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3 SS. auf gefalt. Doppelblatt. Blaues Papier mit Goldschnitt. 4to. An den Musikkritiker und Komponisten Carl Banck (1809-89): "Warum ich nicht eher geschrieben habe, Liebster? Weil die Muse nicht zu mir getreten ist und ich den Brief nicht ziehen lassen wollte, ohne daß er Ihnen Poetisches mitbrächte. Einzelnes ist wohl aufgetaucht, aber ohne fertig zu werden, ohne sich abzurunden. Dergleichen will doch gute Zeit haben; darum habe ich es und mich gehen laßen. - Soll ich Ihnen nur wieder sagen, daß Sie mir an allen Ecken und Enden fehlen - das fühlte sich durch. Dazu habe ich viel Geschäftliches zu expediren gehabt und das lähmte die Phantasie. - Nun muß ich aber schreiben, denn gleichzeitig mit Ihrem Briefe traf heut Morgen das beifolgende Paket ein wahrscheinlich vom Hofmeister, das ich nun sogleich expedire. Die Einlage für H. ist besorgt. - Ich hatte ihr früher geschrieben, da Luise sie so sehr wünscht; sie ist bereit zu Neujahr wie sie antwortet. Nun wollen wir einmal hinüber. Ende Juli oder August, damit sie und Luise sich sehn und sich mündlich besprechen, [...] Luise ist übrigens eine excellente Frau - Um hinzuhorchen sagte ich, in Rudolfstadt habe man gegen mich gemeint, es existire ein näheres Verhältnis zwischen Ihnen und H. ich wäre aber überzeugt, das sei nicht wahr. L. antwortete: ‚Wäre es auch, was geht das mich an. Wenn sie so ist wie du sie beschreibst so bekomme ich ein ordentliches, gutes Mädchen, das willig und gewandt und mit den Kindern freundlich und fein ist, und mehr verlange ich nicht denn alles Andere kümmert mich nicht.' - sie wissen also woran Sie sind und wenn der T nicht sein Spiel mit Multiplication treibt, so laßen Sie Alles getrost bleiben wie es ist […]". - Der Sohn jüdischer Eltern studierte in Berlin, wo er sich taufen ließ, Medizin, dann in Kiel Geschichte und Philosophie und wurde 1824 promoviert. Nach kurzer Tätigkeit als Volontär an der Kieler Universitätsbibliothek ging er als Lehrer nach Hamburg und hatte ersten Erfolg mit poetischen Improvisationen. Durch Goethes Vermittlung erhielt er 1826 eine Professur für neuere Sprachen am Gymnasium in Weimar, wechselte 1829 als a.o.Prof. der neueren Sprache und Literatur an die Univ. Jena und wurde 1837 o.Professor. W. schrieb Romane, Novellen, Humoresken, Gedichte und literarische Feuilletons. Bedeutsam sind seine Anthologien Poetischer Hausschatz des deutschen Volkes (1839, (31)1908) und Der Hausschatz deutsche Prosa (1845, (11) 1875).
1 S. 6,3:10,1 cm. "Wahlspruch: Aller Kräfte ernstes Wollen, | Kein Ermatten, kein Verdrießen, | Freudig schaffen aus dem Vollen, | Aus dem Vollen auch genießen". - Julius Wolff ließ sich nach dem Erfolg seines ersten, 1871 in Berlin erschienenen Gedichtbandes "Aus dem Felde. Kriegslieder" als freier Schriftsteller in Charlottenburg nieder. Nach dem Vorbild Joseph Viktor von Scheffels verfaßte er Versepen mit mittelalterlichen Themen, von denen "Till Eulenspiegel redivivus. Schelmenlied" (1874) das verbreitetste war. Daneben schrieb er historische Romane ("Der Sülfmeister", 1883) und Dramen ("Kambyses", 1877).
