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Zusammen 6 SS. auf Doppelblättern. 8vo. Beiliegend ein ms. Brief betr. einer Freistellung vom Kriegsdienst. “Tag für Tag warte ich auf die Erledigung meines Ansuchens als Kriegszeichner. Trotzdem das Gesuch vom Pressedienst des Kriegsministeriums [...] am 13. August mit der Befürwortung des Herrn Bürgermeisters und des Unterrichtsministeriums ins Kriegspressequartier abgegangen ist, habe ich bis heute noch keinen Bescheid [...]” (Br. v. 30. VIII. 1945). - “Nachdem ich abermals durch einen Schwächeanfall (Muskelkrampf) infolge Überanstrengung in die Kaserne mittelst fahrender Tragbahre gebracht werden mußte, wurde ich zur Beobachtung ins Marodenzimmer gesteckt [...]” (Br. v. 28. IX. 1915). - Ferdinand Gold studierte bei William Unger an der Akademie der bildenden Künste. “Er hat meist mit der Kaltnadel Tierstücke, insbesondere Arbeitspferde der Großstadt, aber auch Architekturen und Allegorien, radiert. Hervorragend sichere Zeichnungen sind bei ihm gepaart mit großer Zartheit des Vortrags, geschmackvoller Abrundung der Composition zum Bild und stilreiner Linienführung” (Thieme/B. XIV, 337). - Im beiliegenden Br. eines mit Bleistift unterzeichnenden, nicht identifizierten Verfassers wird dazu ausgeführt, daß “das Kriegsministerium mein Einschreiten mit der Motivierung abgelehnt [hat], daß frontdiensttaugliche Künstler unter 42 Jahren angesichts der großen Zahl [an] Malern im Kriegspressequartier nicht enthoben werden können und daß es auch vorteilhaft erscheint, wenn diese jungen Künstler als Kämpfer in der Front unmittelbare Eindrücke sammeln [...]” (dat. 15. bzw. 17. X. 1915). - In altem Sammlungsumschlag.
Zusammen 3½ SS. 8vo. An einen Konzertagenten oder Musikverleger Wies, Wied oder Wild (wohl der aus Trebitsch stammende J. Wild, geb. 1849): "Vor zirka 14 Tagen hat ein Freund von mir in Ihrer Kanzlei vorgesprochen bezüglich der Übernahme meiner 3 Operetten. Ich weiß nicht, ob er mit Ihnen persönlich verkehrte, oder aber mit Ihrem Bevollmächtigten[.] Er berichtete mir aber, daß Sie geneigt wären dieselben zu übernehmen. Nun kann ich wohl mit Ihnen als altem Bekannten ganz aufrichtig sprechen: Ich möchte eben nicht wie das so Usus ist, daß die Sachen lange Zeit unberührt im Archive ruhen [...]" (Br. v. 7. III.). - Lt. Brief und beiliegendem Umschlag war Klimsch Komponist und städtischer Kapellmeister in St. Pölten. - J. Wild trat unter Direktor Franz Tome (gest. 1872) 1868 in Linz erstmals auf die Bühne, spielte bis 1877 in zahlreichen größeren österreichischen uind deutschen Städten und gründete anschließend eine Theater- und Konzertagentur. (Vgl. DBA I 1369, 206).
Zusammen 4 SS. auf 3 Bll. Gr.-8vo. An die k. k. Central-Kommission zur Erforschung und Erhaltung der Baudenkmale betreffs der Zuweisung eines Honorars für einen in deren "Mitteilungen" publizierten Aufsatz: "[...] Erhielte ich nähmlich etwas dafür, so käme es mir insofern sehr gelegen, da ich es auf meiner bevorstehenden Römerfahrt nutzbringend in Italien verwenden [...] könnte". - Graus lehrte seit 1875 christliche Archäologie und Kunstgeschichte am Priesterseminar in Graz; im selben Jahr übernahm er die Redaktion der Zeitschrift "Der Kirchenschmuck". 1872 wurde er ehrenamtlicher Landeskonservator für die Steiermark, 1911 nach der Ernennung hauptamtlicher Landeskonservatoren in den Denkmalrat berufen. Von 1903 bis 20 war er zudem Dozent an der Theologischen Fakultät der Universität Graz. - Der Brief vom 3. III. 1875 mit kl. Bearbeitungsvermerk.
Zusammen (1+4 =) 5 SS. auf 3 Bll. Gr.-4to und kl.-4to. An den Verleger und Sammler Kurt Wolff (1887-1963): "Ich bin bereit, das eine oder andere Buch aus meiner St. George-Bücherei abzugeben [...]" (6. August). - "Da die Instandsetzungsarbeiten von Schloss Münster immer mehr Geld verschlingen, so gedenke ich auch von meinen Georgica noch einiges abzugeben u. zwar diesmal 2 Hauptstücke: 1.) Die 'Pilgerfahrten' in der ersten Ausgabe mit eigenhändiger intimer Widmung St. Georges [...] 2.) Das 'Jahr der Seele' in der ersten Ausgabe gleichfalls mit Widmung St. Georges [...] Die 2 Bücher stammen aus dem Nachlaß Perls, die Widmungen sind an diesen, nicht an mich, sonst würde ich die Bücher natürlich nicht abgeben [...]". - Alexander Bernus leitete von 1902 bis 1905 die Zeitschrift "Freistatt", zu deren Mitarbeitern u. a. Frank Wedekind und Ricarda Huch zählten; erste Stücke wie "Don Juan" und "Masken" wurden in den 1907 gegründeten "Schwabinger Schattenspielen" aufgeführt. Zunehmend an Anthroposophie und Theosophie interessiert, gründete Bernus 1916 die anthroposophische Zeitschrift "Das Reich", in der u. a. Artikel von Alfred Kubin, Else Lasker-Schüler und Rudolf Steiner erschienen; nach Ende des Krieges war er Herausgeber der "Mitte". - Jeweils im linken Rand gelocht (geringf. Buchstabenberührung); papierbedingt etwas gebräunt.
