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Zusammen 12½ SS. Qu.-8vo. An Getrude Egger-Tietze in Graz: "Der 'Sommernachtstraum' und Reinhardt’s Regie? - Ich glaub’ ich vergess' es nie [...]". Neben kleinen Gedichten finden sich vorwiegend Mitteilungen privaten Charakters, Nachrichten über zukünftige Aufenthalte, über ihr Wohlergehen u. a.: "Es will mir, wie ich da sitze und an Sie denke, plötzlich erscheinen, als hätte ich in meinem gestrigen Schreiben an Sie nur den Tag genannt, an dem ich sie erwarte, nicht die Stunde [...]" (dat. Wien, 7. VI. 1925). - Absolventin der Lehrerinnenanstalt St. Anna in Wien, wohin sie mit ihrer Mutter nach deren Gatten Tod übersiedelt war, debütierte die 18jährige 1882 als Lyrikerin. Sich später dem Naturalismus zuwendend, veröffentlichte sie Romane und Schauspiele, darunter das 1901 mit dem Bauernfeld-Preis ausgezeichnete Stück "Der Schatten" (1901). Popularität und hohe Auflagen erlangte sie durch mehrere Veröffentlichungen in der "3-Mark-Reihe" des Ullstein-Verlags. Für Emanzipation und gegen den Krieg eintretend, wurde sie 1916 mit dem Ebner-Eschenbach-Preis ausgezeichnet. Vgl. Kosch I, 721. - Die Bildseiten der Karten zeigen u. a. Ansichten von Raabs/Thaya, Groß-Reifling, Danzig u. a.
Zusammen 19½ SS. auf 25 Bll. 4to und 8vo. Die zwei Zeichnungen auf einem mittig gefalteten Quartblatt. Bislang unbekannte Folge von Briefen an Baron Franz Wetschl, den Kanzleidirektor des Obersthofmeisteramtes und Präsidenten des Hofbaucomités. Die Schreiben betreffen zunächst die durch den Tod Hasenauers aufgetretenen Probleme bei der Fertigstellung des Burgtheaters und des Michaelertraktes der Hofburg (siehe Zitat) sowie Wagners Ernennung zum Oberbaurat (1894). Im weiteren handeln die Briefe von Fragen im Zusammenhang mit dem Stadterweiterungsfonds und dessen Finanzierung. - "Ihre Angelegenheit spukt mir seit gestern im Kopf herum. Nun bin ich nicht allein von dem Wunsche beseelt mich bei Ihnen recht auszuzeichnen, sondern auch der ganz verfahrenen Sache zu dienen u. auf die Beine zu helfen. Um nicht viel Langes u. Breites zu schreiben, fasse ich das Resultat meiner Beobachtungen in nachfolgende Punkte zusammen und sollen sie durch mitfolgende Schmierzeichnun[ungen] erläutert werden. 1. Niedzielsky ist auf keinen Fall zu engagieren. 2. Gruber ist in Gnaden zu entlassen. 3. Hofer ist mit der Bauaufsehung zu betrauen. 4. Das Hofbaucomité ist durch Otto Wagner zu verstärken [...]" (Br. v. 23. X. 1896). - Von den zwei mit grüner Feder ausgeführten Zeichnungen, die beide zu dem zitierten Brief gehören dürften, zeigt die eine eine Doppelsäule der Front der Neuen Hofburg gegen den Heldenplatz, die andere ein barockisierendes Architekturelement; beide Zeichnungen sind ebenfalls von Wagner mit schwarzer Tinte kommentiert worden. - Meist auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf.
