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Zusammen 9½ SS. (Qu.-)8vo und 4to. Alle Schriftstücke an die Schriftstellerin Grete Meisel-Hess (1879-1922) bezüglich Besprechungen ihrer Werke in diversen Tagesblättern: "Soviel ich weiß, stehen Sie in guten Beziehungen zum ‚Berliner Morgenblatt'. Wenn Sie bei der dortigen Redaktion anregen wollten, daß man mich mit der Besprechung Ihres neuesten Werkes betraut, wäre ich gern dazu bereit und würde Sie in diesem Fall höfl. um die Druckbogen Ihres Buches ersuchen. Ich hätte hier prächtige Muße zu eingehender Würdigung Ihrer Arbeit […]" (eigenh. Brief mit U., Berlin, 16. V. 1916). "Ihr Buch ‚Das Wesen der Geschlechtlichkeit' habe ich mittlerweile von Ihrem Verleger erhalten, habe auch schon darüber ein ziemlich umfangreiches Feuilleton für die Zeitschrift ‚Der Falke' (Darmstadt) geschrieben, das angenommen worden ist. Bezüglich der Vossischen Zeitschrift glaube ich nicht, dass es einen Sinn hat, eine Besprechung an die Chefredaktion einzusenden. (Wofern Sie nicht eine persönliche Abmachung mit ihr getroffen haben.) […]" (ms. Brief, Berlin-Charlottenburg, 30. X. 19[16]). - Doris Wittner war 1922-25 verantwortliche Redakteurin der Zeitschrift "Der Roland von Berlin", 1931 Mitherausgeberin der "Freien Jüdischen Monatsschau". Neben der journalistischen Tagesarbeit schrieb sie Romane.
Zusammen 4 SS. (Qu.-)8vo. Mit eigenh. beschr. Kuvert. Cohn drückt dem Botaniker und Paläonthologen Heinrich Göppert (1800-1884) sein Beileid zum Tode Heinrich Göpperts, dem Sohn des Adressaten, aus: "[…] welche schöne Hoffnungen für unser Vaterland sind mit einem Male vernichtet worden […]" (Brief vom 19. Mai 1882). Weiters beantwortet er Fragen zur Botanik: "Leider haben Sie mein Wissen überschätzt; auch mir ist in meiner Praxis noch keine Kornseide vorgekommen. Allerdings ist "Silk", wie das deutsche "Seide" auch der Name eines pflanzlichen Parasiten, Cuscuta […]". - Der Brief mit einem Einriß am oberen Rand.
Zusammen 4 SS. 8vo. Die Portraitpostkarte mit eh. Adresse. An Dr. Trotter in Villach: “[...] nach niederträchtig heißen 48 Stunden [...] sind wir gestern Abend eingezogen im prächtigen Alpenhotel en miniature: Weißlahnbad, luftig gelegen unterm Rosengarten [...] Wir trafen hier Bekannte von Ihnen, eine Frau Matthes sammt Tochter [...]” (Br. v. 20. VIII. 1905). - Die Portraitpostkarte mit einer halbfigürlichen Darstellung des Schauspieleres und eh. Namenszug, Datum und Gruß (“Am schönsten geht sich’s halt doch - auf der Straßen”) auf der Bildseite; die Bildpostkarte mit einer Ansicht des Rekonvaleszentenheims ‘Philanthropia’ [!] und eh. Namenszug a. d. Bildseite. - Von Heinrich Laube (1806-1884) ans Wiener Stadttheater engagiert und dort bis 1884 tätig, verkörperte der beliebte Schauspieler später am Burgtheater, am Deutschen Volkstheater und am Theater in der Josefstadt rund 600 Rollen. Bekannt ist seine Autobiographie ‘Vom Lebenswege eines alten Schauspielers’ (1914). Vgl. Kosch IV, 3069 und Czeike V, 494. - In altem Sammlungsumschlag.
