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1½ SS. Qu.-kl.8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Lieber Bruder! Es ist von Dir recht schön, daß du deine Schmerzen schriftlich aushauchst. Nur wäre es vielleicht auch gut, wenn man Deine Schrift lesen könnte [...]". - Joseph Scheicher war nach Priesterweihe und Promotion Redakteur des antiliberalen "St. Pöltner Boten". "Diese und andere katholischen Zeitungen setzte er für die Verbreitung der Ideen der christlich-sozialen Bewegung ein, zu deren bedeutendsten politischen Agitatoren er neben Karl Lueger, Albert Gessmann, Aloys Prinz von Liechtenstein und Karl von Vogelsang gehörte. Als niederösterreichischer Landtagsabgeordneter (1890-1919) und als Reichsratsabgeordneter (1894-1918) widmete sich Scheicher neben seinem Kampf gegen Josephinismus und Staatskirchentum vor allem der Förderung der Selbstverwaltung. Er führte u. a. die Bürgermeistertage ein, auf denen er die Gemeindevorsteher im Gebrauch ihrer Rechte und in der Erfüllung ihrer Pflichten unterwies, und setzte sich als einer der ersten für einen föderativen Aufbau des österreichischen Vielvölkerstaats ein" (DBE).
1 S. Carte d'Visite-Format. Mit eh. adr. Kuvert. An den Kulturattaché und Botschaftsrat Peter Schoenwaldt (1934-2004). - Beiliegend eine gedr. Einladung zur Präsentation seines Gedichtbandes "Au Bord du Siècle".
1 S. Ersucht "um einen Parterre Sperrsitz für heute". - Der Bruder des Schriftstellers Paul Schönthan von Pernwaldt (1853-1905) war seit den 1870er Jahren als jugendlicher Held und Bonvivant auf deutschen Bühnen zu sehen gewesen, wandte sich aber nach dem großen Erfolg seines 1879 in Hamburg uraufgeführten Lustspiels "Das Mädchen aus der Fremde" der Schriftstellerei zu und war fortan als freier Schriftsteller in Berlin, in Blasewitz bei Dresden, seit 1898 in Wien und zuletzt im Allgäu ansässig. Wohl am bekanntesten wurde sein gemeinsam mit seinem Bruder geschriebenes Lustspiel ‘Der Raub der Sabinerinnen’ (UA 1884), das heute noch unter großem Erfolg zahlreiche Aufführungen erlebt.
2 SS. Carte d'Visite-Format. Mit eh. adr. Kuvert. An die Pianistin Margarethe Demelius (Tochter der Juristenwitwe Margarethe Demelius, 1830-1923, der Tochter von Goethes Leibarzt Karl Vogel) in Wien IX, Pichlergasse 6: "Meine Frau u. ich danken Ihnen herzlichst für die freundlichst übersendeten Concertkarten. Entgegen Ihrer Bemerkung erlauben Sie mir Ihnen zu sagen, daß mich wirkliches aufrichtiges Interesse in das Concert einer Pianistin von pietätvoller u. kammermusikalischer Gesinnung (die schon in dem famosen Programme sich documentirt) hineinzieht u. daß ich mich auf die selten kredenzten Nummern 2-4 besonders freue [...]". - Fischer studierte Kompositionslehre bei Karl Georg Peter Grädener und Joseph Hellmesberger d. Ä. in Komposition und Geige bei Jakob Dont in Wien. Als Nachfolger Grädeners war er von 1883 bis 90 Theorielehrer und Chorleiter an den Horakschen Klavierschulen in Wien, wechselte 1900 an das dortige Konservatorium und war von 1908 bis 30 an der neugegründeten Akademie für Musik tätig. Sein Werk besteht aus Liedern, Chorliedern und Klaviersonaten; 1926 gab er eine Interpunktionsausgabe klassischer Meisterwerke mit Erläuterungen heraus. - Die aus Krakau stammende Künstlerin "veranstaltet als Pianistin eigene Concerte und Kammermusikabende, wirkt auch bei auswärtigen Concerten mit, ertheilt Clavierunterricht und ertheilt Curse für Kammermusikstudium" (Kosel, Deutsch-österreichisches Künstler- und Schriftsteller-Lexikon, zit. n. DBA I 228, 321).
