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(1+4 =) 5 SS. auf 2 Doppelbll. 8vo. Der Brief vom 23. X. 1861 als Bewerbungsschreiben auf eine Anzeige: "Indem ich mich auf Ihre Annonce in der Niederrheinischen Musikzeitung beziehe, ersuche ich Sie um gefällige Zusendung des Trauerspiels Spartacus, und bitte Sie mir nöthigenfalls anzugeben, ob die in Musik zu setzenden Stücke mit oder ohne Begleitung des Orchesters gewünscht werden [...]". Bei dem erwähnten Trauerspiel wird es sich um "Spartacus. Trauerspiel in fünf Aufzügen" von Apollonius von Maltitz handeln, das in diesem Jahr erschienen war. - Der zweite, zur Gänze in italienischer Sprache verfasste Brief mit Neuigkeiten zu einem übersandten Offertorium: Leider könne der Komponist und Chorleiter Albert Becker dieses nicht in der Kirche aufführen lassen, da ein Gesangswerk mit solcher Orchestrierung nicht der Mode entspreche und vom Domchor ausschließlich A-cappella-Stücke gegeben würden. Ansonsten gefalle ihm und Becker das Stück sehr gut, und er hoffe auf eine Aufführung von A-cappella-Motetten des Adressaten im nächsten Winter: "Rincresce al Becker - odio partecipo la su opinione - che l'orchestra sia trattata troppo discretamente; quando gli strumenti son ammessi nella chiesa, essi dovrebbero mostrarsi nello splendido dell'orchestrazione moderna. In ogni caso ho poca speranza, di far eseguire l'offertorio qui in un concerto, non già perché non ne sia meno, ma percentuale le nostre società corali seguono soltanto la moda del giorno [...]". Langhans schließt mit Dank für ein übersandtes Programm und den besten Grüßen an "gl'i amici a Venezia: Bassani, Wiel, Soranzo e Faustini" (27. III. 1891). - Teilweise an den Rändern leicht gebräunt und leicht braunfleckig, ein Brief mit kleinen Einrissen in den Faltungen.
Zusammen (2+1=) 3 SS. auf 2 Bll. Gr.-8vo. An den Sänger Ludwig Cramolini (1805-1884). - I. Wegen Logis in Wien: "[...] Ein Zimmer und ein kleines Cabinet wären genug doch müßten dieselben möbliert seyn, Küche ist nicht nöthig da ich die paar Monathe bis meine Schwester kommt aus dem Gasthofe speisen werde - doch noch lieber wäre es mir, wenn Sie mir eine solide Familie wüßten, wo ich die Zeit über verbleiben könnte [...] Nahe beim Theater wäre mir lieb [...]" (Jeutendorf, 3. XII. 1836). - II. "Zuerst muß ich mich nach Ihrem Wohlbefinden erkundigen. Hoffentlich wird Ihr Näschen sich bald erholen [...] so ersuche ich Sie mir 12 bis 15 Gulden C.M. vorzuschießen. An die italienische Direction mag ich mich nicht wenden [...]" (o. O., 14. I. o. J.). - Etwas angestaubt und mit kleinen Randläsuren.
Zusammen (1+1 =) 2 SS. auf 4 Bll. 8vo. Zwei Begleitschreiben an den Musikschriftsteller und Herausgeber der "Signale für die musikalische Welt" Bartholf Senff jeweils mit der Bitte um eine Rezension. - Zu der Übersendung von Klavierstücken und dem Hinweis auf eine Veröffentlichung von Liedern (Op.1): "Bezugnehmend auf einige günstige Notizen, welche Sie über mich im Jahre 1875 gegeben haben (nach der Aufführung meiner Sinphonie in Berlin und Warschau), erlaube ich mir meine soeben erschienenen Clavierstücke, unter dem Kreuzband, Ihnen zur gefälligen Ansicht zu zusenden [...]" (7. VIII. 1878). - Der zweite Brief zur Übersendung der "Cracoviennes" (Op. 5): "Anbei erlaube mir mein Op. 5 (Cracoviennes - 2e Folge für Clavier) zu zusenden, und ersuche Sie höfflichst über dasselbe eine Besprechung in Ihrer geschätzten Zeitung gefälligst geben zu wollen [...]" (22. XI. 1979). - Durch einen Vergleich der beiden Empfängernotizen verso konnte Senff auch für den zweiten Brief als Empfänger ermittelt werden. Jeweils mit Monogramm "SN", entlang der Faltlinien und Ränder etwas gebräunt. Teilweise mit Rostspur alter Büroklammern und kleinem Tintenwischer.
