26 497 résultats
19 Zeilen auf 1 S. Folio. "Nimmer mit Neid | Mit stummen Mäkeln | Flehen Dir Meister | die Menschenkinder. | Gütige Götter schenkten so reichlich Dir hohe Gaben | daß sie bezwangen | niedriges Sinnen [...]". - Etwas fleckig und gebräunt.
1½ SS. auf Doppelblatt. Folio. Mit hs. Adresse. Bericht über Vorhaben und Satzungen der Nationalgarde mit einer aktuellen Finanzübersicht. - Über das politische Wirken des Mediziners im Jahre 1848 heißt es u. a. in einem wohl nicht von ihm selbst verfaßten Lebenslauf: "Was sein politisches Wirken betrifft, so gab ihm das Jahr 1848 genügsam Gelegenheit, seine Anhänglichkeit an das angestammte Kaiserhaus zu beweisen; nicht nur bedeutende finanzielle Opfer, brachte er, sondern auch sein Leben setzte er für die gute Sache u. seinen Kaiser auf das Spiel [...] Was in seiner Macht gestanden, hat er treulich erfüllt. Er hinderte am Barricadentage die Errichtung der Barricaden, - er trat zur berittenen Nationalgarde ein, und wehrte dem Tage der Sturmpetition mit 100 anderen Garden das Eindringen der Barricaden-Erbauer bei den beiden Kärnthnerthoren ab, - er schloß sich im September an die k. k. Cavallerie an, als es galt, den Sicherheitsausschuß aufzulösen [...]". - Im selben Jahr, so heißt es in einer beiliegenden Zeitungsnotiz a. d. J. 1894 aus Anlaß der Umbenennung der Meidlinger Misbach- in Vivenotgasse, "gründete er als Gegengewicht gegen die Stürmer und Wühler extremster Richtung den 'Constitutionellen monarchischen Verein', dessen Farben Schwarz-Gold waren, und alsbald demonstrirten die Wiener mit diesen kaiserlichen Farben. Am 15. September erschienen auf den belebtesten Stellen der Stadt Tausende mit schwarz-gelben Abzeichen, um ihrem Kaiser Treue zu documentiren. Es kam zu großen Schlägereien zwischen den 'Schwarz-roth-goldenen' und den 'Schwarz-gelben', den Vivenot'schen, und die Wiener nannten diese Excesse in ihrem ungebrochenen Humor den 'Bandlkrieg'. Die Regierung nahm sonderbarerweise in der 'Wiener Zeitung' Stellung gegen die Schwarzgelben und Dr. Vivenot legte verstimmt die Leitung des Vereines nieder [...]". - Bl. 2 mit halbseitigen Ausriß der unteren Blatthälfte (Textverlust nur in der Adresse).
4to. 2 pp. (90 lines). Original draft for Wagner's famous oration held on December 15, 1844, when Carl Maria von Weber's remains were laid to rest at the Catholic cemetery in Dresden. The mortal remains of Weber, who had died in London in 1826, were transferred back to Germany in 1844 on the initiative of Wagner, and were finally buried there. - With small departures printed in: Richard Wagner, Gesammelte Schriften und Dichtungen, II, 1871, 61 ff., also: Gesammelte Schriften und Dichtungen, 4th ed., vol. 2, 1907, 46 ff. A facsimile of the fair copy of Wagner's speech, which has also survived, is published in Julius Kapp, Richard Wagner. Sein Leben, sein Werk, seine Welt in 260 Bildern, Berlin 1933, 40. - Provenance: Cäcile Geyer, Wagners half-sister (1815 - 1893), their son Ferdinand Avenarius (1856 - 1923), and his stepson Wolfgang Schumann (1887 - 1964), afterwards in private collection. - Mild toning and slightly spotty; small damage to edges.