1 S. An eine namentlich nicht genannte Gräfin: "Es wird mir zum Vergnügen gereichen Ihrem Wunsche zu entsprechen [...]". - Kerchnawe erwarb sich als Generalstabschef des Gouvernements Serbien "große Verdienste um die wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse, die er dank seiner hervorragenden Verwaltungstätigkeit über den Friedensstand hinaus heben konnte. Nach Kriegsende stand er dem Rücklieferungsbüro des Militärliquidierungsamtes vor" (ÖBL 1815-1950, Bd. 3, s. v.).
1 S. Carte d'Visite-Format. An einen namentlich nicht genannten Adressaten mit Dank "für die lustigen Stunden von Samstag Abends" und der Angabe von "ein paar ärgerlichen Druckfehlern, die in den noch vorhandenen Exemplaren modificirt werden sollten [...]". - Satiren und Feuilletons aus dem Wiener Volksleben machten den in Wien geborenen Schriftsteller "zu einem der populärsten Publizisten seiner Zeit” (DBE). Der "Folklorist von Bedeutung” (Kosch III, 2504), der z. T. heftige öffentliche Angriffe wegen seiner unverhohlenen Ablehnung der aufkommenden antisemitischen Publizistik in Kauf nehmen mußte, war u. a. mit Peter Rosegger und Ludwig Anzenguber befreundet.
2 SS. Carte de Visite-Format. "[...] schenkt Ihnen diese kleine Zeichnung für Ihre Sammlung [...]". - Der Sohn Caspar von Zumbuschs und Bruder von Leo von Zumbusch erhielt seine künstlerische Ausbildung bei Christian Griepenkerl und Carl Wurzinger an der Akademie der bildenden Künste in Wien sowie bei Wilhelm von Lindenschmit d. J. an der Akademie in München, setzte seine Studien als Schüler von Adolphe William Bouguereau und Tony Robert-Fleury in Paris fort und unternahm Studienreisen nach Italien, Holland, Dalmatien und in die Türkei. Anschließend als freischaffender Maler und Illustrator in München lebend, wurde er Mitglied der Münchner Sezession und war einer der ersten Mitarbeiter der Zeitschrift "Jugend". Er schuf vorwiegend Portraits, besonders Kinderbildnisse und Kinderszenen, sowie Pastellandschaften.
1 S. 30:65 mm. Empfiehlt sich aufs Beste dem Mediziner Rudolf Rt. von Vivenot (1807-1884). - Czermak war seit 1827 Professor für Physiologie und höhere Anatomie in Wien. „Zu wissenschaftlichen Zwecken, insbesondere um den innern Bau der Seethiere genauer kennen zu lernen, bereiste er die Küsten des nördlichen Italiens, besichtigte im nächsten Jahre Paris, um in den reichen Gallerien des Museums und an Cuviers Seite seine Studien über vergleichende Anatomie zu vervollständigen“ (Wurzbach, zit. n. DBA I, 216, 128). - Rudolf Rt. von Vivenot gründete 1848 den "Konstitutionell-monarchistischen Verein"; als sich die angestrebte Gründung einer patriotischen Partei nicht verwirklichen ließ, zog er sich jedoch aus der aktiven Politik zurück. Seit 1868 Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, wurde er 1872 Vorsitzender des Komitees zur Gründung des Sophienspitals in Wien; daneben war Vivenot Direktor des Unterstützungsvereins für Witwen und Waisen des medizinischen Doktor-Collegiums. - Montiert in altem Sammlungsumschlag.
1 S. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Aus beiliegendem Telegramme, das ich soeben über meine Anfrage von meinem Arzt erhalten habe, wirst Du entnehmen, daß es mir leider nicht möglich ist, Deinem Wunsche, der mich nur erfreuen konnte, Folge zu leisten [...]". - Bareuther war Abgeordneter zum Landtag, später zum Reichstag und zum Wiener Gemeinderat, Mitbegründer des Deutschen Vereins für Böhmen, Mitglied der Wiener evangelischen Gemeinde und Führer in der "Los von Rom"-Bewegung. "Ursprünglich liberal, kämpfte er für Festlegung der deutschen Staatssprache und für administrative Trennung in Böhmen, schloß sich der Vereinigten Linken an, dann dem Fortschrittsklub, dessen Mitbegründer er war, dem Dt. Klub und der Deutschnationalen Vereinigung unter Steinwender, 1898 dem Alldeutschen Verband unter Schönerer" (ÖBL I, 50).
