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Zusammen 8 SS. auf 8 Bll. 8vo. Die Karten mit Urlaubsmotiven aus St. Cyprian, Florenz, Cortina, Meran, Bozen u. a. - Auguste Wilbrandt-Baudius, Gattin des Schriftstellers Adolf von Wilbrandt, war von Heinrich Laube ans Wiener Hofburgtheater verpflichtet worden, wo sie in jugendlich-naiven und sentimentalen Rollen erfolgreich war. Nach einem Zerwürfnis mit Laubes Nachfolger Franz von Dingelstedt verließ sie 1878 das Burgtheater, an das sie nach Engagements am Theater an der Wien, am Deutschen Theater in Berlin, am Hoftheater in Meiningen und am Raimundtheater 1898 wieder zurückkehrte.
1 S. 100:150 mm. Mit Kuvert. Mitteilung der Burgtheaterdirektion, „daß die kirchliche Einsegnung des am Dienstag, den 3. Mai 1932, verstorbenen Ehrenmitgliedes und Direktors der Burgtheaters [...] am Freitag, den 6. Mai 1932 [...] stattfindet“. - Beiliegend drei Doubletten und entsprechende Kuverts.
1¾ SS. Folio. Schöner Brief des Wildgans-Biographen an einen Hrn. Dietrich: "Sie hatten s. z. über m. Bitte die besondere Freundlichkeit, mir eine Anzahl Fotos betr. Wildgans [...] zu übermitteln. Damals war mein Buch über Wildgans noch in Erwägung [...], doch nicht feststehend. - Nun steht es fest, daß mein Buch über Wildgans noch heuer herauskommt. Ich bitte jedoch diese Mitteilung reservat zu behandeln [...]". - Soykas Buch ("Das Buch um Anton Wildgans") sollte tatsächlich im selben Jahr bei Staackmann erscheinen. - Auf Briefpapier mit gestemp. Briefkopf.
¾ S. auf Doppelblatt. Gr.-8vo. An seinen Vater: "Die 2 Pferde sind am 6ten April mit einem Mann des Straß [?!?] auf der Eisenbahn bis Laibach abgegangen". - Erzherzog Wilhelm, Sohn des Siegers von Aspern, Erzhzg. Karl, und Henriette von Nassau-Weilburgs, durchlief eine straffe militärische Laufbahn und war zuletzt General-Artillerieinspektor. 1863 übernahm er das Hoch- und Deutschmeisteramt von Maximilian Josef und übte es bis zu seinem Tode aus.
3 SS. auf Doppelblatt. Folio. Vom Obersthofmeisteramt herausgegebenes detailliertes Programm zur Instruktion der Adjutanten und Teilnehmer u. a. mit Angaben zu Zeitplan, Adjustierung und Toilette der Damen. - Tadellos.
Zusammen 19 SS. Verschiedene Formate. Beiliegend zwei weitere Visitkarten sowie ein von nicht identifizierter Hand adr. Umschlag. Bunter Autographenstrauß von Briefen, Post und Visitkarten an den Wiener Schriftsteller. Die Verfasser im einzelnen: - I: Gisela von Berger (Schriftstellerin, 1878-1961). Eigenh. Briefkarte mit U. Wien, 14. IV. 1910. 1½ SS. Kl.-qu.8vo. - II : Karl Franz Escuyer-Wittich (Schriftsteller, geb. 1887). Eigenh. Briefkarte mit U. Wien, 6. XI. 1912. 1 S. Qu.-8vo. Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf der Vereins Österreichischer Schriftsteller und Journalisten. - III. Ferdinand Exl (Schauspieler und Theaterdirektor, 1875-1942), Eigenh. Portraitpostkarte mit U. Wien, 17. IX. 1925. 1 S. Qu.-8vo. Mit eh. Adresse. - IV: Gustav Falke (Lyriker, 1853-1916). Eigenh. Postkarte mit U. Hamburg, 26. IX. 1896. 1 S. 8vo. Mit eh. Adresse. - V: Hans Fraungruber (Schriftsteller, 1863-1933). Eigenh. Visitkarte. O. O. u. D. 1 S. - VI: Ferdinand Gregori (Schauspieler und Regisseur, 1870-1928). Eigenh. Visitkarte. O. O. u. D. 1 S. - VII: Albert Heine (Schauspieler, 1867-1949). Eigenh. Brief mit U. Wien, 5. III. 1902. 1 S. auf Doppelblatt. 