Zusammen 31¾ SS. auf 27 Bll. (Gr.-)8vo. Schöne Briefe an den Komponisten, Arrangeur und Dirigenten Eduard Kremser, die sich hauptsächlich auf seine Tätigkeit beim Wiener Männergesangsverein beziehen: "Gestern sprach ich mit Herrn Hellmesberger und der meint daß eine kräftige Probe - kurz vor dem Conzert hinreichen dürfte. Da ich aber für diese Probe noch eine letzte Correktur an den Auflagstimmen machen möchte so bitte ich Sie, so gut sein zu wollen und mir die Partitur für 1-2 Tage zu borgen [...]" (a. d. Br. v. 8. I. 1877). - "Die Zeit der Entscheidung der Chormeister-Angelegenheit im M. G. V. rückt näher, und ich bin unendlich neugierig zu erfahren inwiefern meine Chancen sich geändert d. h. gebessert haben, ich bin höchst gespannt wie die letzte Entschließung des Vereins fallen wird [...]" (a. d. Br. v. 11. IX. 1880). - "Für die große Freude die Sie mir gestern durch die unvergleichliche Wiedergabe des Chores 'Herbst' machten, sage ich Ihnen nochmal meinen wärmsten Dank. - Sollten Sie das Stück heuer bei einer Sommerliedertafel wieder bringen, so wäre ich sehr vergnügt darüber. Bei einiger Akustik des Raumes ist das Stück auch im Freien von sicherer Wirkung. (Ich hörte es vor 2 Jahren vom [G]razer Männergesangvereine, der es auch im Freien repetiren mußte.) [...]" (a. d. Br. v. 12. XI. 1885).
Zusammen 28½ SS. Meist 8vo. Mit 6 eh. adr. Kuverts. Freundschaftliche Korrespondenz mit dem Grafen Dezasse: "Ich habe recht viel Trauriges erlebt, mein guter Graf Salm ist am 25. und die Baronin Irma [...] am 19. gestorben. Beide Fälle gehen mir sehr, sehr nahe. Wenn man alt ist, fühlt man sich danach sehr vereinsamt [...]" (Br. v. 6. IV. 1942). - Die Tochter des späteren Königs Georg von Sachsen und der Infantin Maria Anna von Portugal ehelichte 1886 Erzherzog Otto, den Neffen von Kaiser Franz Josef. Der unglückseligen Ehe mit dem meist außer Haus und in anderer Umarmung weilenden Gatten entsprangen zwei Söhne, Maximilian und Karl, der später zum letzten österreichischen Kaiser gekrönt werden sollte. Während des Ersten Weltkriegs war die Erzherzogin in ihrem im Palais Augarten eingerichteten Lazarett tätig; 1919 mußte sie mit der kaiserlichen Familie das Land verlassen. - Beiliegend ein Brief einer nicht identifizierten Verfasserin an Ilda Dezasse, geb. Baronin Lindheim.
Zusammen 19 SS. Verschiedene Formate. Mit einem eh. adr. Kuvert. Betr. überwiegend Einladungen, ihn in seinem Atelier aufzusuchen und neue bzw. fertiggestellte Arbeiten zu begutachten. In einer mit Bleistift verfaßten Beilage zu einem Brief führt Strasser mit einer kleinen Skizze seine Vorstellungen zur Ausgestaltung von Kapelle und Mausoleum der Maria Theresia-Ordensritter aus: “Maria Theresia Orden | öster. Militärorden für hervorragende Verdienste im Krieg | besonders herzhafte That. | in diesen Militärgestalten: muß die edle Kühnheit, Furchtlosigkeit | Unerschrockenheit die echte Heldenhaftigkeit zum Ausdruck gebracht werden [...]”. - Strasser studierte als Schüler Victor Tilgners an der Akademie der bildenden Künste in Wien und arbeitete später im Atelier von Karl Kundmann und Vincenz Pilz. 1897-99 war er Gründungsmitglied der Wiener Secession und gehörte auch zu den Gründern der Künstlervereinigung Alte Welt. 1898 schuf er für die Jubiläumsausstellung ein Standbild Kaiser Franz Josephs im Ornat und modellierte 1900 im Auftrag der österreichischen Regierung die patinierte Bronzegruppe Triumphwagen des Marc Anton. Zwei jahrzehntelang eine Fachklasse für Bildhauerei an der Wiener Kunstgewerbeschule leitend, war Strasser Mitglied des Künstlerhauses und wurde u.a. mit dem Kaiserpreis und mit der großen goldenen Staatsmedaille ausgezeichnet. Vgl. Thieme/B. XXXII, 157 und Czeike V, 369. - Einige Br. auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf und gelegentlich im linken Rand gelocht (keine bzw. nur minimale Textberührung). - In altem Sammlungsumschlag.
