegend 3 Partekarten, eine Trauerkarte, eine Portraitphotographie mit eigenh. Widmung und U., ein Telegramm, ein gedr. Adresszettel von Lorenz Böhler, 4 Bestellscheine sowie eine Photographie einer Meeresansicht von Willy Pawlik (Wien 1942) und ein Ausschnitt aus einer Illustrierten mit einer Ansicht der Stadt Graz.
1 S. Qu.-gr.-schmal-8vo. Bestätigt den Erhalt von 164 Talern 12 Neugroschen und 6 Pfennig als den ihr zustehenden "Benefiztheil". Die französische Tänzerin war um 1858 Modell von James Whistler. - Etwas angestaubt und fleckig und mit einigen winzigen Papierdurchbrüchen.
Einblattdruck. 250:353 mm. Im Theater nächst der Burg gab man an jenem Abend "Die Kinderschuhe", "Der Buchstab" und "Dir wie mir", im Theater nächst dem Kärntnerthor "Camilla oder Das geheime Gewölbe". - Etwas gebräunt.
2 Bll. mit Siegellack alt montiert. Qu.-(kl.-)8vo. Interessantes Dokument für den Börsenhandel im biedermeierlichen Wien. Am Auftragsschein firmiert ein Herr Wertheim am 6. März 1834 als Käufer einer nicht näher benannten Ware bzw. Aktie; am vorgedr. Beleg wird von nicht näher bezeichneter Hand der gültige Verkauf an den Auftraggeber bestätigt.
1 S. auf gefalt. Doppelbogen. Goldgehöhter Vordruck. Gr.-Folio. Direktor J. N. Fuchs und zahlreiche Mitglieder der Wiener Hofmusikkapelle statten zu einem nicht ermittelten Anlass einen "ehrfurchtsvollen Glückwunsch" ab. Unter den insgesamt 34 Zeichnenden finden sich neben dem Kapellmeister selbst Richard Baumgärtel, Carl Bruckner, Julius Egghard, Ferdinand Hellmesberger, Rudolf Siebert, Franz Weber, Johann Nepomuk Zoczek etc.
1 S. Gr.-4to. Hochkarätig besetztes Albumblatt mit den eh. U. von John Quincy Adams, Heinrich von Angeli, Raoul Auernheimer, Hermann Bahr, Anna Bahr-Mildenburg, Julius Bittner, Hugo Darnaut, Edmund Eysler, Selma Halban-Kurz, Hugo von Hofmannsthal, Maria Jeritza, Emmerich Kalman, Wilhelm Kienzl, Erich Wolfgang Korngold, Franz Lehár, Joseph Marx, Alfred Piccaver, Franz Schalk, Ferdinand Schmutzer, Arthur Schnitzler, Arnold Schönberg, Leo Slezak, Karl Hans Strobl, Felix Weingartner und Anton Wildgans. - Leicht gebräunt und verso stellenweise gering fleckig; von geringfügigen Randläsuren abgesehen gut erhalten.
1 S. 8vo. Zu dem trotz des Krieges mehrgängigen und recht üppigen Diner im Wiener Rathauskeller fand sich am 18. Dezember 1917 - an dem Tag, da Kärntner Truppen den Monte Asolone einnahmen - eine prominente Runde von Bühnenkünstlern zusammen, darunter u. a die Schauspieler und -innen Ernst Arndt (geb. 1861), Eugen Frank (d. i. Eugen Krauspe, 1876-1942), Angela Helm (1884-1937), Hans Lackner (1876-1930), Claire Liesenberg (1873-1930), Maria Mayen (geb. 1895), Maria Mayer (1877-1958), Jakob Tiedtke (1875-1960) und Lotte Witt (1870-1938) sowie die Schriftsteller Max von Millenkovich (auch M. Morold, 1866-1945) und Tadeusz Rittner (1873-1921) sowie der Maler Karl Wilke (1879-1954). - Der nach Plänen des Architekten Josef Urban und des Malers Heinrich Lefler gebaute Wiener Rathauskeller war seit seiner Eröffnung im Februar 1899 einer der häufig frequentierten Treffpunkte der Wiener Gesellschaft. Vgl. Czeike IV, 636.
