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5 SS. auf 3 Bll. 4to. 28 Strophen zu je vier Zeilen über den französischen Physiker und Ingenieur Salomon de Caus (1576-1626): "Paris ist neuen Stoffes und neuer Witze froh, | Denn eben erschien ein Büchlein von Salomon de Caus. | Das spricht vom kochenden Wasser, von qualmender Dünste Kraft, | Und wahrsagt Wunder der Zukunft. 'Verrückt spricht's; märchenhaft' [...]". - Das vorliegende Manuskript dürfte von Pachler einem Redakteur zugesandt worden sein, der Pachlers Unterschrift am Ende durchstrichen und in Bleistift mit eigener Hand unter den Titel gesetzt hat. - Der gebürtige Grazer und Freund von Franz Grillparzer, Anastasius Grün, Friedrich Halm und Paul Heyse war Leiter des "Illustrirten Familienbuchs des österreichischen Lloyd" und schrieb tls. unter dem Pseudonym C. Paul Gedichte, Romane und Schauspiele, die wiederholt aufgeführt wurden. Gemeinsam mit Ernst Birk, Eduard von Sacken und Joseph Müller gelang es ihm am 31. Oktober 1848 durch waghalsige Löscharbeiten die von den kaiserlichen Belagerungstruppen in Brand gesetzte Hofbibliothek vor dem Schlimmsten zu bewahren. - Vgl. Kosch III, 1971 und Czeike IV, 478.
193 Fouragezettel mit den Unterschriften französischer Offiziere. Gruppenweise oder einzeln abgelegt in zeitgenöss. vorgedruckten Archivumschlägen der französischen Armee, diese ihrerseits in 4 Sammlungsmappen um 1900. Beiliegend 1 maschinschriftlicher "Katalog des Konvoluts von Formularen der Régie des Fourrages, Place de Leipzig, Okt. 1806-März 1807". 100 SS. Sämtlich in Halbleinen gebunden und mit handschriftl. Deckeltitel, jeweils Kl.-Folio (ca. 23:28 cm). Hübsche, umfassende Sammlung von Fouragequittungen aus dem während des Vierten Koalitionskriegs besetzten Leipzig mit den Unterschriften bedeutender napoleonischer (teils kommandierender) Offiziere, darunter Jacques Allain (1773-1851), Louis Hullin de Boischevalier (1770-1809), Louis-Jacques de Coehorn (1771-1813), Joseph Goll (1771-1850), Jean-Michel Haudebault (1766-1837), Louis-Joseph Maupoint (1766-1850), Simon Prévost de Vernois (1778-1859), Jean-Gaspard René (1769-1808), Auguste Talhouet (1788-1842), Jean-Marie de Varlet (1775-1857) und Charles-Louis Vimeux (1787-1859). - Obwohl das Rückgrat auch des napoleonischen Heers weiterhin die billigere und wendigere Infanterie bildete und Napoleons Hauptaugenmerk als Feldherr stets der Artillerie galt, waren Pferde unerlässlich nicht nur als Kavallerieeinheiten im Kampf, sondern auch für die Heereslogistik, gerade für den Transport der schweren Geschütze. Allerdings waren Pferde zu Beginn des 18. Jahrhunderts für die erschöpfte französische Staatskasse ein besonders rares Gut: Die meisten Gestüte lagen außerhalb der Landesgrenzen, und die mit der Flucht des Adels entstandenen Lücken unter der Kavallerieoffizieren hatten sich nur allmählich aus den nachrückenden Rängen sowie durch Remigranten füllen lassen. Umso peinlicher war die Buchführung über alle Ausgaben für die fast unvertretbar kostspieligen Tiere, insbesondere über die unablässige Fouragierung. Die vorliegende Sammlung von Quittungen, gemeinsam abgelegt in von der Armee vorgedruckten Umschlägen, zeugt von der genauen Organisation des Verpflegungsvorgangs. Als nach der Schlacht bei Jena und Auerstedt am 14. Oktober 1806 Preußen und Sachsen von Frankreich besetzt wurden, zog Marschall Davoust am 18. Oktober in Leipzig ein; schon die erste hier überlieferte Fouragequittung datiert vom 19. Oktober. Die Quittungen sind von Sekretärshand - teils auf Vordrucken - geschrieben und von den verschiedenen Offizieren, Unteroffizieren, Soldaten und Militärbeamten unterschrieben und von Sekretären gegengezeichnet. Zumeist tadellos erhalten in den originalen Archivumschlägen, gegenüber deren zeitgenössischen Aufschriften nur wenige Blätter fehlen. Anfang des 20. Jahrhunderts in vier Mappen abgelegt und in einem maschinschriftlichen Katalog erfasst, die Schreiber biographisch erschlossen. Gegenüber dem um 1928 vorliegenden Bestand fehlt heute eine "kleine Mappe", hauptsächlich Quittungen von Bory, Guyardet, Siry, Souplet, Thevenet und Varlet umfassend (davon noch die Formularumschläge mit 2 Quittungen vorhanden). - Provenienz: Der ungenannte Bestandsbildner (nach seinem selbst angelegten Katalog wohnhaft in Zehlendorf und anscheinend aus in Appelwerder/Westpreußen begüterter Offiziersfamilie, noch 1918 an der Salonikifront; sein nicht identifiziertes Adelswappen auf S. 1 gestempelt) hatte die zwischenzeitlich verstreute Sammlung hauptsächlich zwischen 1918 und 1928 (mit zwei Ergänzungen bis 1938) aus Angeboten verschiedener Händler wieder zusammengetragen, darunter R. Hönisch und W. Hiersemann in Leipzig, H. Burmeister und J. A. Stargardt in Berlin. Erworben aus Privatbesitz.