Zusammen 28 SS. auf 14 Bll. (Qu.-)8vo. Jeweils mit eh. Adresse. Trauliche Schreiben an ihren Gatten, den Architekten Carl Witzmann, von einem Aufenthalt im Robert Koch-Spital, dem heutigen Kaiser Franz Josef-Spital: "[...] Ich habe hier 3 Zimmerkolleginnen lauter Beamtinnen die eine hat schon den ganzen Tag Wein getrunken u. uns immer lange Zähne gemacht [...]" (a. d. Karte v. 13. V. 1943). - Carl Witzmann war neben seinem Lehrer Josef Hoffmann oder Oskar Strnad einer der profiliertesten Architekten und Kunstgewerbler seiner Zeit, erzielte bereits 21jährig einen "ersten durchschlagenden Erfolg" (Österr. Pers.-Lex., s.v.) mit einer Ausstellung in Turin und schuf für die große Kunstschau 1908 aus Anlaß des 60jährigen Thronjubiläums von Kaiser Franz Josef ein vielbestauntes Musikzimmer (vgl. Forsthuber, Moderne Raumkunst, S. 129). Seit 1912 Lehrer und Professor an der Kunstgewerbeschule, war Witzmann nebenher auch ständig für die Wiener Werkstätte tätig (für die er vornehmlich Interieurs entwarf) und beschickte die Weltausstellungen in Paris 1925 und 1937 ebenso wie die Österreichischen Ausstellungen in London (1935) und Paris (1936).
Zusammen 14 Bll. 4to. Unterzeichnend als "Rath und Professor der K. K. Academie der bildenden Künste", bestätigt Brand den vierteljährlich ausbezahlten Betrag von 50 Gulden "aus der K. K. bildenden Künste Fonds Cassa durch den K. K. Niederländischen und Italienischen Departements Zahl Meister". - Der in Wien geborene Maler, Zeichner, Kupferstecher und Radierer studierte Historienmalerei bei Daniel Gran (1694-1757) und Paul Troger (1698-1762) sowie Kupferstich bei Jacob Schmutzer (1733-1811). 1774 wurde er an der Wiener Kupferstecher-Akademie aufgenommen, zwei Jahre später wurde ihm Johann Christian Brand (1722-1795) als Korrektor zur Seite gestellt, der sich 1787 erfolgreich dafür verwendete, Brand zum Professor der Schule für Landschaftsradieren zu ernennen. "In Brands Zeichnungen und Aquarellen, besonders Ansichten von Wien und Umgebung, mischen sich spätbarocke Tradition mit einer neuen Beobachtung der Wirklichkeit [...] die weiche Verteilung von Licht und Schatten und die lockere, zarte Strichführung entsprechen der traditionellen Manier der Wiener Akademie. Der Einfluß der Holländer des 17. Jh. ist unverkennbar [...]" (Saur, XIII). Vgl. auch Thieme/Becker IV, 525. - Alle Schriftstücke mit Siegel (davon eines lädiert) und mit horizontaler Faltspur.