(21) Bll. mit sechs Kompositionen für Klavier und Singstimme mit unterlegtem Text. Brauner Lederband der Zeit mit goldgepr. Mäander-Bordüre, Vorderdeckel mit einer Stickerei auf Stramin ("Andenken") mit Schmuckbordüre und Goldperlchen, vorderer Spiegel mit Wagners auf Stramin gesticktem Monogramm in Goldrahmen. Kl.-qu.-Folio (295:231 mm). Im vorliegenden Album finden sich die sorgfältigen Abschriften der Lieder 1) "Glockentöne von Proch" (op. 21 von Heinrich Proch); 2) "Mein' Hütten von A. Müller" ("Mein Hütten laß i nit […]" von Anton Müller); 3) "Im Thale von Proch"; 4) "C' est une larme. Romance de P. Lafont" (Charles Philippe Lafont, französ. Violinspieler, 1781-1839); 5) "Wach auf! von Loewe" (Carl Loewe, 1796-1869, "Der Hahn hat gekräht, die Lerche singt [...]"); 6) "Lied von Paul Fleming aus Oehlenschlägers Inseln im Südmeer" ("Laß Dich nur Nichts nicht dauern mit Trauern [...]"). - "Zur freundlichen Erinnerung", wie es am Titel heißt, "gesammelt von Albert Wagner / Würzburg den 8ten October 1839". Albert Wagner, der ältere Bruder von Richard Wagner, war nach Stationen in Leipzig, Breslau, Hamburg und Augsburg seit 1829 in Würzburg tätig. In den 1840er Jahren gab er seine Sängerlaufbahn infolge eines zunehmend stärker werdenden Halsleidens auf; von 1852 bis 1865 wirkte er als Regisseur an der Berliner Hofoper. - Die ersten und letzten Bll. stellenweise etwas fleckig; der Einband stellenweise etwas beschabt und berieben, gleichmäßig gebräunt und teils leicht fleckig; die Stickerei am Vorderdeckel leicht stockfleckig.
Berlin, Freie Universität Berlin, John F. Kennedy-Institut für Nordamerikastudien, 1979. 4to.; VI-388 pp., mimeografiadas. Ejemplar con envío autógrafo del autor. Cubiertas originales.
1 S. Qu.-kl.-4to. "Zuerst müßt ihr vor allem tausend Schedeln | Der Vaterländischen von ihm erschlagnen Edeln | Ein prächtiges Denkmal bauen. | In dessen Mitte groß in Stein gehauen, | Der größte Tieger mit gekröntem Haupt | In seinen Klauen ein Lamm, nach dem sein Blutdurst schnaubt. | Last läsig an der Knochenwand im schauervollen Kreise, | Vom Wittwenmark, und ausgeprestem Schweise, | Zehntausend düstre Lampen brennen. | So wird die Nachwelt ihn schon ohne Inschrift kennen".
1 S. Folio. Mit 2 papiergedeckten Siegeln. Bestätigungsurkunde für den Brucker Schützenhauptmann Nikolaus Hochmuth: "Das Vorweiser dieß Niklaus Hochmuth von Prugg als Oberaufseher bey den Schanzarbeiten bey der Zillerbrücke gestanden und sich bey dieser Arbeit durch rechtschaffenes, vernünftiges, und sehr lobwürdiges Benehmen ausgezeichnet habe, wird demselben zu seiner Legitimation von Kommissariatwegen bestättiget" (Rattenberg, 30. Sept. 1809, Franz Berr, Commissair). Darunter Speckbachers Bestätigung: "Ich Endesgefertiger bestättige ales das obige und empfel ihm der höchsten Gnade um seine Verdienste mit einer kleinen Unterstützung zu begnädigen." Faltspuren; braunfleckig. - Josef Speckbacher, der "Mann von Rinn", hatte an der Seite Andreas Hofers an drei Schlachten am Bergisel gekämpft und zusammen mit Joachim Haspinger und Peter Mayr die Rheinbunddivision in der Enge von Mittenwald-Oberau (der sog. "Sachsenklemme") besiegt. Nikolaus Hochmuth hatte im Mai 1809 Rattenberg und die Zillerbrücke verteidigt.