Series of 34 watercolours showing 17 male and 17 female costume figures. Wove paper (mostly watermarked Whatman 1821). C. 195 x 165 mm each. In custom-made half calf portfolio. Charming, beautifully executed set of 34 watercolours: two series of Tyrolean costumes (men and women) numbered 1 through 17. Spitzer, born in Vienna around 1780 according to AKL, worked in Innsbruck between 1810 and 1825 before moving to Salzburg (cf. Thieme/Becker XXXI, 393). He apparently was close with the Vienna-trained artist Johann Georg Schedler (1777-1866), a native of Constance. Schedler, who lived in Innsbruck from 1804 and witnessed the Tyrolean Rebellion, was known for his landscapes and costume scenes of his adopted country (cf. Wurzbach XXIX, 154). One of his published series, a collection of engravings showing the costumes of Tyrol and Vorarlberg, appeared in Innsbruck around 1824 (the Ferdinandeum copy containing 20, the Berlin copy 17 plates: Hiler 780 and Lipperheide Eba 10). The Lipperheide collection also includes a corresponding set of 34 watercolour plates, bound as an octavo volume (Eba 11). This book is from the library of Schedler himself and contains his autograph title: "Tiroler Volkstrachten nach Entwürfen von Joh. G. Schedler gemalt von Spitzer in Innsbruck". Spitzer, apparently, had forged an agreement with Schedler to produce a small number of watercolour copies of his costume series, which he would offer to customers willing to pay a premium for an original work of art rather than buy the published engravings. The present set thus constitutes Spitzer's second known watercolour version of Schedler's series of Tyrolean costumes, and the only one in the trade. - Occasional slight browning and duststaining; the colour shows exceptionally fine hues and tonal values; extremely well preserved. Cf. Lipperheide Eba 10 & 11. Hiler 780.
Small folio. ½ p. 21 lines. Apparently unpublished poem.
Zusammen 4 SS. 8vo und 2 SS. 55 x 95 mm. "Nach langem Zögern, das Sie gütigst entschuldigen wollen, schicke ich Ihnen hiermit ein paar Zeilen, in denen ich meiner auch für den Nichtarzt einleuchtenden Ansicht Ausdruck zu geben versuche" (Visitenkarte Oktober 1882). Das beiliegende Manuskript, betitelt "Savoir faire und Charlatanerie in der ärztlichen Praxis", handelt von guten Eigenschaften die Ärzte besitzen sollten: "Eine der wichtigsten Eigenschaften eines praktischen Arztes ist, neben seiner wissenschaftlichen Bildung, die Kunst, sich durch sein sociales Engagement das Vertrauen und die Gunst seiner Klientel zu erwerben. Der gelehrte Arzt, der diese Kunst nicht besitzt und den Kranken ausschließlich als wissenschaftliches Material behandelt, ist selten ein gesuchter Praktiker - oft kommt ihm der Mann, mit minder gründlichem Wissen, oder gar ein Charlatan hierin zuvor" (September 1882).
44 pp. ½ in-folio, montées sur onglets, reliées en un volume. Demi-reliure à petit coin en veau glacé noir, dos lisse avec titre argent. "Ainsi qu'il est précise en page de garde, il s'agit du "scénario pour un film, Ballet ou dessin animé". - L'auteur expose rapidement le thème: "[...] Neptune a épousé sur le tard Vénus. - On ne rigole pas tous les jours dans le ménage des Dieux [...]". La sauvagerie des hommes massacre allégrement le peuple de Neptune. Les plus pitoyables victimes sont les malheureux bébés phoques, jusqu'au jour où une petite sirène, Pryntyl, inversera, par tout le poids d'une tragédie, le déroulement de ce "jeu" cruel. - Célèbre pour ses romans, Céline s'essaya tout d'abord au théâtre, notamment avec L'église, pièce écrite en 1926, éditée en 1933 et jouée pour la première fois à Lyon en 1936. Il composa également des scénarios ("Secret dan l'île, 1936; "Arletty, jeune fille dauphinoise", 1948) ainsi que des ballets ("Foudres et flèches", 1948). "Scandal aux Abysses" fut composé entre 1938 et 1944 et publié chez Denoël en novembre 1950. Si le rôle de la sirène Pryntyl fut proposé à Arletty, le projet n'aboutit cependant pas et il fallut attendre 1979 pour qu'un extrait de se texte soit représenté au théâtre du Lucernaire (Paris) sous le titre "Une heur avec L. F. Céline" (spectacle créé par Stéphane Varègues et Catherine Morelle).