Sammlung von 14 Ausschnitten (ca. 70:20 mm), diese einzeln auf Papierträger (ca. 83:205 mm) montiert. Sammlung von ausgeschnittenen Unterschriften französischer Gelehrter aus verschiedenen naturwissenschaftlichen Bereichen wie Physik, Mathematik, Astronomie, Zoologie, Medizin und Chirurgie, Archäologie und zivilem wie militärischen Ingenieurswesen, nämlich: der Physiker Pierre Louis Dulong (1785-1838), der Entdecker und Geograph Louis Claude Desaulces de Freycinet (1779-1842), der Zoologe Étienne Geoffroy Saint-Hilaire (1772-1844), der Napoleons Truppen nach Ägypten begleitete, der Mathematiker Sylvestre François de Lacroix (1785-1838), Namensgeber des Lacroix-Mondkraters, der Chirurg Dominique Jean Larrey (1766-1842), der als Oberfeldscher der Grande Armée an allen Schlachtzügen Napoleons I. teilnahm und dessen Leibarzt wurde, der auf dem Eiffelturm verewigte Mathematiker sowie Namensgeber eines Mondkraters und eines Asteroiden Adrien-Marie Legendre (1752-1833), der Mediziner und Physiologe François Magendie (1783-1855), ein Vorreiter der modernen Arzneimitteltherapie, der Mathematiker und Astronom Claude Louis Mathieu (1783-1875), der Jurist und Archäologe Frédéric de Portal (1804-76), der auf dem Eiffelturm verewigte Mathematiker Louis Poinsot (1777-1859), der Mathematiker und Wasserbauingenieur Gaspard Clair François Marie Riche de Prony (1755-1839), der General und Inspektor des Geniewesens Joseph Rogniat (1776-1840), der Arzt und Physiker Félix Savart (1791-1841) und der Bergingenieur Antoine-Marie Héron de Villefosse (1774-1852).
Zusammen 15 SS. Verschiedene Formate. Mit 5 tls. eh. Kuverts. Dankt Josef Wesely für wiederholt übersandte Wünsche zu Geburtstag, Neujahr u. a. und sendet ebensolche zurück. - Die Tochter eines Kavallerieoffiziers besuchte die Münchener Kunstgewerbeschule, wo sie als Meisterschülerin Joseph Wackerles eine Ausbildung als Bildhauerin absolvierte und sich zudem mit Malerei und Graphik befaßte. Seit 1920 im eigenen Atelier tätig, ehelichte sie nach der Konversion zum Katholizismus 1924 den ‘Hochland’-Redakteur Friedrich Fuchs, schrieb religiös geprägte Lyrik, Romane und die autobiographische Kindheitsgeschichte ‘Amei’; 1931 wurde ihr der Dichterpreis der Stadt München verliehen, 1960 der der Stadt Minden. Als graphische Künstlerin schuf sie vornehmlich religiöse Bildwerke. Vgl. Kosch XIV, 309ff.
Oblong 8vo. Altogether 14 pp. on 14 ff. To the Viennese teacher Rudolf Hacker.
Zusammen 18½ SS. auf 14 Bll. Meist (qu.-)8vo. Freundschaftliche Korrespondenz mit Josef Wesely. - Beiliegend zwei kolorierte Holzschnittvignetten, signiert E. Grünwald.
56 to 125 mm (height) and 82 to 135 mm (width). On laid paper. Complete set of templates for the illustrations of his book "Wanderung. Aufzeichnungen von Hermann Hesse. Mit farbigen Bildern vom Verfasser", published by S. Fischer in 1920. Most of the watercolors have inscribed titles such as "Farmhouse", "The Bridge", "Rectory", "Trees", "Rainy Weather", etc. - Includes the 1949 edition of "Wanderung" with autogr. inscription. - Slight foxing (more extensive in some specimens); marked for reproduction.
Paris, Les Editions de Minuit, 2012. In-12, broché, non coupé, 123 pp. Édition originale. Un des 108 exemplaires numérotés sur vergé de Vizille seul tirage en grand papier. Etat de neuf.
Zusammen 15 SS. auf 12 Bll. (Qu.-)8vo. Jeweils mit Adresse. An den Wiener Lehrer Rudolf Hacker. - Helene Pichler, die einzige Tochter des Schaustellers und Unternehmers, war seit 1915 mit dem Wiener Hans Pichler verheiratet, mit dem sie zwei Kinder hatte, Alexander (geb. 1918) und Hedi (geb. 1923). Im Familienunternehmen ihres Vaters war sie für die Organisation von Reisen und Auftritten verantwortlich und kümmerte sich um die elterlichen Betriebe im Wiener Prater wie den Toboggan, die "Manege Parisienne", das Velodrom oder das Calafati-Ringelspiel. - Die Karte v. 6. VIII. 1900 mitunterzeichnet von ihren Geschwistern Alexander (1876-1944), Otto (1879-1934) und Ernst (1885-1957). - Die Bildseiten mit zeitgenössischen Ansichten aus Paris.