Zusammen 2 SS. 4to und Postkartenformat. Mit 1 eh. Umschlag. An den Tübinger Bibliothekar und Bibliothekswissenschaftler Georg Leyh in Zusammenhang mit einem 1926 erschienen biographischen Artikel über den Ägyptologen und Bibliothekar Richard Pietschmann (1851-1923). Der Brief vom 24. Februar 1924 enthältt eine Darstellung von Pietschmanns Studienzeit in Leipzig, wo er bei Georg Ebers promovierte: "Pietschmann kam im J. 1873 nach Leipzig, wo wir uns alsbald in den Vorlesungen kennenlernten. Er war etwa drei Jahre älter als ich, und hatte vorher in Berlin studiert. Im Mittelpunkt seiner Interessen stand die Anthropologie [...]. Im Sommer 1874 promovierte er mit einer ägyptologischen Dissertation (Hermes Trismegistos) und hat dann Leipzig verlassen, um zunächst sein Dienstjahr zu absolvieren. Dann hat er bekanntlich die Bibliothekscarriere ergriffen. [...] Seine weitere Laufbahn ist Ihnen ja bekannt. Zu großen wissenschaftlichen Werken ist er nicht gekommen; das lag nicht in seiner ganzen mehr receptiven Art [...]". - In der Postkarte vom 25. Mai 1927 dankt Meyer Leyh für die Biographie seines frühverstorbenen Kollegen: "Haben Sie herzlichen Dank für die freundliche Zusendung des vortrefflichen Lebensbildes Pietschmanns, das ich mit großem Interesse und enormer Teilnahme gelesen habe. Sie haben sein Wesen und seine Bedeutung vollkommen zutreffend [...] gezeichnet". - Nach seiner Studienzeit in Leipzig arbeitete Meyer kurzfristig als Erzieher im Haus des englischen Generalkonsuls in Konstantinopel. 1879 habilitierte er sich in Leipzig und arbeitete mehrere Jahre als Privatdozent für Alte Geschichte. In dieser Zeit entstand sein Plan für eine Gesamtgeschichte des Altertums, sein späteres Hauptwerk. Es folgten Professuren in Leipzig, Breslau, Halle und Berlin, wo er 1930 starb. - Die Postkarte minimal angeschmutzt. Vgl. G. Leyh, Richard Pietschmann zum Gedächtnis, in: Zentralblatt für Bibliothekswesen 43 (1926), S. 213-235.
Zusammen 1½ SS. 4to und qu.-8vo. An den Exlibrissammler Maron: “Anbei der Prospekt. Bei der Gelegenheit erlaube ich mir die Anfrage, ob Sie sich für weitere Graphik interessieren u. ob ich Ihnen gelegentl. etwas zur Ansicht schicken darf [...]” (undat. Postkarte mit gedr. Adreßzeile des Absenders). - Der Brief v. 12.IV. 1913 betrifft die in Anbetracht des “Wechsel[s] in der Vorstandssache des Exlibrivereins” gewünschte Mitgliedschaft. - Bei Franz von Stuck (1863-1928) und Peter Halm (1854-1923) studierend, wurde der in Schönbrunn bei Landshut geborene Künstler 1905 mit dem Staatspreis und dem Schack-Stipendium ausgezeichnet, bildete sich auf Auslandsreisen durch Südeuropa und durch das Studium der Werke Goyas und El Grecos fort und zog dann für mehrere Jahre nach München, “unermüdlich beschäftigt mit Exlibris, Buchschmuck, Illustrationen zu Werken des ihm innerlich verwandten Dehmel, Bonsels’ [...] (Thieme/Becker XIII, 346). Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs in Berlin lebend, rückte er 1914 ein, war von 1920-22 Professor an der Kunstgewerbeschule Berlin, hielt sich von 1923-25 neuerlich in Südeuropa auf und folgte 1928 einem Ruf als Professor an die Akademie für Graphik und Buchkunst nach Leipzig, wo er 1933 entlassen und mit Malverbot belegt wurde. Nach Ende des Krieges - den er zurückgezogen auf seinem Bauernhof verbrachte - war Geiger bis zu seiner Emeritierung Professor an der Münchner Akademie der bildenden Künste. “Er schuf zahlreiche, vom Jugendstil geprägte Exlibris-Entwürfe, verarbeitete Kriegserlebnisse in Bilderzyklen, darunter ‘K.Z.’, und trat insbesondere als Graphiker hervor. Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden zahlreiche Graphikzyklen sowie Illustrationen zu Werken von Kleist, Goethe, Balzac, Dostojewski, Tolstoj und García Lorca” (DBE). - Beiliegend ein Telegramm vom 9.III. 1913: “Zustimmung gegeben” (1 S. Qu.-8vo).