8vo. - VIII: Wolfgang Madjera (Schriftsteller, 1868-1926). Eigenh. Visitkarte. O. O. u. D. 1 S. - IX: Klementine Prinzessin von Metternich-Sándor (Frauenrechtsaktivistin, 1870-1963). Eigenh. Visitkarte. O. O., 12. I. 1914. 2 SS. - X: Eduard Pötzl (Schriftsteller und Journalist, 1851-1914). Eigenh. Visitkarte. O. O. u. D. 1 S. - XI: Moritz Rosenthal (Musiker, 1862-1946). Eigenh. Visitkarte. O. O. u. D. 1 S. - XII: Leo Stein (Schriftsteller und Librettist, 1861-1921). Eigenh. Postkarte mit U. Wien, 20. I. 1912. 1 S. Qu.-8vo. Mit eh. Adresse. - XIII: Gustav Streicher (Schriftsteller, 1873-1915). Eigenh. Visitkarte. O. O., 12. III. 1910. 1½ SS. - XIV: Franz Tewele (Schauspieler und Theaterdirektor, 1843-1916). Eigenh. Visitkarte mit U. O. O., April 1909. 1 S. - XV: William Unger (Kupferstecher und Radierer, 1837-1932). 2 eigenh. Visitkarten mit U. O. O. u. D. bzw. O. O., 8. IV. 1910. Zusammen 3 SS. - Die beiliegenden Visitkarten von Stephan Milow sowie Feldzeugmeister Galgótzy.
Meist 8vo, einige jedoch (teils mehrfach) gefaltet und i. F. gr.-8vo. Zudem sieben Originalphotographien und zwei einmontierte Aquarelle. Lederband der Zeit mit Deckel- und Rückenprägung. Quer-Folio. Postkartenalbum aus dem Besitz von Ludwig Fürst zu Wittgenstein und dessen Gattin Valerie. Die zumeist an die zwei genannten gerichteten Karten stammen mehrheitlich von ungarischen und sonstigen Verwandten sowie von dem späteren Generalfeldmarschall Karl Wilhelm Paul von Bülow (1846-1921) und der Pianistin Gisela von Ehrenstein (1859-1932). Zahlreiche Karten stammen aus der Hand von Ludwigs und Valeries Sohn, dem späteren königl.-ungarischen Ernährungsminister Ludwig (Lajos) Aladar Fürst zu Windisch-Graetz (1882-1968), der 1925 maßgeblich an der berüchtigten ungarischen Geldwäscheraffäre beteiligt war, in deren Rahmen sich einige Honoritäten um Windisch-Graetz als einen der Köpfe der Irredenta-Bewegung sammelten und Frankreich durch gefälschte französische Francs "heimzahlen" wollten, daß durch die Verträge von Trianon Ungarn mehr als zwei Drittel seines Territoriums und über die Hälfte seiner Einwohner an Rumänien, die Tschechoslowakei, Jugoslawien und Österreich verloren hatte. - Die Karten stammen u. a. aus Backa Topola, Bad Gastein, Bad Reichenhall, Baden bei Wien, Bleder See (auch Veldeser See) mit Schloss Windisch-Graetz, Bozen, Breslau, Brioni, Brixen, Budapest, Cannes, Düsseldorf, Ebergassing, Friesach, Grein, Hallein, Kietrz (deutsch Katscher), Krakau, Landro (Tirol), Lemberg, Liezen, Lovrana, Marienbad, Menton, Monaco, Mošovce, München, Neisse, Nizza, Paris, Ratibor, Rom, Salzburg, San Remo, Schloß Hollenegg (Steiermark), Sylt, Trencsin, Truskawez, Lovran, Üdvözlet Makóról, Vahrn bei Brixen, Venedig und Wien. Zwei weitere Karten stammen von dem Frontabschnitt beim Steinfelder Lager in Pottendorf bei Wien, das im Vorfeld des Russisch-Japanischen Krieges, der ein halbes Jahr später, im Februar 1904/05, ausbrechen sollte, errichtet worden war. Von hier berichtet der dort stationierte, die Greuel des Krieges nicht vorausahnende Windisch-Graetz treuherzig an seiner Mutter: "Gestern in Baden gewesen[,] habe Gfin. Stolberg [...] gesehen, welche Dir sehr viel schönes sagen läßt. Tausend Dank für Deine gnädige Karte. Bin sehr wohl Mutter jetzt allerdings glühend heiß auch die Nächte sind drückend [...]".
