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Zusammen 6½ SS. auf Doppelblättern. 4to und 8vo. Ein Br. mit eh. Adresse. An die Calvesche Buchhandlung in Prag, der er ein Manuskript übersendet (Br. v. 22. II.) und eine Druckfehlerberichtigung seiner ‘Ertragsberechnungen’ (d. i. ‘Berichtigung und naturgemässe Begründung der landwirthschaftlichen Ertragsberechnungen, Güther-Veranschlagungen und Werthstaren etc.’) übersendet: “[...] muß ich sogleich [...] anzeigen, daß ich die [...] Druckfehler in dem Werke ‘Ertragsberechnungen’ nicht eher habe vornehmen können, indem mir bis dahin nur ein Theil [...] zugekommen war, und ich erst gestern die mir gütigst übersandte[n] Freyexemplare erhielt [...]” (Br. v. 5. VII. 1835). - Kreyssig, der ostpreußische Landwirt “mit wechselndem Domicil” (ADB XVII, 158), verfaßte als landwirthschaftlicher Schriftsteller zahlreiche Schriften, “die fast das ganze vielgestaltige Gebiet der Landwirthschaft umfaßten” (ebd.). - Der Br. v. 22. II. mit kl. Ausschnitt auf Bl. 2 durch Siegelbruch (keine Textberührung); beide Br. mit Anmerkungen zum Verfasser von alter Hand.
Zusammen 3 SS. 8vo. An den Schriftsteller Joseph Weil, Redaktionsleiter des Kronprinzenwerks "Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild" (1886 ff.): "Besten Dank für Ihren Brief; beiliegend stelle ich das Schreiben des Pester Lloyd zurück. Ich bitte Sie am 24ten mit mir zu frühstücken, die Stunde kann ich noch nicht angeben, werder es nach meiner Ankunft in Wien thun [...]" (Potsdam, 20. III. 1887). - "Wenn Sie mich noch vor meiner Abreise sehen wollen, wäre es am besten morgen um 3 Uhr in Laxenburg beim Speisen [...]" (13. VI. 1887).
Zusammen 6 SS. 8vo. Mit einem eh. adr. Kuvert. An den Mediziner und Klimatologen Rudolph Rt. von Vivenot jun. (1833-1870): "Indem ich der an mich ergangenen Aufforderung, an Stelle des verstorbenen Hofrathes Dr. Spengler die Redaktion des Archivs für Balneolgie zu übernehmen Folge geleistet habe, erlaube ich mir, vor allem mich an Euer Wohlgeboren mit der Bitte zu wenden, mir gütigst Ihre hoch zu schätzende Unterstützung durch einen literarischen Beitrag zu Theil werden zu lassen [...]" (Br. v. Februar 1867; am rechten Rand stärker lappig). - "Tausendmal um Entschuldigung wegen der vielen Schreibereien u. Verdrießlichkeiten, die Ihnen durch Ihren mir freundlichst übermittelten Aufsatz verursacht wurden. Ich bin ganz unglücklich darüber, daß gerade Ihnen [...] gegenüber mir solch Malheur widerfuhr [...]" (Br. v. 27. IV. 1967). - Kisch war nach seiner Promotion als Badearzt in Marienbad tätig und habilitierte sich für Balneologie in Prag. Er trug maßgeblich zur Entwicklung des Ortes Marienbad zum Weltbad bei, war einer der modernen Begründer der Balneologie als Lehr- und Forschungsfach und lehrte seit 1884 als Professor der Balneotherapie in Prag. - Rudolf Rt. von Vivenot jun., der älteste Sohn aus der ersten Ehe des weithin gerühmten Wiener Mediziners selben Namens (1807-84) mit Josefine Baronin Metzburg (1810-38) und Bruder des Historikers Alfred (1836-74) aus Rudolf sen. zweiter Ehe mit Antonie von Bergenthal (1820-46), zählt zu den Pionieren der "experimentell-physiologischen Richtung der Klimatologie" in Wien. "Die Folge der in [seinen] Aufsätzen mitgetheilten Untersuchungen war, daß die pneumatische Heilmethode in Deutschland vollends eingebürgert wurde, so daß sich jetzt kaum noch eine größere deutsche Stadt findet, die nicht eine pneumatische Anstalt besäße" (Annette von Vivenot: Geschichte der Familie v. Vivenot. Wien, Steyrermühl, 1902, S. 59). - Die Recto-Seite von Bl. 1 jeweils mit knapper Bleistiftnotiz zum Verfasser von fremder Hand. - Auf Briefpapier mit gepr. Kopfzeile.