(1+2 =) 3 SS. auf 2 Bll. 8vo. An einen Intendanten mit der Bitte, die Rolle der "Aida" freizuhalten und mit ihr zu besetzen: "Aida ist eine Lieblingsparthie von mir, und habe ich mir speziell für das Gastspiel neue Costüme dafür machen lassen, ich bitte also nochmals die Oper Aida für mich zu reservieren [...]" (10. III.). An einen Herrn Grosser zur Organisation ihrer Berliner Konzerte, zu welchen auch die Gemahlin Grossers beitragen werde: "Mit Vergnügen ersah ich aus Ihren geschätzten Zeilen, dass Ihre liebe Frau, wie wir schon hier besprochen, durch ihre Mitwirkung meine Berliner Concerte verherrlichen wird. Ich habe eben an Herrn Sacerdoti geschrieben, der sich mit Frau Anna [...] in Verbindung setzen wird [...]". (27. XII. 1882). - Der Unternehmer Ludovico Sacerdoti hatte Ende der 1870er Jahre eine Rollschuhbahn bauen lassen, die schon nach wenigen Jahren bankrottging und die nach einem Umbau zu einer sehr erfolgreichen Konzerthalle wurde - der späteren "Alten Philharmonie Berlin", einem Angelpunkt für Musikveranstaltungen. - Ein Brief mit in Silber gepr. großem Namensornament "Marie", der andere mit gepr. Wappenvignette.
Zusammen 3¼ SS. auf 2 Bll. 8vo. An Frau Prikrylová, eine Übersetzerin: "Ihr Brief trifft mich im Krankenhaus. Ich kann daher nur ganz kurz antworten [...] Ich kann meine Zustimmung zu einem geplanten Kafka-Film nicht geben. Meiner Meinung nach kann nur Kitsch dabei herauskommen, wenn man eine so komplizierte Individualität, wie Kafka es war, auf die Filmleinwand projizieren will [...]" (22. I.). - Ende November schreibt Brod einen weiteren Brief, in dem er sich für die Mühe bedankt, die sie mit dem Buch 'Prodaná nev' hatte, und gibt noch einige Ratschläge zu Übersetzungen tschechischer Worte, bevor er mitteilt, dass sein bester Freund Felix Weltsch verstorben sei: "Das ist sehr schwer zu ertragen [...]" (30. XI.). - Jeweils auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf; ein Brief mit kleiner Rostspur durch eine alte Büroklammer.
Zus. 2 SS. 8vo. An eine namentlich nicht genannte Adressatin: "Ihre Correspondenz oder vielmehr aus dieser, ersehe ich bei näherer Betrachtung einen abnormen Character. Sie sind ohne Zweifel eine ungewöhnliche Frau, dies besagt schon die Form Ihrer Schriftzüge. Beehren Sie mich - wenn erlaubt - mit Ihrer Photographie, wenn auch nur gegen Rückgabe" (Tullnerbach, 28.9.1912).
Zusammen 4 SS. auf 3 Bll. (Gr.-8vo). Mit einem eh. adr. Kuvert. Mit zwei mitunterzeichneten Neujahrskarten und einigem zeitgen. Werbematerial. Die Schreiben sind an Franz Leeb, den Bürgermeister von Pöchlarn, gerichtet: "[...] Ihrem Pöchlarner Sohn und Ehrenbürger fehlen vorläufig Worte um Ihnen und allen Freunden, die mir so viel Freude bereitet haben, zu danken. Begnügen Sie sich bitte mit dem Ausdruck meines innigsten Dankes und der Versicherung, daß ich diesen, einer meiner schönsten Lebenstage, nie vergessen kann als Sie mich [vor] der ganzen Bevölkerung so herzlich in meiner Geburtsstadt empfangen und gefeiert haben. Einen herzlichen Gruß Ihnen, lieber Herr Bürgermeister, dem Stadtrat und allen meinen Mitbürgern [...]" (18. VII. 1956).
Zusammen (4+2+1 =) 7 SS. auf 3 Doppelbll. 8vo. 2 mit eh. Adresse verso. Mit Bedauern ob seiner späten Antwort auf einen Brief des Adressaten, der gerne neue Werke von ihm besitzen würde. Dessen Brief habe ihn aufgrund seines längeren Aufenthalts in Schottland erst spät erreicht; die gewünschten Bilder habe er soeben erst fertig gestellt und hoffe nun, dass eines davon in der königlichen Gemäldegalerie landen werde, da der König im Jahr zuvor den Wunsch geäußert habe, ein Werk von ihm zu besitzen: "J'espère que vous me pardonnez d'avoir attendu si longtemps pour reprondre à votre dernière lettre par laquelle vous m'exprimiez le désir de posseder quelque nouvelles oeuvres de moi. J'étais en Ecosse du fait assez longtemps après que votre lettre était écrit qu'elle me fait envoyé et les tableaux [...] alors ont été seulement terminés ici dernièrement, avant du disposer je viens vous demander si quelqu'un de ces oeuvres que j'ai fini avec prédilection pouvait arriver jusque dans la collection du Roi, j'en rappelle que l'année dernier il fut question de desir que sa majesté paraitrait davoir de posseder quelque chose de moi [...]" (5. II. 1847). - An einen Baron mit Bedauern, dass er bei dessen Besuch in seinem Atelier nicht zugegen war: "J'ai été bien désolé de ne pas m'être trouvé dans mon atélier l'autre jour [...]". - An Monsieur Sellion mit der Nachfrage, ob dieser die nötigen Schritte im Widerstand gegen Madame Gudin unternommen habe, da die 24-stündige Verzögerung ihn einen unangenehmen Besuch am folgenden Tag befürchten lässt: "Avez vous fait ce qu'il fallait pour mettre opposition à Madame Gudin et toute inquieté, les 24 heures de delai dont parle ce papier faisant craindre que [...] quelque visite desagréable va nous arriver demain lundi [...]".