Zus. 3 SS. auf 3 Bll. Qu.-4to. Handschriftliche Stundenpläne, die den breiten Fächerkanon der Prinzessinnenerziehung widerspiegeln. Unter den Lehrgegenständen finden sich Französisch, Italienisch, Englisch, Literatur, Physik und Geschichte sowie Zeichnen, Klavier, Handarbeit und Tanz. Daneben bleibt noch Zeit für "Spaziergang" sowie "Freie Beschäftigung". Die Abwesenheit von Fächern wie Reiten und Waffenübungen spricht gegen eine Konzeption der Stundenpläne für Buben. - Mit kleinen Fehlstellen an den Ecken.
Zusammen ca. 174 Bll. Verschiedene Formate und Techniken auf Papier und Karton. In kleinerer Halbleinenmappe der Zeit in Türkis mit goldener Verzierung und Bändchen und in 2 gebundenen Zeichenheften, davon eine verschließbare Papiermappe mit papierverstärktem Rücken und Titelschild sowie mit beigebundenen Schmutzblättern (1+20 Bll.) und ein Heft mit blauem Einband (12 Bll.). Zusammen mit 8 Werken befreundeter Personen und mehreren lithogr. Vorlagenblättern. Umfangreiche Sammlung teils kindlicher Zeichnungen und Skizzenblätter und teils ausgearbeiteter Natur- und Objektstudien, Interieurs, Karikaturen und Kopien. Beim überwiegenden Teil der Objekte handelt es sich um Bleistiftzeichnungen (ca. 146 Bll.), hinzu kommen 20 Aquarelle, 4 lavierte Tuschezeichnungen, zwei Kohlezeichnungen und ein kleines Werk in Öl. Ausgewiesen sind 56 Bleistiftzeichnungen von Karl Prinz von Bayern (1874-1927), zwei Bleistiftzeichnungen und ein Aquarell von Sophie Charlotte in Bayern (1847-97) und je eine Bleistiftzeichnung von Sophie Adelheid in Bayern (1875-1957), Elisabeth Gabriele in Bayern (1876-1965), Luitpold Emanuel in Bayern (1890-1973) und Helmtrud Prinzessin von Bayern (1886-1977). - Unter den qualitätvollsten und ausgefallensten Werken der Sammlung stechen hervor eine Zeichnung eines Fischers mit Netz und Pfeife (Februar 1846), eine überaus skizzenhafte Darstellung des Simssees bei Rosenheim (15. IX. 1916), das Portrait einer jungen Frau im historischen Kostüm (wohl nach einer Vorlage), die Karikaturen eines übellaunigen Mädchens (28. III. 1851) und eines kakophonischen Engelskonzerts, sowie die Aquarelldarstellung eines Segelschiffes. Das Zeichenheft mit Titelschild ist eine durchaus gelungene Kopie von Charles Le Bruns klassischem Studienbuch "Caractères des Passions" in Bleistift mit Pastell. Das kleinere blaue Zeichenheft enthält Studien von Augen, Ohren, Gesichtsformen, etc. Insgesamt herrschen Naturstudien, Landschaftsdarstellungen und Figurenskizzen bzw. Karikaturen vor. Das älteste datierte Blatt der Sammlung ist die saubere Bleistiftzeichnung eines Türmchens (24. XII. 1844), das zweifellos dem Zeichenunterricht eines der Herzogskinder zuzurechnen ist. Zwei charmante kindliche Aquarelle zeigen Märchenszenen; ein kleineres Konvolut innerhalb der Sammlung besteht aus 7 Bll. mit sehr sauberen Ornament- und Schmuckzeichnungen aus einer Hand. Die Schwestern Sophie Adelheid und Elisabeth Gabriele skizzierten im Februar 1888 dasselbe Interieur wie zwei ihrer britischen Gouvernanten, Miss Linch und Miss Notting; letztere hat den Zeichenwettbewerb eindeutig gewonnen. - Teilweise beschnitten, mit Siegel ("G") und Siegelresten, meist minimal bis leicht fleckig und etwas gebräunt, sowie vereinzelt kleinere Einrisse, wenige Blätter stärker braunfleckig. Die Blätter der gebundenen Zeichenhefte teils lose. - Mit mehreren Beilagen, darunter verschiedene Vorlagenblätter und Zeichenübungen, ein sauber ausgeführter Entwurf für eine Märchenillustration mit Zwergen in Tinte, ein auf Trägerkarton montiertes Spruchbild (1880) mit eh. Zeilen einer Marie Stolberg (verso), eine äußerst qualitätvolle aquarellierte Federzeichnung mit klar expressionistischen Zügen betitelt "Die Wirkung", eine von einem Karl Donner signierte Kohlezeichnung, ein entzückendes kleinformatiges Ölportrait eines Kleinkinds im Kindersitz u. a. - Aus Wittelsbacher Besitz.