3 Hefte zu je 6, 10 und 9 Bll. Lose Bll. in Papierschirting. 8vo. Unvollständiges Manuskript, jedes Rollenbuch mit Stempel der Theaterdirektion Carl Lössl am Titel. Vorliegend die Szenenfolge des Vorspiels (Titel und 9½ SS.), das Textbuch des Baron Arthur Dubois im Vorspiel (Titel und 16½ SS.) sowie dasjenige des Grafen H. Brief im I. Akt (Titel und 14½ SS.). - Carl Lössl, der Sohn des gleichnamigen Burgschauspielers, der unter dem Pseudonym Carl Klee wirkte, begann seine Laufbahn 1834 am Theater in der Josefstadt; 1854 übernahm er die Direktion des Theaters in Budweis und war in späteren Jahren noch Theaterleiter in Reichenberg, Marburg, Wiener Neustadt, Raab, Fünfkirchen, Agram, Pilsen und Leutschau. "1874 zog er sich von der Bühne zurück und lebte vom Rollenabschreiben in Wiener Neustadt" (Wilhelm Kosch: Deutsches Theater-Lexikon. Klagenfurt u. a., Kleinmayr u. a., 1953-1998. Bd. 2; zit. n. DBA III 579, 182).
1 Tafel, 28, (2) SS. OBr. Brief: 1 S. 4to. Der Begleitbrief (dat. Prag, 11. XI. 1885) an einen namentlich nicht genannten Adressaten. - Etwas angestaubt; der Umschlag mit kl. Aus- und Einr.
2 SS. Folio. In lila Tinte. Zwei Lieder für Singstimme und Klavierbegleitung (aus Op. 1, "12 Lieder für eine Singstimme mit Begleitung des Pianoforte"): Vertonungen von August Montanus' "Schlummerlied" ("Die Abendglocken läuten den müden Tag zur Ruh") und Ludwig Tiecks Lied der Enkelin aus "Rothkäppchen" ("'s Misekätzchen ging spazieren"). - Der aus Dortmund gebürtige Jurist Nodnagel studierte an der Musikhochschule Berlin, bevor er Lehrer am Stern'schen Konservatorium Berlin und Mitarbeiter der "Allgemeinen Musikzeitung" wurde. 1899-1903 wirkte er in Königsberg als Redakteur und Lehrer am Konservatorium, bevor er als Musikschriftsteller und Gesangslehrer nach Berlin zurückkehrte. Der Nachlass des Komponisten wird vom Westfälischen Musikarchiv Hagen verwahrt.
1 S. Folio (223:282 mm). Albumblatt mit gedruckter Bordüre, gedr. Fußzeile "Beitrag zum Selbstschriftenalbum 'Deutschlands Zukunft'" und gedr. Formular für biograph. Daten, aufgezogen auf einen Bogen Pergamentpapier (ca. 330:344 mm). "Das Vorhandene in Staat und Gesellschaft hat die Vermutung für sich, notwendig zu sein - notwendig aus hundert Gründen, von denen fanatische Reformatoren drei widerlegen und siebenundneunzig übersehen [...]". - Geschrieben als Beitrag für die von Friedrich Koslowsky im Berliner Eigenbrödler-Verlag herausgegebene Faksimile-Anthologie "Deutschlands Köpfe der Gegenwart über Deutschlands Zukunft" (1928). Die Sentenz bei der Veröffentlichung in Druckschrift wiedergegeben. Koslowsky 148.
779 SS. auf 788 Bll. Gr.-8vo und kl.-4to. Mit einigen Beilagen (s. u.). Sehr umfangreiches und stark bearbeitetes Manuskript des 1892 erschienenen Romans. - Zunächst Fabrikant, begann Heinrich Blechner 1876 seine Laufbahn als Journalist und Schriftsteller, wurde als Redakteur bei der "Wiener Sonn- und Montagszeitung" tätig, gab die "Wiener Revue" heraus und schrieb Beiträge für die Berliner Zeitschrift "Gegenwart" und den "Pester Lloyd". Daneben verfaßte Blechner Novellen, historische Romane und den liberalen Tendenzroman "Der Sohn des Staatskanzlers" (1878). Nach dem Ende seiner publizistischen Karriere betätigte sich B. als Bauunternehmer. - Beiliegend: 3 eh. Briefe mit U. Blechners an seine Familie (1898 und 1899, zusammen 4½ SS.), ein eh. Brief seiner Tochter Hilde an ihn (1899, 1½ SS.) und ein ms. Verzeichnis von "Aktiv-Vermögen" und "Passiva" (undatiert, 2½ SS.).