Zusammen 6½ SS. 2 Briefe mit eh. Adresse. An Christiane Kestner: "Allzusehr bringst Du mich bei Dir in Schuld. Schon beim ersten Blick, den Dein Auge auf mich that, wurde ich Dein Schuldner, ich sah den Himmel! Was konnte ich Dir wieder zeigen? Nur den Abglanz Deines Auges konntest Du befreundet in mir wieder finden. Du bist so gut u. brav, jedermann sagt es mir [...]" (Br. v. 21. IX. 1822). - "Ungewiß ob Du nicht heute wieder eben so hart seyn würdest als vergangenen Mittwoch, wollte ich Dir schon heute am frühen Morgen schreiben, damit mir die Zeit dazu nicht fehlen möchte, wenn ich die Hoffnung verlohren, von Dir ein Wort zu erfahren, was ich so schmerzlich erwartet. Die Hand versagte mir aber den Dienst, meine Gedanken gingen im Wir[r]warr umher, u. ich wußte nicht wo anfangen noch aufhören. Wenn ich Dich nicht so liebte wie es uns möglich ist zu lieben, wenn ich fürchten könnte daß Du mich hättest mißverstehen können, so würde es mir nicht schwer fallen zu glauben Dich beleidigt zu haben [...]" (Br. v. 28. IX. 1822). - Der in Steinlah bei Hannover geborene Künstler studierte in Dresden, Rom und Florenz und wurde 1838 Professor der Kupferstechkunst an der Dresdner Akademie. "Neben einem Selbstbildnis (1826) gehören meisterliche Stiche nach Cranach, Dürer und Raffael zu seinen Werken" (DBE).
Zusammen (2+2+1 =) 5 SS. auf 1 Doppelbl. und 2 Einzelbll. (Qu.-)8vo. An den Kunsthändler Joseph Maillinger mit der Bitte, den Preis für zwei seiner in dessen Salon befindlichen Werke herabzusetzen: "Bereits vor einigen Jahren sind Ihrer geehrten Kunstanstalt von meiner Gattin Carolina Hohe zwei Gemälde zu gelegentlichem Verkaufe übergeben worden über deren Verwerthung uns bisher keine Anzeige zugekommen ist, welche sich demnach noch in Ihrem Salon befinden werden. Um mit dem bisher festgestellten Preis deren Verwerthung nicht ferner hinderlich zu seyn, entschließen wir uns solche um jeden einigermaßen annehmbaren Preis abzulassen und vertrauen auf Ihre Güte und Einsicht einen solchen selbst festzusetzen [...]" (9. VI. 1864). - An einen Freund über ein für Jagdliebhaber interessantes Gemälde: "Es soll mich freuen, wenn das von mir auf Veranlassung des Herrn Martin dem Unterstützungsverein zur Ausstellung überlassene Hirschbild demselben einen Vortheil bringt, woran ich um so weniger zweifeln möchte, als ich bisher die Wahrnehmung gemacht habe, daß dieses Gemälde besonders das Interesse der Jagdliebhaber u. Jäger, deren es doch sehr viele giebt, in hohem Grade in Anspruch genommen hat. Das bevorstehende Oktoberfest versammelt bekanntlich eine große Zahl von Schützen-Freunden, die das Gemälde sicherlich interessiren wird [...]" (27. IX. 1861). - Die Mitteilung über den Versand zweier Werke mit Angabe von deren Preisen: "Da mir die freundliche Erlaubniß ertheilt wurde, nachträglich zwei Bilder senden zu dürfen, so folgen 1. die Gebirge bei Monaco [...] Preis f. 99. 2. Ajaccio in Corsica, von der Nordseite. Preis f. 99 [...]" (3. VII. 1864).
Zusammen (2+2+1=) 5 SS. auf 3 Bll. Qu.-(gr.-)8vo. An den Buchhändler Willi Henne wegen Leseabenden: "[...] Ich wäre grundsätzlich gern bereit und bitte Sie, mir gelegentlich selbst zu schreiben, damit wir uns über die Bedingungen verständigen können [...]" (a. d. Br. v. 20. III. 1954). - Als Offizier im Ersten Weltkrieg schwer verwundet, wurde Eckart von Naso 1916 Sekretär bei seinem Onkel Georg Graf von Hülsen-Haeseler, dem Generalintendanten am Berliner Staatlichen Schauspielhaus, wo er dann seit 1918 als Dramaturg, zeitweise als Regisseur und schließlich bis 1945 als Chefdramaturg unter Gustaf Gründgens tätig war. 1950 wurde er Dozent an der Filmakademie in Wiesbaden und 1953/54 Chefdramaturg an den Städtischen Bühnen Frankfurt a. M., später dann in Stuttgart. Sein literarisches Werk umfaßt Dramen und Romane sowie Novellen um historische Gestalten und Begebenheiten, besonders aus dem alten Preußen. - Die Briefe auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf.