1 S. auf gefalt. Doppelblatt. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Freund: "Zur Aufklärung, daß wir Ihnen gar nichts von uns hören laßen, muß ich Ihnen mittheilen, daß meine arme Frau seit drei Tagen nun fest im Bett liegt. Ihr heftiger Katarrh - denn weiter fehlt ihr ja nichts - will durchaus keinen anderen Mitteln weichen, als hoffentlich der Geduld im Bett. So sind wir denn geschieden und gemieden von allen lieben Freunden, aber mit Verlangen erwarten und ersehnen wir den Tag, wo wir diejenigen unter ihnen, an welche diese Zeilen gerichtet sind, bei uns wieder sehen können […]". - Julius Wolff ließ sich nach dem Erfolg seines ersten, 1871 in Berlin erschienenen Gedichtbandes "Aus dem Felde. Kriegslieder" als freier Schriftsteller in Charlottenburg nieder. Nach dem Vorbild Joseph Viktor von Scheffels verfaßte er Versepen mit mittelalterlichen Themen, von denen "Till Eulenspiegel redivivus. Schelmenlied" (1874) das verbreitetste war. Daneben schrieb er historische Romane ("Der Sülfmeister", 1883) und Dramen ("Kambyses", 1877).
1 S. Qu.-kl.-8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten mit der Mitteilung, daß er wegen eines "Logiebesuchs von meiner Mutter und meinem Bruder" dessen Einladung nicht Folge werde leisten können. - Auf Briefpapier mit gedr. Adresse.
½ S. auf gefalt. Doppelblatt. 8vo. "Des Sängers ist das schönste, das reichste Erdenloos, | Er schafft, was in der Seele aufsteigt riesengroß, | Himmel und Hölle beschwört er mit seinem Runenstab, | Und zu den geschilderten Schatten geht er dann selber schweigend hinab". - Julius Wolff ließ sich nach dem Erfolg seines ersten, 1871 in Berlin erschienenen Gedichtbandes "Aus dem Felde. Kriegslieder" als freier Schriftsteller in Charlottenburg nieder. Nach dem Vorbild Joseph Viktor von Scheffels verfaßte er Versepen mit mittelalterlichen Themen, von denen "Till Eulenspiegel redivivus. Schelmenlied" (1874) das verbreitetste war. Daneben schrieb er historische Romane ("Der Sülfmeister", 1883) und Dramen ("Kambyses", 1877).
½ S. Qu.-8vo. An einen Freund, der um ein Autograph gebeten hatte: "Da es Ihnen doch wohl nur um ein Autogramm zu thun ist, so genügt wohl diese Karte anstatt eines Briefes [...]". - Verziert mit einem lithographierten Portrait der Schauspielerin sowie einer Ansicht des Königlichen Schauspielhauses in Dresden-Neustadt. - Am linken Rand etwas beschnitten. Auf Kartonträger montiert.
2¼ SS. auf Doppelblatt. 4to. Mit eh. Adresse. An den Mediziner Rudolf Rt. von Vivenot (1807-1884): „Längst schon hätte ich sollen Ihnen für die freundschaftliche Aufnahme dank[en], welche Sie mir während eines kurzen Aufenthalts vor 2 Jahren in Ihrer Kaiserstadt gönnte[n] [...]“. - Wolff war Militärarzt, später Stadt-Accoucheur in St. Petersburg und verfaßte mehrere Abhandlungen zur Heilkunde. - Rudolf Rt. von Vivenot gründete 1848 den "Konstitutionell-monarchistischen Verein"; als sich die angestrebte Gründung einer patriotischen Partei nicht verwirklichen ließ, zog er sich jedoch aus der aktiven Politik zurück. Seit 1868 Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, wurde er 1872 Vorsitzender des Komitees zur Gründung des Sophienspitals in Wien; daneben war Vivenot Direktor des Unterstützungsvereins für Witwen und Waisen des medizinischen Doktor-Collegiums. - In altem Sammlungsumschlag.
Oblong 8vo (postcard). ½ page. Inscribed to the German dermatologist Alwin Scharlau. - Studying at the Munich Academy from 1900, Wolff joined the "Verein für Original-Radierung" and co-founded the first graphic private school in 1901. The main themes of his work included portraits, nudes, landscapes and city views, as well as silhouettes, some of which he published in the 1910 volume "Erzählungen einer kleinen Schere". - Traces of postmarks; faint traces of a fold near lower right corner. Self-addressed by the collector on the reverse. The Mecklenburg physician Scharlau (b. 1888) assembled a collection of artists' autographs by personal application.