Zusammen (2+2 =) 4 SS. auf 3 Bll. Gr.-4to und 8vo. An eine Dame mit Dank für eine Einladung (undat. Brief) bzw. an einen Herrn mit Dank für die Zusendung der "Weimarer Blätter": "[...] Ich bin über deren Inhalt aufs tiefste beglückt und insbesondere haben mich Ihre Sachen angezogen! Sie sind wirklich aus dem Geiste der Musik geboren [...]" (Br. aus Leipzig v. 9. VII. 1919; im linken Rand gelocht (geringf. Textberührung)).
Zus. 6 SS. auf 2 Doppelbll. und einem Einzelblatt. 8vo. An einen Freund über seine Erfahrungen in Amerika sowie seine Karriere bei der Moody-Manners Opera Company in England und mit der Bitte, einen Beitrag über seinen Erfolg in der Dresdner Presse zu veröffentlichen: "Lange gab ich kein Lebenszeichen, und doch ist mein Leben unendlich reich in Arbeit für's Leben und die Kunst. Vielleicht weißt du, daß ich nach Amerika ging und für Grau und Savage im Metropolitan Operahouse in New-York dirigirte. Die dortige Presse nannte mich den Ersten, der nach dem Tode Seidel's (Anton) eine Wagneroper zur Vollendung dirigirte [...] Leider hatten die Zerwürfnisse von Grau u. Savage die Folge, daß späterhin, als wir auf Tour in den vereinigten Staaten waren, die Comp. aufgelöst wurde. Sofort übernahm ich eine Operetten-Comp. (Alice-Nielson) und ging auch mit derselben nach London, wo wir Saison hatten. Nach Amerika kehrte ich nicht zurück, s'ist zuviel - Land der Lüge und Aufgeblasenheit und - für Kunst - recht schwierig. Nun übernahm ich in England die musik. Direktion der aufstrebenden Moody-Manners Op. Co. [...] Nicht für mich, aber für mein geliebtes Weib, meine Familie wünschte ich 'mal in Deutschland, speciell in dem 'Dresdner Anzeiger' wenn's so angeht eine Notiz über mich u. meine erfolgreiche Thätigkeit speciell jetzt für grosse Oper in English am Royal Covent-Garden Operahouse in London [...] Willst du als gel. Br. für mich 'mal Etwas thun? Eine kurze Notiz durch deinen Einfluss bei der Presse Dresdens? [...]". - An einen Freund über Kompositionen, und mit der Ankündigung seines Kommens: "Anbei liegen für Sie meine beiden Erstlings-Opuse, nehmen Sie dieselben gütigst als ein Zeichen meiner ergebenen Freundschaft an. Ich bitte Sie gleichzeitig, wenn es Ihnen möglich ist und Ihnen dafür einige Augenblicke übrig bleiben, aus irgend einer Geschichte mir einige Punkte zu bezeichnen, deren Stoff sich einer Oper anpassen könnte. In den letzten 14 Tagen war ich sehr krank, und gehe ich heute für 8 Tage zur Erholung nach Berggiesshübel, dann werde ich Sie besuchen, um Sie auch um Angabe eines Lehrbuches für deutsche Metrik zum Studium zu bitten [...]". - Die Ränder gebräunt und mit kleinen Läsuren. Aufbewahrt in einem Kuvert, montiert auf Trägerpapier mit Notizen von alter Sammlerhand: "Die Briefanrede "Bruder" bezieht sich auf die Logenzugehörigkeit".
Zusammen 2 SS. 8vo. An den Musikverleger V. Kratochwill: “Mein Bruder, der durch 26 Jahre hindurch bei mir im Institute unterrichtete, braucht noch einige Klavierstunden. Da Sie doch viel Bekanntschaft haben, so ersuche ich Sie, wenn Sie von Klavierstunden hören, mich davon zu verständigen oder auch meinen Bruder [...]”. - Der Pianist und Komponist war Verfasser einer Klavierschule (‘Die allgemeine und specielle Clavierunterrichtsmethode‘) und Herausgeber mehrerer Gesangs- und anderer Kompositionen. Als Komponist verfaßte er weiters mehrerer Lieder und Märsche. Der Adressat V. Kratochwill war u. a. später der Verleger der o. a., in den 70er Jahren von Schwarz im Selbstverlag herausgegebenen Klavierschule. - Zu Schwarz vgl. DBA I 1160, 350; zu Kratochwill vgl. ebd. I, 702, 349. - Beiliegend ein Brief A. Galdemars an den Musikverleger. (Paris, 1. XII. 1897. 1 S. auf Doppelblatt. 8vo. Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf).