Brauner Kunstlederband. Über 1500 Einträge. 4to. Das vorliegende Gästebuch der Wiener Staatsoper dokumentiert auf einzigartige Weise das große internationale Interesse, das der Wiedereröffnung der Wiener Staatsoper 1955 und ihrem Betrieb in den folgenden Jahren entgegengebracht wurde. Beginnend mit dem Jahr 1952 erstrecken sich die über 1500 Einträge bis in den Juni des Jahres 1966 und bieten eine reiche Auswahl an Delegationen aus Gesellschaft, Kultur, Wirtschaft, Wissenschaft und Politik bis hin zu Staatsoberhäuptern. So kamen etwa Delegationen von auswärtigen Regierungen, Botschaften und Gesandtschaften, Museen, Universitäten, Theatern und Opernhäusern, Rundfunk- und Fernsehanstalten, der Internationalen Handelskammer, des Imperial Defence Colleges in London u. v. m. - Die mit Abstand prominentesten Persönlichkeiten, die hier zu Besuch weilten, waren der thailändische König Bhumibol Adulyadej, der sowjetische Ministerpräsident und Erste Sekretär der KPdSU Nikita Chruschtschow samt Gattin, der schwedische Ministerpräsident Tage Erlander, der australische Premierminister Robert Menzies, der erste Ministerpräsident Indiens Jawaharlal Nehru und seine Tochter, die spätere Ministerpräsidentin Indira Gandhi, König Gustav VI. Adolf von Schweden, der letzte Kaiser von Abessinien Haile Selassie, der finnische Ministerpräsident Urho Kekkonen nebst Gattin, die Schriftstellerin Sylvie K., der dänische König Frederik IX., die Königin der Niederlande Juliana und ihr Gatte Prinz Bernhard, der deutsche Bundespräsident Heinrich Lübke, der persische Schah Mohammad Reza Pahlavi (2x) und seine Gattin Farah (1x), die thailändische Königin Sirikit und der indonesische Präsident Sukarno. Unter den zahlreichen Architekten, Ministern, Dirigenten, Komponisten, Schauspielern, Regisseuren, Sängern, Musikern, Malern, Militärs, Opern- und Theaterdirektoren finden sich u. a. die Dirigenten Kurt Adler, Karl Böhm, Roy Budden, Michael Gielen, Herbert von Karajan, Berislav Klobucar, Eugene Ormandy, Leopold Stokowski, Hermann Scherchen, Wolfgang Stresemann und Josef Krips, die Komponisten Viktor Keldorfer, Peter Mieg und Egon Wellesz, die Opernregisseure bzw. -direktoren Rudolf Bing, Herbert Graf (2x) und Ernst Ludwig Zirner, die Sängerinnen und Sänger Rosette Anday (3x), Rudolf Christ, Hans Duhan, Helga Gielen-Augsten, Gertrude Grob-Prandl, Hilde Güden (2x), Alfred Jerger, Maria Jeritza, Hildegard Knef, Erich Kunz, Arturo La Porta (und Gattin), Martha Lipton, Josef Metternich, Gianni und Gianna Raimondi, Signe von Scanzoni, Rudolf Schock, Leo Slezak mit Gattin Ingrid und Tochter Johanna, Set Svanholm, Heinz Tietjen, William Wernigk (2x), Giuseppe Zampieri und Silvana Zanolli, die Schauspieler, Tänzerinnen und Regisseure Peggy Ashcroft, John Gielgud, Franz, Hubert, Lilly und Trude Marischka, Brian Rix, Walter Slezak, Otto Tressler, Heinrich Schnitzler, Elspet Rix, Lisl / Elise Temple, Gisela Schock, Adolf Rott, Vittorio de Sica und Erika Slezak, die Pianistin Erna Schifferegger, der Musikwissenschaftler Hans Halm, der Schriftsteller und Dramaturg Erhard Buschbeck, der Dramaturg