Zusammen ca. 43 SS. Verschiedene Formate. Dabei: Widmungsexemplar von J. Zemperle, Zeit und Stunde. Ludwig Ficker zum 75. Geburtstag gewidmet (Salzburg: Otto Müller, 1956); Familienphotos Wittgenstein (Kopien); gedr. Todesanzeige von Ludwig Wittgenstein (Wien, 4. V. 1951); 1 Brief eines nicht identifizierten Absenders (I. Hertz?). Teilnachlass von Ludwig Wittgensteins langjährigem Freund Ludwig Hänsel (1886-1959) und seinem Sohn Hermann. Herzstück der Sammlung sind 6 Briefe, 2 Karten und 1 Telegramm von der bedeutenden Philosophin Elizabeth Anscombe (1919-2001), Schülerin Wittgensteins, an Ludwig Hänsel, die einen detaillierten Bericht von Wittgensteins Tod am 29. April 1951 enthalten. Hinzu kommen Briefe von Wittgensteins österreichischen Freunden: 4 von Rudolf Koder und 1 ms. Brief von Ludwig Hänsel an Wittgenstein, 2 eh. Briefe von Felix Braun and Ludwig und Hermann Hänsel, weiterhin 1 Briefkarte von Wittgensteins ältester Schwester Hermine (1874-1950) und je 1 ms. Aerogramm mit U. der amerikanischen Philosophin Alice Ambrose und des finnischen Philosophen Georg Henrik von Wright an Hermann Hänsel. - In den Monaten vor Wittgensteins Tod berichtet Anscombe von dessen Gesundheitszustand und seiner asketischen Lebensweise: "Nur habe ich Herrn Wittgenstein ein paar Mal in Oxford besucht. Das erste Mal war ich mit seinem Zustand nicht zufrieden, er sah - so schien es mir - sehr schlecht aus, und er fühlte sich gewiß nicht ganz wohl. Er versuchte viel zu diskutieren, aber alles war langsam und schwer. Seit dieser Zeit aber ist er plötzlich besser geworden und jetzt geht es ihm erstaunlich gut, obwohl, erinnert man sich an sein früheres ansehen [!], glaubt man daß er ziemlich fragile [!] sei. Ich bin überzeugt, daß die meisten Professoren sagen würden, daß er sehr streng lebt, wenn sie es nur sehen könnten. In einem kleinen Zimmer, das jemand für ihn reinigt, aber sonst macht er alles für sich selbst. Er könnte wohl klagen, schreibt er mir, besonders weil die Wände nicht dick genug sind. Die anderen Leute im Haus haben gelernt nicht viel lärm zu machen, aber es ist nicht möglich daß er keine Störung empfindet. Trotzdem trägt er alles sehr mild und freundlich und klagt fast nie [...]" (Oxford, [Sommer 1950]). Ende November 1950 zog der an Prostatakrebs erkrankte Wittgenstein zu seinem Arzt Edward Bevan: "Gewiß wissen Sie, daß es dem Herrn Wittgenstein gar nicht gut geht - aber daß [!] darf ich nur Ihnen sagen, weil Sie es schon wissen. Jetzt bleibt er hier in Cambridge bei seinem Arzt [...]. Es geht ihm besser als vor einigen Wochen; im Jänner war er sehr krank und hat ziemlich viel Schmerz gehabt. Er war immer sehr ausdauernd [...]" (Oxford, 13. März 1951). - Am 30. April 1951 benachrichtigte Anscombe per Telegramm Hänsel vom Tod Wittgensteins: "Wittgenstein ist gestern Abend gestorben Brief folgt." Im angekündigten undatierten Brief berichtet sie ausführlich über den Tod des Philosophen: "Herr Wittgenstein ist in der letzten Woche seines Lebens fast frei von Schmerz durch die Röntgenstrahlen-Behandlung geworden, aber er war zu schwach und hinfällig die geringste Krankheit zu überleben. Er hat ziemlich viel gearbeitet, eine geistige Activität lebte plötzlich wieder auf. Er schrieb weiter bis 27. April. An diesem Tag ist er spazieren gegangen, es ist in dieser Zeit plötzlich kalt gewesen (es war davor sehr warm) und er ist spazieren gegangen ohne sich warm genug