2 SS. auf einem Doppelblatt und einem Einzelblatt. 8vo. Ein Brief mit eh. Adresse verso. In französischer Sprache an einen Kollegen mit Dank für Partituren, die ihm sein Bruder übermittelt hat: "Monsieur, mon frère m'a envoyé les partitions que vous lui aviez remises avec le petit mot par le quel vous m'en faites la remise. Je suis on-ne peut plus reconnaissant Monsieur de ce bon procedé de votre part, et vous prie de recevoir l'assurance de mes sincère remercimens [...]". - An Madame Agasse in Andilly mit Dank für ihre Bereitschaft, seinen Sohn Adrien am kommenden Samstag zu betreuen, und mit dem Hinweis, dass das Kind gerne auf einem Esel reiten würde: "puisque vous avez la bonté Madame de vouloir bien vous charger pendant quelques jours du cher petit adrien, je vous l'annonce pour Samedi. il partira le matin par la voiture de Francois, et si vous êtes assez bonne pour lui envoyer un âne, je ne doute pas du plaisir qu'il aura a faire cette cavalcade. Je vous remercie d'avance vous et Madame votre mère des sourires que vous lui donnerez. cette idée me consolera un peu de la peine que j'ai à le quitter, et à m'eloigner des gens que j'aime sincèrement [...]".
2 SS. auf 2 Doppelbll. 8vo. In französischer Sprache an den Komponisten Napoléon-Henri Reber mit einer Empfehlung des Kornettspielers Forestier: "Permettez moi de recommander à toute votre bienveillance, la professure si distingué de cornet à piston, Mr Forestier. Si vous pouviez lui être favorable pour l'accueil de la methode qu'il va soumettre au comité des études, vous me rendrez service. Mr Forestier d'ailleurs se recommande lui meme par un vrai talent et un cornetier honorable [...]". - An einen Verleger mit Dank für dessen Genehmigung, die Dichtung des Théophile Gautier in Musik zu setzen: "Monsieur, je vous remercie de la gracieuseté que vous m'avez faite en m'accordant l'autorisation d'user de la poésie de Théophile Gautier dont vous êtes l'éditeur [...]". Auf Briefpapier mit gepr. Initialen. - Ein Brief mit kleinen Randläsuren.
Zus. 2 SS. auf einem Doppelblatt und einem Einzelblatt. 8vo. In französischer Sprache an den Komponisten Napoléon-Henri Reber mit der Erinnerung an ein Konzert bei Gioacchino Rossini, der denselben am nächsten Samstag mit seinem Orchester erwarte: "Rossini m'a prié [...] de vous écrire pour vous rappeller, qu'il vous attend Samedi prochain, avec votre nombreux Orchestre, pour entendre votre Trio. Ainsi ne l'oubliez pas; on compte sur vous [...]". Auf Briefpapier mit gepr. Monogramm. - An einen Freund mit der Entschuldigung seines krankheitsbedingten Fernbleibens von einer am nächsten Tag angesetzten Kommissionssitzung: "Etant indisposé il m'est impossible de me rendre demain Jeudi [...] au lieu de la commission. Veuillez, je vous prie, faire agréer mes excuses à tous mes confrères [...]".
Zus. 2½ SS. auf 2 Doppelbll. 8vo. In französischer Sprache an den Dirigenten Jules Danbé mit Dank für die wunderbare Aufführung eines seiner Werke am Vorabend: "Je ne sais qui je dois remercier le plus sincèrement, l'ami dévoué ou le chef d'orchestre éminent. Ce sont ces deux qualités réunies qui m'ont donné hier soir la plus grande jouissance que puisse éprouver un artiste: une exécution de son oeuvre sans une défaillance. Veuillez donc être l'interprète de ma reconnaissance près de votre vaillant orchestre [...]". - An einen Freund mit der Absage eines Besuchs in Mailand und Rom zu Proben seiner Oper "Le Roi d'Ys", was eine mindestens einmonatige Abwesenheit von Paris sowie den Verlust seiner Arbeit und seines Verdienstes von mindestens 4000 Francs während dieser Zeit bedeuten würde - ein Luxus, den er sich nicht gönnen könne: "Cher ami, le déplacement que vous me proposez pour surveiller les études du Roi d'Ys à Milan et à Rome se traduit par l'absence d'un mois hors de Paris, s'il ne se produit pas de retard pour cause de maladie ou autre. En ajoutant la perte de mon travail pendant ce laps de temps, cela représente pour moi un minimum de quatre mille francs; c'est un luxe que je ne peux pas me permettre [...]".