Hans Demetz, der Fernsehjournalist und Moderator Heinz Fischer-Karwin die Architekten Erich Boltenstern, Clemens Holzmeister, Kunio Maekawa, Yuzo Mikami und Hans Volkart, der Bühnenbildner und Architekturhistoriker Osbert Lancaster, die Bundeskanzler Konrad Adenauer, Leopold Figl (3x), Josef Klaus, Bruno Kreisky (3x), Julius Raab (2x), Bundespräsident Adolf Schärf (7x), die Politiker und Minister Abdullah Al-Khayyal, Fritz Bock, Heinrich Drimmel (2x), David Eccles, Ahmed Naguib Hashem, Eduard Heindl, Felix Hurdes, Udo Illig, Ernst Kolb (2x) Alfred Maleta, Theodor Piffl-Percevic, Kurt Sieveking und Reinhart Waneck (damals 9 Jahre alt), die Maler Akira Tanaka und Oravida Camille Pissarro, die Kardinäle Augustin Bea, Theodor Innitzer und Franz König, die britischen Generäle Theodore McEvoy und Michael West (der damalige Oberbefehlshaber der britischen Truppen in Österreich), der Präsident der Generalversammlung der Vereinten Nationen Alex Quaison-Sackey sowie Fritz und Maria Altmann (die Erbin des Wiener Industriellen Ferdinand Bloch-Bauer, der ihr u. a. 16 Werke Gustav Klimts vermacht hatte), Ella Hepburn van Heemstra (die Mutter von Audrey Hepburn) und John Rockefeller III. Nicht vergessen sei auch Peter Eberhard Steinbauer, Pfarrer von Sulz im Wienerwald, der zeitgleich mit Radbot Ferdinand Erzherzog von Österreich zu Besuch kam. - Das Gästebuch stammt aus dem Besitz von Oberbaurat Dr. Dipl.-Ing. Karl Waska, dem seinerzeitigen Leiter der Gebäudeverwaltung der Österreichischen Bundestheater. Waska war zusammen mit Baurat Dipl.-Ing. Wolfgang Teubner mit der Koordinierung der Planung bzw. der Ausführung der Arbeiten zur Wiedererrichtung der Wiener Staatsoper betraut gewesen, die am 12. März 1945 bei einem Bombenangriff zerstört worden war. Am 5. November 1955 wurde sie mit einer von Karl Böhm dirigierten Aufführung von Beethovens "Fidelio" wiedereröffnet. - Die Kanten etwas berieben, die Ecken angeplatzt; innen jedoch tadellos erhalten.
1 S. Folio. Setzt die Damen und Herrn Schauspieler von einer Vorstellungsänderung in Kenntnis. Am Donnerstag den 24. werde Anzengrubers "Pfarrer von Kirchfeld" und tags darauf Franz von Schönthans "Der Schwabenstreich" gegeben. - Das Wiener Stadttheater, 1870 nach Plänen von Ferdinand Fellner sen. und jun. errichtet, war von Max Friedländer und Heinrich Laube als bürgerliches Theater für klassische Stücke, moderne Tragödien und Lustspiele und in Konkurrenz zum k. k. Hofburgtheater konzipiert worden. 1884 brannte es völlig aus, wurde als Ruine von Anton Ronacher erworben, von den Architekten Ferdinand Fellner d. J. und Hermann Helmer zu einem Varietétheater umgestaltet und in dieser Verbindung von Theater, Ballsaal, Hotel, Restaurant und Kaffeehaus fortan unter dem Namen "Etablissement Ronacher" betrieben. - Auf dem Rundschreiben zeichnen tls. wiederholt Hugo Ranzenberg, Rudolf Tyrolt, Gustav Kober, Eugen Witte, Leo Hellwig und Wilhelm Heinrich sowie die Damen und Herrn Schönfeld, Berg, Groß, Stahl, Lenau, Relly, Schäffel, Bank, Roth, Albrecht, Köck, Weber, Spatzer, Pinal und Koch. - In den Fälzen mit gr. Einr.