Zusammen 3½ SS. 4to und 8vo. Betr. die Übersendung von “ein[em] kleine[m] Erzeugnis meiner ‘Wiener Bronze’ [...]” (Br. v. 31. XII. 1908; auf Briefpapier mit gedr. Adresse) sowie das Offert für Beleuchtungskörper “für den Bau der Kirche am Zentralfriedhof” (Br. v. 3. X. o. J.; auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf der “Wiener Bronze- & Metallwarenfabrik A. Mielichhofer”). - Sich nach Studien in Paris, London und München überwiegend orientalischen Themen zuwendend, unterscheidet sich Mielichs größtenteils in Ägypten geschaffenes Werk von der pathetischen österreichischen Orientmalerei durch fein abgestimmte Farbigkeit; die Atmosphäre des Orients versuchte er meist in kleinformatigen Tempera- und Ölgemälden zu erfassen und schuf u. a. 41 Wiedergaben der Wandmalereien von Kuseijr ’Amra in Arabien zu einem von der Akademie der Wissenschaften in Wien 1907 herausgegebenen Werk. Thieme/B. XXIV, 538. - Im linken Rand gelocht (keine Textberührung). - In altem Sammlungsumschlag.
Zusammen 3 SS. auf 3 Bll. (Qu.-)8vo. An Franz Othmar Haeller in Wien-Alsergrund. - "[…] Herr Schmal von der Buchhandlung Beyer hat mir Ihre liebenswürdige Bereitwilligkeit übermittelt, mir Doubletten Ihrer Rückert-Sammlung abzutreten. Ich bin nun augenblicklich dienstlich so sehr mit Arbeiten überhäuft, (Vorbereit[un]g einer Bücher-Ausstellung für den Bibliothekartag) dass ich mich nicht weit von meiner Bibliothek entfernen kann […]" (30. IV. 1926). "[I]m Verlag Strecker u. Schröder ist ein Band 'Gedichte' von Friedrich Rückert hgg. von Dr. Leopold Magon erschienen [...] Bei flüchtigem Durchschauen scheint das Buch sehr gut zu sein [...]" (19. V. 1926). "Der Verfasser der Rückertrezension, dessen Namen ich Freitag nicht wusste, ist Fr. v. Sallet. Sein Aufsatz 'Rückert' steht im V. Band der sämmtlichen Schriften [...]" (8. VIII. 1926). - Der Sohn jüdischer Eltern, aufgewachsen in Prag, wurde nach Studium und Promotion Leiter der Sozialwissenschaftlichen Studienbibliothek der Wiener Arbeiterkammer. Er engagierte sich in der sozialdemokratischen Bildungsarbeit, arbeitete als Publizist, Journalist, war Mitglied der Kommunistischen Partei Österreichs und veröffentlichte lyrische und politische Gedichte. 1934 emigrierte er nach der Teilnahme an den Februarkämpfen in die Tschechoslowakei ("Februar-Ballade", 1935), 1938 nach Frankreich, 1941 über Spanien und Portugal nach Großbritannien. 1945 trat Brügel in den diplomatischen Dienst der Tschechoslowakei ein und wurde 1949 Leiter der Abteilung Deutschland und Österreich des CSR-Außenministeriums. Aus Protest gegen die Willkür der Justiz quittierte er den Dienst und floh über die Bundesrepublik Deutschland und die Schweiz 1950 nach Großbritannien. - Der Brief auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf.