2 SS. (15 Strophen). 4to. "Sommermittag war's; die Lüfte | regten kaum die Blumendüfte; | von den alten Türkenschanzen | blinkt' es grell dem Auge her. | Alles müde; ob dem Ganzen | blaute weit das Aethermeer […]". - Hango stand seit 1879 als Kanzleibeamter im Dienst der Stadt Wien und arbeitete im Städtischen Archiv, das er von 1911-23 auch leitete. Daneben war er als Lyriker und Erzähler tätig und schrieb u. a. "Faust und Prometheus. Eine Dichtung" (1895). Von 1900 bis 1920 redigierte er den "Kalender des deutschen Schulvereins" und war Mitherausgeber verschiedener Quellenwerke zur Geschichte Wiens. Vgl. Kosch I, 822.
4to. 4½ pp. on 6 ff. In French. Highly interesting manuscript for an article written in response to criticism of Cocteau’s collaboration with the Saclay Nuclear Research. Cocteau had been asked by the research centre to provide the text for the voice-over commentary of the 1956 documentary short "À l’aube d’un nouveau monde" on nuclear energy. This was preceded by Cocteau’s 1953 publication "Journal d’un inconnu" with a chapter entitled "Des Distances" on his notion of space that had convinced the scientists at Saclay of Cocteau's potential as a science communicator. The manuscript opens with the remark that he had to "laugh a lot" about the "article by a young journalist who believes nuclear research to be a fashion" and who compared Cocteau to the legendary dandy Beau Brummell for following this apparent fad. Cocteau argues that nuclear research began with the Greek philosopher Heraclitus and accuses the journalist of not knowing his work, pointing to his "Journal d’un inconnu" as the origin of the collaboration. He compares science and poetry to organisms "that will not suffer the smallest inexactness, the smallest vagueness" and goes on to defend the opening phrase of the voice-over, "Few scientists master the use of the word", that had apparently been misunderstood as an insult. For Cocteau, the "privilege of the poet consists in making the abstract concrete, in defining the invisible, to procure it with volume and outlines, in short, to become the interpreter of scientists". Although he mentions Henri Bergson and Henri Poincaré as exceptions to the rule, Cocteau insists that scientists "are more comfortable with algebraic formulae than with those of syntax". At the same time, he stresses that "his formulas" for the film "are the opposite of the 'poetic' style", comparing his text to a simple attempt "to make a stroll among machines of mysterious use less unpleasant". He underlines that he was not allowed to employ "the slightest bit of imagination", which he "detests", but that he also had to "evade the bleak platitudes of guidebooks". It is arguable whether a simile like the following is devoid of imagination: “with pastoral innocence nature employs the method of Poe’s Purloined Letter to dissimulate the most formidable secrets". The theme of dissimulation continues in the second half of the text, when Cocteau conceives "the Sphinx of atomism" and compares the Geiger counter to a truffle pig. Cocteau closes with thanks to the scientists at Saclay. - 5 pages are numbered 1 through 4, with an annex to page 2. An unnumbered leaf with the autograph designation "Monsieur Louis Aragon" suggests that the text was supposed to be published in Aragon’s literary weekly "Les Lettres françaises". Several cancellations and changes by Cocteau's hand. Minimal stains and tears. A minor tear due to fire damage on page 3 restored with adhesive tape.
4 SS. (72 Zeilen) auf Doppelblatt. Kl.-4to. "Aus Wassern stiegen die Lande | Einst jungfräulich empor; | Es keimte am feuchten Strande | Der erste Blumenflor. | Auf Wassern kam einst gezogen | Der große Todestag, | Da unter entfesselten Wogen | Die Welt begraben lag [...]" (aus "Seelieder"). - "Die Erde ruht im Nebelgewand | Erstarrt in herbstlichem Schauer, | Da kommt ein Hauch aus südlichem Land, | Und weckt sie aus dumpfer Trauer. | Den Schleier, der längst ihr Antlitz deckt, | Vermag er kosend zu heben, | Auf ihren verblaßten Zügen weckt | Sein Kuß das fliehende Leben [...]" (aus "Scirocco"). - Die Tochter eines ungarischen Staatsbeamten und einer Wienerin kam 1852 nach Wien. "Im Zuge privater literarischer Studien entstanden ihre ersten eigenen schriftstellerischen Versuche. Von Franz Grillparzer ermutigt, gab sie 1868 ihren ersten Gedichtband heraus. Es folgten weitere lyrische Werke, Romane (u. a. 'Die Schwedenkönigin', 1882) und Dramen. Najmajer setzte sich für eine Verbesserung der Bildungs- und Berufschancen für Frauen ein, indem sie die erste Stipendienstiftung für weibliche Studierende an der Univ. Wien gründete und den Wiener 'Verein für erweiterte Frauenbildung' finanziell unterstützte" (DBE). - Mit kleinen Randläsuren.