Zusammen ca. 400 Objekte. - I. Lebenszeugnisse: 130 Schriftstücke, Brief(entwürfe), Notizen, Ausbildungs- und Arbeitszeugnisse, Quittungen und persönliche Dokumente mit zus. ca. 119 SS. auf 29 Doppelbll. und 81 Bll. von Eugen Pflaumer und weiteren Händen sowie einem eigenh. Arbeitszeugnis mit U. Koloman Mosers in brauner Folio-Ledermappe. Verschiedene Formate, kl. Visitenkartenformat bis Folio. Mit 6 (hs., ms., eh.) adr. Kuverts. - II. Korrespondenz: Zus. 57 Schriftstücke. Davon 25 eh. Briefe mit U., 2 Briefe mit eh. U., 12 ms. Briefe mit eh. U., ein hs. Telegramm, 16 eh. Postkarten mit U. und eine eh. Briefkarte mit U. verschiedener Hände. Zus. 76 SS. auf 21 Doppelbll. und 30 Bll. Mit vier adr. Kuverts, die Postkarten jeweils mit eh. Adresse. Verschiedene Formate, (Qu.-)8vo bis Folio. - III. Photographien: Über 100 Original-Photographien (Portraits, Landschafts-, Architekturaufnahmen), davon 30 montiert in ein Jugendstil-Album, zwei auf stärkeren Untersatzkarton und vier auf Untersatzkarton der Ateliers "Strauss & Co.", "Georg Ulrich" und "Thiele". Verschiedene Formate (60:60 bis 120:157 mm). - IV. Künstlerische Werke: Zus. 128 Objekte mit ca. 212 SS. auf 26 Doppelbll. und 130 Bll. Mit ca. 55 Schmuck- und Objektentwürfen (Messergriff) als Zeichnungen oder Photographien, davon 41 Schmuckdesigns auf 37 Bll. montiert in einem eh. Kassen- und Auftragsbuch Pflaumers in Halbleineneinband (8vo), die Entwurfszeichnungen in Tusche und Bleistift, meist koloriert. Verschiedene Formate (57:32 bis 365:192 mm). 14 Reliefportrait- und Objektentwürfe (Plakette, Pokal) in Photographie. Verschiedene Formate (74:42 bis 220:107 mm). 4 Original-Kupferstiche und 8 Original-Radierungen, die Druckplatte jeweils ca. 110:80 mm, sowie 10 Entwurfszeichnungen für Radierungen in verschied. Formaten (226:240 bis 405:290 mm). 30 Original-Zeichnungen und -Studien zur Botanik in verschied. Formaten (264:235 bis 627:470 mm), 5 Portraitzeichnungen und 1 Aquarell in verschied. Formaten (353:264 bis 500:335 mm), 6 architektonische Studien in verschied. Formaten (319:234 bis 538:543 mm), 11 Aktzeichnungen auf 8 Bll. in verschied. Formaten (320:264 bis 500:502 mm), 8 Original-Entwurfszeichnungen zur Ornamentik, zu Objekten (Degengriff) und Exlibris auf 7 Bll. in verschied. Formaten (241:335 bis 518:335 mm). Ein Großteil der künstlerischen Werke in einem illustrierten Papierumschlag der "Jahresmappe der Gesellschaft für vervielfältigende Kunst in Wien / 1912" (ca. 580:465 mm). Pflaumer gehörte zu den ersten Gold- und Silberschmieden, die von der Wiener Werkstätte angestellt wurden. Er führte Schmuckentwürfe für Josef Hoffmann und Objektentwürfe für Koloman Moser aus (z. B. Prunkkassette, MAK, Wien), war für einige Jahre Mitglied der Wiener Werkstätte und Professor für Goldschmiedekunst mit dem Meisterstempel "PE". - Hiervon zeugt u. a. ein eigenh. Arbeitszeugnis mit der U. des Malers, Grafikers und Kunsthandwerkers Kolo Moser und den weiteren Unterschriften des Architekten Josef Hoffmann und des Unternehmers Fritz Waerndorfer: "Herr Eugen Pflaumer ist in der Zeit vom 15. Juli 1904 bis 8. April 1906 der Goldwerkstätte, der Wiener Werkstätte, als Meister vorgestanden und