Zusammen 3 SS. auf 3 Bll. 4to und (qu.-)8vo. Die Karten jeweils mit eh. Adresse, der Br. mit eh. adr. Kuvert. Beiliegend 2 gedr. Dankeskarten mit jeweils eh. adr. Kuvert. An Josef Wesely: "Vielen herzlichen Dank für Ihre lieben Wünsche und Ihre durch viele Jahre, auch in der Nazizeit erprobte Treue. Menschen wie Sie sind inmitten des geschäftigen und geschäftemachenden Egoismus in vielen Verkleidungen ein wahres Labsal. Sehr schmerzlich, daß es Sie so hart getroffen hat und daß Sie das im Laufe Ihres Lebens mit so viel Liebe Gesammelte verloren haben. Das andere wird sich wieder geben [...]" (a. d. Br. v. 15. IV. 1946). - Der Essayist und Lyriker O. M. Fontana gab zusammen mit Alfons Wallis "Das Flugblatt" heraus, wurde 1945 Kulturredakteur des "Neuen Österreich" und war Chefredakteur mehrerer Wiener Tageszeitungen. Als Universitätslektor in Wien tätig, leitete Fontana auch die "Österreichische Buchgemeinschaft" und war von 1959 bis 64 Präsident des österr. P.E.N-Clubs. Mit der Anthologie "Die Aussaat. Prosa und Verse einer neuen Jugend" war er 1916 zu einem Wegbereiter des österreichischen Expressionismus geworden. Der Träger zahlreicher Literaturpreise und literarischer Auszeichnungen war Mitbegründer des Österreichischen Schriftstellerverbandes. - Weiters beiliegend ein Zeitungsausschnitt aus Anlaß des Erscheinens von Fontanas Buch "Wiener Schauspieler. Von Mitterwurzer bis Maria Eis" (1948).
Zusammen 3 SS. (Qu.-8vo) bzw. 16,6:11 cm. Mit einem eh. adr. Kuvert. Dankt “für die große Liebenswürdigkeit, mit welcher Du mir behilflich warst meinem Bruder Franz eine sichere Stellung bei Glaubens und Gesinnungsgenossen zu verschaffen [...] Hätte ich nur früher den Mut gehabt mich an Dich zu wenden, wie viele Demütigungen dieser Judenbande wären mir erspart geblieben [...]”. Er selbst sei nun in Berlin “an einer ersten Bühne”, das “einzig betrübende” sei nur, “daß ich in Berlin und nicht in Wien leben muß [...]” (Br. v. 16. XII. 1904). - Die Photographie aus dem Hause des K. u. K. Hof- u. Kammer-Photographen Carl Pietzner zeigt den Schauspieler in ganzfigürlicher Darstellung. - Die wohl von Seibold adressierten und mit einigen Grußworten versehehenen Bildpostkarten mit weiteren eh. Grußzeilen bzw. U. der Schauspieler Josef Ludl, Franz Ziegler, Rudolf Klug u.a. und mit Ansichten aus Payerbach, des Hamburger “Alsterpavillons am Abend” und des Fährhauses in St. Pauli sowie einer ganzfigürlichen Darstellung des Schauspielers Josef Ludl im Rollenkostüm des Altwiener Volksstücks ‘Die Gigerln von Wien’. - Schon als Jugendlicher durch den Vortrag eigener Lieder und Couplets beim Wiener Schrammel-Quartell bekannt geworden, kam der junge Schauspieler über Iglau, Preßburg, Brünn u. a. ans Theater an der Wien, wo “sein ursprüngliches Talent vielen Beifall” fand (Eisenberg, Gr. biogr. Lex. der dt. Bühne im 19. Jh., zit. n. DBA I 1170, 328). - In altem Sammlungsumschlag.
Zusammen 2 SS. 8vo. bzw. 6:9,7 cm. Die Quittung bestätigt “den Empfang von 150 Gulden, die Herr Oscar Straus mir á conto der Tantiemen der Operette ‘Das Regimentsengerl” vorgeschossen hat” (Br. v. 21.VI. 1895), die weiteren Schreiben an einen ungenannten Rezensenten bzw. eine “Liebe Frau”. - Der aus Jassy (Rumänien) stammende Journalist war seit 1888 als Redakteur beim ‘Neuen Wiener Tagblatt’ tätig und verfaßte zahlreiche Novellen, Dramen (u. a. gemeinsam mit L. Ganghofer ‘Die Hochzeit von Valeni’, Stuttgart 1891) und Libretti; eine Zusammenarbeit mit Oscar Straus war weder über die einschlägigen Refernzwerke noch über Bibliothekskataloge nachweisbar. Vermutlich wurde die genannte Operette einer oft geübten Praxis entsprechend schließlich unter anderem Titel und wohl auch unter Weglassung des Librettistennamens veröffentlicht. Vgl. Giebisch/G. 41. - Beiliegend ein auf Papier montierter Zeitungsausschnitt mit dem Portrait des Schriftstellers sowie einigen biographischen Angaben. - Ein Brief mit gedr. Briefkopf der “Redaction des ‘Wiener Tagblatts’” (dieser mit kl. Randeinr.).