Zusammen 14 SS. auf Doppelblättern. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Schon seit 8 Tagen plagt mich ein Unwohlsein, das mich sogar etliche [?] Tage ins Bett nötigte, aus dem ich heute Mittag wieder herauskroch. Nimm's also nicht übel, daß ich Dir erst jetzt antworte! [...] Ich muß Dich auch wieder mit einer Bitte plagen. Du weißt, wie wenig tüchtige u. verläßliche Leute wir hier haben. Einer davon ist Dr. Albrecht [...] Wir brauchen ihn hier [...]" (Br. v. 27. XII. 1868). - Der aus einfachen Verhältnissen stammende Sohn eines Bauern studierte an der Universität Prag, war Mitbegründer des Vereins für Geschichte der Deutschen in Böhmen und des Deutschen Vereins zur Verbreitung gemeinnütziger Kenntnisse sowie Landtags- und später Reichsratsabgeordneter. 1867 gründete er in Prag die "Deutsche Volkszeitung", später leitete er die "Deutsche Zeitung" in Wien. Seit 1873 in Leitmeritz lebend, erwarb er dort eine Druckerei "und entfaltete mit seiner "Leitmeritzer Zeitung" eine rege journalistische Tätigkeit" (ÖBL VIII, s. v.). 1882 war er Mitbegründer und bis zu seinem Ableben auch Verleger der Zeitschrift "Der deutsche Landwirt". - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf der Redaktion der Deutschen-Volkszeitung. Ein Brief mit Einriß in der letzten Seite (Textberührung).
Zusammen 9 SS. 8vo. Mit einem eh. adr. Kuvert. An den Mediziner Rudolf Rt. von Vivenot (1807-1884): „Ich bin seit meiner Abreise von Wien so in Anspruch genommen, daß mir nicht die Zeit erübrigte Ihnen zu schreiben u. über die Reise u. unsere Ankunft zu berichten. Daß die Reise gut von Statten ging werden Sie nun schon wissen; bald nach der Ankunft war jedoch der Hr. Graf furibund, ohne, daß er sich seines neuen Aufenthaltes bewußt war. Die Aufregung stieg von Stunde zu Stunde u. wir konnten uns nur Glück wünschen ihn in Sicherheit zu wissen. Die Verworrenheit seiner Ideen u. Vorstellungen ließ keinen klaren Moment durchblicken; eine psychische Einwirkung war unmöglich u. fruchtlos [...]“ (Br. v. 24. V. o. J.). - „Daß Ihre Kranke M. M. glücklich in Prag angekommen ist, wird Ihnen Hr. Dr. Langer bereits berichtet haben und obgleich ich nach der kurzen Beobachtung von 2 Tagen noch nichts über ihren psych. Zustand beifügen kann, weil dieselbe jede Antwort verweigert, so glaube ich doch zu bemerken, daß sie sich bald in die Verhältnisse unserer Anstalt gewöhnen und Vertrauen gewinnen wird, was zu einer erfolgreichen Behandlung unumgänglich nothwendig ist. Tief in ein düstres Traumleben versunken, aus welchem sie noch nicht einmal momentan herausgerissen werden kann, wird es viel Zeit u. viel Geduld erfordern, diese fest gewurzelten, verkehrten Ideen zu zerstreuen u. dieselben [...] zur Norm zurückzuführen [...] „(Br. v. 23. [?] 1849; auf Briefpapier mit gepr. Vignette; mit eh. Kuvert und gänzlich erhaltenem Siegel). - Riedel war noch vor seiner Promotion als Sekundararzt an der Prager Irrenanstalt tätig. „Seinem Einflusse war die 1842 vollzogene Trennung der Anstalt von dem allgemeinen Krankenhause, der Neubau einer Anstalt, die sich bald den Ruf, eine der besten zu sein, erwarb, die Einführung eines klinischen Unterrichts der Psychiatrie (zuerst in Österreich) zu danken [...]“ (Hirsch V, 26). Lebenslang der Anstalt verbunden, „kann Riedl als Reformator des Irrenwesens in Oesterreich angesehen werden, indem ihm vornehmlich die humanistische Richtung in der Behandlung der Irren daselbst zu danken ist“ (ebd.). - Rudolf Rt. von Vivenot gründete 1848 den "Konstitutionell-monarchistischen Verein"; als sich die angestrebte Gründung einer patriotischen Partei nicht verwirklichen ließ, zog er sich jedoch aus der aktiven Politik zurück. Seit 1868 Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, wurde er 1872 Vorsitzender des Komitees zur Gründung des Sophienspitals in Wien; daneben war Vivenot Direktor des Unterstützungsvereins für Witwen und Waisen des medizinischen Doktor-Collegiums. - In altem Sammlungsumschlag.