1 S. Qu.-kl. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Nehmen Sie [...] meinen besten Dank für Ihre freundlichen Worte, die ir als eine anerkennung eines Collegen [...] doppelt erfreulich sind [...]". - Als Herausgeber von literarischen Zeitschriften tätig, beendete Blumenthal 1887 vorübergehend seine literarische Tätigkeit und gründete das Lessing-Theater in Berlin, dessen Leitung er 1898 niederlegte und sich erneut der Schriftstellerei zuwandte. Sein bekannteste Werk ist der 1926 erstmals verfilmte und 1930 von Ralph Benatzky vertonte Schwank ‘Im weißen Rössl’.
2 SS. An einen namentlich nicht genannten Professor. - Von Karl Gutzkow 1853 als Redakteur zu seiner Familienzeitschrift ‘Unterhaltungen am häuslischen Herd’ geholt und infolgedessen seine Laufbahn als Lehrer beendend, übernahm Frenzel das Feuilleton der Berliner ‘National-Zeitung’, später wechselte er als Literatur- und Theaterkritiker zur ‘Deutschen Rundschau’. Sein schriftstellerisches Werk umfaßt Romane, Novellen und Essays. 1897 wurde er zum Professor ernannt.
1 S. An einen namentlich nicht genannten Freund: "Ich empfehle Dir hiermit meinen Neffen und Mündel Johann Gail, Hörer der Recht im III. Jahr mit seinem Anliegen [...]". - Pergelt war zunächst Mitglied der Vereinigten Linken und gehörte später der deutschen Fortschrittspartei an, in der er eine führende Position innehatte. "Pergelt, 1895-1910 auch böhmischer Landtagsabgeordneter, galt als einer der besten Kenner der politischen und nationalen Verhältnisse der Deutschen in Böhmen" (ÖBL VII, s. v.).
1 S. An einen namentlich nicht genannten Adressaten. - Als Lyrikerin beginnend und sich später dem Naturalismus zuwendend, veröffentlichte die engagierte Schriftstellerin Romane und Schauspiele, darunter das 1901 mit dem Bauernfeld-Preis ausgezeichnete Stück "Der Schatten". Für Emanzipation und gegen den Krieg eintretend, wurde sie 1916 mit dem Ebner-Eschenbach-Preis ausgezeichnet.
1 Seite Carte d'Visite-Format. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Mit großem Vergnügen! [...]".
1½ SS. Visitkartenformat. An den Metallgießer- und Sargfabrikanten Alexander Matthias Beschorner (1856-1935): Herr und Frau Richard von Richard Edler von Treuinfeld "erlauben sich Herrn Alexander Mat[t]hias Beschorner anläßlich dessen stattgehabter Vermählung mit Fräulein Marianne Gerlach die aufrichtigsten und herzlichsten Glückwünsche darzubringen". - Der einem alten österreichischen Adelsgeschlecht entstammende Industrielle war Leiter der Seidenfirma P. Tunkler & Co. und mehrfacher Funktionär in wirtschaftlichen Gremien sowie caritativen Vereinen, darunter etwa der Wiener Tierschutzverein. Vgl. DBA II 1323, 223 (dort irrtümlich aus "Treninfeld" geführt).
2 SS. Visitkartenformat. "Es wird heute Punkt vier Uhr gegessen. Danke fürs Abholen [...]". - Mit kleiner Knickfalte und winzigem Papierdurchbruch; etwas angestaubt.