anzuziehen. Er hat eine 'gastro-enteritis' bekommen [...] und ist nach 2 Tagen gestorben. [...] Am Samstag Abend, wissend daß er bald sterben würde, hat er es erlaubt, daß sein Arzt seine Freunde aus Dublin, Derby und Oxford zu ihm ruft und, so hat der Arzt uns gesagt, hat Freude daran gehabt, als er wüßte daß wir kamen. Wir alle sind zu ihm am Sonntag angekommen [...] Er war den ganzen Tag fast bewußtlos, während einige [!] Momente würde er von Zeit zu Zeit erwachen [...] aber er konnte nicht sprechen. Er wußte, so glaube ich, daß wir da waren. Er wollte immer, daß man die Hand haltet und so haben wir den ganzen Tag gewacht. [...] Der Priester ist zu ihm gekommen und hat ihm die bedingte Absolution gegeben und ist dort mit uns betend geblieben bis zum Ende [...]" (Oxford, o. D.). In den beiden nach Wittgensteins Tod verfassten Briefen geht es um dessen Nachlass und die Publikation der "Philosophischen Untersuchungen", die 1953 auf deutsch und in Anscombes englischer Übersetzung erschienen sind. - Alice Ambrose beschreibt in ihrem Brief an Hänsels Sohn Hermann ihre Rolle im engsten Kreis Wittgensteins bei der Entstehung der berühmten "Blue and Brown Books": "Professor G. H. Wright has suggested to me that you might be interested in my intellectual-biographical portrait of Dr. Ludwig Wittgenstein which has just appeared in a book of essays, Ludwig Wittgenstein: Philosophy and Language [...] I was one of a small group to whom Wittgenstein dictated The Blue Book, and it was to Francis Skinner and me that he dictated The Brown Book. My study covers the three-year period I had with him in Cambridge (1932-35), a period about which little is written [...]" (Northampton, MA, 8. April 1972). - Die Briefe des Musiklehrers Rudolf Koder stammen aus der Zeit unmittelbar nach dem berüchtigten Vorfall Haidbauer in Otterthal im April 1926. Nachdem Wittgenstein einen seiner Volksschüler geschlagen und dieser das Bewusstsein verloren hatte, quittierte er sofort den Dienst und kehrte nach Wien zurück. Zur Strafverfolgung kam es nach einer gerichtlichen Anhörung in Gloggnitz nicht. Wittgenstein blieb bis 1929 in Wien, wo er als Gärtnergehilfe in einem Kloster in Hütteldorf arbeitete, und kehrte dann nach Cambridge zurück. Koder war einer von Wittgensteins Kollegen in Puchberg gewesen und sollte ihm freundschaftlich verbunden bleiben. In einem Brief, der auf Mai 1926 datiert werden kann, geht er auf Wittgensteins Situation ein und berichtet, dass sein Austritt aus dem Schuldienst wider Erwarten wenig Aufsehen erregt hat: "Du wirst doch auch leichtere Arbeit haben, wenn die Umstecherei einmal vorüber ist, oder geht das immer so weiter? Hast du die Zuschrift vom Gericht schon bekommen? Dein Austritt ist über Otterthal u. Puchberg hinaus nicht weiter bekannt geworden. Peham [?] in Ternitz z. B. hat nichts gewusst, obwohl er doch in der Nähe des Inspektors ist. Dieser muss vielleicht Ursache haben, das geheim zu halten. Denn sonst wird doch so etwas gleich an die grosse Glocke gehängt [...]". 1936 besuchte Wittgenstein die Region wieder, um sich bei mehreren Schülern, die er geschlagen hatte, zu entschuldigen. - Insgesamt in gutem Zustand mit vereinzelten Einrissen, Braunflecken und Knitterfalten. Das Aerogramm von Wright mit tieferem Einriss durch Brieföffnung. Ilse Somavilla, Ludwig Hänsel - Ludwig Wittgenstein: eine Freundschaft. Briefe, Aufsätze, Kommentare (Innsbruck: Haymon, 1994).