Zusammen (2+3 =) 5 SS. auf 2 Doppelblättern. In Bleistift. 8vo. An eine Lulu über seine Bemühungen, seine finanziellen Angelegenheiten zu regeln: "Rott war reizend u. bin ich von seiner Liebenswürdigkeit u. Güte wirklich gerührt. Bei Gustav war ich. Er hat Sitzungen u. wird heute kaum zu sprechen sein. Ich werde es noch einmal versuchen. Wenn nicht, so hoffe ich morgen mit ihm fertig zu werden. So Gott will wird es mir nun - unterstützt durch Ihre Bemühung für die ich Ihnen wiederholt danke - gelingen in Ordnung zu kommen, wenigstens mit meinen privaten Sachen. Die Börse kann warten [...]". Auf Briefpapier der Anglo-Österreichischen Bank. - An dieselbe: "Baron Gustav habe ich erst gestern Abend sprechen können! Er wird mit Alfred über die Sache reden und mir morgen Bescheid sagen! Wenn Sie die Güte hätten Baron Alfred zu poussiren wäre ich unendlich dankbar. Rott [...] findet es unerhört daß man mich so zappeln läßt. B. v. Taussig [i. e. der Bankfachmann Theodor Ritter von Taussig, 1849-1909] will daß ich mich über meine Angelegenheit äußere. Was soll ich dem Mann sagen? Jedenfalls glaube ich die Sache noch hinauszuschieben mit der Motivierung daß noch nicht alles zu erreichen war u. die Herren Schwierigkeiten machen [...]".
Zus. 2 SS. auf 2 Bll. 4to. An einen Verleger mit Dank für einen Scheck über 175 Francs für seinen Beitrag in dessen Zeitung sowie mit der Bitte, ihm einige Exemplare der entsprechenden Ausgabe und der zugehörigen Musikbeilage zukommen zu lassen: "J'ai l'honneur de vous accuser réception du cheque de cent soixante quinze francs, que vous m'avez envoyé pour mon article paru dans le n. de Fevrier de votre Revue. Vous serait il possible, comme vous me l'avez aimablement offert de mettre à ma disposition quelques exemplaires de ce numéro et en particulier du supplement musical de moi qui s'y trouve [...]". - An einen Bekannten über seine Sonatine für Flöte, die er René geschickt habe, sowie eine Photographie für Wolff: "J'ai envoyé ajourd'hui la sonatine flute à M. Revé. Je n'avais pu m'en occuper avant. Je vous envoie la photo pour la maison Wolff ainsi que vous me le demandez [...]". - Mit kleinen Randläsuren und vereinzelten Papierdurchbrüchen.
Zusammen (1+1½ =) 2½ SS. auf 2 Bll. Qu.-gr.-8vo. An den Musikschriftsteller Jacques-Gabriel Prod’homme (1871-1956), dem er u. a. für dessen Werke über Beethoven und Berlioz dankt: "Merci [...] pour votre ‚Berlioz’ que je soignerai comme la prunelle de mes yeux [...]" (Br. v. 24. Juni). - Bigot leitete von 1927 bis 1964 das Philharmonieorchester des Französischen Rundfunks und von 1935 bis 1950 die Concerts Lamoureux; daneben wirkte er an der Opéra-Comique und als Professor am Conservatoire de Paris, wo u. a. Mikis Theodorakis einer seiner Schüler war. Zu seinem Werk zählen kammermusikalische und sinfonische Werke, Ballette und Schauspielmusiken sowie zahlreiche Instrumentalstücke für die Wettbewerbe am Conservatoire. - Jeweils auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf der "Concerts Lamoureux".
Zus. 1½ SS. auf einem Doppelblatt und einem Einzelblatt. (Qu.-)8vo. In französischer Sprache an M. Halimbourg mit Dank für eine Zeitschrift, in der er nichts über die Aufführung der Oper "L'amant jaloux" von André-Ernest-Modeste Grétry habe finden können, was er nicht bereits anderswo gelesen habe: "Mon cher Monsieur Halimbourg, pardonnez moi de ne pas avoir répondu plutôt, je vous remercie de l'envoi qui vous voulez bien me faire du journal. Je n'aurais rien trouvé de neuf à dire sur l'Amant jaloux, dont tous les journaux avaient déjà parlé. J'espère que nous trouvons bientôt une meilleure occasion [...]". - Mit der Erlaubnis, ab Dezember vergünstigte Eintrittskarten an die verschiedenen Theater in Paris zu verteilen: "j'autorise Mr Boucher à remettre tous mes billets d'auteur sur les différentes théâtres de Paris, à dater du 1er Décembre prémier mois [...]". - Der Brief an Halimbourg leicht knittrig und braunfleckig.