1 S. Carte d'Visite-Format. Tressler "bedauert sehr von Ihrer liebenswürdigen Einladung keinen Gebrauch machen zu können, da er Sonntag Nachmittag der Gräfin Stubenberg zugesagt hat". - Der in Stuttgart geborene Otto Tressler war eines der längst dienenden Ensemblemitglieder des Burgtheaters: 1902 zum Hofschauspieler, 1913 zum Oberregisseur, 1926 zum Ehrenmitglied ernannt, verbrachte Tressler - der insgesamt 383 Rollen verkörperte - 65 Jahre am Burgtheater.
2 SS. Carte d'Visite-Format. "Erlaubt sich Eurer Exzellenz den Ausdruck des tiefsten Beileids zu dem schmerzlichen Verluste zum Ausdruck zu bringen". - Wallisch war Zahnarzt und Obermedizinalrat in Karlsbad und wurde 1909 Privatdozent an der Universität Wien. Er war Erfinder eines Artikulators. Wallisch, ein "international anerkannter Theoretiker und Praktiker der Kieferanatomie und -chirurgie sowie der Zahn- und Mundpathologie" (DBE), war der Vater des Schriftstellers und Mediziners Friedrich Wallisch.
1 S. Carte de Visite-Format. "Durch sehr dringende Arbeiten war es mir unmöglich etwas zu zeichnen". - Ludwig Herterich besuchte die Münchner Akademie der bildenden Künste und war anschließend im Atelier von Wilhelm von Diez tätig, wo er sich vor allem der Figuren-, Portrait- und Monumentalmalerei zuwandte. Nach mehrjähriger Tätigkeit als Hilfslehrer an der Münchner Akademie wirkte er von 1896 bis 98 an der Stuttgarter Kunstschule und kehrte anschließend als Professor an die Kunstakademie nach München zurück; 1908 wurde er mit dem Maximiliansorden ausgezeichnet. Bekannt wurde er neben der Portraitmalerei als Schöpfer monumentaler Gemälde (so etwa im Festsaal des Bremer Rathauses); er gilt als charakteristischer Vertreter der Münchner Schule. - Mit drei kleinen, den Text etwas beeinträchtigenden Montagespuren.
1 S. Carte de Visite-Format. "Dies ist eine Visitenkarte. Du willst ein Autogramm. Na, warte, warte!" - Hans von Hopfen war Mitglied der Münchner Dichtergruppe um Emanuel Geibel und Paul Heyse an und kam über Paris (1863) nach Wien (1864), wo er sich mit Franz Grillparzer und Friedrich Halm anfreundete. Sein Werk "gilt im allgemeinen als epigonal-eklektizistisch; Eigenständigeres leistete er u. a. mit der realistischen Ballade 'Sendlinger Bauernschlacht' und den 'Bayerischen Dorfgeschichten' (1878)" (DBE).
1 S. Visitkartenformat An eine namentlich nicht genannte Dame: "Nehmen Sie und Ihre werte Familie mein aufrichtiges Beileid entgegen [...]". - Der in Altona geborene Schauspieler gehörte seit 1885 dem Ensemble des Wiener Hofburgtheaters an und wurde 1890 zum Hofschauspieler ernannt. "Zu einem großen runden Geburtstag hatten wir uns alle auf der Burgtheaterbühne versammelt; die Nazizeit warf ihre Schatten voraus, und ein Professor der Germanistik feierte Georg Reimers als einen großen deutschen Schauspieler. Österreich kam in dieser Laudatio schlechtweg nicht vor. Der nächste Redner war damals Ernst Lothar. Er hatte ein vorbereitetes Manuskript, das er während der politischen Ansprache seines Vorredners kaum merklich zerriß. Lothar sprach frei und feierte den Österreicher Georg Reimers. 'Du warst', so sagte er, 'ein Schauspieler dieses Landes, dieser Stadt und dieses Hauses, und du warst mein Herr, wenn du meinen Diener spieltest, und immer ein Diener, wenn du auf der Bühne ein König warst'" (zit. n. Haeusserman, Das Wiener Burgtheater, Wien u. a., Molden, 1975, S. 95).