Zusammen 28 SS. auf 14 Bll. (Qu.-)8vo. Jeweils mit eh. Adresse. Trauliche Schreiben an ihren Gatten, den Architekten Carl Witzmann, von einem Aufenthalt im Robert Koch-Spital, dem heutigen Kaiser Franz Josef-Spital: "[...] Ich habe hier 3 Zimmerkolleginnen lauter Beamtinnen die eine hat schon den ganzen Tag Wein getrunken u. uns immer lange Zähne gemacht [...]" (a. d. Karte v. 13. V. 1943). - Carl Witzmann war neben seinem Lehrer Josef Hoffmann oder Oskar Strnad einer der profiliertesten Architekten und Kunstgewerbler seiner Zeit, erzielte bereits 21jährig einen "ersten durchschlagenden Erfolg" (Österr. Pers.-Lex., s.v.) mit einer Ausstellung in Turin und schuf für die große Kunstschau 1908 aus Anlaß des 60jährigen Thronjubiläums von Kaiser Franz Josef ein vielbestauntes Musikzimmer (vgl. Forsthuber, Moderne Raumkunst, S. 129). Seit 1912 Lehrer und Professor an der Kunstgewerbeschule, war Witzmann nebenher auch ständig für die Wiener Werkstätte tätig (für die er vornehmlich Interieurs entwarf) und beschickte die Weltausstellungen in Paris 1925 und 1937 ebenso wie die Österreichischen Ausstellungen in London (1935) und Paris (1936).
1 S. Qu.-4to. Die Schauspielerin wurde am 16. Juni 1897 in der Familiengruft neben ihrem Gatten, dem belgischen Diplomaten Graf Charles O’Sullivan de Grass (1837-88), bestattet, bevor ihre sterblichen Überreste im Jahr 1914 in einem Ehrengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof ihre letzte Ruhestätte fanden. - Mit kleinen Randläsuren.
Zusammen 34 SS. auf 32 Bll. 4to und (Qu.-)8vo. Umfangreiches Briefkonvolut verschiedener Verfasser, in erster Linie Juristen, an Walter Zadek in seiner Funktion als Redakteur des "Berliner Tagblattes" mit Zu- oder Absagen von Zeitungsbeiträgen sowie über das für dieselben fällige Honorar. - Der Verwaltungsjurist und Presserechtler Kurt Häntzschel (1889-1941) mit Beiträgen für die Zeitung: "Wunschgemäss übersende ich Ihnen in der Anlage einige lebenswahre Geschichten aus dem Verkehr zwischen Behörden und Publikum. Mit Rücksicht auf den letzten Fall, der erst etwa drei Wochen zurückliegt, muss ich bitten, von der Nennung meines Namens Abstand zu nehmen [...]" (10. XII. 1928). - Der Psychiater und Kriminologe Gustav Aschaffenburg mit der Absage eines Beitrags über die Todesstrafe: "Frau Ruben hat mich gebeten, mich an der Beantwortung der Frage 'Hat der Staat das Recht zu töten' mit zu beteiligen. Ich habe mich entschlossen, mich nicht zu beteiligen. Ich fühle mich nicht imstande, diese Frage im Rahmen eines kurzen Aufsatzes zu behandeln [...]" (10. XII. 1928). - Der Landgerichtsdirektor Kurt Bunge (1911-98) über die Vergütung seines Beitrags: "Bei dem Angebot des 2. Aufsatzes war es natürlich nicht meine Absicht Ihnen zuzumuten, daß Sie mir ohne weiteres beide Aufsätze nach dem Normalsatz vergüten, das wäre ja kein Ausgleich. Ich dachte mir vielmehr nur, daß, falls der 2. Aufsatz in der von Ihnen geplanten Serie erscheint, Sie mir das 1½ fache des Normalsatzes zahlen, und daß dadurch dann doch die Differenz bezügl. des 1. Aufsatzes ausgeglichen wäre [...]" (20. I. 1931). - Einige Briefe gelocht; manche mit kleinen Randläsuren und etwas braunfleckig. Ein Brief mit aufgeklebter Postkarte. - Beiliegend 2 hs. (Widmungs-)Gedichte unbekannter Verfasser sowie eine unbeschriebene Bildpostkarte mit einer Fotografie einer mittelalterlichen Handschrift auf der Bildseite.