Zusammen 8 SS. Meist 8vo. An die Redaktion der Neuen Musikalischen Presse in Wien: "Den Artikel werden Sie schon erhalten haben. Biogr. Daten zu mir sind folgende: Bin zu Trieste geboren, wurde aber schon als Kind nach Deutschland, später nach Italien geschickt - habe die philos. Studien in Genf gemacht, wo ich auch bei Prof. Landi am Conservatorium die ersten musikalischen Studien anfieng [!], die ich dann bei Tosti fortsetzte. Singe nur zu wohlthätige[m] Zweck u. wohne seid [!] 17 Jahren in Wien als Gutsbesitzer. Habe mich hauptsächlich immer mit ital. Musik befaßt u. war 1892 bei der Theater u. Musikausstellung Referent der fremdländischen Sectionen [...]". - Zudem päpstlicher Geheimkämmerer und Präsident des Spitals "Goldene Schnepfe" in Dornbach, machte sich Eisner-Eisenhof durch seine in italienischer Sprache verfaßten Arbeiten über Donizetti, Cimarosa und Capodimonte-Porzellan einen Namen.
Zusammen 4½ SS. An einen Regierungsrat, dem er für Besuche u. a. dankt . - Der in Altona geborene Schauspieler gehörte seit 1885 dem Ensemble des Wiener Hofburgtheaters an und wurde 1890 zum Hofschauspieler ernannt. "Zu einem großen runden Geburtstag hatten wir uns alle auf der Burgtheaterbühne versammelt; die Nazizeit warf ihre Schatten voraus, und ein Professor der Germanistik feierte Georg Reimers als einen großen deutschen Schauspieler. Österreich kam in dieser Laudatio schlechtweg nicht vor. Der nächste Redner war damals Ernst Lothar. Er hatte ein vorbereitetes Manuskript, das er während der politischen Ansprache seines Vorredners kaum merklich zerriß. Lothar sprach frei und feierte den Österreicher Georg Reimers. 'Du warst', so sagte er, 'ein Schauspieler dieses Landes, dieser Stadt und dieses Hauses, und du warst mein Herr, wenn du meinen Diener spieltest, und immer ein Diener, wenn du auf der Bühne ein König warst'" (zit. n. Haeusserman, Das Wiener Burgtheater, Wien u. a., Molden, 1975, S. 95).
Zusammen 3 SS. Qu.-8vo. Mit einem eh. adr. Kuvert. Dankt Josef Wesely für ihm übersandte Geburtstagswünsche. - Seit 1933 beim Rundfunk tätig, wurde Böhme hernach als Reichsfachschaftsleiter für Lyrik in der Reichsschrifttumskammer und später als Kulturreferent der "Ostmark" eingesetzt. Seit 1935 war er Obersturmführer der SA, später Mitglied der obersten SA-Führung. Nach Kriegsende lebte Böhme als freier Schriftsteller und Verleger in Lochham bei München, gab seit 1949 die Monatsschrift ‘Klüter-Blätter’ heraus und gründete 1950 das "Deutsche Kulturwerk europäischen Geistes" (DKEG), als dessen Präsident er ebenso wie in seinen Schriften weiterhin rassistische und nationalistische Anschauungen verbreitete. Vgl. Kosch I, 681f. - Der Br. auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf, die Portraitpostkarte mit einer Ansicht im Halbprofil, die Postkarte mit dem Text von Böhmes Lied ‘Der 9. November. Die Toten des Sieges den Toten des Krieges’ (M: Karl Schönholtz).
Zusammen 2 SS. 8vo und Gr.-4to. Mit 1 ms. sowie einem eh. beschr. Kuvert. Dankt Josef Wesely für übersandte Geburtstagswünsche. Auffallend ist die Anrede "Euer Wohlgeboren" in jenem Brief von 1961.