Zusammen 2 SS. auf 4 Bll. Gr.-4to und Folio. An den namentlich nicht genannten Feldzeugmeister Franz Graf Folliot de Crenneville-Poutet (1815-1888) mit Dank für die Übergabe seiner literarischen Werke an S. M. den Kaiser. - Ebert war Bibliothekar und Archivar des Fürsten Egon von Fürstenberg in Donaueschingen, zog hernach vorübergehend nach Karlsruhe und später wieder nach Prag zurück, wo er als Hofrat und Oberverwalter der Fürstenbergischen Güter in Böhmen tätig war; 1872 wurde er in den Ritterstand erhoben. Als Dichter hervortretend, veröffentlichte er unter dem Einfluß des tschechischen Historikers Frantisek Palacky das Schauspiel "Bretislaw und Jutta" (Aufführung 1829) sowie das Epos "Wlast" (1829). - Graf Folliot de Crenneville-Poutet war von 1867 (dem Jahr, in dem er zum Ritter des Ordens vom Goldenen Vlies ernannt wurde) bis 1884 Oberstkämmerer Kaiser Franz Josephs I. und erwarb sich große Verdienste um die kaiserlichen Sammlungen.
Zusammen 2 SS. (Qu.-)8vo. Der erste Brief an einen namentlich nicht genannten Adressaten mit dem Ersuchen, "mir umgehends 2 Schachteln von Ihrem sogenan[n]ten Fiaker-Pulver - nebst Gebrauchs Anweisung mit Post Nachnahme des Preises senden zu wollen" (Br. v. 31. VIII. 1869), der zweite mit dem Ersuchen an einen gleichfalls nicht genannten, wohl aber nicht identen Adressaten, "diese Messer recht sorgfältig abziehen zu lassen" (Br. v. 26. X. o. J.). - Alois Baron Vay, ein Sohn des Frhn. Emmerich Ladislaus Vay aus dessen Ehe mit Elisabeth Edler Vay von Vaya und Mitglied der ungarischen Magnatentafel, war Besitzer der Herrschaften Bánréve und Dubicsány.
1½ SS. auf Doppelblatt 8vo. u. 1 S. 8vo. In zwei Briefen an den österreichischen k. k. Hof-Photographen Wilhelm Burger (1844-1920) erweist sich der Herzog von Ratibor als Hobbyphotograph. Ratibor hatte den Spezialisten für Landschaftsaufnahmen und Expeditionsphotographie vermutlich in den 1870ern wärend seiner Zeit an der deutschen Botschaft in Wien kennengelernt. Der Zeitabstand von fünf Jahren zwischen den Briefen lässt eine längere Korrespondenz vermuten. - "Es soll mir zu Weihnachten das Objectiv mit Thury-Verschluss geschenkt werden, von welchem wir neulich sprachen [...]. Können Sie mir solches bis Weihnachten besorgen? Ich fahre am 13. nach Wien, bin Abends dort, bitte die Antwort dorthin Singerstr. 16 [...]" (9. XII. 1888). Auf Briefpapier mit gepr. Wappen. - "Beiliegende Kassetten sind nicht mehr lichtdicht. Bitte sie richten zu lassen und mir dann umgehend nach Pilis-Marotti per Gran-Nana, Ungarn zu schicken [...]" (8. IX. 1893). Auf Briefpapier mit Trauerrand und gedr. Wappen. Drei Worte und U. leicht verschmiert.