2½ SS. 4to. An eine nicht genannte Exzellenz mit dem Ersuchen um Intervention in der Causa ihres Onkels: "Ihr ritterliches Benehmen und Ihre ausserordentlich menschliche Gesinnung wurden als verbindlich in unserer Familie in Ehre bewahrt. Dies ermutigt mich in meiner tiefen Bedrägnis an Eure Exzellenz mit folgender Bitte heranzutreten. Der geliebte Bruder meines Vaters, Kasimir, der sehr zurückgezogen auf seinem Gute lebte, sein Schwiegersohn Ladislaus v. Krasicki, der die einzige Tochter Kasimirs vor dem Kriege heiratete und sein Schwager Thaddaus [!] v. Dzieduszycki wurden im Bereiche des General-Gouvernements in Jedlicze, Bezirk Kresne, Ende Februar 1. J. vollunerhofterweise [!]) verhaftet [...]". Dem Ansuchen war leider kein Erfolg beschieden: Kazimierz Zdziechowski starb am 4. August 1942 im Konzentrationslager Auschwitz. Zeit seines Lebens war er unter den Pseudonymen Wladyslaw Zdora und Wladyslaw Mouner als Schriftsteller und Literaturkritiker tätig.
1 S. Qu.-4to. Die Einsegnung des Dichters fand am 18. d. Mts. in der Pfarrkirche zu Unserer lieben Frau bei den P. P. Schotten statt, die Beisetzung "sodann auf dem Matzleinsdorfer Friedhofe in eigener Gruft". - Die Stahlstichportraits etwas fleckig, die Parte angestaubt.
Ca. 70 Stück. Vgl. Giebisch/G.
1 S. Qu.-12mo. In lila Tinte nachgezogene Bleistiftspur der Unterschrift des berühmten Luftschiffkonstrukteurs, augenscheinliches Falsifikat. Verso Spuren alter Montage.
Horizontal und vertikal gefaltetes Blatt, 4to, in je einem Viertel eine Zeichnung in Bleistift. Zwei sauber ausgeführte Zeichnungen und zwei Entwürfe. Die zwei ersteren zeigen ein Ensemble abstrakt angeordneter Gegenstände bzw. eine Dame, die sich im Geschäft eines Kunsthändlers mit unterlegtem Text erkundigt: "Haven't you got something realy [!] modernistic[,] Mr Zigrosser[.] Gawgin [!] is my type"; die zwei Entwürfe zeigen einen Frauenkopf.
Zusammen (2+2+1½ =) 5½ SS. auf 6 (= 3 Doppel-)Blatt. Folio. Jeweils mit eh. Adresse. Beiliegend fünf Akten (zusammen 15 SS. auf 11 Bll.). Sammlung von an Zinzendorf gerichteten Briefen und Akten in Betreff der baulichen Erweiterung des Klosters St. Thomas in Brünn. - F. L. Graf Zinzendorf nahm als Offizier an den Feldzügen gegen die Türken und Franzosen teil, war seit 1696 Hofkriegsrat und wurde 1704 Oberst, 1706 Generalwachtmeister. An der Konvention von Altranstädt mit Karl XII. von Schweden und am Exekutionsrezeß von 1709 beteiligt, wurde Zinzendorf 1711 zum Geheimrat und im Jahr darauf zum Hatschier- und Trabantenhauptmann ernannt und war seit 1715 Obersthofmeister der Erzherzogin Maria Josepha; 1717 wurde er Kommandierender General in Mähren und 1724 Feldmarschalleutnant. - Ein Brief mit eh. U. von dem kaiserlichen Diplomaten Maximilian Ulrich von Kaunitz-Rietberg (1679-1746).