Zusammen 10 SS. 8vo. Inhaltsreiche französischsprachige Briefe an ihre Halbschwester Claire de Charnacé (1830-1912) in Paris. Der mit "Donnerstag morgen" datierte Brief wurde zweifellos im Frühjahr 1862 in Löwenberg in Schlesien begonnen, wo Cosima Wagner Gast des Prinzen Konstantin von Hohenzollern-Hechingen war: "Unser Mäzen, bei dem wir ein zurückgezogenes Leben führen, das aus Musik, Freiheit, Liebenswürdigkeit und Lebendigkeit besteht. Die Konzerte folgen den Proben, die selbst Konzerte sind, weil oft ganz andere Sachen geprobt werden, als das, was vor Publikum gespielt wird. Der Prinz ist die erste Person nach mir, die die Musik so liebt und versteht wie ich, wie ich liebt er eigentlich nichts anderes als Musik und versteht sie, würde ich sagen, so wie ich, aber ich bin bescheiden. Die 24 Konzerte, die er in seinem charmanten Saal den Leuten aus der Stadt und ihrer Umgebung anbietet, bestehen aus hervorragenden Werken und umfassen die gesamte Musik; weder Vergangenheit noch Gegenwart oder Zukunft, wenn man so will, sind ausgeschlossen" (Übs.). - Zurück in Berlin, das ihr im Vergleich mit Löwenberg als "Tohuwabohu" erscheint, erwähnt sie ihre Arbeit für die "Revue germanique", die sie scherzhaft als "maman germanique" bezeichnet, und kommentiert die turbulente politische Lage in Preußen und dessen Konflikt mit Österreich: "Jetzt steht Preußen mit dem Rücken an der Wand, das heißt, es muss Partei ergreifen; ich für mein Teil sehe diese Krise sehr positiv und, wenn ich mich nicht irre, könnte sie zu einem Umschwung führen, der sehr vorteilhaft für Preußen ist [...] Unterdessen steht der Bruch mit Österreich kurz bevor, und womöglich wird die venezianische Frage ins Zentrum dieses Konflikts rücken, der alle hier beschäftigt und alarmiert. Meiner Meinung nach bleibt Preußen nur mehr, an das deutsche Volk zu appellieren, sich gegenüber Österreich, das von den vier Königreichen und einigen Fürstentümern unterstützt wird, durch Patriotismus zu behaupten, und damit, mit einem Wort, die liberale Macht im Gegensatz zur autokratischen zu repräsentieren [...]". Gegen Ende des Briefes findet Richard Wagner Erwähnung, der augenblicklich in Paris weilte: "Jetzt habe ich schon lange keine Neuigkeiten von Wagner; ich bezweifle, dass er die Einladung von Mutter wahrgenommen hat, wenn er arbeitet, benötigt er absolute Ruhe, und die Salonkonversation ist ihm generell unsympathisch". - Im Brief vom 29. April 1862 vergleicht Cosima das Leben in Frankreich und Deutschland: "Ich sehe, dass ihr euch amüsiert, während wir in unserer Gegend uns bilden, bessern und uns langweilen, und ich ziehe daraus weitreichende Schlüsse, die Deutschland zum Vorteil gereichen, jedoch nicht meine Vorliebe für Frankreich erschüttern, so sehr sind Räsonnements und Überlegungen der Liebe fremd". Nicht weniger von Leidenschaft geprägt sind Cosimas Wünsche für das eigene Leben: "Ich bin genauso entschlossen wie Sie, ganz und gar zu sterben, das bedeutet, sich nicht nach und nach Herz, Geist, Vernunft auslöschen zu lassen. Ich werde bis zu meinem letzten Atemzug lieben, ich werde mich bis zu meinem letzten Atemzug Illusionen hingeben". Ihre Mutter Marie d'Agoult kündigte einen Besuch an, jedoch "ohne mir die geringste Freude am kommenden Wiedersehen zu bezeugen; ich gebe zu, noch immer so naiv zu sein, so banal, so sehr antiquierten Formen der Zärtlichkeit anzuhängen, dass ich erst verdutzt war und dann traurig". Ein besseres Verhältnis hatte Cosima zu ihrer Schwester Blandine Ollivier, die jedoch im September 1862 im Kindbett sterben sollte: "Was mich betrifft, denke ich, dass Blandine gut daran tut, Paris zu verlassen, um in ihrer Maisonette in Ruhe zu gebären und zu säugen [...]". Es folgen Anmerkungen zur aktuellen Lektüre, darunter Renans "Vie de Jésus", Hugos soeben erschienene "Les Misérables" und Faust II, die sie "mit mehr Begeisterung und Zufriedenheit als je zuvor" liest. Schließlich drückt Cosima ihren Wunsch aus, Claire in Wiesbaden zu treffen, das sie als ihren "Rhein" bezeichnet - zweifellos in Anspielung auf Wagners Aufenthalt im nahegelegenen Biberach von 1862 bis 1863. - Das Brieffragment kann auf 1861 datiert werden. Cosima kommentiert darin Jules Michelets naturgeschichtliches Werk "La Mer" und den aufsehenerregenden Prozess gegen den Bankier Jules Mirès. - Die vollständigen Briefe auf Briefpapier mit geprägtem Monogramm "CBL". Leicht gebräunt.