4 SS. 8vo. Mit eh. beschr. Kuvert. An den Herausgeber eines Feuilletons mit dem Programm einer bevorstehenden Eröffnung bzw. der Bitte, einige Zeilen darüber in der nächsten Ausgabe zu drucken (1855).
An die Redaktion der "Neuen musikalischen Presse" in Wien mit der Bitte um Zusendung weiterer Exemplare "der heute mir zugesandten Nummer, in der der Bericht aus Brünn enthalten ist" (Br. v. 19. III.) bzw. ein Begleitschreiben zur Übersendung eines "Schulberichth[s] nebst Prospect der Consevatoriumsclassen" (18. VII. 1900; ohne die erwähnten Beilagen). - Ochs' vieljährige Tätigkeit als Organist, Schulgesanglehrer, Dirigent und Hofkapellmeister mündete 1911 in der Gründung eines eigenen Konservatoriums in Berlin. Als Komponist bekannt wurde er vor allem durch seine Chorkompositionen. - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf des Brünner Musikvereins.
(1½+2¾ =) 4¼ SS. auf 2 Doppelbll. 8vo. An den Komponisten Wilhelm Hill (1838-1902) über eine geplante Reise nach Holland, mit Dank für übersandte Musikstücke, mit dem Ausdruck seiner Freude über den Erhalt des goldenen Verdienstkreuzes von der Wendischen Krone inklusive Gratifikation und überreichter Garniturknöpfe von der Großherzoginmutter: "Für die Übersendung resp. Dedication des 'Asra' [op. 29], sowie der Klaviersache, hoffe ich meinen Dank durch die That zu beweisen, indem ich den 'Asra' recht oft singe, denn er verdient es [...]" (19. V. 1872). - Der zweite Brief an einen Freund bezüglich des hervorragenden Abschlusses der Lehrzeit seines Sohns Emil im Bankhaus "Gebr. Löbbecke & Co" in Braunschweig und mit der Bitte um Vermittlung einer Anstellung desselben in Frankfurt: "Ich würde nun zu gerne sehen, daß er [...] ebenfalls in Frankfurt in einem größeren Bankhause ankäme [...]" (10. XII. [o. J.]). - Ein Brief mit größerem Wasserfleck bei der U., teilweise etwas braun- und staubfleckig verso.
Zusammen 3½ SS. 8vo. An einen Konzertagenten oder Musikverleger Wies, Wied oder Wild (wohl der aus Trebitsch stammende J. Wild, geb. 1849): "Vor zirka 14 Tagen hat ein Freund von mir in Ihrer Kanzlei vorgesprochen bezüglich der Übernahme meiner 3 Operetten. Ich weiß nicht, ob er mit Ihnen persönlich verkehrte, oder aber mit Ihrem Bevollmächtigten[.] Er berichtete mir aber, daß Sie geneigt wären dieselben zu übernehmen. Nun kann ich wohl mit Ihnen als altem Bekannten ganz aufrichtig sprechen: Ich möchte eben nicht wie das so Usus ist, daß die Sachen lange Zeit unberührt im Archive ruhen [...]" (Br. v. 7. III.). - Lt. Brief und beiliegendem Umschlag war Klimsch Komponist und städtischer Kapellmeister in St. Pölten. - J. Wild trat unter Direktor Franz Tome (gest. 1872) 1868 in Linz erstmals auf die Bühne, spielte bis 1877 in zahlreichen größeren österreichischen uind deutschen Städten und gründete anschließend eine Theater- und Konzertagentur. (Vgl. DBA I 1369, 206).
(1+2 =) 3 SS. auf 2 Bll. 8vo. An einen Intendanten mit der Bitte, die Rolle der "Aida" freizuhalten und mit ihr zu besetzen: "Aida ist eine Lieblingsparthie von mir, und habe ich mir speziell für das Gastspiel neue Costüme dafür machen lassen, ich bitte also nochmals die Oper Aida für mich zu reservieren [...]" (10. III.). An einen Herrn Grosser zur Organisation ihrer Berliner Konzerte, zu welchen auch die Gemahlin Grossers beitragen werde: "Mit Vergnügen ersah ich aus Ihren geschätzten Zeilen, dass Ihre liebe Frau, wie wir schon hier besprochen, durch ihre Mitwirkung meine Berliner Concerte verherrlichen wird. Ich habe eben an Herrn Sacerdoti geschrieben, der sich mit Frau Anna [...] in Verbindung setzen wird [...]". (27. XII. 1882). - Der Unternehmer Ludovico Sacerdoti hatte Ende der 1870er Jahre eine Rollschuhbahn bauen lassen, die schon nach wenigen Jahren bankrottging und die nach einem Umbau zu einer sehr erfolgreichen Konzerthalle wurde - der späteren "Alten Philharmonie Berlin", einem Angelpunkt für Musikveranstaltungen. - Ein Brief mit in Silber gepr. großem Namensornament "Marie", der andere mit gepr. Wappenvignette.