1 S. 4 Strophen zu je 4 Zeilen. 8vo. "Allmorgendlich der Wartburg Thor | Geht auf mit hellem Dröhnen; | Da rauscht ein hehrer Klang hervor, | Dem Rechten, Guten, Schönen. | Wie überglüht vom Sonnenkuß | Einst Memnonsbild erklungen, | So tönt der Wartburgpforte Gruß, | Ins Morgenroth gesungen. | Sei dieser Gruß, sei dieser Laut | Erinnrungreiches Mahnen, | Dem Enkel, der an Wartburg baut, | Von seinen großen Ahnen. | Ist's Hermanns, ist's Sophie's Gruß, | Der Klang im Morgenrothe? | Dir ruft er: Heil dem Genius! | Des Zukunftglückes Bote". - Minimal fleckig und mit kleinen Faltspuren.
1 S. 8vo. "O Mädchenblüte, keusch u. rein, | Was schaust du zu dem Marmorbildnis, | Das überglänzt vom Sonnenschein, | In dieser duft'gen Blumenwildnis | Vereinsamt steht? Dich staun' ich an, | Und zu dem Marmor sehr' ich wieder, | Und ach, mich armen alten Mann | Drückt dumpfen Ton's die Schwermut nieder [...] [es folgen 16 Zeilen]". - Linke arbeitete als Journalist in Posen und Breslau und war zuletzt Schriftleiter der "Weimarischen Zeitung". Zu seinem umfangreichen literarischen Werk gehören Lyrik, Erzählungen, Romane und das Kleinepos "Das Veilchen von Kephyssosthal" (1889). Mehrere seiner Werke behandeln die Gestalt Jesu, u. a. "Jesus Christus" (1883). - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf der "Redaktion der Weimarischen Landeszeitung Deutschland". - Mit kl. Einr. am rechten Blattrand (keine Textberührung).
46 SS. auf 70 Bll. Flexibler Pappband der Zeit mit dreiseitigem Rotschnitt. Kl.-4to. Die Verso-Seite des fliegenden Vorsatzblattes mit eigenh. Widmung an Michael Maria Rabenlechner, "dem verehrtesten Lehrer, dem lieben, lieben Menschen, dem treuen Freunde meines Lebens". - Erschien im Jahr darauf im Verlag der Wiener Graphischen Werkstätte.
7½ SS. auf 4 Bll. Großes Hochformat. Der Sohn des Organisten an der Karmeliterkirche in Wien-Leopoldstadt (heute St. Josef in der Leopoldstadt) und späteren Regenschori an der Kathedrale zu Fünfkirchen, Johann Georg Lickl, studierte Philosophie in Wien und trat hernach in den Dienst der k. k. Hofbuchhaltung. "In der Musik hat er sich vor allem als Physharmonikaspieler hervorgetan; er regte auch mit Carl Prandau den Orgelbauer Jacob Deutschmann zu technischen Verbesserungen dieses Instrumentes an" (ÖBL V, 189). - Am unteren Rand durchgehend etwas fleckig, sonst jedoch nur leichte Altersspuren.
5 SS. 8vo. Manuskript einer Episode aus Lili Marbergs 1937 erschienenem Buch "Es war so komisch" (Wien und Leipzig: Europäischer Verl. [1937]): "Es sollte am Dresdner Hoftheater ein Gastspiel des Burgtheaters stattfinden. In der betreffenden Komödie hatte Auguste eine schöne Rolle, auf die sie sehr stolz war, und sie freute sich unbändig, diese auch in einer anderen Kunstmetropole zu zeigen. Die Kollegen wollten gern ein großes Coupé für sich reserviert haben, was damals keine Kleinigkeit bedeutete, denn es war Krieg [...]". - Bl. 1 oben in Farbstift mit "V" markiert. - Auguste Wilbrandt-Baudius, Gattin des Schriftstellers Adolf von Wilbrandt, war von Heinrich Laube ans Wiener Hofburgtheater verpflichtet worden, wo sie in jugendlich-naiven und sentimentalen Rollen erfolgreich war. Nach einem Zerwürfnis mit Laubes Nachfolger Franz von Dingelstedt verließ sie 1878 das Burgtheater, an das sie nach Engagements am Theater an der Wien, am Deutschen Theater in Berlin, am Hoftheater in Meiningen und am Raimundtheater 1898 wieder zurückkehrte. - Lili Marberg (1876-1962) gehörte von 1911 bis 1950 dem Wiener Burgtheater an. Seit 1936 auch Ehrenmitglied, spielte sie zunächst in Stücken Wedekinds, Hauptmanns und Ibsens, später vorwiegend Königinnen und mütterliche Frauen und galt weithin als vorzügliche Charakterdarstellerin. Zu ihren Hauptrollen zählten Desdemona, Hedda Gabler und Helena in "Vor Sonnenaufgang". Ihre einzige Filmrolle war die des Fräulein Munk in Walter Reischs "Silhouetten" (1936).