Zus. 4 SS. 8vo. und 1 S. Postkarte. Beiliegend: 1 eigenh. Brief mit U. von Else Brod (Prag, 24. II. 1913, 1 S. auf Doppelblatt, mit eh. adress. Kuvert) sowie die hs. Abschrift eines Gedichts von Max Brod. An den Philosophen Samuel Hugo Bergmann (1883-1975) bzw. an dessen Frau Else (1886-1969): "Liebe Frau Dr. Bergmann, vielen Dank für Brief und Konzertprogramm. Ganz subjektiv kann ich nur sagen, daß ich zu solch einem Konzert mit so viel atonaler Musik nicht gehen würde, - ich ertrage Atonales nur in homöopathischen Dosen. 'Der Wanderer' von Schönberg (aus seiner Frühzeit) ist allerdings gar nicht atonal [...] Lieber Hugo, Ich habe einen Stoß Bücher und Zeitschriften bereitgestellt [...] Das Buch über Schreiber muß ich mir erst selbst beschaffen. Ich glaube: der Verlag ist verkracht. Ich sandte sowohl dir persönlich als auch an die Bibliothek meinen neuen Roman 'Die Frau, n. d. m. sich sehnt'. Hoffentlich gut angelangt? Qui tacet, assentire videtur [...]" [Prag, 1927]. - An Else Bergmann: "Dank für Ihre freundlichen Worte. Wenn ich Sie in letzter Zeit so selten gesehen habe, so ist nur meine allzu starke Inanspruchnahme schuld daran. Es würde mich freuen, wenn Sie mich einmal besuchten [...]" ([Tel Aviv], 27. IX. o. J.). - "Liebe Frau Bergmann, Soeben schreibt mir Klaus Wagenbach, daß er ab Genua hier am Samstag in Haifa einlangt [...] Ich darf also voraussetzen, daß wir Sie entweder Samstag von 6-7, oder Sonntag vor 10 oder 6-7 Nachm. in Ihrer Wohnung vorfinden werden [...]" (Tel Aviv, 12. IV. [1956]). - Der Brief von Else Brod gratuliert dem Ehepaar Bergmann zur Geburt ihres Sohnes Martin (1913-2014, später Professor der Psychologie an der New York University): "Eben von unserer schönen Reise heimgekehrt hören wir, daß unser freundschaftlicher Kreis sich durch ein neues kleines Mitglied vergrößert hat. Möge dieses zu Ihrer Freude heranwachsen! Möge es aus dem heiligen Urgrund der Welt, welchen es eben erst verlassen hat und mit dem es vielleicht noch in geheimnisvoller Verbindung steht, etwas Licht und Gefühl zu seiner eigenen und zu unserer Belehrung herübertragen [...]" (Prag, 24. II. 1913). - Die Abschrift des Gedichts "Bis wir einander verlernen" undatiert, nicht in der Handschrift von Hugo oder Else Bergmann. - Kleine Knitterspuren und Randeinrisse, etwas fleckig, im ganzen wohlerhalten. Aus dem Nachlass der Familie Bergmann.
Zusammen 12 SS. 8vo bzw. qu.-12mo. Charmante Auseinandersetzung mit dem Musikhistoriker Otto Erich Deutsch über unterschiedliche Auffassungen betr. der Herausgabe der ‘Wiener Drucke’: “Ihr Brief [...] hat mir in unerträglicher Weise die Abhängigkeit von Ihnen fühlbar gemacht, die mich in halb bewußter, halb instinktiver Besorgnis vor kommenden Unstimmigkeiten so lange zögern ließ, mich mit den ‘Wiener Drucken’ einzulassen. Hätte ich es nur nicht getan: viel Enttäuschung, Verdruß, Schaden und die Mühe zeitraubender vorbereitender Studien wäre mir erspart geblieben! Eine Reue, die freilich zu spät kommt, aber eine eindringliche Warnung für die Zukunft [...]” (Br. v. 30. I. 1925). - Emil Horner verfaßte zahlreiche literaturwissenschaftlichen Aufsätze und Abhandlungen sowie ein Buch über Eduard von Bauernfeld, das 1900 mit dem Bauernfeld-Preis ausgezeichnet wurde; weiters gab er u. a. einer vierbändige Werkauswahl Bauernfelds heraus. Vgl. Kosel (Hrsg.), Dt.-Österr. Künstler- und Schriftsteller-Lex. I, s. v. - O. E. Deutsch (1883-1967), ehedem Kunstkritiker der Wiener Tageszeitung ‘Die Zeit’ und Assistent am Kunsthistorischen Institut der Universität Wien, erwarb nach der Rückkehr aus dem Ersten Weltkrieg eine Buchhandlung, gliederte ihr einen Verlag an und war seit Mitte der zwanziger Jahre als Privatgelehrter und als Bibliothekar der Musiksammlung Anthony van Hoboken in Wien tätig. 1938 nach Großbritannien emigriert, gab er den ‘British Union Catalogue of music published before 1800’ heraus, erwarb die britische Staatsbürgerschaft und war als Gelehrter und Dozent in Cambridge sowie am British Council tätig. Nach Österreich zurückgekehrt, wurde er Mitglied des Zentralinstituts für Mozartforschung am Salzburger Mozarteum, dessen Vorsitz er 1962-65 gemeinsam mit Bernhard Paumgartner und Alfred Orel innehatte. Deutschs Bedeutung “liegt vor allem in seinen dokumentarischen Arbeiten zu Franz Schubert” (DBE). 1907 gab Deutsch ‘Ferdinand Kürnbergers Briefe an eine Freundin (1859-1879)’ heraus, 1910-14 die ‘Gesammelten Werke’, 1912 ‘Die Deutsche Schiller-Stiftung. Aufsätze. Literaturberichte und Gutachten von Ferdinand Kürnberger’, 1919 die Briefe an Heinrich Laube und 1926 ‘Drei Erzählungen’. Vgl. auch Czeike II, 20f. - Beiliegend ein ms. Brief (Durchschlag) von O. E. Deutsch an Emil Horner (Wien, 5. II. 1925. 3½ SS. 4to).