Zusammen 10 SS. 8vo. Inhaltsreiche französischsprachige Briefe an ihre Halbschwester Claire de Charnacé (1830-1912) in Paris. Der mit "Donnerstag morgen" datierte Brief wurde zweifellos im Frühjahr 1862 in Löwenberg in Schlesien begonnen, wo Cosima Wagner Gast des Prinzen Konstantin von Hohenzollern-Hechingen war: "Unser Mäzen, bei dem wir ein zurückgezogenes Leben führen, das aus Musik, Freiheit, Liebenswürdigkeit und Lebendigkeit besteht. Die Konzerte folgen den Proben, die selbst Konzerte sind, weil oft ganz andere Sachen geprobt werden, als das, was vor Publikum gespielt wird. Der Prinz ist die erste Person nach mir, die die Musik so liebt und versteht wie ich, wie ich liebt er eigentlich nichts anderes als Musik und versteht sie, würde ich sagen, so wie ich, aber ich bin bescheiden. Die 24 Konzerte, die er in seinem charmanten Saal den Leuten aus der Stadt und ihrer Umgebung anbietet, bestehen aus hervorragenden Werken und umfassen die gesamte Musik; weder Vergangenheit noch Gegenwart oder Zukunft, wenn man so will, sind ausgeschlossen" (Übs.). - Zurück in Berlin, das ihr im Vergleich mit Löwenberg als "Tohuwabohu" erscheint, erwähnt sie ihre Arbeit für die "Revue germanique", die sie scherzhaft als "maman germanique" bezeichnet, und kommentiert die turbulente politische Lage in Preußen und dessen Konflikt mit Österreich: "Jetzt steht Preußen mit dem Rücken an der Wand, das heißt, es muss Partei ergreifen; ich für mein Teil sehe diese Krise sehr positiv und, wenn ich mich nicht irre, könnte sie zu einem Umschwung führen, der sehr vorteilhaft für Preußen ist [...] Unterdessen steht der Bruch mit Österreich kurz bevor, und womöglich wird die venezianische Frage ins Zentrum dieses Konflikts rücken, der alle hier beschäftigt und alarmiert. Meiner Meinung nach bleibt Preußen nur mehr, an das deutsche Volk zu appellieren, sich gegenüber Österreich, das von den vier Königreichen und einigen Fürstentümern unterstützt wird, durch Patriotismus zu behaupten, und damit, mit einem Wort, die liberale Macht im Gegensatz zur autokratischen zu repräsentieren [...]". Gegen Ende des Briefes findet Richard Wagner Erwähnung, der augenblicklich in Paris weilte: "Jetzt habe ich schon lange keine Neuigkeiten von Wagner; ich bezweifle, dass er die Einladung von Mutter wahrgenommen hat, wenn er arbeitet, benötigt er absolute Ruhe, und die Salonkonversation ist ihm generell unsympathisch". - Im Brief vom 29. April 1862 vergleicht Cosima das Leben in Frankreich und Deutschland: "Ich sehe, dass ihr euch amüsiert, während wir in unserer Gegend uns bilden, bessern und uns langweilen, und ich ziehe daraus weitreichende Schlüsse, die Deutschland zum Vorteil gereichen, jedoch nicht meine Vorliebe für Frankreich erschüttern, so sehr sind Räsonnements und Überlegungen der Liebe fremd". Nicht weniger von Leidenschaft geprägt sind Cosimas Wünsche für das eigene Leben: "Ich bin genauso entschlossen wie Sie, ganz und gar zu sterben, das bedeutet, sich nicht nach und nach Herz, Geist, Vernunft auslöschen zu lassen. Ich werde bis zu meinem letzten Atemzug lieben, ich werde mich bis zu meinem letzten Atemzug Illusionen hingeben". Ihre Mutter Marie d'Agoult kündigte einen Besuch an, jedoch "ohne mir die geringste Freude am kommenden Wiedersehen zu bezeugen; ich gebe zu, noch immer so naiv zu sein, so banal, so sehr antiquierten Formen der Zärtlichkeit anzuhängen, dass ich erst verdutzt war und dann traurig". Ein besseres Verhältnis hatte Cosima zu ihrer Schwester Blandine Ollivier, die jedoch im September 1862 im Kindbett sterben sollte: "Was mich betrifft, denke ich, dass Blandine gut daran tut, Paris zu verlassen, um in ihrer Maisonette in Ruhe zu gebären und zu säugen [...]". Es folgen Anmerkungen zur aktuellen Lektüre, darunter Renans "Vie de Jésus", Hugos soeben erschienene "Les Misérables" und Faust II, die sie "mit mehr Begeisterung und Zufriedenheit als je zuvor" liest. Schließlich drückt Cosima ihren Wunsch aus, Claire in Wiesbaden zu treffen, das sie als ihren "Rhein" bezeichnet - zweifellos in Anspielung auf Wagners Aufenthalt im nahegelegenen Biberach von 1862 bis 1863. - Das Brieffragment kann auf 1861 datiert werden. Cosima kommentiert darin Jules Michelets naturgeschichtliches Werk "La Mer" und den aufsehenerregenden Prozess gegen den Bankier Jules Mirès. - Die vollständigen Briefe auf Briefpapier mit geprägtem Monogramm "CBL". Leicht gebräunt.