1 S. Folio (223:282 mm). Albumblatt mit gedruckter Bordüre, gedr. Fußzeile "Beitrag zum Selbstschriftenalbum 'Deutschlands Zukunft'" und gedr. Formular für biograph. Daten, montiert auf einen Bogen Pergamentpapier (ca. 330:344 mm). "Wo liegen die ungehobenen Schätze? Es ist unser Schicksal und unsere Aufgabe, mit unserem Pfunde zu wuchern und mit unserem Kapital zu arbeiten: mit dem Menschen. Wir müssen diese deutschen Menschen heben, müssen unsere Menschenqualität steigern, müssen Menschenleistung vermehren und verbessern zugleich [...] Die deutsche Schule ist unser Kapital! Ihr Ausbau gilt der Hebung des Volkes! [...]". Geschrieben als Beitrag für die von Friedrich Koslowsky im Berliner Eigenbrödler-Verlag herausgegebene Faksimile-Anthologie "Deutschlands Köpfe der Gegenwart über Deutschlands Zukunft" (1928). Koslowsky 309.
1 S. 4to. An den Schriftsteller Julius von Newald: "Wir beehren uns in der Anlage Ihnen den freundlich zur Verfügung gestellten Beitrag für unser Jahrbuch ‚Anfang zur Baugeschichte der neuen Breitenfelder-Kirche' zu übermitteln, da ‚Das Breitenfeld und die Schotten' im Jahrbuche zum Abdrucke gelangen wird […]". - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf der "Deutsch-oesterreichischen Schriftstellerei-Genossenschaft". Gefaltet. - Wolff war Adjunkt in der k. k. Generaldirektion der österreichischen Staatsbahnen und verfasste daneben Gedichte und Novellen, die er in verschiedenen Zeitschriften veröffentlichte. Er war ständiger Mitarbeiter der Zeitschrift "Deutsche Dichtung" und der "Wiener Hausfrauen-Zeitung". Später war er als Redakteur der Wiener "Sonntagspost", Chefredakteur der "Allgemeinen Kunst-Chronik" sowie Redakteur der Berliner Zeitschrift "Kunsthalle" und Referent für Theater und bildende Kunst der Zeitschrift "Reichswehr" tätig.
4to. 2 pages on bifolium. Appealing letter by the principal figure of German enlightenment between Leibniz and Kant: an early item of his correspondence with the Frankfurt physician Johann Philipp Burggrave jr. (1700-75), the medical advisor of the Goethe family. "Viro experientissimo atque amplissimo Joanni Philippo Burggravio S.P.D. Christianus Wolfius. Accepi commentationem tuam eruditam de existentia spirituum animalium, quos contra Goelickii audaces insultus vindicas. Gratias ago cum quod me hujus muneris litterarii participem feceris, tum quod mentionem mei honorificam injicere dignitatus fueris. Pugnandum tibi erit, vir experientissime, cum homine qui veritatem insuper habens in eo sibi applaudit, quod aliqua dixisse videatur. Novi ipsius genium ab obtrectationibus minime alienum. Sed ex bello hoc incruento nulla metuenda clades. Mihi vero pugnandum est cum hominibus et famae, et fortunis, immo (si fieri possit) vitae ipsi insidias struentibus. Cel. Bülfffingerus nuperrime mihi nunciavit, quam bene ipsi sit Petropoli, et alii Professores, quos commendavi, idem confirmant [...]." - Burggrave, son of the like-named country physican of the Mainz electorate, studied in Leiden with Boerhave before returning to Frankfurt and becoming a member of the Leopoldinian Academy of Natural Science in 1741. - Paper somewhat browned and brownstained; edge slightly clipped from opening seal (slightly touching a few letters). Date of receipt noted by Burggrave on the address leaf.
1 S. auf Doppelblatt. 4to. An einen Wiener Intendanten mit Bedauern, derzeit kein Gastspiel geben zu können: "Mit einigem Bedauern muß ich die Ehrenvolle Einladung ablehnen auf dem K. K. Hof Theater Gastrollen zu geben, da meine Verhältniße es nicht gestatten. Empfangen Sie verehrter Herr meinen herzlichen Dank für das Vertrauen das Sie in mein Talent setzen, und genehmigen Sie die Versicherung meiner Hochachtung [...]". - Mit Empfangsvermerk verso, datiert 31. I. 1830.