Zusammen 7 SS. 8vo bzw. 7,8:10,5 cm. Mit 2 eh. adr. Kuverts. “Nun werde ich am Dienstag (11./10) die ‘Agathe’ in ‘Freischütz’ singen! [...] (Br. v. 4. X. 1904). - Auch die zwei anderen Schriftstücke haben ihren Auftritt als Agathe zum Thema. - Unübersehbar in der genannten Rolle bekannt geworden, fand die Künstlerin nichtsdestotrotz keinerlei über die Tagespresse hinausgehende Resonanz. - In altem Sammlungsumschlag.
Zusammen 2 SS. Briefe und 5½ SS. Spesenabrechnung. Verschiedene Formate. Die Briefe an die k. k. Staatskanzlei betreffs der Einreichung beiliegender "Berechnung über die gesamten Ausgaben bei der am 27ten September 1826 von Paris nach London und von dort zurück bis 19ten Oktober 1826 gemachten Dienst Reise", deren Kosten sich in Summe auf 589 Gulden und 43 Kreuzer belaufen haben. - Steinbüchel wurde 1819 Direktor des Münz- und Antiken-Kabinetts und der k.k. Ambraser Sammlung und unternahm mehrere archäologische Reisen, "von allen mit mehr oder weniger Ausbeute für das seiner Leitung anvertraute Cabinet heimkehrend" (Wurzbach XXXVIII, 55). - Die Verso-Seite von Bl. 4 der Spesenabrechnung mit einem mehrzeiligen eh. und unterzeichneten Vermerk des im Jahr darauf verstorbenen Staatskanzleirates und Registraturdirektors Franz Anton von Kesaer: "Da Se. M. der Staatskancley blos aufgetragen haben, den H. v. Steinbüchel nach Paris und zurück zu befördern, so kann demselben die von Paris nach London gemachte Reise aus der hierortigen Kassa nicht vergütet werden". - Der auf einem Folio-Bl. verfaßte Brief an den Ränden stärker angestaubt und etwas lappig.
Zusammen (2+2½+1+1 =) 6½ SS. auf 2 Doppelbll. und 2 Einzelbll. 8vo u. Qu.-12mo. An einen Bekannten über eine in Kürze bei diesem eintreffende Sendung mit zwei Gemälden und mit Dank für den freundlichen Empfang seiner Kollegen: "En reponse à votre obligent lettre j'ai l'honneur de vous informer que je viens de vous expedier une caisse contenant deux tableaux petis de Paris le 24 de ce mois [...] L'accueil bienveillant que vos compatriots ont bien voulu faire à mes collègues me fait esperer toute votre indulgence [...]" (29. VI. 1841). - Der undatierte Brief mit dem Ausdruck seines Bedauerns, dass sein Gemälde Madame Engels nicht gefallen habe, was jedoch nicht seine Schuld sei, da er aus seinem dem Adressaten vorgelegten Themenkanon ebensogut ein anderes Sujet hätte auswählen können: "Je regrette beaucoup que le sujet de mon tableau ne soit pas du gout de Madame Engels, et si cela est vous conviendrez que ce n'est pas de ma faute car dans le choir de plusieurs sujets que je vous ai soumis loin de ma première lettre j'aurais autant mis de faire à une autre qu'à celui-ci [...]" (o. D.). - Die beiden Albumblätter alt auf Papierträger montiert. Ein Brief mit kleinen Randläsuren. Die Albumblätter etwas knittrig.
Zusammen 5 SS. 4to. bzw. Visitkartenformat. An den Juristen Karl Frh. von Haerdtl (1818-1889), dem er u.a. für die “gütige Vermittlung zur Erlangung der Unterschrift der Fr. v. Aretin auf die Vollmacht für ihren Gatten” dankt und um weitere Unterstützung ersucht (Br. v. 11.IV. o.J.). - Ein anderes Schreiben betrifft einen geplanten Ankauf des Mozarthofs durch das Ackerbauministerium. - Von 1871-75 als Minister für Ackerbau tätig, reorganisierte Chlumecky die Verwaltung der Staatsdomänen und förderte die Gründung der Hochschule für Bodenkultur in Wien; als Handelsminister (1875-79) bemühte er sich insbesondere um die Verstaatlichung der Eisenbahn, die er durch das "Eisenbahnexpropriationsgesetz" in die Wege leitete. Seine wohl bedeutendste Leistung war der 1905 zustandegekommene nationale Ausgleich zwischen Deutschen und Tschechen; darüberhinaus hatte Chlumecky maßgeblich Anteil am Zustandekommen des allgemeinen Wahlrechts. - Karl Frh. von Haerdtl war Mitglied des Herrenhauses und mehr als zwanzig Jahre lang Präsident der Wiener Advokatenkammer.