Zusammen 4 SS. (Qu.-8vo). Mit eh. beschr. Kuvert, beigelegt ein ms. Gedicht. Margaret von Delius teilt Josef Wesely mit, dass ihr Gatte Rudolf von Delius am 6. Mai 1946 einem Herzschlag erlegen ist und sendet Ihm ein Exemplar des Buches "Die Verehrung des Lebens" sowie das Gedicht "Wie die Jahre sich türmen".
Zusammen (2½+2 =) 4½ SS. auf 3 Bll. 8vo. An den Germanisten und Literaturhistoriker Richard Maria Werner: "Mit gleicher Post erlaube ich mir Ihnen einen Band bescheidener Novellen zu übersenden und bitte Sie das Buch freundlich in Ihre Bibliothek einreihen zu wollen. Viel Neues wird es Ihnen nicht sagen. Die meisten der kleinen Arbeiten standen im Feuilleton der Neuen Freien Presse und der Raummangel ist ein zwar oft gesunder aber auch recht harter Lehrmeister. Zum Schlusse muß ich Ihnen noch Dank sagen, für den Genuss, den mir die Lektüre Ihrer 'Ästhetischen Plaudereien' in der 'Gesellschaft' bereitete. Fast möchte ich zitieren: 'Es that mir wirklich im Herzen weh, wenn ich Dich in dieser Gesellschaft seh!' Allerdings hat sich das Blatt in letzter Zeit wieder gebessert [...]". - An einen namentlich nicht genannten Herrn Doktor: "Lassen Sie sich herzlichst für die freundliche Besprechung meiner letzten Novellen in der 'Zeit' danken. Es ist grundfalsch, wenn man glaubt für einen großen Leserkreis schreiben zu müssen, schreiben zu können. Befriedigung kann es schließlich doch nur gewähren, wenn einem eine wenn auch kleine Anzahl stetig und beharrlich durch die Tiefen und Höhen folgt. Diese Wechselwirkung soll - meiner Ansicht nach - zwischen den Worten des Kritikers und denen des Poeten bestehen. Es freut mich daher immer Sie zu lesen, wenn der Artikel auch meinen Namen nicht enthält [...]". - Jeweils mit Rundstempel der Handschriftensammlung J. K. Riess; etwas fleckig und ein Brief mit Fehlstelle am oberen Rand (keine Textberührung).
An die Redaktion der "Neuen musikalischen Presse" in Wien mit der Bitte um Zusendung weiterer Exemplare "der heute mir zugesandten Nummer, in der der Bericht aus Brünn enthalten ist" (Br. v. 19. III.) bzw. ein Begleitschreiben zur Übersendung eines "Schulberichth[s] nebst Prospect der Consevatoriumsclassen" (18. VII. 1900; ohne die erwähnten Beilagen). - Ochs' vieljährige Tätigkeit als Organist, Schulgesanglehrer, Dirigent und Hofkapellmeister mündete 1911 in der Gründung eines eigenen Konservatoriums in Berlin. Als Komponist bekannt wurde er vor allem durch seine Chorkompositionen. - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf des Brünner Musikvereins.
Zusammen 4½ SS. auf Doppelblättern. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Baron: "[...] besten Dank für Ihr freundliches Schreiben und die gütige Aufmerksamkeit, die Sie meiner kleinen Brochüre geschenkt haben [...] Was Ihr Bedenken gegen meine [...] Vorschläge betrifft, so gebe ich gerne zu, daß eine rechtliche Beschränkung des römischrechtlichen Studiums sehr bedenklich wäre und Verwaltungsrecht etc. hierfür keinen Ersatz bilden könnte, um so weniger als diese Fächer noch viel zu wenig wissenschaftlich durcharbeitet sind [...]". - Max Burckhard war Dozent für Privatrecht in Wien und Min.-Vizesekretär im Unterrichtsministerium. Von 1890 bis 98 als Direktor des Wiener Burgtheater tätig, bemühte er sich "besonders um die Pflege des modernen Dramas, führte Ibsen, Hauptmann, Schnitzler, Hofmannsthal, aber auch Raimund, Anzengruber und volkstümliche Klassiker auf. Er engagierte u. a. F. Mitterwurzer, A. Sandrock, L. Medelsky, O. Treßler, J. Kainz" (ÖBL I, 127). - Der Br. v. 2.XI. 1906 auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf.