Zusammen 7 SS. 8vo bzw. 7,8:10,5 cm. Mit 2 eh. adr. Kuverts. “Nun werde ich am Dienstag (11./10) die ‘Agathe’ in ‘Freischütz’ singen! [...] (Br. v. 4. X. 1904). - Auch die zwei anderen Schriftstücke haben ihren Auftritt als Agathe zum Thema. - Unübersehbar in der genannten Rolle bekannt geworden, fand die Künstlerin nichtsdestotrotz keinerlei über die Tagespresse hinausgehende Resonanz. - In altem Sammlungsumschlag.
Zusammen 3 SS. auf 3 Bll. (Qu.-)8vo. An einen Freund und Verleger über den Bariton Kubicki, für den er ein Vorsingen organisieren werde, mit Dank für die Sammlung von Material für den Gesangsunterricht sowie der Ankündigung, ihn wegen noch unveröffentlichter Lieder aufzusuchen: "J'ai entendu Monsieur [...] Kubicki, il a une jolie voix de baryton [...] mais c'est un peu mince pour l'opéra. Cependant je demanderai Lundi une audition pour lui [...] Merci pour les recueils des leçons de solfège [...] Je viendrai vous voir pour vous parler d'un recueil de Busser et chants d'harmonie inédits [...] qu'il serait intéressant de publier [...]" (17. V. 1930 [?]). - An denselben mit der Ankündigung, seine Arbeit an den unveröffentlichten Liedern im nächsten Monat zu vollenden, über seine Arbeit an einer Suite, und mit der Bitte, ihm zwei Exemplare seiner Mezzo-Vokalisen zu schicken: "Je n'ai pas terminé le travail du Busser et chants dont je vous ai parlé et je compts le finir le mois prochain [...] Je travaillerai aussi à la suite Fritz Busser [...] Pouviez-vous me faire adresser à l'opéra ou chez moi 2 exemplaires du recueil de vos vocalises mezzo [...]" (25. VI. 1930 [?]). - Die beiden Briefe auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf des Théâtre national de l'opéra. - Die Postkarte an eine Freundin mit Grüßen aus Rom, wo er sich bereits seit 15 Tagen aufhalte: "Notre plus affectueuse pensée de notre grande Rome de la belle Italie dans laquelle nous sommes depuis 15 jours [...]". Die Bildseite mit einer schwarz-weiß Photographie der Villa Medici. - Mit Randläsuren. Ein Brief mit Notizen in Rotstift von Empfängerhand.