8vo. 1 p. on bifolium. To a M. Lecoq, probably the composer Charles Lecocq, concerning a conflict with a theatre director and asking him to reserve a box for a performance of Lecocq's latest opera: "Monsieur votre directeur ne me fera pas de service je pense et quoique je ne nourrisse à son égard aucune haine lasse, je me garderai bien d'accepter la moindre faveur. C'est vous dire, cher Monsieur, que je ne vous demande aucune place sur votre service particulier. Mais si vous voulez me faire inscrire à la location une bonne loge, je vous serais très reconnaissant. J'espère que vous me mettrez à même d'aller applaudir votre opéra qu'on me dit ravissant et je vous souhaite très sincèrement tous les succès possibles". - Traces of folds; some browning. With a small hole minimally affecting a short postscriptum.
2 SS. auf Doppelblatt. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Professor über den Librettisten, Maler und Bühnenbildner Luigi Sugana und seine Oper "Die neugierigen Frauen", zu der Sugana das Libretto verfaßt hatte: "[…] Dr. Sugana ist seit drei Jahren tot, er war 46 Jahre alt, als er starb, war ein Bohême echtester Sorte: er schrieb manch schätzbare Dramen historisch-patriotischen Charakters. - Die Kürzung im 3. Akt der Neugierigen Frauen machte ich zwischen der ersten und zweiten Aufführung in München. In Italien ist die Oper nicht gegeben worden: ich gelte hier für zu deutsch, und werde, wie der gute Teibler es einmal ausdrückte[,] mit Hochachtung beiseitegeschoben. Zum Glück halten Sie mich für einen famosen Contrapunktisten. Weiß Gott! Die Beziehung mit Falstaff ist bloß in der ähnlichen Beschaffung des Textes: nämlich lauter kurze Reden ohne Striche, bei bloß begleitendem, ironisierendem Orchester ohne Leitmotive, und in meinem Bestreben, möglichst viel die Comöedie herrschen zu lassen. Bei einem mehr poetischen Text (mit mehr Herzensinhalt) wäre die Rolle des Orchesters eine andere, reichere geworden: so aber wollte ich lieber einfach und blos zierlich sein anstatt falsch und gespreizt […]" (harmonisierte Umschrift). - Der Musikschriftsteller Hermann Teibler hatte die "Neugierigen Frauen" seinerzeit ins Deutsche übertragen. - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf des Liceo Musicale in Venedig, dem Wolf-Ferrari von 1903 bis 1909 als Direktor vorstand.
1 S. 8vo. Halbfigürliches Portrait im Profil im Rollenkostüm des Parsifal aus Richard Wagners gleichnamiger Oper.
1 S. auf Doppelblatt. 8vo. Reichlich verfrühte Geburtstagsglückwünsche an den Schauspieler und Regisseur Ludwig Martinelli: "Gestatten Sie mir, daß ich als einer Ihrer Verehrer, dessen Sie vielleicht aus der Zeit unseres Prager Verkehres sich noch erinnern dürften, Ihnen zum 70. Geburts-Tage die besten und innigsten Glückwünsche darbringe. Heil Ihnen u. Ihrer Kunst [...]". - Mit Spuren alter Montage.
Oblong 8vo. 1 p. "Hu ya'aseh" - (from the Kaddish Prayer). - After studying at Wittenberg and travelling to Holland and England, J. C. Wolf became professor for Oriental languages and literature at the Hamburg gymnasium in 1712. Wolf's work forms the basis of Steinschneider's catalogue of the Bodleian Library, which has references to it on nearly every page. Besides this work he issued a history of Hebrew lexicons (for his doctor's dissertation; Wittenberg, 1705), and "Notitia Karæorum" (Hamburg, 1721). - Upper right corner numbered, lower slightly wormed.
1 S. Qu.-8vo. "Omne tulit punctum, qui miscuit utile dulci" (Horaz, Epistulae Ad Pisones, De arte poetica, 343). - Wolf war Professor für Naturwissenschaft und Dichtkunst am hamburgischen Gymnasium, seit 1746 auch Bibliothekar. Er galt als eine "Persönlichkeit, die fast ganz in ihrem wissenschaftlichen und lehrhaftem Berufe aufging" (ADB XLIII, 761). - Mit kleiner Numerierung am rechten oberen Blatt- und kl. Wurmspur am unteren Blattrand.