Zusammen 8 SS. auf 6 Bll. (Qu.-)8vo. Eine Karte mit eh. Adresse. An den Physiker und Seismologen Emil Wiechert, u. a. über Interna an der Heidelberger Akademie zu Ernennungen in den Fächern Astrophysik, Meteorologie u. dgl. Die Gesichtspunkte für die Auswahl der geeignetsten Persönlichkeiten erscheinen ihm "dunkel": "Ihre beiden Briefe, von welchen ich auch schon den ersten nach seiner Schlussbemerkung als vertraulich betrachtet habe, beeile ich mich zu beantworten so gut ich kann. Es wird auch hier die gleiche Angelegenheit der 'Notgemeinschaft' in der Heidelberger Akademie mit einer mit einer mir nicht förderlich, ja man könnte sagen verdächtig erscheinenden Eiligkeit und Heimlichkeit betrieben. Wie dem auch sei, auf die Frage einer Meinung zum Kommissionsvorschlag Runge, Sonnenfeld, Paul Koch, Müller, Westphal oder Schumann für Physik, Astrophysik, Geophysik, Meteorologie, muss ich antworten, dass dieser Vorschlag stark befremdlich erscheint. Ich vermisse für diese Fächer vor allem irgend einen angesehenen, bewährten Experimentalphysiker, wie W. Wien, J. Stark; ohne Hinzuziehung eines solchen kann die Kommission keinesfalls ernst genommen werden. Ausserdem würde man für die genannten Fächer auch an M. Wolf (Astrophysik) und E. Wiechert (Geophysik) in erster Linie zu denken haben. Es wäre unbegreiflich, warum man statt der offenbar vorhandenen, der Sache nach geeignetsten Persönlichkeiten andere wählen sollte, deren Auswahl-Gesichtspunkt dunkel erscheinen muss […]" (15. XII. 1920). - Weiters mit Dank und Dank und Stellungnahme zu erhaltenen Publikationen und Vorträgen. - Alle Blatt gelocht (teils geringe Buchstabenberührung); ein Brief auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf.
Zusammen 5 SS. 4to und 8vo. Betrifft die Vereinbarung zu einer Verabredung (1913) und die Übermittlung von Glückwünschen zu H. A. Schwers 50. Geburtstag. Der wohl von Schreiberhand verfaßte und von Karl Hoffmann und Emil Tranquillini unterzeichnete Brief vom 27. VIII. 1917 betrifft den nie durchgeführten Bau des Kaiser Franz Josef Stadtmuseums. Der angesprochene Monumentalbau kam in der 1900 vom Gemeinderat beschlossenen Form nie zustande: Vor dem Ersten Weltkrieg kam es, trotzdem die Pläne Otto Wagners recht weit gediehen waren, zu keiner Entscheidung, der Krieg selbst verhinderte dann einen neuerlichen Anlauf und erst 1953 wurde erneut auf dem ursprünglich vorgesehenen Platz ein Museumsneubau beschlossen. “Da unmittelbar nach Fertigstellung des Detailprojektes zum Bau des Kaiser Franz Josef Stadtmuseums und darauf erfolgter Auszahlung der ersten Rate unseres Architektenhonorares der Weltkrieg ausgebrochen ist, mußten wir vom Beginn der zweiten Rate an bis zum heutigen Tage, das ist also durch volle drei Jahre[,] die von uns vertragsmäßig übernommenen architektonischen Arbeiten unter wesentlich schwierigeren materiellen Verhältnissen weiterführen als dies seinerzeit bei Abschluß unseres Vertrages im Jahre 1913 vorausgesehen werden konnte [...]”. - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf. - In altem Sammlungsumschlag.
Zusammen 3 SS. auf 3 Bll. (Qu.-)8vo. An einen Freund und Verleger über den Bariton Kubicki, für den er ein Vorsingen organisieren werde, mit Dank für die Sammlung von Material für den Gesangsunterricht sowie der Ankündigung, ihn wegen noch unveröffentlichter Lieder aufzusuchen: "J'ai entendu Monsieur [...] Kubicki, il a une jolie voix de baryton [...] mais c'est un peu mince pour l'opéra. Cependant je demanderai Lundi une audition pour lui [...] Merci pour les recueils des leçons de solfège [...] Je viendrai vous voir pour vous parler d'un recueil de Busser et chants d'harmonie inédits [...] qu'il serait intéressant de publier [...]" (17. V. 1930 [?]). - An denselben mit der Ankündigung, seine Arbeit an den unveröffentlichten Liedern im nächsten Monat zu vollenden, über seine Arbeit an einer Suite, und mit der Bitte, ihm zwei Exemplare seiner Mezzo-Vokalisen zu schicken: "Je n'ai pas terminé le travail du Busser et chants dont je vous ai parlé et je compts le finir le mois prochain [...] Je travaillerai aussi à la suite Fritz Busser [...] Pouviez-vous me faire adresser à l'opéra ou chez moi 2 exemplaires du recueil de vos vocalises mezzo [...]" (25. VI. 1930 [?]). - Die beiden Briefe auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf des Théâtre national de l'opéra. - Die Postkarte an eine Freundin mit Grüßen aus Rom, wo er sich bereits seit 15 Tagen aufhalte: "Notre plus affectueuse pensée de notre grande Rome de la belle Italie dans laquelle nous sommes depuis 15 jours [...]". Die Bildseite mit einer schwarz-weiß Photographie der Villa Medici. - Mit Randläsuren. Ein Brief mit Notizen in Rotstift von Empfängerhand.