Zusammen 3 SS. 4to. Bestätigung, das jeweilige “quartals Ratum” aus der “k. k. academie Casse der bildenden Künste” erhalten zu haben. - Der in Bonn geborene Künstler studierte bei seinem Vater in Rom, ehelichte die Tochter eines Bildhauers und wurde 1784 von Lord Bristol, Bischof von Derry, nach Irland berufen “und mit Herstellung eines Mosaikfußbodens für einen Tempel in Down Hill beauftragt. Mußte seiner schwachen Gesundheit wegen die Arbeit [...] nach kurzer Zeit aufgeben. 1811 Lehrer der Mosaiktechnik an der Wiener Akademie [...]” (Thieme/Becker XXVIII, 326). - Auf Briefpapier mit insg. fünf Gebührenstempeln.
Zusammen 3 SS. 8vo. An Tina Barnert in Wien: “Es hätte mir an und für sich grossen Spass gemacht, in Wien Operette zu spielen, aber ich trete während des ganzen Dezember hier in Berlin auf, und habe auch anschliessend noch einige Verpflichtungen, so dass es für diesmal leider nichts daraus werden kann [...]” (Br. v. 30. XI. 1932). - “Nun werde ich den Sommer wahrscheinlich in Italien zur Erholung sein - und nur wegen 2 Abenden Karlsbad nach der Tschechoslovakai zu fahren, würde sich nicht gut lohnen [...]” (Br. v. 16. V. 1933). - 1921 mit dem Regisseur Ernst Matray, den sie 1927 heiratete, als Tänzerin in einer von ihm inszenierten Pantomime auf Tournee gehend, wandte sich die junge Künstlerin der Schauspielerei zu, war am Großen Schauspielhaus und an den Barnowsky-Bühnen in Berlin zu sehen und übernahm auch erste Filmrollen. 1933 emigrierte sie zusammen mit ihrem Mann über Frankreich und Großbritannien in die USA, arbeitete als Regie- und Produktionsassistentin Max Reinhardts in New York und Los Angeles und war von 1939-44 zusammen mit Ernst Matray als Choreographin für Tanz- und Revueszenen in zahlreichen Filmen tätig. 1953 nach Deutschland zurückgekehrt, schrieb sie in Zusammenarbeit mit Answald Krüger Drehbücher zu Filmen wie ‘Die schöne Lügnerin’ (1959). Für den NWDR - den Vorläufer des NDR - war das Duo für die ersten eigenproduzierten ZDF-Serien ‘Das Kriminalmuseum’ und ‘Die fünfte Kolonne’ tätig, in den siebziger Jahren gestaltete es die erste Staffel der NDR-Serie ‘Sonderdezernat K1’, aus der später die Reihe ‘Die Männer vom K3’ hervorging. Vgl. Karr: Lexikon der deutschen Krimi-Autoren, s. v. (Matray). - Auf Briefpapier mit gedr. Adreßzeile bzw. gedr. Vignette des Hotel d’Italie in Venedig. - Der Br. v. 30. XI. 1932 mit kl. Einr. im Falz, kl. Ausrissen und a. d. Rändern etwas lappig.
Zusammen 10 SS. auf 7 Bll. 4to. Interessante Korrespondenz an Franz Othmar Haeller. - "[…] Ich freue mich sehr, dass Sie sich auch persönlich für mich einsetzen wollen. Heute findet man so selten Menschen, die noch wissen, was ein Vers bedeutet. Zu medias res: Ich bin 31 Jahre alt, seit 6 Jahren verheiratet, habe Familie [folgen weitere biographische Angaben]. Im Alter von 10 Jahren machte ich mein erstes Gedicht […]. Literarischen Kreisen und Zirkelbildungen stand ich von jeher fern. Ich liebe Hölderlin, Rilke, Baudelaire, Goethe. Im Gedicht schwingt mein Leben […]. Da ich kein Vermögen habe und auch keinen sogenannten Brotberuf schaffe ich unter starkem äusserem Druck. Ich habe mich in etwa 13 verschiedenartigen Berufen, Stellungen, Tätigkeiten versucht […]. Bis vor einigen Monaten wohnte ich mit Frau und Kind in einer Zelle einer ehemaligen Irrenanstalt […]" (aus dem handschriftl. Brief vom 27. I. 1927). - Nach dem Abitur lebte der Pfarrerssohn David Luschnat seit 1908 in Berlin, wo er zeitweise Fabrikarbeiter war und bald erste Gedichte veröffentlichte. Seine Lyrik ("Kristall der Ewigkeit", 1926; "Die Sonette der Ewigkeit", 1927) spiegelt seine Beschäftigung mit der orientalischen Philosophie wider. Luschnat engagierte sich in der Zeit der Weimarer Republik im Schutzverband Deutscher Schriftsteller und war seit 1931 Schriftführer von dessen oppositioneller Fraktion. 1933 emigrierte er über Amsterdam nach Paris. Nach der Internierung 1940 lebte er illegal in Südfrankreich. Luschnat arbeitete nach dem Zweiten Weltkrieg kurzzeitig für die französische Militärregierung in Baden-Baden und kehrte dann nach Frankreich zurück. - Mit Adreßstempel.