Zusammen 23 SS. Meist 8vo. Briefe von 12 verschiedenen Verfassern an den beliebten, ob seiner Gutmütigkeit oft verspotteten und völlig mittellos verstorbenen Schauspieler. Meist freundschaftlichen Inhalts, Einladungen zu kleinen Gesellschaften, Briefe von Verehrerinnen seiner Kunst und von Freunden: "Ich habe wohl Feinde genug in der Welt, doch bin ich niemand feind. - Ich habe Sie nie beleidigt und ist Ihnen die Spannung zwischen uns eben so lästig wie mir, so reichen Sie mir die Hand und ich bin wie vorher und immer Dein Freund Karl Georg Stahl". - Ignaz Stahl war, so Wurzbach, "eine der groteskesten Gestalten des Bühnenlebens, die mit den Reformen des heutigen Theaters immer mehr und mehr verschwinden; ohne zu wollen, oft eine Quelle unauslöschlicher Heiterkeit und ein aus dem Grunde des Herzens guter und, wo er sich sehen ließ, beliebter Mensch" (s. v.), für den Nestroy eigens mehrere Rollen schrieb (darunter den Hobelmann in "Lumpazivagabundus", den Mehlwurm im "Eulenspiegel", den Spund im "Talisman" und den Zangler in "Einen Jux will er sich machen"). - Tls. mit gebr. Siegel, geöffneter Verschlußmarke und Kuvert.
Zusammen 23 SS. 4to. Zusammen mit der Abschrift einer geschäftlichen Notiz (1½ SS. 8vo.). Langjährige geschäftliche Korrespondenz mit dem Nö. Landschaftssekretär Philipp von Weber, der als Bevollmächtigter für die galizische Ordensprovinz der Jesuiten in Wien agierte. Seit der Aufhebung des Ordens durch Papst Clemens XIV. im Jahr 1773 gab es keine eigenständige Ordensprovinz in Österreich, was sich auch nach dessen Wiederherstellung 1814 zunächst nicht ändern sollte. Der galizischen Provinz kam in dieser Konstellation eine bedeutende Rolle zu, denn letztlich sollte sich aus ihr wieder eine eigenständige österreichische Provinz entwickeln. - Weber vertrat die Jesuiten in mehreren Erbschaftsangelegenheiten, wickelte aber auch Buchankäufe für Mitglieder des Ordens ab. Aus einem Brief vom 12. Juni geht hervor, dass der österreichische Politiker Josef von Penkler (1751-1830) die Jesuiten als Universalerben eingesetzt hatte. Allerdings trat der Orden, wie Löffler in einem späteren Brief unterstreicht, das überschuldete Erbe des Freiherrn nicht an: "Euer Wohlgeboren hatten die Güte, mir zu eröffnen, daß der selige verstorbene Herr Hofrath Freiherr von Penkler die Gesellschaft Jesu zum Universal-Erben seines Nachlasses eingesetzt habe. Da es für unsere Gesellschaft viel zweckmäßiger ist, diese Verlassenschaft auf keine Weise, weder unbedingt, noch cum beneficio legis & inventarii anzunehmen, so muß ich Euer Wohlgeboren ergebenst bitten, sogleich in meinem Namen bey Gericht die Erklärung abgeben zu wollen, daß ich diese der meiner Leitung unterstehende Ordensprovinz der Gesellschaft Jesu zugedachte Verlassenschaft nicht annehme" (6. VII. 1830). Allerdings überlegte Löffler, die neuen Erben um die Bücher des Verstorbenen zu bitten: "indem ich entweder durch Euer