hat sich allen Anforderungen gewachsen gezeigt. Er verlässt seine Stellung auf eigenes Ansuchen [...]" (mit Stempel der Wiener Werkstätte). - Weitere Arbeitszeugnisse sind jenes der "k. k. kunstgewerbl. Fachschule Gablonz" mit U. des Architekten und Direktors Moritz Knab, des Goldschmieds Tobias Todtschinder, zur Gehilfentätigkeit im Betrieb Carl Stolls mit Stempel "Friedr. Pflaumers Nachf. Carl Stoll Gold- und Silberarbeiter am Rathhaus Weissenburg a. S.", von W. Bauscher in London und Umlauf & Schad in Hamburg. - Ein größerer Teil der Dokumente bezieht sich auf den Bewerbungsprozess als Fachlehrer in Gablonz und als Feinmetalltechniker in Krefeld, außerdem finden sich gedr. Mitgliedsausweise, Schreiben und Quittungen des Österreichischen Werkbunds und des Deutschen Gebirgsvereins für Gablonz, Schriftstücke zur Teilnahme an der Ausstellung des Deutschen Werkbunds in Köln 1914 (gedr. Rechnung mit hs. Eintragungen), die kriegsbedingt früher als geplant beendet werden musste, und zu Ausstellungsversicherungen. Weitere Quittungen diverser Gold- und Silberschmiede, Fabrikanten, Edelsteinhändler und -schleifer, Scheideanstalten, sowie zwei Visitenkarten des Malers und Pädagogen Francis H. Newbery ("Introducing Herr Pflaumer [...]") liegen bei. Außerdem die Verleihungsurkunde des Preises der Stadt Gablonz über 400 Kronen mit U. des Historikers und Oberbürgermeisters von Gablonz Karl R. Fischer. - Zahlreiche Ausbildungsnachweise, darunter Schul- und Lehrzeugnisse der "Königl. Realschule in Weissenburg" und der "Königlichen Zeichenakademie in Hanau" mit eh. U. des Bildhauers Max Wiese sowie des Emailleurs W. Bastanier in Pforzheim erhellen Pflaumers Werdegang. Von Pflaumers persönlichen Dokumenten liegen eine Geburtsurkunde, ein Taufschein, ein Leumundszeugnis, ein Staatsangehörigkeits-Ausweis, zwei ärztliche Atteste und ein Führungszeugnis des Heers bei; bemerkenswert ist ein Krankenzettel mit dem Vermerk einer Schusswunde (o. D.). Die 29 eh. Briefentwürfe und Notizen Pflaumers stehen im Zusammenhang mit Bewerbungen um Arbeitsstellen, damit verbundenen organisatorischen Hürden, mit der Tätigkeit als Professor und mit Quittungen. - II. Die Briefe und Postkarten weiterer Hände meist sowohl beruflicher wie privater und freundschaftlicher Natur von Fachkollegen wie dem Goldschmied Julius Svensson (1877-1952) zu erwünschten Treffen und der Höhe eines neuen Lehrergehalts, den Direktoren und Architekten kunstgewerblicher Fachschulen Moritz Knab und Carl Wolbrandt mit Details zu den neuen Lehrstellen Pflaumers und von dem Schmuckdesigner Anton Pribil (Meisterstempel "AP" der Wiener Werkstätte). Pribils 12 eh. Begleitschreiben enthalten meist kurze Bemerkungen zum beginnenden Krieg, zum Militärdienst und zu Pribils Schritt in die Selbständigkeit aufgrund der wirtschaftlichen Probleme der Wiener Werkstätte: "Die W. W. ist jetzt ein großes ? Sie befindet sich jetzt in anderen Händen unter der Leitung eines Generaldierectors [!]