Zusammen 3 SS. auf 2 Bll. 8vo. An den namentlich nicht genannten Staatsmann und Historiker Joseph Alexander Frh. von Helfert (1820-1910), Präsident der k. k. Central-Commission für Künste und historische Denkmale mit Dank für die "überaus rasche und liberal Weise, womit meinem Ansuchen wegen Flüssigmachung meines Honorars von Seiten der K. K. Central-Commission entsprochen worden ist" und der Anfrage bezüglich einer "Herstellung eines speziell kärntnerischen archäologischen Werkes, zu welchem die k. k. Central-Commission die Holzstöcke beizustellen bereit wäre [...]" (Br. v. 14. VI. 1868). - Der Br. v. 8. VI. betr. des "Honorars für meinen im Mai-Junihefte abgedruckten Aufsatz: ‚Heraldisch-sphragistische Nova' in den Mittheilungen der k.k. Central-Commission. - Hartmann von Franzenshuld wurde 1873 Kustos am Wiener Münz- und Antiken-Cabinet und erstellte ein Bestandsverzeichnis von über 35.650 Münzen sowie einen genauen Katalog über 8400 Stück. Er "sorgte für eine Verbesserung des heraldischen Stils nach mittelalterlichen Vorbildern und begründete 1870 die Heraldische Gesellschaft 'Adler'" (ÖBL II, s. v.). - J. A. Frh. v. Helfert war seit 1848 im Wiener Unterrichtsministerium tätig, gründete das Institut für Österreichische Geschichtsforschung an der Universität Wien, war Präsident der Zentralkommission zur Erforschung und Erhaltung der Kunst- und historischen Denkmäler und vertrat seit seiner Aufnahme ins Herrenhaus 1881 eine konservativ-patriotische Linie. Daneben war der Jurist und Historiker Präsident der Leo-Gesellschaft, Schwester der deutschen Görres-Gesellschaft, und Verfasser zahlreicher historischer Arbeiten. - Auf Briefpapier mit gepr. Monogramm; mit einigen Bearbeitungsvermerken.
Zusammen 5 SS. auf 4 (= 2 Doppelblatt). 8vo. An einen Händler ihres Vertrauens betr. der Bestellung von Tee- und Kafeegeschirr.
(1½+2¾ =) 4¼ SS. auf 2 Doppelbll. 8vo. An den Komponisten Wilhelm Hill (1838-1902) über eine geplante Reise nach Holland, mit Dank für übersandte Musikstücke, mit dem Ausdruck seiner Freude über den Erhalt des goldenen Verdienstkreuzes von der Wendischen Krone inklusive Gratifikation und überreichter Garniturknöpfe von der Großherzoginmutter: "Für die Übersendung resp. Dedication des 'Asra' [op. 29], sowie der Klaviersache, hoffe ich meinen Dank durch die That zu beweisen, indem ich den 'Asra' recht oft singe, denn er verdient es [...]" (19. V. 1872). - Der zweite Brief an einen Freund bezüglich des hervorragenden Abschlusses der Lehrzeit seines Sohns Emil im Bankhaus "Gebr. Löbbecke & Co" in Braunschweig und mit der Bitte um Vermittlung einer Anstellung desselben in Frankfurt: "Ich würde nun zu gerne sehen, daß er [...] ebenfalls in Frankfurt in einem größeren Bankhause ankäme [...]" (10. XII. [o. J.]). - Ein Brief mit größerem Wasserfleck bei der U., teilweise etwas braun- und staubfleckig verso.