Zusammen 7 SS. Qu.-8vo. Dankt Josef Wesely für ihr übersandte Geburtstagswünsche und sendet wiederholt Neujahrsgrüße. - Gisela, die Enkelin des Politikers und Publizisten Johann Nepomuk und Nichte des Burgtheaterdirektors Alfred Frh. von Berger, begann schon früh, sich schriftstellerisch zu betätigen, war später als Hauslehrerin, Sekretärin und als Redakteurin der Zeitschrift ‘Wiener Mode’ tätig. Bis zum Ausbruch des Krieges in der Theatersammlung der Nationalbibliothek und bis zu dessen Ende als Leiterin der Pressestelle im “Haus der Mode" tätig, wurde sie später Cheflektorin des Ring-Verlags. Für ihren Roman ‘Die törichte Geschichte der Terpsichore Liebenreich’ (1919) wurde sie mit dem Ebner-Eschenbach-Preis ausgezeichnet. Vgl. Kosch I, 417. - Die Bildpostkarten mit Ostermotiven (2) bzw. mit einer gemalten Ansicht des Neptunbrunnens in Schloß Schönbrunn.
1 L. A.S. de 1 p. in-8, s.d. (en-tête des éditions du Seuil) : Jean Cayrol, souffrant, s'excuse de ne pouvoir répondre. L.A.S. de Jean Cayrol, adressée à l'écrivain et érudit Armand Got. Jean Cayrol recevra le Prix Renaudot en 1947 Français
1 L.A.S. d'1 p. in-4, datée du 14 janvier 1963 ; il félicite Armand Got de l'envoi de sa plaquette. L.A.S. de Raymond Mirande, adressée à l'écrivain et érudit bordelais Armand Got. Français
1 L.A.S. format in-8 d'une page, sur papier à en-tête des Et. Carjat et Cie, traces d'ancien montage sur onglet : 1 Lettre autographe signée, à en-tête de Et. Carjat & Cie, datée de Veules, le 8 septembre 1884 : "Cher Ami, Je t'écris à la hâte de ce charmant pays ou Alexis Bouvier nous donne, à ma femme, à Ninie et à moi, une hospitalité cordiale et plantureuse, pour te prier de vouloir bien remettre ou faire remettre en mains propres au Ministre, la lettre ci-jointe, que tu cachèteras bien sûr, après l'avoir lue. A mon retour, nous causerons un peu de la mer que j'ai pu voir enfin, comme le Père Duchène : bougrement en colère. Grâce à la nourriture pantagruélique de mon généreux amphytrion, j'engraisse et j'oublie par moment les ennuis qui m'attendent au retour. Je te la serre bien fort et te remercie d'avance. Ton vieux fidèle" L'un des plus fameux photographes de son temps, mais aussi journaliste et caricaturiste, Etienne Carjat (1828-1906) fut aussi un poète, membre avec Verlaine et Rimbaud, auprès de Gill, Banville ou Fantin-Latour, du groupe des "Vilains Bonshommes". Jolie lettre adressée à Gustave Lévy, haut fonctionnaire au ministère de la Marine, dans laquelle il évoque l'écrivain Alexis Bouvier (1836-1892), connut pour recevoir chaque été une dizaine de convives dans sa propriété de Veules-les-Roses (Seine-Maritime). Français
Zusammen 2 SS. Gr.-4to und Qu.-8vo. Mit ms. beschr. Kuvert. Dankt Josef Wesely für ihm übersandte Geburtstagswünsche.