1 S. auf Doppelblatt. 8vo. An einen Hrn. Sauer, wohl der Pianist und Komponist Emil von Sauer: "Seien Sie mir nicht böse, daß ich meine Zusage wieder zurücknehme. Dringende Geschäfte, die morgen erledigt sein wollen, berauben mich des Vergnügens Ihnen den so lange schon geplanten Besuch zu machen. Vertrösten wir uns auf den Herbst […]".
3 SS. auf Doppelblatt. 8vo. Mit eh. adr. Kuvert. An den befreundeten Pianisten, Komponisten und Zahnarzt Heinrich Potpeschnigg über eine ausfallende Zusammenkunft und Ärger mit dem Notenkopisten: "Sie dürfen der Versicherung trauen, dass ich mit einiger Sehnsucht schon dem morgenden Tage entgegensah, der mir wieder das seltene Vergnügen bringen sollte im intimsten Kreise liebenswürdigster Menschen der bösen Welt außen zu vergessen, um im Raube einiger flüchtiger Stunden das Leben mit vollem Behagen zu geniessen, als Ihre erschreckende Hiobspost die schönsten Gespinnste [sic] meiner Phantasie mit einem zu nichte machte u. mich von meinem gemüthlichen Schaukelpferd der Zukunftsträume recht unsanft auf den harten Erdboden der Wirklichkeit warf. Welcher böse Geist musste wieder sein düsteres Panier aufpflanzen an einer Stätte wo, ging es mit Rechtem zu, stets nur der 'Freude Flagge' zu wehen hätte? Das Schicksal scheint mit Ihnen eine schlechte Tragödie spielen zu wollen, da es Leiden über Sie verhängt, die offenbar in keinem Verhältniss zur Schuld stehen können. Hoffentlich jedoch bleibt es Ihnen erspart die Suppe so heiss essen zu müssen, als sie Ihnen gekocht wird. Das wünsche ich von ganzem Herzen. Theilen Sie mir doch baldigst mit wie es mit dem Befinden Ihrer lieben Frau steht, deren Leidensstationen ich mit dem innigsten Antheil folge, und die, so Gott will, baldigst und für alle Zeiten überwunden sein mögen. Sobald Sie mir die Erlaubniss ertheilen werden persönlich in Ihrem Hause erscheinen zu dürfen will ich mich unverzüglich bei Ihnen einfinden. [...] N.B.: die Brandstätter'sche Angelegenheit dürfte in Bälde zur beidseitigen Zufriedenheit erledigt werden. Spanische und Keller'sche sind noch immer nicht erschienen, doch wurde mir von letzteren 5 Hefte zugeschickt, leider mit ziemlich vielen und sehr sehr bösartigen Fehlern behaftet […]". - Hugo Wolfs "Spanisches Liederbuch" nach Paul Heyse und Emanuel Geibel, eine Sammlung von 44 Liedern für Singstimme und Klavier, sollte noch im selben Jahr erscheinen. Obgleich von Wolf nicht als Zyklus gedacht, wurden die 10 geistlichen und 34 weltlichen Lieder doch als solche zusammengefaßt und aufgeteilt in männliche und weibliche Stimme; die maßstabsetzende Aufnahme ist jene der Deutschen Grammophon mit Elisabeth Schwarzkopf und Dietrich Fischer-Dieskau (Klavier Gerald Moore) a. d. J. 1966/67. Wolfs "Alte Weisen. Sechs Gedichte von Gottfried Keller für eine Frauenstimme und Klavier" sollten bald nach diesem Brief bei Heckel in Mannheim erscheinen. - Aus dem Besitz bzw. Nachlass von Dietrich Fischer-Dieskau.