Altogether 12 pp. on 10 single sheets and 1 bifolium. 8vo, 4to and small folio (ca. 230 x 295 mm). Notable collection of letters by prominent Zionist leaders, documenting the movement in the late 19th and early 20th centuries, issues including immigration to Israel and the founding of the Jewish Territorialist Organization. Comprises a TLS by the politician Chaim Arlosoroff, to Mr Probshtin, on the immigration status of 5 Poles (19 Dec. 1932). - 2 ALS by Ahad Ha'Am ("Asher Ginzberg"), one to a "dear friend", on editorial affairs, the other to Dr. I. Tchlenov, on the privations and uncertainties faced by Zionist settlers in Jaffa in the early years of World War I. On headed stationery (29 Jan. 1899 and 21 Feb. 1915). - TLS by the writer Israel Zangwill, to Charles Rowley, declining an invitation to lecture due to his responsibility of establishing a Jewish Territorial Organization, advocating a Jewish homeland in whatever country might be available in the world, with speculations including Canada, Australia, Mesopotamia, Uganda and Cyrenaica (20 Sept. 1905). - TLS by a pioneer of Hebrew journalism, Nahum Sokolow, to Prof. Warburg, on the text of a polemical article by Menachem Ussishkin, in German. On headed stationery of the Zionist Central Office (21 June 1908). - TLS by Henrietta Szold, the founder of Hadassah, the Women's Zionist Organization of America, to the Hebrew Community Committee of Jerusalem, confirming a donation (stamped 16 July 1936). - ALS by the lexicographer Eliezer Ben-Yehuda, to Professor Shatz of the Bezalel University College of Art, on advertising in Hazewi. On Hazewi headed stationery (8 June, year illegible). - TLS by Dr. Arthur Ruppin, one of the founders of Tel Aviv, to Aaron Aaharnson (24 June 1914). - TLS by the writer Moshe Smilansky, accepting money to buy land in Palestine. On headed stationery of Rechoboth, Palestine (stamped 8 March 1935). - One letter with rust stains, several letters perforated, otherwise in very good condition.
467:391 mm. "Heute werden die Unterzeichneten die Ehre haben, ein großes Wasser-Feuerwerk nach Wiener Art, unter dem Namen: Die Jagd der Riesenschlange, auf der Elbe, der Brühlschen Terrasse gegenüber, abzubrennen". Die Veranstaltung, zu deren "Sicherheit gegen tumultarischen Andrang [...] mit gütiger Unterstützung der höchsten Behörden die erforderliche Sorge getragen" werden wird, wurde von dem Lust - und Kunstfeuerwerker Franz Kölbel ausgerichtet und bestand aus mehreren einander abwechselnden Fronte- und Wasser-Szenen. Zu Franz Kölbel vgl. Jahrbücher des k. k. Polytechnischen Institutes Wien, Bd. 19, 1837, S. 480f. - Etwas angestaubt und fleckig und mit kleinen Randläsuren und Quetschfalten.
1½ SS. 4to. An den Landesfürsten: "Obwol mein Vorfahr Christseeliger gedächtnüß den 13t. Decembris Verwichenen Sechzehnhundert Und Neundten Jahres an dem Hochlöblichen Kyßerlichen Cammergericht ein Urthe[i]l erhalten, wie [der Adressat] auß beygelegten Copien gnedig sehen khönnen, Und sowol mein Vorfahr seelig alß Ich Verhofft, es werden demselben Von dem gegenthail aller Underthänig[s]t nach gesetzt werden, So hatt aber selbige Parthey solch Urthe[i]l biß dato am wenigsten nicht in acht genommen [...]". - Unter Abt Theobald Fuchs wurde in den Jahren 1617/18 die "Alte Abtei" des Zisterzienserklosters Schöntal errichtet, in der die Mönche sowie der Abtstrakt untergebracht waren.
Zusammen 22 SS. (Qu.-)8vo. Die Bildseiten meist mit hübschen zeitgenössischen Aufnahmen von lokalen Sehenswürdigkeiten, darunter etwa das Sendlingertor und die Frauenkirche in München, der Louvre und die Place de l'Opera in Paris, die Church Street in Liverpool, der Trafalgar Square und die Tower Bridge in London sowie das Casino von Hendaye. - Beiliegend eine an Hofrat Wogrinz von der Versuchsanstalt für Kraftfahrzeuge adr. Karte.
1 S. auf Pergament. Quer-Imperial-Folio (410:650 mm). Mit 4 (von 5) aufgedrückten roten Lacksiegeln nebst Umterschriften der ansässigen Zuckerbäcker. Ausgestellt durch Johannes Himmler, "Bürgerlicher Zuckerbacher der Königlichen Stadt Brünn". Der Text in reicher und feiner Kalligraphie. - Tls. stark ausgeblichen oder berieben, ein Lacksiegel fehlt, die übrigen fragmentarisch; etwas angestaubt und fleckig und mit kleinen Randschäden.
1¾ SS. auf Doppelblatt. Folio. Für Soldat Nikolaus Weninger. Die musikalische Leitung des Zweiten Bürger-Regiments hatte seit dem Jahr zuvor Johann Strauß Sohn inne. - Mit papiergedecktem Siegel.