. Mit der künstlerischen Leitung ist Professor Hoffmann betraut, nur das [!] sie jetzt noch höhere Verkaufspreise haben als früher [...]" (12. II. 1914). Die Postkarten zum Teil aus dem familiären Umfeld über Nachrichten eines Fritz von der Front und an Eugen Pflaumer im "Res. Inf. Reg. 218/5" im Lazarett Stübelallee. - III. Im fotografischen Teil der Sammlung finden sich zum einen Portraits aus dem Familienleben, mit Kollegen und Gruppenportraits in Kriegsmontur, zum anderen Landschafts- und Architekturaufnahmen vorrangig des römischen und mittelalterlichen Weißenburg, der Heimat Pflaumers, welche dieser als Motive für die Radierungen der vorliegenden Sammlung aufgriff. - IV. Im künstlerischen Werk beeindrucken neben Objekt-, Schmuck-, Portrait- und Aktzeichnungen vor allem die detailliert ausgeführten Pflanzenstudien (botanische Blätter) in Tusche und Bleistift (zum Teil mit Weißhöhung und koloriert/aquarelliert), die Pflaumers Können in 30 Folioblättern präsentieren und denen in bemerkenswerter Naturtreue auch etwas Jugendstil anhaftet. Historisch interessant ist auch ein eh. Kassen- und Auftragsbuch mit zahlreichen Original-Entwurfszeichnungen Pflaumers und einigen montierten Photographien der gefertigten Schmuckstücke (Broschen, Steckkämme, Ringe, Anhänger und sog. Schriftplatten), das Auftragsarbeiten für die Wiener Werkstätte und private Auftraggeber (Dr. Randa, Ullmann, Bauscher, Jul. Schindler, Friedr. Zeilis, Moritz Knab, Kleinert, Kaminsky u. a. m.) sowie die verwendeten Feinmetalle und Halbedelsteine einschließlich der Kosten dokumentiert. - Zum Teil mit deutlichen Altersspuren, Knicken und kleinen Einrissen. Beiliegend drei eh. Postkarten mit U. eines Robert, einige Photographien präparierter Tiere sowie eine Aktphotographie, ein hs. Gedicht, Ausschnitte aus Zeitungen und Illustrierten, zwei unbeschriebene Postkarten sowie ein ms. und drei hs. adr. Kuverts.
5 SS. 8vo. Manuskript einer Episode aus Lili Marbergs 1937 erschienenem Buch "Es war so komisch" (Wien und Leipzig: Europäischer Verl. [1937]): "Es sollte am Dresdner Hoftheater ein Gastspiel des Burgtheaters stattfinden. In der betreffenden Komödie hatte Auguste eine schöne Rolle, auf die sie sehr stolz war, und sie freute sich unbändig, diese auch in einer anderen Kunstmetropole zu zeigen. Die Kollegen wollten gern ein großes Coupé für sich reserviert haben, was damals keine Kleinigkeit bedeutete, denn es war Krieg [...]". - Bl. 1 oben in Farbstift mit "V" markiert. - Auguste Wilbrandt-Baudius, Gattin des Schriftstellers Adolf von Wilbrandt, war von Heinrich Laube ans Wiener Hofburgtheater verpflichtet worden, wo sie in jugendlich-naiven und sentimentalen Rollen erfolgreich war. Nach einem Zerwürfnis mit Laubes Nachfolger Franz von Dingelstedt verließ sie 1878 das Burgtheater, an das sie nach Engagements am Theater an der Wien, am Deutschen Theater in Berlin, am Hoftheater in Meiningen und am Raimundtheater 1898 wieder zurückkehrte. - Lili Marberg (1876-1962) gehörte von 1911 bis 1950 dem Wiener Burgtheater an. Seit 1936 auch Ehrenmitglied, spielte sie zunächst in Stücken Wedekinds, Hauptmanns und Ibsens, später vorwiegend Königinnen und mütterliche Frauen und galt weithin als vorzügliche Charakterdarstellerin. Zu ihren Hauptrollen zählten Desdemona, Hedda Gabler und Helena in "Vor Sonnenaufgang". Ihre einzige Filmrolle war die des Fräulein Munk in Walter Reischs "Silhouetten" (1936).