1 S. Folio (222:275 mm). Montiert auf einen Bogen Pergamentpapier (ca. 330:344 mm). Aus seinem Band "Scholle und Stern: Balladen und Gedichte" (Berlin, Engel & Toeche, 1924), ein Gedicht mit zwei Strophen zu je acht Zeilen: "Räderrütteln, Räderdrehn, / Nacht und Tag kein Stillestehn! / Tag und Nächte Hammerschlag, / Hammerschlag bei Nacht und Tag! / Wenn kein Gott dir helfen kann, / Will er: selber ist der Mann! Laß das Betteln, feiges Flehn - / Deutschland, Deutschland muß bestehn! [...]". Geschrieben als Beitrag für die von Friedrich Koslowsky im Berliner Eigenbrödler-Verlag herausgegebene Faksimile-Anthologie "Deutschlands Köpfe der Gegenwart über Deutschlands Zukunft" (1928). Die Sentenz bei Veröffentlichung in Druckschrift wiedergegeben. - Leicht fingerfleckig, mit Verschlussmarkenresten verso. Koslowsky 153.
Oblong folio. 5 pp. (4 ff., a full sheet folded twice). Four voices with lyrics. From part II of Joseph Haydn's oratorio: the trio "Zu dir, o Herr, blickt alles auf" ("Poco Adagio"), arranged by the composer's brother for his Arnsdorf male quartet. The caption as well as the postscript (with a statement of provenance) are added by the flautist and violist Georg Johann Schinn (1768-1833), a student and friend of Michael Haydn's: "Von Herrn M. Haydn für 4 Männerstimmen arrangirt zu Armsdorf am 6ten October 1800. Vom Herrn P. Werigand Rettensteiner Pfarrer in Armsdorf die Original Partitur davon erhalten als Hochzeitgeschenk im 2. Dezbr. 1802". - From 1763 onwards, Joseph Haydn's younger brother served for 40 years as leader of the orchestra of Sigismund von Schrattenbach, the Salzburg Archbishop. The Arnsdorfer Benedictine monk Rettensteiner was a close friend who prepared German lyrics, copies, and adaptations for the male choir. For Michael Haydn he also translated numerous pieces of Latin liturgical music into German and collected material on Haydn's life and works. Much of this was used for the earliest biography of Michael Haydn, published by Schinn in 1808 (in collaboration with F. J. Otter). - Traces of an old vertical fold. Untrimmed, the final two leaves remaining uncut.
4to. 6 1/3 pp. on 7 ff. A chapter from the English translation of his "Ein Requiem in Rot-Weiß-Rot" (Zurich 1946), which was published in 1946 in New York as "Austrian Requiem". - After the occupation and annexation of Austria into Nazi Germany in 1938, the former Austrian Chancellor was arrested, kept in solitary confinement and interned in various concentration camps. After the end of World War II, Schuschnigg emigrated to the United States and worked as a professor of political science at Saint Louis University from 1948 to 1967.