Zus. 3 SS. auf 3 Bll. (Qu.-)8vo. In französischer Sprache an den Philosophen Hermann Graf Keyserling (1880-1946) mit Bedauern, seinem Vortrag nicht beiwohnen zu können: "Ce billet pour vous dire mes vifs regrets de ne pouvoir être à Paris le jour de votre conférence - à laquelle j'aurais été très heureux d'assister [...]" (Cuverville en Caux, 26. II. 1935). Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf der Nouvelle Revue Française. - An den Schriftsteller und Verleger Maurice Delamain (1883-1974) im Sanatorium d'Enval in Puy de Dôme mit Freude über die interessante Antwort auf seine Frage sowie Bewunderung seines Scharfsinns und seines Taktgefühls, und dem Zusatz, seinen Namen im Druck lieber wegzulassen, wenn noch möglich: "Combien je me félicite d'avoir posé une question qui vous vaut une aussi intéressante réponse. J'admire à la fois votre perspicacité et votre tact parfait [...] Sans doute est-il trop tard pour vous dire: mieux vaut ne pas mettre mon nom. Si déjà imprimé, tant pis!" (Luxor, 8. III. 1939). Die Bildseite mit einer Photographie eines ägyptischen Steinreliefs. - An einen Redakteur mit Dank für die Zahlung von 200 Francs für seinen Beitrag zur Revue Hebdomadaire: "J'ai bien reçu le mandat de deux cents francs que vous m'en versez pour ma collaboration à la Revue Hebdomadaire et je vous en remercie [...]" (Cuverville en Caux, 22. I. 1921). Mit Randnotizen in Buntstift und Tinte von Empfänger- bzw. Sammlerhand. - Der Brief an Keyserling mit einem größeren Einriss ohne Textberührung; etwas knittrig. Der Brief an den Redakteur gelocht. Alle Stücke mit Rostspuren und kleinen Randläsuren.
Zus. (2+2+2 =) 6 SS. auf 3 Bll. 4to. In französischer Sprache an die Graphologin Micheline Delamain, Gattin des Verlegers Maurice Delamain (1883-1974), mit einer durch den Verleger Jacques Chardonne (1884-1968) angeregten Schriftprobe sowie der Beteuerung, keine Geheimnisse zu haben und ein durchaus uninteressantes Leben zu führen: "Jacques Chardonne me prie de vous envoyer quelques lignes, mais c'est très intimidant, car j'ai l'impression, par ce que [!] je connais les études de M. Maurice Delamain et de vous-même [...] D'autre part, n'ayant rien de secret, ma vie n'est pas du tout intéressante [...]" (19. V. 1952). - An dieselbe mit dem Versprechen, ihren Brief an seine Cousine Tézenas de Montcel, geb. Marthe de Boisdeme, zu senden, die ihr persönlich antworten werde, und mit Dank für Bücher, die er vom Verlagshaus Éditions Stock erhalten habe, sowie einem Lob für die kürzlich dort erschienene "Anthologie de la Prose Française": "Je ne crois pas pouvoir mieux faire que de transmettre votre aimable lettre à ma cousine Tézenas du Montcel (née Marthe de Boisdeme) qui en sera [...] très touchée, et vous répondra, je pense, elle-même. Je dois à la bonté de J. Chardonne et des éditions Stock de recevoir 99 beaux livres, et je suis en ce moment plongé dans cette Anthologie de la Prose française qui fait tant d'honneur à votre maison [...]" (29. V. 1952). - An dieselbe über seinen bescheidenen Lebenslauf, mit der Bemerkung, aus Langeweile in der Verwalterschule mit dem Schreiben begonnen zu haben, und in Dankbarkeit gegenüber seinem Förderer Jacques Chardonne: "J'ai été major de sciences Po vers 17 ou 18 ans, puis je suis entré par hazard à l'Ecole d'Administration où pour échapper à l'horrible ennui de n'avoir rien à faire je me suis mis à écrire. La suite n'est pas plus brillante [...] Il faut toute l'amitié de Jacques Chardonne pour considérer cela avec un peu d'indulgence [...]". - Alle auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf des Ministère de l'Education Nationale. Teils größere Randläsuren; etwas knittrig.
Zus. 4 SS. auf 2 Doppelbll. und einem Einzelblatt. In französischer Sprache an einen Bekannten über einen anlässlich seiner Ernennung zum Direktor der Pariser Musikschule Schola Cantorum gehaltenen Vortrag, der in der belgischen Kunstzeitschrift "L'art moderne" erschienen ist; mit Verweis auf den Kunstkritiker Octave Maus (1856-1919), Herausgeber derselben, der ihm das Gewünschte gerne schicken werde: "Ma petite conférence d'inauguration de la Schola Cantorum est publiée par l'Art Moderne de Bruxelles, in extenso; le directeur de ce journal qui est un de mes amis M. Octave Maus se fera je pense un plaisir de vous envoyer communication de ce que vous demandez [...]" (Valence, 14. XI. 1900). - An einen Schriftsteller mit Bedauern, keine biographischen Notizen oder andere brauchbare Dokumente über seine Person zu besitzen oder aufsetzen zu können, sowie der Aufforderung, sich an den Komponisten Georges Martin Witkowski (1867-1943), Leiter der Musikschule in Lyon, zu wenden: "Merci d'abord de votre si aimable intention à mon égard, mais, hélas, je ne possède point de notice biographique ou autre document relatif à ma personne... et, malheureusement, j'ai de trop pressants occupations en ce moment, pour pouvoir vous établir moi-même quelque chose qui puisse vous servir. Excusez-moi, j'ai si peu de temps à moi, encore mon Ecole! Si vous alliez à Lyon, je suis certain que M. Witkowski, directeur de la Schola lyonnaise [...] vous donnerait sur moi, et mieux que moi! tous les renseignements que vous pourriez désirer [...]" (o. O., 20. XII. 1904). Auf Briefpapier mit Trauerrand. - An einen Schüler mit der Einladung zu einer Probe: "Voulez vous venir à la Schola Mercredi à 5 heures, nous aurons le temps de répèter le trio [...]". - Der Brief von 1900 etwas gebräunt, mit kleinen Papierdurchbrüchen und einem kleinen Randeinriss.