Zusammen 2 SS. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Ich theile Ihnen in Kürze mit, daß mich [...] Haltberger als Ihren Nachfolger acceptirt u. mich eingeladen hat, mit ihm persönlich die Verhandlungen in Stuttgart abzuschließen. Bevor ich mich nun dahin begebe, erlaube ich mir, Ihnen in Erinnerung zu bringen, daß Sie mir seinerzeit versprachen - 'wenn die Dinge einmal so weit gediehen sein würden' - mich in das verschleierte Mysterium hinsichtlich des Gehaltes einzuweihen [...]" (Br. v. 18. VI.). - "Ich bin unangenehm überrascht, daß Sie es nicht der Mühe werth fanden, auf meinen vorangegangenen Brief zu antworten. Das ist doch wahrlich nicht die Art, welche sich für Collegen und noch dazu alte gute Bekannte schickt [...]" (Br. v. 29. VI.). - Der aus Wien gebürtige Schweiger-Lerchenfeld war Offizier und machte den italienischen Feldzug 1866 mit, trat 1871 aus der österreichischen Armee aus und bereiste Italien, die Donaufürstentümer, Dalmatien, Bessarabien, Bosnien, Armenien, Syrien u. a. (vgl. Embacher, Lexikon der Reisen und Entdeckungen, 1862, in: DBA I 1162, 373). "Die reichen Schätze, welche seine Reisen in ideeller Beziehung ergaben, verwertete er in [...] hochbedeutenden Werken [...]" (Hinrichsen, Das literar. Dtld., zit. n. DBA I 1162, 374); zuletzt war er Schriftleiter am "Stein der Weisen" (vgl. Kosch III, 2665).
Zusammen 2 SS. 8vo. Mit einem eh. adr. Kuvert. Dankt Josef Wesely für ihm übersandte Wünsche zum Geburtstag. - Zischka war Redakteur bei der ‘Neuen Freien Presse’ in Wien und berichtete anschließend als Korrespondent internationaler Zeitschriften aus Südosteuropa, Ostasien, Amerika und Arabien. Seit 1935 auf Mallorca als freier Autor lebend, war er im Spanischen Bürgerkrieg für die Legion Condor tätig und deshalb 1945-47 von den Alliierten interniert. Sein Werk umfaßt vielgelesene wirtschafts- und weltpolitische Bücher, u. a. ‘Der Kampf um die Weltmacht Öl’ (1934) oder ‘Der Kampf um die Weltmacht Baumwolle’ (1935). Vgl. Kosch IV, 3538. - Der Br. v. 3. X. 1946 mit gedr. Namenszeile.
Zusammen (1+1+1 =) 3 SS. auf 2 Doppelbll. und 1 Einzelblatt. 8vo. An den Künstler und Verleger Albert Henry Payne in Leipzig über die Farbwahl in einer Zeichnung und ein ihm zustehendes Honorar: "Auf Ihre Frage wegen der Hautfarbe des von mir gezeichneten Kopfes, theile ich Ihnen mit, daß ich dieselbe als weiß gezeichnet habe, da ich den Kopf sonst dunkler gezeichnet hätte. Da ich H. Dr. Rodenberg einmal gesagt, daß ich Ihnen das Honorar für Zeichnung u. Artikel zu bestimmen überlasse, so muß ich dabei bleiben und werde acceptiren, was Sie für gut finden, ohne dagegen andre Ansprüche zu erheben [...]" [30. III. 1869]. - An den Schriftsteller und Gründer der Zeitschrift "Das neue Blatt" Paul Lindau in Leipzig mit dem Ausdruck seiner Bereitschaft, Beiträge für dieselbe zu liefern, und mit der Bitte, ihm eine Probenummer zur Ansicht zukommen zu lassen: "Auf Ihren Brief vom 29. Nov., worin Sie mich auffordern, Ihnen Beiträge für Ihr Neues Blatt zu liefern, u. Ihnen meine Ansicht über dasselbe mitzutheilen, antworte ich Ihnen, daß ich wohl bereit bin, dasselbe zu thun, da ich jetzt in den Winterabenden mehr Zeit habe. Die Probenummer jedoch, die Sie, wie Sie schreiben, dem Briefe beigelegt haben, hat sich nicht vorgefunden. Dies muß also auf einem Irrthum beruhen. Ich ersuche Sie mir eine Probenummer nachzuschicken, damit ich besser orientirt bin, was u. wie ich den Beitrag einzurichten habe [...]" (1. XII. 1869). - Eh. Brief mit U. des Leipziger Verlegers Adolf Titze, den Gentz diesem mit einer Anmerkung über den erhaltenen Probedruck zurücksandte: "Ich bin zufrieden mit dem Druck [...]" (o. D.).