8½ num. SS. Großes Hochformat, 12zeilig. Originalumschlag mit hs. Deckelschildchen. Am Titel der vollständigen Niederschrift von Weinbergers Opus 233 der Vermerk: "Für eine ev. Clavier-Ausgabe muss diese Orchestral gemachte Fantasie bedeutend erleichtert werden". - Titel gestemp. "Professor Charles Weinberger [...]" und auf Bl. 5 verso mit dem eh. Vermerk "-10h A. 27.6. 18 [?]" und Adr. "VIII Langegasse 72/14". - Der Sohn von Wiens erster Offenbach-Sängerin Helene Weinberger zählte neben Millöcker, Suppé und Zeller zu den erfolgreichsten Operettenkomponisten um 1900.
1 S. 8vo. Möglicherweise als Notiz für das ‘Deutsche Volksblatt' gedachte Nachricht über den Selbstmordversuch des "junge[n] hochbegabte[n] Schriftsteller[s], dessen Namen wir aus Rücksicht auf seine Familie verschweigen". - In altem Sammlungsumschlag.
Titel und 29 beschriebene SS. auf 24 Bll., um 1900 mit Bleistift paginiert (1-26). Gr.-4to (ca. 210 x 258 mm). Beilagen. Bislang unbekannter Textzeuge des Münnich'schen Berichts über die letzten Tage des Raubmörders Severin von Jaroszynski, den der "Galgenpater" Münnich, Seelsorger im k. k. Provinzialstrafhaus, vor dessen Hinrichtung betreute. Der russisch-polnische Adlige Jaroszynski (1789-1827), dessen väterliches Erbe ihm jährlich 50.000 polnische Gulden einbrachte, kam erstmals 1826 zur Kur nach Baden. Vor allem wegen seiner Beziehung zur Schauspielerin Therese Krones (1801-30, von Raimund 1821 an das Leopoldstädter Theater engagiert) blieb er in Wien und bezog schließlich eine Wohnung im Trattnerhof. Neben den zahlreichen Geldgeschenken an Krones führte sein ausschweifender Lebenswandel bald dazu, daß "sein Geld zur Neige ging [...] Als ihn noch dazu die Gesandtschaft zur ehesten Rückkehr aufforderte, um über Unregelmäßigkeiten in der Amtskasse Auskunft zu geben, schritt Jaroszynski zu einer Verzweiflungstat" (Deutschmann, S. 66): Am 13. Februar 1827 ermordete er den Abbé und Mathematikprofessor Johann Conrad Blank mit 14 Messerstichen bei einem Besuch in dessen Wohnung, um sich in den Besitz von Obligationen zu bringen, die er noch am selben Tag für 5398 Gulden veräußerte. Drei Tage nach der Tat wurde er ausgeforscht und nach langem Verhör am 11. Juli zum Tod durch den Strang verurteilt. Am 30. August wurde er vor 20.000 Schaulustigen bei der Spinnerin am Kreuze gehenkt; der Seelsorger Münnich begleitete ihn und hielt anschließend die Predigt. - Münnichs Bericht, dessen Veranlassung bis heute nicht vollständig geklärt ist (vgl. Ammerer, S. 171), ist neben dem vorliegenden in sechs weiteren Manuskripten bekannt. Eines gelangte 2009 durch dieses Antiquariat in deutschen Privatbesitz, ein weiteres erliegt im Archiv der Stadt Salzburg, vier weitere in der Handschriftensammlung der Wienbibliothek (vgl. ebda., S. 167-169). 2009 legte der Salzburger Historiker Gerhard Ammerer eine Edition vor, nachdem, wie derselbe ermittelt hatte, der Text bereits 1837 "an völlig entlegener Stelle" (ebda., S. 170) im Druck erschienen war (nämlich im 7. Jahrgang des Grimmaer Journals "Unser Planet"). Ob es sich bei einer der sechs Handschriften "um den Archetyp handelt, [ist n]icht zu entscheiden", doch erschien das Salzburger Manuskript dem Herausgeber "am ausführlichsten bzw. genauesten" (ebda., S. 170), weswegen er es seiner Edition zugrundelegte. Aufgrund der teils erheblichen Differenzen in Graphie und Textumfang (wie auch einzelner in den meisten Textzeugen variiert vorzufindener Korruptelen, die auf eine schlecht lesbare Vorlage hindeuten) scheint es sich jedoch bei all diesen Überlieferungen um Abschriften zu handeln, während Münnichs Autograph einstweilen verschollen bleibt. Umso bemerkenswerter ist die Tatsache, daß die vorliegende Überlieferung nicht nur vollständig ist, sondern auch verschiedentlich einen besseren Text bietet als das Salzburger Manuskript. So heißt es an der Stelle, an der Jaroszinsky am Strick