Zusammen 1¼ SS. und 1 Skizze auf 3 Bll. 4to. Mit eh. adressiertem Umschlag und einem Manuskript des Übersetzers Robert Valençay. Korrektur der französischen Übersetzung eines dadaistischen Selbstzeugnisses des Künstlers für die Schriftenausgabe "Écritures" (Paris, Gallimard, 1970), das ursprünglich 1921 unter dem Titel "Max Ernst" in der Zeitschrift "Das Junge Rheinland" erschienen war. Der Brief an den Übersetzer Robert Valançay ist unmittelbar der Übersetzung angefügt, die dieser Ernst übermittelt hatte. Ernst berichtet, dass er die Übersetzung nach der Rückkehr aus Italien, wo er sich "im Schlamm gewälzt hat", vorfand, und befindet diese als "nicht so schlecht" (Übs.); er habe sich aber "ein paar kleine Änderungen erlaubt". Diese neue Version ist in Ernsts Hand auf einem separaten Blatt beigefügt. Auf einem dritten Blatt mit Anmerkungen Valençays zu dessen Übersetzung hat Ernst eine Skizze des Sternbilds Großer Bär angefertigt, in der die Sterne Alkor und Mizar benannt sind, die im Text Erwähnung finden. - Das "Selbstbildnis" erweckt zunächst den Anschein eines prahlerischen autobiographischen Texts, der jedoch bald durch dadaistische Elemente ad absurdum geführt wird. So verleiht sich Ernst den Spitznamen "Spitzer Hahnenfuß" und behauptet, dass er mit 12 Jahren das Elternhaus verlassen habe, "um den halbwüchsigen Eisenbahnen und den wichtigsten Seezungen nachzujagen". Der Text ist ein dadaistisches Kunstwerk eigenen Rechts, und Ernst nutzt seine Korrekturen der Übersetzung Valençays für weitere Variationen des Absurden. - Zwei Sätze, die als Beschreibung seiner künstlerischen Praxis von großem Interesse sind, durchlaufen besonders spannende Transformationen. Der deutsche Text "Seine Farbgebung ist manchmal durchlocht und manchmal röhrenförmig" wurde von Valençay möglichst verständlich mit "Son coloris est parfois percé de trous et parfois en forme de tuyaux" übersetzt. Ernsts Korrektur ist auf den ersten Blick originalgetreuer, doch dürfte es ihm vor allem an der Alliteration gelegen sein: "Son coloris est parfois perforé, parfois tubulaire." Besondere Schwierigkeit bereitete Valençay der Folgesatz: "Seine Stoffausscheidung ist voller Pflanzen und Tierreste", den er mit "Le matériau qu'il secrète est plein de plantes et de restes d'animaux" übersetzte und mit einer Anmerkung versah. Ernst wirft in seiner Überarbeitung jedoch die "Stoffausscheidungen" über den Haufen und ersetzt sie durch "concrétions". Diese Änderungen können als ironische Anspielung auf die Konkrete Kunst interpretiert werden, die Max Ernsts künstlerischer Praxis denkbar fern stand. Beim Satz "Das Weib ist ihm ein mit weißem Marmor belegtes Brötchen" wurde Ernsts Überarbeitung "Pour lui, la femme est un sandwich en marbre blanc" nicht für die französische Publikation des Textes übernommen, sondern Valençays wörtliche Übersetzung beibehalten. Erwähnenswert ist auch Ernsts Beharren auf der fehlerhaften Schreibweise "Aktor" (dt. im Original) bzw. "Actor" (Überarbeitung) statt des richtigen "Alcor" in Valençays Übersetzung. Als abschließendes Beispiel für Ernsts kreative Überarbeitung sei der letzte Satz genannt: Robert Valençay übersetzt das Original "Sein Wendekreis ist Blütenraub" mit "Son tropique est un pillage d'arbres en fleur", woraus bei Ernst der poetische Satz "Son tropique est le rapt du cérisiér fleuri" wird. - Wohlerhalten. Publiziert in: Max Ernst, Écritures (Paris, Gallimard, 1970), S. 7 f.; deutsches Original in: Das junge Rheinland, Heft 2, Düsseldorf, 2.11.1921.
Folio. ¾ pp. on bifolium. In pencil. Notes about the location of memorabilia from the age of Grumbach and Münzer. Written on a bifolium of slightly yellowed draft paper. Fontane's diaries and letters provide no other hint that Fontane took an interest in Wilhelm von Grumbach and his arguments with the Bishop of Würzburg, Emperor Ferdinand I, and the Elector of Saxony. Grumbach's legal battles, a history-based subject in the vein of Michael Kohlhaas, was likely to atttract a writer such as Fontane.