Brief: 1 S. 4to. Albumblatt: 1 S. Format: 100:150 mm. Beiliegend: Kuvert sowie 1 Foto von Zitzenbacher. Dankt Josef Wesely für die Liebenswürdigkeit der Übermittlung von Glückwünschen. Zwar hinterfragt er den Hintergrund der Bekanntschaft, jedoch freut er sich über Weselys Kenntnis seiner Person, "[...] denn es kommt heute nur mehr sehr selten vor, daß ein junger Autor ein derartiges Interesse erwecken kann".
Zusammen 3 SS. Verschiedene Formate. An die Schauspielerin Lili Marberg. - Adolf Rott wurde nach seiner Promotion zum Dr. jur. Regieschüler von Luise Dumont in Düsseldorf und Assistent von Peter Scharoff. Nach langjähriger Tätigkeit als Regisseur, Dramaturg und Schauspieler in Bunzlau, Cottbus, Bautzen, Hamburg und Danzig wurde er 1951 Chefregisseur am Burgtheater in Wien, stand diesem auch von 1954-59 als Direktor vor. 1956 holte Rott im Glauben, dem Publikum den neuen Josef Kainz präsentieren zu können, Klaus Kinski ans Burgtheater, was diesem in zweifelhafter Erinnerung bleiben sollte: “Rott hat sich in den Kopf gesetzt, mich dem Publikum als Nachfolger von Josef Kainz zu präsentieren. Deshalb will er, daß ich das Originalkostüm trage, in welchem Kainz den Tasso spielte und das jetzt im Theatermuseum auf einer Drahtpuppe hängt. Aber das Kostüm paßt mir überhaupt nicht - obwohl Kainz ungefähr meine Figur gehabt haben muß, außerdem ist es von Motten zerfressen. Ein neues Kostüm wird originalgetreu nach dem Kostüm von Kainz aus reiner Seide angefertigt und ein vergoldeter Degen für mich geschmiedet. Rott hat jährlich Millionen von Staatszuschüssen zu verschwenden. Das tut er zwar ohnehin durch seine eigenen miserablen Inszenierungen, doch will er sich in meinem Fall unter keinen Umständen lumpen lassen. Seine fixe Idee, mich als neuen Kainz eingekauft zu haben, geht so weit, dass er zwischen den Proben Fotografiertage ansetzt, wo ich im Kostüm Modell stehen muss. Die Fotografen schleppen mich vor das Wiener Kainz-Denkmal, vor die Kainz-Büste im Burgtheater, vor das Kainz-Gemälde in der Ahnen-Galerie und an seinen Grabstein! Das ist wie für Coca Cola, denke ich, nur daß ich kein Geld dafür bekomme. Mich ekelt diese Leichenfledderei an. Die Laffen vom Burgtheater hatten Josef Kainz erst den Arsch geküßt, als er bereits Krebs hatte und ihm nicht mehr viel Zeit zu leben blieb” (Klaus Kinski: Ich brauche Liebe, 1991, S. 182). Zu Rott vgl. Czeike IV, 706. - Lili Marberg (1876-1962) gehörte von 1911 bis 1950 dem Wiener Burgtheater an. Seit 1936 auch Ehrenmitglied, spielte sie zunächst in Stücken Wedekinds, Hauptmanns und Ibsens, später vorwiegend Königinnen und mütterliche Frauen und galt weithin als vorzügliche Charakterdarstellerin. Zu ihren Hauptrollen zählten Desdemona, Hedda Gabler und Helena in "Vor Sonnenaufgang". Ihre einzige Filmrolle war die des Fräulein Munk in Walter Reischs "Silhouetten" (1936).
1 S. Qu.-8vo. Mit ms. Adresse. An Josef Wesely: "Für Ihre freundlichen Grüsse und Glückwünsche zu meinem Geburtstage sage ich Ihnen meinen herzlichsten Dank. Leider konnte ich Ihnen nicht früher schreiben, da ich plötzlich als SS-Kriegsberichter im Osten eingesetzt worden war und erst in diesen Tagen zurückgekommen bin […]".