hinaufgezogen werden soll: "Ich dachte nun über die zu haltende Rede an das Volk, und war davon ganz begeistert, ich achtete nicht darauf, was geredet wurde" (S. 25). Tatsächlich hatte, nach anderen Berichten, der Verurteilte in diesem verzweifelten Moment derbe Verwünschungen gegen den Kaiser ausgestoßen - ein Umstand, den Münnich nicht nur diskret verschweigt, sondern für dessen scheinbare Unkenntnis er auch geschickt eine Erklärung anbietet. Der Salzburger Text hat hier, offensichtlich verderbt: "[I]ch dachte nur an die zu haltende Rede, an das Volk, u. wartete ganz begeistert [!]. Ich achtete nicht darauf, was geredet wurde" (Ammerer, S. 195). Auch der Vorgang der Hinrichtung selbst wird hier etwas ausführlicher und nachvollziehbarer geschildert: Statt "der Henker winkte seinen Knechten, die hinter dem Galgen ließen nach, und Jaroschinsky - war todt -" (Salzburg) hat unser Manuskript "[...] die hinter den Galgen ließen nach, die unter den Galgen zogen an, - J... war Tod". - Unsere Überlieferung bezeichnet sich im Titel ausdrücklich als Abschrift; ausschließlich hier findet sich der Hinweis, daß sie für die Freunde des Hingerichteten angefertigt worden sei. Der Titelzusatz "mit einem Nachwort und Anmerkungen versehen" verweist auf redaktionelle Ergänzungen gegenüber Münnichs Urschrift: Mit dem "Nachwort" scheinen allerdings lediglich die drei Briefe Münnichs an Jaroszynskis Angehörige gemeint zu sein, die nicht in allen Kopien enthalten sind (vgl. Ammerer, S. 168), während sich die "Anmerkungen" wohl nur auf zwei erklärende Fußnoten beziehen, die das "Ich" bzw. "mir" im Text als den "Seelsorger" auflösen (S. 5, 12). Auch hier erweist sich die vorliegende Überlieferung als vorzugswürdig; die Salzburger hat an einer der genannten Stellen sinnentstellend "ihm". Vorangestellt sind unserem Text zwei Gellert-Sentenzen, die sich noch am Schluss einer anderen Handschrift finden, deren orthographische Eigenheiten und gelegentliche willkürliche Einschübe (vgl. Ammerer, S. 168) allerdings nicht der vorliegenden entsprechen. - Wie sonst nur die Salzburger gibt unsere Handschrift am Schluß ein Datum an, den "30. September 1827" - ob dies, wie von Ammerer (S. 170) gemutmaßt, das Abfassungsdatum darstellt, kann nicht entschieden werden. Obwohl auch unser Manuskript gegenüber dem Salzburger Text gelegentliche Auslassungen aufweist, bietet es insgesamt einen anscheinend etwas umfangreicheren und an mehreren Stellen vertrauenswürdigeren Text. - Die Seiten 12 und 13 gegeneinander vertauscht. Teils stärker braunfleckig; die Ränder lappig und mit Einrissen, jedoch von den minimalen Randdefekten abgesehen durchgehend tadellos lesbar. - Es liegen bei: 1) Maschinschriftliche Abschrift (21 SS. Folio und 4to; um 1930?), mit rotem Buntstift ohne Vergleich mit der Vorlage redigiert. 2) Zeitungsausschnitt: Hermine Cloeter, "Der Galgenpater", in: Neue Freie Presse v. 22.1.1914; darin die Angabe, es seien von Münnichs Bericht "etwa ein Dutzend Abschriften gemacht und an Freunde des Verfassers verteilt" worden; unter den Besitzern von Exemplaren werden neben der Bibliothek der Stadt Wien noch Hugo Thimig, Fritz Brukner und die Kunsthandlung Heck genannt. 3) Zeitungsausschnitt. "Therese Krones als Zeugin in einem Mordprozeß" (nicht ermittelte Zeitung, 29.4.1924: zur soeben erschienenen Aktenstudie Ludwig Altmanns, "Der Raubmörder Severin von Jaroszynski, Wien u. a. O. 1924). Ferner beiliegend handschriftliche Sammlungsumschläge um 1920 und 1950. Vgl. G. Ammerer, "... die Stunde hat geschlagen..." Leben des Raubmörders Severin von Jaroschinsky in den Aufzeichnungen des Zuchthausgeistlichen und "Galgenpaters" Philipp Jakob Münnich. MÖStA 53 (2009), S. 155-198. W. Deutschmann, Therese Krones und der Raubmörder Severin von Jaroszynski. In: Therese Krones zum 150. Todestag. Kat. der 68. Sonderausstellung des Histor. Museums der Stadt Wien (1980), S. 65-85.