4 SS. auf Doppelblatt. Folio. "In der Capstadt wurde durch die Güte des Hrn. Gouverneurs Sir George Grey ein Buschmannschädel erworben, welcher vom Schlachtfeld genommen wurde und daher jede nähere Bezeichnung fehlt. Dr. Bikersteth, Spitalsarzt in Capstadt, verehrte der Expedition ein kompletes Buschmanskelet welches sich in der Sammlung des anatom. Museums der k. k. Universität befinden dürfte. Ueber die beiden, unseres Aufenthaltes auf den Nikobaren erworbenen Schadel von Eingeborenen erlaube ich mir zu bemerken, daß diese Schädel von Dr. Schwarz und mir aus Gräbern genomen wurden u. zwar [...]". - Bei Scherzers orthographisch höchst bedenklichem Manuskript mag es sich um eine Vorarbeit zum anthropologischen Teil des von der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften herausgegebenen monumentalen Novara-Werkes handeln, das von 1860 bis 1876 erschien. Zu seinen Schädelmessungen vgl. Brigitte Fuchs, "Rasse", "Volk", Geschlecht. Anthropologische Diskurse in Österreich 1850-1960 (Frankfurt a. M., 2003), S. 139 ff.
4 SS. 8vo. Beiliegend die von Fiege überarbeitete Druckfassung ("Neue musikalische Presse", Nr. 5 v. 30. I. 1898). Rezension von musikalischen Veranstaltungen in Berlin, darunter über Auftritte der Sängerinnen Clara Butt, Katty Silly, Marcella Pregi, Renée Richard und Elise Kutschera sowie der Sänger Fritz Perlinger, Franchon-Davies und Holger Birkerod sowie der Violinisten Alexander Petschnikow, Eugen Adorjan, Jascha Sussmann Adele Sandtner. - Fiege war Musikreferent der "Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" und einer der ersten Verfechter Richard Wagners.
6¾ SS. auf 4 Bll. 8vo. "Heinrich, Carl, Eckhardt, Hellmuth von Maltzan, Reichsfreiherr zu Wartenberg u. Penzlin, geboren zu Dresden am 6 Setepmber 1826. Zur Zeit seiner Geburt schrieb sich die Familie Maltzahn u. nahm erst im J. 1846 die als älter u. richtiger erkannte, durch einen Lehnsproceß als rechtsgültig constatirte Schreibart Maltzan (welche bis zum Ende des 17ten Jahrhunderts vorgeherrscht hatte) wieder an. Sein Vater, Mecklenburger aus dem seit 1530 reichsfreyherrlichen Hause Penzlin, war im J. 1811 in bairische Militärdienste getreten, hatte 1817 seinen Abschied genommen, sich 1820 mit einer vermögenden Engländerin, Julie Poulet-Thomson [sic], Schwester des 1841 verstorbenen früheren Ministers Lord Sydenham, verheirathet u. lebte bis 1830 in Dresden, dann auf einem Landgut bei Lindau am Bodensee, war jedoch sehr viel auf Reisen, so daß es rathsam wirde, Heinrich schon 1833 in ein Erziehungsinstitut zu geben [...]".
4 SS. auf 2 Bll. "Geboren zu Wien am 13. Mai 1828, brachte ich meine Jugendjahre daselbst zu, verfolgte dann das Studium an der Universität zuerst in der philosophischen, dann juridischen Fakultät. Mit Vorliebe betrieb ich schon im Gymnasium die alten Sprachen, ging dann vom Altgriechischen auf das Neugriechische über und von diesem zur Türkischen, Arabischen u. Persischen. Diese oriental. Studien trieb ich als Autodidakt, ohne Lehrer, denn die Curse an der Orientalischen Akademie waren nur den Zöglingen dieser Anstalt zugänglich. Einen eifrigen Förderer u. Gönner meiner Studien fand ich an Freiherrn v. Hammer-Purgstall, der im Jahre 1849 mir ein Reisestipendium der kk. Akademie der Wissenschaften für 2 Jahre erwirkte, mit der Auflage die einheimischen Bibliotheken in den syrischen Städten, besonders Aleppo u. Damascus zu untersuchen u. eine Topographie der letzteren Stadt auszuarbeiten, die später auch in den Denkschriften der Akademie erschien. In Aleppo verweilte ich mehrere Monate, ging dann nach Damascus, wo ich mit kurzen Unterbrechungen ein Jahr verlebte, Volk u. Land studierte, seltene Handschriften sammelte u. als einer der ersten Europäer die große Moschee besuchte u. schilderte. Von einem Beduinen begleitet unternahm ich die damals nicht gefahrlose Reise nach Palmyra [...]".