2 SS. Visitkartenformat. An einen Baron: "Nehmen Sie und Ihre werte Familie mein aufrichtiges tiefes Beileid entgegen [...]". - Der in Altona geborene Schauspieler gehörte seit 1885 dem Ensemble des Wiener Hofburgtheaters an und wurde 1890 zum Hofschauspieler ernannt. "Zu einem großen runden Geburtstag hatten wir uns alle auf der Burgtheaterbühne versammelt; die Nazizeit warf ihre Schatten voraus, und ein Professor der Germanistik feierte Georg Reimers als einen großen deutschen Schauspieler. Österreich kam in dieser Laudatio schlechtweg nicht vor. Der nächste Redner war damals Ernst Lothar. Er hatte ein vorbereitetes Manuskript, das er während der politischen Ansprache seines Vorredners kaum merklich zerriß. Lothar sprach frei und feierte den Österreicher Georg Reimers. 'Du warst', so sagte er, 'ein Schauspieler dieses Landes, dieser Stadt und dieses Hauses, und du warst mein Herr, wenn du meinen Diener spieltest, und immer ein Diener, wenn du auf der Bühne ein König warst'" (zit. n. Haeusserman, Das Wiener Burgtheater, Wien u. a., Molden, 1975, S. 95).
1½ SS. Visitkartenformat. An ein Fräulein: "Beiliegendes Blatt aus Ihrem Besitz [...] ist kein Autograph von Schiller, sondern nur das halbe Facsimile eines in Maltzahns Ausgabe von 'Schillers Briefwechsel [...]' [...] (übrigens auch schon 1851 im Morgenblatt) gedruckten Briefes. Das Original befindet sich im Weimarer Schillerhaus, wo Facsimiles davon zu kaufen sind, daher stammt jedenfalls auch Ihr Blatt [...]". - Erich Schmidt war seit 1880 Ordinarius in Wien gewesen, wurde 1885 Direktor des Goethe-Archivs in Weimar und lehrte seit 1887 als Nachfolger Wilhelm Scherers in Berlin. "Als Schüler Scherers wandte Schmidt dessen positivistische Methode vor allem auf Dichter, Werke und Probleme der deutschen Literatur des 18. und 19. Jhs. an und machte sich besonders um die Goetheschen Werkausgaben verdient. Er war Herausgeber der Reihe 'Quellen und Forschungen zur Sprach- und Culturgeschichte der germanischen Völker' [und] schrieb u. a. 'Richardson, Rousseau und Goethe' (1875, Nachdruck 1924)" (DBE). - Die Verso-Seite mit kl. Registraturetikett.
1 S. Carte d'Visite-Format. An den namentlich nicht genannten Josef Wesely mit "Dank für Ihre so freundliche Apfelsendung". - Die Gattin des Graphikers Luigi Kasimir (1881-1962) stellte 1910 erstmals im Wiener Künstlerhaus aus und entwickelte gemeinsam mit ihrem Mann eine spezielle Technik der Kaltnadelradierung. Studienreisen führten sie, deren Arbeiten "zu den letzten bedeutenden im Stil der Wr. Vedute" gehören (Czeike III, 474), in die ganze Welt, wo sie sich auch an zahlreichen Ausstellungen beteiligte (so 1915 an der Panama-Pacific-Exposition in San Francisco, wo sie mit der Bronzemedaille ausgezeichnet wurde). - Auf einer Visitkarte ihres Mannes Luigi.
1 S. Carte de Visite-Format. Mit eh. adr. Kuvert. An Adolf Müller, Kapellmeister an der Kmonischen Oper in Wien: "Geehrter Freund u. Obergott! Bitte mich heute noch zu entschuldigen, da ich bei Herr[n] Director Bukovics geladen. Gruß an alle [a]nwesende[n] Werkelmänner [...]". - Der Bruder des Komponisten und Kapellmeister Louis Roth wurde als Pianist ausgebildet, war zunächst als Klavierbegleiter tätig und gründete 1858 eine eigene Konzertkapelle in Wien. Bis 1885 war er Kapellmeister am Theater an der Wien, am Strampfertheater, Josefstädtertheater, Wiener Stadttheater und Carltheater; später wirkte er als Dirigent am Wallnertheater in Berlin und danach am Deutschen Volkstheater in Wien. Er schrieb die Musik zu etwa 400 Possen und Schwänken. - Das Kuvert mit kl. Ausschnitt der Briefmarke.