Wohlgeboren mündlich, oder selbst schriftlich den successor ab intestato zu bitten gedenke, ob der Gesellschaft Jesu als ein kleiner Schulden Ersatz wenigstens die Bücher des sel. B. Penklers, oder doch ein Theil derselben überlassen werden könnten. Euer Wohlgeboren verbinden mich, wenn Sie mir auch hierüber Ihre Meinung schreiben" (9. X. 1830). Wie ein Brief vom 25. Dezember des Jahres nahelegt, wurde diesem Wunsch entsprochen, und Löffler versucht, die Details zu klären. Am 28. Dezember 1831 bedankt er sich anlässlich seiner Pensionierung für die gute Zusammenarbeit und verabschiedet sich von Weber: "Da der liebe Gott von der Last meines Amtes mich befreyt, und der P. General den Hochw. P. Jakob Pierling bisherigen Rektor des Kollegium von Tarnopol zum Provinizial an statt meiner bestimmt hat, so halte ich es für meine Pflicht, Euerer Wohlgebohren innigst für alle Gutthaten, welche dieselben so vielfach erwiesen haben mir und der ganzen Provinz, zu danken, und zugleich herzlichst zu bitten, Euer Wohlgebohren wollen auch meinem Nachfolger, einem Mann, der in aller Hinsicht Schätzung verdient, eben so gütig sich bezeigen, wie ich ohne Verdienste es erhalten habe [...]". Der im Brief erwähnte Jakob Pierling (1784-1870) war ein deutschstämmiger Russe aus St. Petersburg. Katharina die Große hatte die Ordensauflösung in Russland nicht durchgesetzt, um das jesuitische Schulwesen aufrechtzuerhalten; Pierling unterrichtete bis zur 1820 von Alexander I. durchgesetzten Vertreibung des Ordens am Jesuitenkollegium in Polozk im heutigen Weißrussland. Nach seinem Aufstieg zum Provinzial in Galizien war Pierling maßgeblich an der Wiederherstellung der Jesuiten in Österreich beteiligt. 1843 wurde eine österreichisch-galizische Ordensprovinz errichtet, in der Pierling als Oberer von Österreich fungierte; 1846 konnte schließlich eine eigenständige österreichische, später österreichisch-ungarische Provinz etabliert werden, der er vorstand. Infolge der Märzrevolution wurden die Jesuiten 1848 neuerlich aus Österreich vertrieben, doch bereits 1852 stellte Franz Joseph die Gesellschaft Jesu in der gesamten Monarchie wieder her. - Drei Briefe mit tieferen Seiteneinrissen, ein Brief mit geringfügigem Ausriss. Teilweise minimal angeschmutzt. Insgesamt sehr gut erhalten.
Zusammen 15 SS. auf 15 Bll. (Qu.-)8vo. Tls. mit eh. Adresse. Mit 1 eh. adr. Kuvert. Freundschaftliche Korrespondenz mit Josef Wesely. - Der Tenor Leo Slezak - der "zu den berühmtesten Interpreten der Tenor-Rollen Wagners gehörte" (MGG XII, 767) - sang mit Ausnahme eines dreijährigen Gastspiels an der "Met" seit 1901 an der Wiener Hof- bzw. Staatsoper, die ihm 1926 die Ehrenmitgliedschaft verlieh. Als Schauspieler trat Slezak von 1932 an in 42 Filmen auf, darunter in Carl Froehlichs "Es war eine rauschende Ballnacht" mit Zarah Leander und Marika Rökk (1939) und in Josef von Bákys "Münchhausen" mit Hans Albers und Brigitte Horney (1934).