17 SS. auf 17 Bll. 4to. Das Manuskript zu dem in der "Neuen Freien Presse" abgedruckten Feuilleton, das eine Begebenheit aus den Jahren 1874 bis 1877 schildert, die Lenz als Forschungsreisender im Dienst der Deutsch-Afrikanischen Gesellschaft Berlin in Gabun und dort hauptsächlich in der Umgebung des Flusses Ogowe zugebracht hatte. "[...] Am nächsten Tage aber beschlossen wir, den heiligen Abend mit möglichstem Pomp zu feiern. [...] Wol erkundigte sich die Okota-Bevölkerung bei meinen Dienern über unser räthselhaftes Beginnen, aber diese antworteten ihnen [...], 'the white man make him big fetisch'. [...] Als ich aber nach einigen Tagen dieses kleine Inselvolk der Okota verließ, erklärte mir der Chef des Dorfes, daß er die Hütte sammt dem Christbaum zum Andenken an mich für immer stehen lassen wollte; in Wirklichkeit getraute sich Niemand mehr darin zu wohnen, weil man sich vor dem Fetisch fürchtete, den der N'tangangi, der weiße Mann, in diesem Hause gefeiert hatte". - Mit eh. Korrekturen, Redaktions- und Absatzmarkierungen in Blaustift. Beiliegend ein Zeitungsausschnitt mit dem Abdruck von Lenz' Feuilleton in der "Neuen Freien Presse" (Nr. 5247 vom 5. April 1879, S. 1 und 2).
138:210 mm. Zusammen mit einem Lichtdruckportraits Hesses (250:188 mm) in Passepartout unter Glas. Gerahmt (565:365 mm). "Kalt knistert Herbstwind im dürren Rohr, / Das im Abend ergraut ist; / Krähen flattern vom Weidenbaume landeinwärts [...]". Das Gedicht, das mit einem eh. "Gruss von H Hesse" versehen ist, wurde erstmals in der Baseler "Nationalzeitung" am 15. XII. 1946 gedruckt. Waibler G 408.
188:132 mm. Sehr sorgfältig ausgeführte Aquarellzeichnung zweier junger Frauen, deren eine der anderen die Haare flicht oder kämmt. "Zum freundl. Andenken an Ihren ehemaligen Lehrer Carl Spitteler". - Etwas gebräunt und stellenweise stärker fleckig, sonst tadellos erhalten.
2 SS. auf Doppelblatt. 8vo. Aquarell ca. 75 x 90 mm. Der Titel "Sommerhöhe" und die Widmung "für Adis zum 15. VIII. 33" für seine Schwester Adele Gundert zu ihrem Geburtstag auf der ersten Seite des Doppelblatts unter der aquarellierten Federzeichnung. Auf der zweiten Seite das Typoskript seines Gedichts: "Das Blau der Ferne klärt sich schon | Vergeistigt und gelichtet | In jenen Lila-Zauberton, | Den nur September dichtet [...]". - Gefaltet.
1 S. (16 Zeilen) auf Doppelblatt. 4to. "Schwül ist's. Leise rauscht die Weide | träumend schläft der See, | silbern ruht auf kühlen Wellen | Sonnenschein wie Schnee. | Doch ein Wölkchen schwebt vorüber, | trübt den Silberschein, | luftig hüllt ein dunkler Schleier | Flut und Weiden ein [...]". - Tls. unter dem Pseudonym Han(n)s Weber-Lutkow war Johann Pokorny Mitarbeiter des "Deutschen Volksblattes für Galizien" und des "Ostdeutschen Volksblattes", davor auch des "Kyffhäuser". "Seine Gedichte, Erzählungen, Feuilletons, Skizzen etc. erschienen in den bedeutendsten deutschsprachigen literarischen und schöngeistigen Zeitschriften, nur wenige jedoch in Buchform gesammelt. Pokornys schriftstellerische Bedeutung liegt auf dem Gebiet der Erzählung. Er formt packende Charaktere aus dem ruthenischen Milieu, dessen Darstellung ihn in die Nähe Sacher-Masochs rückt, ohne ihn jedoch dessen künstlerische Höhe erreichen zu lassen. Seine Gestalten, triebhafte Naturmenschen, gehorchen eigenen, ihnen innewohnenden Naturgesetzen, die sie außerhalb des üblichen Moral[-] und Sittenkodex stellen" (ÖBL VIII, 162).