Zusammen 8 SS. 8vo bzw. 6,2:10,4 cm. "Auf einer Exkursion des k. u. k. Kriegspressequartiers im fernen Süden begriffen, erreichte mich soeben ein Schreiben des Herrn Direktor Probst bezüglich der Schaffung einer Marmorbüste des Herrn Vizebürgermeisters Franz Hoss [...]". - Seit 1896 Mitglied des Künstlerhauses, schuf der gebürtige Klagenfurter vorwiegend Kleinplastik und Monumentaldenkmäler und spezialisierte sich auf Grabdenkmäler. 1895 entstand die lebensgroße Gruppe Achilles und Penthesilea für den Festsaal des Neuen Rathauses in Wien, 1898 ein Denkmal für Kaiser Franz Joseph I. im dortigen Kurpark sowie 1908 eine Kolossalfigur des Evangelisten Markus und ein Kruzifixus für die Kirche des Wiener Zentralfriedhofs. Vgl. Thieme/B. XIX, 400f. - In altem Sammlungsumschlag.
Briefe: 2 SS. 4to und Qu.-8vo. Mit 2 eigenh. beschr. Kuverts. Postkarten: 7 SS. 8vo. Dankt Josef Wesely über die Jahren hinweig für übersandte Geburtstagswünsche. - Frieberger war bis 1938 als Presse- und Kulturattaché in Rom tätig, wo er u. a. den Bau des österreichischen Kulturinstituts veranlaßte. Als entschiedener Gegner des Nationalsozialismus wurde er nach dem "Anschluß" Österreichs aus dem Staatsdienst entlassen, erhielt als Schriftsteller Schreibverbot und war hernach als Übersetzer tätig. 1945 kehrte er in den Staatsdienst zurück und amtierte 1947-53 als Senatspräsident des Verwaltungsgerichtshofs. 1963 wurde er für sein schriftstellerisches Werk mit dem Österreichischen Staatspreis für Literatur ausgezeichnet. Vgl. Kosch V, 654f. und Giebisch-G. 97.
Zusammen 3 SS. 8vo. bzw. 6,6:10,6 cm. An einen Journalisten, dem er “mein neuestes Geisteskindlein ‘Die resolute Person’ bestens empfehlen” möchte (Br. v. 9. IX. 1875) bzw. Sorge trägt, “ob ich gestern etwas Unartiges, Sie Verletzendes gesagt haben sollte? Ich entsinne mich dessen nicht - mein Ehrenwort darauf! Oder sollte Sie meine Anfrage in betreff Schlesinger’s verletzt haben? [...] Ich bin Ihnen [...] seit Jahren so zu Dank verpflichtet, schätze Sie [...] als einen achtbaren, berufstreuen Journalisten, in Theatersachen überdies als einen erfahrenen Fachmann, daß mir nichts ferner liegen könnte, als Ihnen irgendwie wehe zu tun. Sie sind so oft, so herzlich u. so mannhaft für mein bischen [!] Begabung eingetreten, daß ich Sie recht sehr bitte, meine Sorge für das Wiedner Theater nicht übel zu deuten. Ich habe auch in dieser Beziehung nichts unternommen [...]” (Br. v. 2.XI. 1877). - Ebersberg war Gründer der satirischen Blätter 'Tritsch-Tratsch' (1859) und 'Kikeriki' (1862). "Neben seiner journalistischen Tätigkeit schrieb er zahlreiche Wiener Volksstücke und Possen, bearbeitete französische Boulevardstücke für Wiener Bühnen und gab Unterhaltungskalender heraus. Rieb sich in maßlosen publizistischen Auseinandersetzungen auf" (ÖBL I, 209). Vgl. auch Österr. Lex. I, 105, Kosch I, 397 und Giebisch/G. 69f. - Auf Briefpapier mit gepr. Briefkopf der "Redaktion des Kikeriki".