2½ SS. auf Doppelblatt. 8vo. An Herrn Krämer: "[…] Wider aller Erwarten wird nun meine Reise nach Berlin doch zur Wirklichkeit u[nd] z[war] […] in den ersten Tage des kommenden Monates. Anstatt Frau Kahlig wird, wie Siegfr. Ochs mittheilt, ein Frl. Corner (Holländerin) meine Sachen interpretiren. Ob es zu dem gewünschten Liederabend überhaupt kommen wird ist noch sehr fraglich. Einstweilen werde ich mir in der Rolle eines passiv Betheiligten dem Berliner Publikum mich vorstellen u. im Übrigen die günstige Gelegenheit zu einer vortheilhaften Aktion abwarten. Es ist sehr leicht möglich, daß darüber der Monat Jänner zu Ende gehen und mich des Vergnügens berauben wird zur selben Zeit Ihre verehrte Frau in Wien zu begrüßen. Hoffentlich kommt es in den Fasten zu dem projektirten Conzert in Linz u. läßt sich im Anschluß daran auch in Wien ein Vertrag machen, obschon ein solcher einigermaßen gewagt wäre, da nicht einmal auf die Theilnahme des hiesigen Wagner-Vereines mit Sicherheit zu rechnen ist. Bezüglich meiner Photographie kann ich Ihnen derzeit leider keine befriedigende Auskunft geben. Vermuthlich wird der betreffende Photograph noch keine Lust u. Muße gefunden haben die versprochene Reproduktion vorzunehmen. Ich werde dießbezüglich bei Dr. Potpeschnigg anfragen. Die Weihnachtsfeiertage werden Sie wohl im Kreise Ihrer Angehörigen auf Ihrem reizenden Gut in Saus u. Braus verbracht haben? Möge Ihnen u. Ihrer verehrten Frau das neue Jahr recht viele Feiertage bescheren […]".
½ S. 8vo. Neujahrswünsche an die namentlich nicht genannte Schauspielerin Lili Marberg. - Nach nur drei Stunden Schauspielunterricht bei Karl Forest sich ihre Bühnenerfahrung in der böhmischen Provinz und später bei Stella Kadmon, Otto Falckenberg und Gustav Gründgens erwerbend, wurde Gusti Wolf von Raoul Aslan ans Burgtheater geholt, dem sie bis in die jüngste Gegenwart hinein verbunden war. Zudem war sie in zahlreichen Film- und Fernsehrollen zu sehen. - Lili Marberg (1876-1962) gehörte von 1911 bis 1950 dem Wiener Burgtheater an. Seit 1936 auch Ehrenmitglied, spielte sie zunächst in Stücken Wedekinds, Hauptmanns und Ibsens, später vorwiegend Königinnen und mütterliche Frauen und galt weithin als vorzügliche Charakterdarstellerin. Zu ihren Hauptrollen zählten Desdemona, Hedda Gabler und Helena in "Vor Sonnenaufgang". Ihre einzige Filmrolle war die des Fräulein Munk in Walter Reischs "Silhouetten" (1936).
1 S. 8vo. "Herzlichst - Gusti Wolf". - S/W-Portrait im ¾-Profil aus sehr jungen Jahren. - Nach nur drei Stunden Schauspielunterricht bei Karl Forest sich ihre Bühnenerfahrung in der böhmischen Provinz und später bei Stella Kadmon, Otto Falckenberg und Gustav Gründgens erwerbend, wurde Gusti Wolf von Raoul Aslan ans Burgtheater geholt, dem sie bis in die jüngste Gegenwart hinein verbunden war. Zudem war sie in zahlreichen Film- und Fernsehrollen zu sehen.
1 S. auf Doppelblatt. 8vo. An Hofsekretär Frh. von Paimann: "Amstgeschäfte verhinderten mich die Censur des Humoristen und Wanderer [...] zu erledigen [...]". - Wolf war Kustos an der kaiserlichen Hofbibliothek und wurde bei Gründung der Akademie der Wissenschaften in Wien 1847 zum Mitglied und Sekretär derselben ernannt. Gleichfalls Mitglied der Akademien von Berlin, Göttingen, München und Madrid, machte sich Wolf um die Vermittlung romanischer Literaturen einen Namen und gab u. a. mit Konrad Hofmann zusammen eine Sammlung der ältesten spanischen Romanzen, die "Primavera y flor de romances", heraus außerdem lieferte er zahlreiche vortreffliche Abhandlungen für die "Wiener Jahrbücher der Literatur".
1 S. 8vo. An einen Herrn von Weber: "Ich erlaube mir, Ihnen das vorliegende thematische Verzeichnis sämtlicher Rotterschen Compositionen zum Geschenk zu machen. Die Quittung liegt darin, wenn sie dieselbe, wie es das kk. Ob. Hom-Amt verlangt, mit Ihrer Empfangsbestätigung des Nachlasses versehen haben werden, bitte ich um 1 Karte, damit wir sie abhohlen […]".