1 S. (24 Zeilen) 8vo. "Stillfriedlich ruft in Waldes Hut | Ein Schlößlein fein und traulich, | Ein Türmlein drauf neigt seinen Knauf | Vorüber gar beschaulich, | Die Mauern rauh und wettergrau, | Umspielt von grünen Ranken - | Das alte Haus blickt ernst hinaus, | Als wär' es voll Gedanken [...]". - Wengraf war ein bedeutender sozialliberaler Kulturpublizist der Jahrhundertwende. Er war als Redakteur der "Arbeiterzeitung" tätig, 1893-98 Herausgeber der "Neuen Revue" (ehemals "Wiener Literatur Zeitung"), Mitarbeiter des "Neuen Wiener Journals" und Chefredakteur des "Extrablatts" sowie der Zeitung "Die Zeit". - Mit kleinen Randläsuren.
Folio (ca. 275 x 327 mm). 12, 5, 13-37, 15 pp. Ink on staved paper by Néocopie Musicale with 3 systems of 4 staves, as well as 10 staves respectively. In contemporary red wrappers with handwritten cover-title. One of Jolivet's first major works, which remained unpublished until 1989 (Salabert), described by the French violinist and leading interpreter of Jolivet's works, Devy Elrih (1928-2012), as "embracing a new musical language, and a reinvention of notation for violin and piano, as well as the relation of the two". Elrih goes on to characterize the composer's intention to "express himself free of any references to earlier works in this domain [...] as a 27-year-old man, full of life, lyricism and determination". - The sonata, with a duration of 13 to 15 minutes (as noted by Jolivet at the head of the manuscript), comprises three movements: "Ramassé", "Librement", and "Bousculé". The first movement also appears in the prelude of the 1930 work "Prélude et Grave pour violon et piano", revised in 1932 (K 44). Following the first movement (pp. 1-12), the second movement (pp. 13-17) was crossed out in crayon, page 13 bearing the note: "Refait: voir ondes, no. 1 des 3 poèmes pour ondes", referring to the 1935 composition "Trois Poèmes pour ondes Martenot et piano". The revised version of the second movement (paginated 1-5) is inserted between the first movement and the crossed-out second movement. The third movement comprises pp. 18-37. In the 15-page part for violin adjacent to the piano score, the second movment (pp. 6-7) is also crossed out. The violin part includes fingerings added in a different hand. - Analyzing the piece, the musicologist Lucie Kayas concludes that "the whole sonata produces a feeling of heterogeneity of the consecutive tonal, modal and dodecaphonic keys, as if, in contrast with the manner shown by the polytonal works of Jolivet's early youth, an idea of collage prevailed, now through juxtaposition rather than mere simultaneity". - The first movement was performed at the Société Nationale on 2 December 1933 by Gisèle Kuhn and Raoul Visa, while the complete sonata premiered at the Société Nationale on 9 February 1935 with André Huot (violin) and Olivier Messiaen (piano). - With three stamps of the "Societé des auteurs, compositeurs & éditeurs de musique", dated 26 June 1934 (one rather faded), as well as one stamp of the "Commission d'examen des bulletins". Several corrections and annotations in crayon and pencil. Wrappers with several small flaws; spine rebacked with tape. Kayas, André Jolivet (Paris, 2005), pp. 115-117.
Titel und 1 S. auf Doppelblatt. Gr.-8vo. "Du gabst Dein Bild; ich danke Dir im Liede! | Und dieses Lied las ich aus Deinen Zügen; | Hätt' auch der Freund in seiner Lust geschwiegen, | Es ist die Muse - gilt es Dir - nicht müde [...]". - Nachdem Prechtler in Wien und Linz studiert hatte, arbeitete er durch Fürsprache Grillparzers als Direktor des Hofkammerarchivs, wurde 1856 seines Förderers Nachfolger, trat aber eines Augenleidens wegen 1866 in den Ruhestand. Prechtler hatte seit 1883 Gedichte im "Linzer Bürgerblatt" und Novellen und Reisebilder in verschiedenen Almanachen und Zeitungen veröffentlicht; 1849 hatte er die Zeitung "Der Patriot" redigiert. Nach seinem Austritt aus dem Staatsdienst war er ein Jahr lang als Theaterdichter in München tätig; einige seiner Dramen (darunter "Die Kronenwächter", 1844) wurden am Burgtheater gegeben, von seinen insgesamt 38 Opernlibretti wurde wohl das Textbuch zu Johann Joseph Netzers Oper "Mara" (1842) am bekanntesten.