Zusammen (1+1 =) 2 SS. auf Doppelblatt. 8vo. Ein Brief mit eh. Adresse (Faltbrief). An den Verleger Friedrich Brockhaus, der ihn offensichtlich zur Mitarbeit an seinem Konversationslexikon eingeladen hatte: "[...] Obgleich durch Zutrauen u. nachsichtsvolle Meinung hoch geehrt, kann ich mich doch nicht entschließen der Einladung Folge zu leisten und die orientalische Frage in der klar u. lichtvoll angedeuteten Weise in die Hand zu nehmen [...]" (10. III. 1850). - "Aufrichtig gestanden war es sicher eine unverzeihliche Thorheit den Artikel mit Namen zu unterzeichnen! Der Universitäts-Senat hat inzwischen seine Beschlüsse schon gefasst. Man wirft mir unter anderen Sünden Undankbarkeit gegen die Alma Mater vor, weist meinen Angriff (Cretinismus, akademischer Blödsinn) mit Entrüstung zurück, verzichtet aber auf jeden weiteren Schritt gegen den Verf. des "Kurzen Berichtes". Auch bei der Akademie scheint es nicht zum Extrem zu kommen [...]" (11. II. 1851).
(1¼+½ =) 2¾ SS. auf 1 Doppelblatt und 1 Einzelblatt. Kl.-4to. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Sehr geehrter Herr, ich danke verbindlichst für den freundlichen Brief vom 25. Oct., der erst jetzt in meine Hand kommt, da ich verreist war. Principiell bin ich gern geneigt, an Ihren Veranstaltungen Theil zu nehmen. Die Schwierigkeit ist 1. die weite Reise, welche sehr hohe Reisespesen verursacht, sodaß ich sie mit noch andern Unternehmungen verbinden müßte, und der Umstand, daß ich meiner Gesundheit wegen im eigentlichen Winter sehr ungern reise. Ich habe für März eine Reise nach dem Norden ins Auge gefaßt. Es dürfte am besten sein, wenn Sie mir die Zeiten mitteilen, welche Sie ins Auge gefaßt haben u. ich Ihnen dann antwortete, ob und wie ich das einordnen kann [...]" (8. XI. 1930). - "Sehr geehrter Herr, ob ich im Herbst 1931 eine große Reise machen werde, ist sehr zweifelhaft, ich wollte im Februar u. März 1931, wo ich 65 Jahre alt werde, meine letzte Vortragsreise machen. Vielleicht überlegen Sie es sich, ob Sie mich unter diesen Umständen nicht allein dort vortragen laßen [...]" (13. XII. 1930). - Das Doppelblatt etwas knittrig und mit Einrissen am Mittelfalz (keine Textberührung).
2 SS. 4to und Qu.-8vo. Mit 2 eigenh. beschr. Kuverts. Nebst Dankesworte an Josef Wesely für übersandte Glückwünsche anlässlich Rendls Geburtstag schreibt jener 1947: "Sie haben recht: die Zeiten sind bös, aber wir müssen trotzdem leben. Und können wir es nicht bloß dadurch, daß wir uns des Schönen, das uns ja auch umgibt, freuen? Das ist die Kunst des Lebens überhaupt!".
Zusammen (2½+1½ =) 4 SS. auf 3 Bll. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten, wohl über die Finanzen des Musikforschers und Mäzens Fürst Nikolai Trubetzkoy (1828-1900), des Mitbegründers des Moskauer Konservatoriums: "In Erwiderung Ihrer Zuschrift vom 22. scheint mir wie ich Ihnen bereits mittheilte Fürst T[roubetzkoy] gegenwärtig vollständig mittellos, und faktisch außer Stande zu sein sofort irgend etwas für die Gläubiger seines Sohnes zu thun. Wie ich vernehme sind die erwarteten, auf seinen Besitz im Orenburg'schen Gouvernement bezüglichen Papiere endlich eingelangt; doch ist die Belastung oder der Verkauf einer solchen, in den asiatischen Provinzen gelegenen Realität keineswegs so leicht oder rasch zu bewerkstelligen [...]" (a. d. Br. v. 18./30. X. 1879).