Zus. 4 SS. auf 2 Doppelbll. und einem Einzelblatt. In französischer Sprache an einen Bekannten über einen anlässlich seiner Ernennung zum Direktor der Pariser Musikschule Schola Cantorum gehaltenen Vortrag, der in der belgischen Kunstzeitschrift "L'art moderne" erschienen ist; mit Verweis auf den Kunstkritiker Octave Maus (1856-1919), Herausgeber derselben, der ihm das Gewünschte gerne schicken werde: "Ma petite conférence d'inauguration de la Schola Cantorum est publiée par l'Art Moderne de Bruxelles, in extenso; le directeur de ce journal qui est un de mes amis M. Octave Maus se fera je pense un plaisir de vous envoyer communication de ce que vous demandez [...]" (Valence, 14. XI. 1900). - An einen Schriftsteller mit Bedauern, keine biographischen Notizen oder andere brauchbare Dokumente über seine Person zu besitzen oder aufsetzen zu können, sowie der Aufforderung, sich an den Komponisten Georges Martin Witkowski (1867-1943), Leiter der Musikschule in Lyon, zu wenden: "Merci d'abord de votre si aimable intention à mon égard, mais, hélas, je ne possède point de notice biographique ou autre document relatif à ma personne... et, malheureusement, j'ai de trop pressants occupations en ce moment, pour pouvoir vous établir moi-même quelque chose qui puisse vous servir. Excusez-moi, j'ai si peu de temps à moi, encore mon Ecole! Si vous alliez à Lyon, je suis certain que M. Witkowski, directeur de la Schola lyonnaise [...] vous donnerait sur moi, et mieux que moi! tous les renseignements que vous pourriez désirer [...]" (o. O., 20. XII. 1904). Auf Briefpapier mit Trauerrand. - An einen Schüler mit der Einladung zu einer Probe: "Voulez vous venir à la Schola Mercredi à 5 heures, nous aurons le temps de répèter le trio [...]". - Der Brief von 1900 etwas gebräunt, mit kleinen Papierdurchbrüchen und einem kleinen Randeinriss.
Zus. 5 SS. auf einem Doppelblatt und 4 Einzelbll. 4to und 8vo. In französischer Sprache an einen Bekannten, bedauernd, dass der Opernsänger Jean de Reszké (1850-1925) aufgrund eines Emphysems nicht an einem Wettbewerb teilnehmen könne, sowie in der Absicht, dem Sänger Jean-François Delmas den ersten Akt aus der Oper "Alceste" anzubieten: "Jean de Reszké ne peut malheureusement pas prêter son concours au concert Marty. Il a de l'emphysème et est en train de suivre un traitement qui le met dans l'impossibilité de chanter [...] Je vais parler demain à Delmas du 1er acte d'Alceste. J'espère qu'il acceptera [...]". Auf Briefpapier mit gepr. Briefkopf. - An einen Freund mit dem Wunsch, zur Aufführung von dessen Theaterstück zu kommen, sowie in der Hoffnung auf ein gemeinsames Abendessen und einen Besuch des "Gymnase" im Anschluss an die Vorstellung: "Vous m'avez aimablement proposé hier soir une place pour aller voir votre pièce; pouvez-vous me caser ce soir? J'irai diner à l'Américain tout exprès pour vous rencontrer et je pense que nous pouvons aller au Gymnase ensemble après. Ma femme y est allé hier soir et est revenue enthousiasmée [...]". - Das Manuskript mit einem Nachruf auf den Operettenkomponisten Claude Terrasse (1867-1923): "Une bien triste nouvelle nous parvient ce soir: Claude Terrasse vient de mourir. C'est un excellent musicien, un parfait honnête homme, un confrère serviable et bon qui disparait. Depuis déjà plusieurs mois l'état de sa santé donnait de vives inquiétudes à ses amis, mais nous avions confiance comme lui-même, car son caractère heureux lui faisait entrevoir un retour à la santé que la belle saison et l'air de la campagne devaient hâter [...]". - Randläsuren.
Zusammen (2+1¼ =) 3¼ SS. auf 2 Bll. 4to. Mit einem eh. adr. Kuvert. An den Sänger, Inspizienten und Bearbeiter Erwin Harditz: "[...] Ich bin sehr glücklich, daß die Partie mir so gut liegt u. ich sie so erarbeiten konnte!! Vor einigen Tagen kam der Arabellaauszug mit der Bearbeitung an. Nun bin ich damit sehr zufrieden - nur über die Stundenanzahl bin ich entsetzt. Ich weiß, wie viel Zeit man natürlich für Ihre exakte Arbeit u. Schrift braucht - nur werden mich so die Bearbeitungen viel zu viel kosten. Nun will ich Ihnen vorschlagen 1. alle Namen - wie Zdenko, Arabella, Vorhang, Bühne etc. also alles was nur möglich ist, abzukürzen u. auch die Reaktionen der Partner auf das allernotwendigste zu beschränken! Meiner Meinung erspart das dies ¼ bis 1/3 der Zeit, wenn nicht viell. die Hälfte [...]" (16. VIII.). - "[...] Ich stehe knapp vor meiner Abreise nach Vannes, wo ich einen Liederabend singe u. dann endlich Ferien machen kann. Ich werde Ende September in Wien sein u. bitte Sie, bis dahin die Traviata für mich zu bearbeiten, mit den besten Einschränkungen u. Abkürzungen, sodaß die Stundenzahl 26-30 nicht überschritten wird [...]" (25. VIII.).