Zusammen ca. 75 SS. auf 17 Doppelbll. und 4 Einzelbll. Meist kl.-8vo und 8vo. An die Schriftstellerin Rosa von Gerold, u. a. über Alexander von Warsberg, den "Reisemarschall" von Kaiserin Elisabeth, der das geistige Konzept zu Elisabeths Achilleion auf Korfu geliefert und auch Grundstücke hierzu erworben hatte. Schwer lungenleidend hatte er, der regelmäßig in Gerolds Wiener Salon zu Gast gewesen war, Malwida von Meysenbug im Mai 1889 nach Venedig an sein Sterbebett gerufen: "Wünscht er daß ich komme, so werde ich mich beeilen hinzugehen und dann bitte ich sehr, daß Sie auch kommen. Der Palazzo ist so eingerichtet, daß er uns nur zu sehen braucht wenn er es wünscht u. daß wir nicht für ihn da sind, wenn er allein bleiben will. Vereint aber können wir es vielleicht zu Stande bringen ihm sein Haus so einzurichten, daß er endlich in Frieden leben kann wenn er uns erhalten bleibt [...]" (10. V. [1889]). - "Es bleibt ein seltsames Rätsel, dieses, gewiß in jeder Beziehung tugendhafte, untadelhafte Leben, das nicht an Excessen, sondern an falschen Ideen über Hygiene zu Grunde ging [...]" (19. VII. [o. J.]). - Malwida erläutert, wie lebensspendend ihr die Freundschaft mit Warsberg war, wie unangenehm das Klima im Norden sei und dass sie der Kaiserin Elisabeth die Schuld an Warsbergs Tod gebe: "Ehe er in mein Leben trat, war ich so völlig resignirt [...] Nun kam mir plötzlich, ganz ungesucht u. ungeahnt, diese Sympathie entgegen, die das Echo in mir weckte und zu einem Bund wurde wie ihn reine Geister, befreit von allem irdischen Beisatz, schließen mögen. Das Leben wurde mir wieder für mich selbst lieb und es schien als solle der Abend meines Lebens zu einem schönen Sonnenuntergang werden [...]" (24. VII. [o. J.]). "Ach ja, je mehr man sich losgelöst fühlt vom Leben und den unbekannten ewigen Sphären näher, je mehr bedarf man nach der Sonne und der Lieblichkeit des Südens um sich den Befreier als den schönen Genius mit der umgekehrten Fackel nahen zu sehen und ihn lächelnd zu grüßen. Im Norden nur, unter dem grauen Nebelhimmel und im Dunkel der Catakomben konnte das Bild des häßlichen Sensenmanns entstehen. Gesegnet sei mir der Süden, der die Seele mit milden Entsagungen füllt. Ich begreife die Kaiserin, mit Ihrem Corfuasyl, wenn ich sie gleich hasse[,] weil sie unseren Freund damit getödtet hat. Ihr persönlicher Zauber muß sehr groß sein[,] denn sie hat Gustav W[arsberg] jetzt auch ganz eingenommen, so daß er nicht zugeben will, daß die Corfu[-] und Wien-Reisen Schuld an dem jähen Tode Alexander's sind [...]" (23. XII. 1889). - Das Kennenlernen der beiden Damen wird von Paris wegen "Zahnweh" ("Ich bin noch so entstellt und geschwollen [...]") nach Versailles verlegt. Nachrichten über ihr Leben und Erinnerungen folgen in späteren Briefen: "Ich lebe wie immer still, nur auf den Umgang mit wenigen alten Freunden beschränkt, in den dann manchmal eine neue Erscheinung, mir von auswärts gesandt, herein schneit. Interessant war unter den Letzteren, übrigens dieser mir von lange her befreundet, nur Gregorovius und im nächsten Monat erwarte ich Lenbach. Das Übrige zieht vorüber wie in einer Lanterne magique und hinterläßt kaum eine Spur. Nein, Einen muß ich doch noch aufnehmen: Klaczko, den polnischen Patrioten [...]" (17. I. 1890). - Vereinzelt etwas gebräunt. Beiliegend einige Zeitungsausschnitte. Zu Malwida von Meysenbug und Alexander Warbserg vgl. Ruth Stummann-Bowert: Malwida von Meysenbug - Paul Rée. Briefe an einen Freund. Würzburg, Königshausen & Neumann, 1998, S. 34f.
10 SS. auf 10 Bll. Meist 8vo. Saubere Reinschriften. “Nachtigall und Lerche | Ich singe im Grünen, | Mein Lied an das Herz, | Von Lieben und Minnen, | Von Lust und von Schmerz. | Ins irdische Leben, | Ins Weltengetrieb, | Kann Wonne nur weben, | Die göttliche Lieb’ [...]”. - Nachdem Friedrich Edler von Scherb seinen Dienst als Offizier quittiert hatte, wurde er Schriftleiter und Börsenreferent des ‘Deutschen Volksblattes’, Mitarbeiter der ‘Humoristischen Blätter’ und der ‘Neuen Fliegenden Blätter’ und trat zunehmend als Novellist, Feuilletonist und Humorist hervor. Vgl. Eisenberg, Das geistige Wien; zit. n. DBA I 1097, 338. - In altem Sammlungsumschlag.