Titel und 2 SS. auf Doppelblatt. Qu.-4to. Liniertes Notenpapier. Mit eh. unterlegtem Text des nach einem Gedicht von Nikolaus Lenau in Musik gesetzten Liedes "für eine Singstimme mit Begleitung des Pianoforte". - Franz Mögele studierte Klavier, Komposition und Generalbaß am Wiener Konservatorium, erhielt 1850 ein Engagement als Violinspieler im Orchester des Theaters an der Wien und spielte später an mehreren Wiener Vorstadtbühnen. Er wirkte als Kapellmeister am Thaliatheater und fungierte längere Zeit als Chormeister der "Währinger Liedertafel". Ab 1858 trat er mit eigenen Kompositionen, vor allem Operetten und Opernparodien, hervor. Mögele komponierte u. a. die Opern "Friedrich, der Heizbare", "Leonardo und Blandine" sowie die parodistische Symphonie "Die Hölle, das Fegefeuer und der Himmel" für Orchester.
3½ SS. auf Doppelblatt. 8vo. "Zu Paris in hoher Aula stand einst Thomas von Aquin, | Der berühmte Theologe, u. die Jugend stand um ihn, | Denn Bonaventura schreitet ihm als Gegner in die Schranken - | Heute oder nie auf Erden wird der Ruhm Aquino's wanken. | Wer zum Ritter da berufen, hätte wohl ein schönes Amt, | Zu entscheiden, wer von beiden mehr von Gottes Geist entflammt. | Doch der schlichte Franziskaner schien noch mächtiger begeistert | Und von seinem letzten Worte stehen Alle stumm bemeistert. | Jeder rief: 'Er ist der Sieger u. besieget ist Aquin'. | Vom Katheder steiget dieser eilig u. umarmt ihn, | Denn erkannt in schlichter Kutte hatte er der Geister größten, | Dessen leuchtende Gedanken jeden dunklen Zweifel lösten [...]". - Franz Bonn, von 1862 bis 1865 Staatsanwalt, anschließend Richter in Ansbach, Bayreuth und München und später im Dienst des Fürsten von Thurn und Taxis in Regensburg, war zuletzt Präsident der Domänenkammer und Direktor des Zivilkollegialgerichts; von 1881 bis 86 gehörte er dem bayerischen Landtag an. Sein literarisches Werk umfaßt humoristische Gedichte, Schauspiele und Jugendliteratur. Sein Sohn war der Schauspieler und Schriftsteller Ferdinand Bonn (1861-1933). - Mit einigen von nicht identifizierter Hand stammenden Registraturvermerken in Farbstift.
Document on vellum, 320 x 192 mm. Counter-signed by Antoine-Jean Amelot, ministre de la maison du roi. Appointment for the Marquise d'Esclignac, designated as companion to "Madame Adélaide" de Bourbon: "Aujourd'huy [...] Le Roy étant à Versailles, mettant en consideration le merite et les [...] qualités de la dame Marquise d'Esclignac, Sa Majesté l'a retenue et retient pour l'une des dames que Sa Majesté a nommées pour accompagner ordinairement Madame Adélaide de France, veut et entend qu'a l'avenir lad. dame Marquise d'Esclignac serve pries cette Princesse en qualité de dame surnumeraire et sans apointements juqsu'a la premiere vacance, et jouisse des honneurs, prerogatives et autres distinctions apartenantes à lad. place en vertu du présent Brevet que bour assurance de sa volonté Sa Majesté a signé de Sa main et fait contresigne poar moi consilla secretaire d'État de de ses commandements et finances [...]". - The Marquise d'Esclignac is an unidentified member of the House of Preissac from the Gascony area. Antoine-Jean Amelot (1732-1795) served as "Secrétaire d'État de la Maison du Roy" until 1783, he died in the Luxembourg prison during the French Revolution. - Old collector's note verso: "Louis XVI et ses ministres - Documents sur la Revolution de 1789". Provenance: Eduard Fischer von Röslerstamm.