4 SS. auf Doppelblatt. Folio. Sammlung von Sinnsprüchen: "Der Jugend süße Melancholie, | Des Alters heimliche Hypochondrie [...]". - Mit mehreren größeren Einrissen in den Faltungen und Spuren alt abgelöster Tesfilmstreifen.
Zusammen 23½ SS. Meist Folio. Die vorliegende Korrespondenz von acht biographisch nicht näher erfassten Verfassern behandelt meist Fragen und Antworten zu konsularischen Themen (Finanzen, Be- und Abberufungen etc.), die Übersendung (hier nicht vorhandenen) Depeschen und Briefen sowie Fragen zu Abrechnungen. Ein A. B. Mitford, Sekretär des Office of Works, etwa schreibt an den britischen Konsul Andrew Buchanan (1807-82) in Wien: "I am directed by the First Commission of Her Majesty's Works [et]c., to acknowledge the receipt of your Excellency's letter of the 17th instant transmitting correspondence with the Municipality of Vienna respecting the concession of the Richard Sheet Cul de Sac for the use of the British Embassy House in that City, and in reply, I am to request that your Excellency will have the goodness to furnish the Board with the following further information on the subject viz. 1) Whether the drain proposed by M. Gramleck (fl 700) is in excess of M. Rumpelmayers Estimate of fl. 4796:14; 2) Whether M. Rumpelmayer recommends the addition of fl. 1192.90 for stone parapet and wrought iron railing; 3) What sum your Excellency considers would suffice for arranging the Garden and the street [...]" (Br. v. 28. XII. 1875).
Zusammen 18½ SS. auf 16 Bll. Verschiedene Formate. Freundschaftliche Korrespondenz mit dem Schriftsteller, Genealogen und Kunsthistoriker Heinz Schöny (1912-2005), meist im Zusammenhang mit genealogischen Fragen: "[...] Ich muss Ihnen gestehn, dass mir beim langen Kranksein eigentlich jede Lust verging, mich eingehend damit zu befassen, ich wüsste nicht einmal mehr, wo ich diese Karten und Briefe aufbewahre. Wenn ich Kraft genug hätte, würde ich mich mit meinen 'Kindern oder Nachfahren' ich meine mit den unvollendeten Arbeiten befassen und eine oder die andere fertig stellen [...]" (a. d. Br. v. 10. III. 1957; harmonisierte Umschrift). - Zwei der Schreiben nicht an Schöny, sondern an Moritz Perles (19. VII. 1929) bzw. Verlagsdirektor Hans Wittmann (28. VI. 1946). - Beiliegend einige Gegenbriefe.
Zusammen 15 Bll. Verschiedene Formate. Beiliegend drei weitere, nicht näher bezeichnete Pläne derselben Villa und 7 wohl vom selben Architekten, jedoch für ein anderes Objekt gezeichnete Pläne. Bezeichnet sind die sehr sauber ausgeführten Fassaden- und Detailansichten dieser von uns nicht identifizierten Villa mit 1. Stock (3mal), Erdgeschoß, Querschnitt AB, Querschnitt CD, Fassade gegen die Kaltenbachstraße (3mal), Fassade gegen die Esplanade (2mal), Dachboden, Parterre, Souterrain, Detail der Nischen auf der Vorder- und Seitenfassade sowie Schnitt durch den Bogen bei aa natürl. Größe. Einer der Fassadenaufrisse mit der eigenh. Signatur des Bauherrn Neymeister sowie des Stadtbaumeisters Josef Zeller. - Teils etwas angestaubt bzw. wasserrandig, die dekorativen Gesamtansichten der imposanten Villa jedoch wohlerhalten.
15 Originalphotographien, 130:80 mm. Vorliegende Sammlung zeigt neben einer Aufnahme des Dichters aus Anlass einer Feierstunde (wohl um 1960-63) vierzehn Aufnahmen, die im Rahmen einer "Ginzkey-Feier am 12. November 1971" entstanden sind (diese auf Trägerkarton montiert).