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4 SS. auf Doppelblatt. 8vo. An den Lederfabrikanten Josef Weidmann mit dem Angebot, bei ihr statt in einem Hotel zu übernachten, und über den Besuch von Erzherzog Ludwig Viktor, Kaiser Franz Josephs jüngstem Bruder: "Ich freue mich riesig daß du Samstag kommst. Warum fährst du nicht in der Nacht und kommst Sonntag morgen um 10 Uhr hier mit dem Schiff an? Es wäre dann doch Tag - und ich holte dich in Steinbach ab - d. h. ich führe dir entgegen. Mir graut bei dem Gedanken daß du in der Nacht in ein ungemüthliches Hotelzimmer kommen sollst. Ich schlage dir daher vor doch lieber in meinem 2ten Hause das Zimmer anzunehmen, und Dr. Deimel soll bei mir oben wohnen; auf diese Art kriegt unsere Tugend kein Loch - und du u. der Doktor findet ein Bier u. Wein u. etwas Kaltes. Ich werde keinen der Herrn stören - ich lege mich schlafen - und um ½ 7 Uhr früh erscheine ich an der Oberfläche mit einem Becher Karlsbader-Wasser. Wenn Ihr nicht in der Nacht fahren wolt, und du durchaus im Hotel wohnen wilst - dann schreibe umgehend. Wagen und Zimmer wird alles pünktlich besorgt. Soeben war der Erzherzog Ludwig Victor bei mir. Er war lußtig uns sehr liebenswürdig [...]". - Auf Briefpapier mit gepr. Wappen.
2 SS. auf Doppelblatt. 8vo. An die Schauspielerin Luise Neumann Gräfin von Schönfeldt: "Dank! Tausend Dank für Ihr liebes Andenken an die mir unvergessliche Feier! Zum Glück für uns Beide war es ein Vermächtniss unter Lebenden. Leider kann ich Ihnen erst in Gmunden mündlich danken. Mein armer schwer kranker Mann küßt Ihnen die Hände, - ich Ihr liebes gutes Herz [...]". - Auf Briefpapier mit gepr. Wappen.
4 SS. auf Doppelblatt. 8vo. An den Lederfabrikanten Josef ("Pepo") Weidmann über die Witterung, ihren Tagesrhythmus und das kostspielige Angebot, eine Kuh zu kaufen, sowie mit der Bitte um Fliegengitter: "Es ist so stockfinster vor lauter Gewitter u. Regen das [!] ich kaum zum schreiben sehe. Meine Promenade heute früh hätte ich auch mittels Schwimmblasen machen können. Auf diese Art ist es recht langweilig weil man im Zimmer bleiben muß u. nichts thun kann [...] Ich möchte dich schön bitten mir durch Mohamed [d. i. Mohammed Medlum, der aus Oberägypten stammende Diener Weidmanns] 4 Meter Fliegen-Gitter schicken zu lassen, für Keller u. Küche usw. Eine Kuh - die 7 Kinder hatte - aber ausgezeichnete Milch (u. viel) geben soll kann ich vom Aufzug bekommen aber 150 fl. ist mir zu theuer. Mit meiner Gesundheit geht es besser! Meine Zunge ist gar nicht mehr belegt u. der Schlaf gut. Ich gehe aber auch um 9 Uhr schlafen. Um 6 Uhr stehe ich auf. Um 1 Uhr esse ich eine Speise - trinke 1 Glas Bordea[u]x, und um 5 Uhr trinke ich Thee - und Abend's 8 Uhr esse ich etwas Kaltes Fleisch, daß [!] scheint meinem blöden Magen zu bekommen. Diese Lebensart ist hart aber ich habe diese grässlichen Schmerzen nicht mehr! [...]". - Auf Briefpapier mit gepr. Adresse.
1 S. Carte d'Visite-Format. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Empfangen Sie meinen Dank für Ihre Freundlichkeit [...]". - Charlotte Wolter kam 1862 ans Hofburgtheater in Wien, wurde 1864 zur Hofschauspielerin ernannt und wirkte dort bis zu ihrem Abschied von der Bühne 1896. Seit 1875 war sie mit dem Diplomaten Graf O'Sullivan de Grass verheiratet. - Auf Briefpapier mit kalligr. gepr. Monogramm.
1 S. Visitkartenformat. An einen Freund: "Charlotte O'Sullivan-Walter [dies gedruckt] das Weib aus dem Burgtheater - sendet Ihnen dies mit den besten Grüßen aus Cöln [...]".
166 x 111 mm. Ganzfigürliche Darstellung der Schauspielerin aus dem Atelier Dr. Székely, Wien.
165 x 110 mm. Ganzfigürliche Darstellung der Schauspielerin im Rollenkostüm aus dem Atelier Dr. Székely, Wien. Die Bildseite eh. signiert.
164:109 mm. Brustbild im Profil aus dem Atelier Dr. Székely, Wien. Die Bildseite eh. signiert, die Verso-Seite mit eh. Widmung an einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Gar ängstlich steht sichs auf der Menschheit Höh'n, und ewig ist die arme Kunst gezwungen, zu betteln von des Lebens Überfluß (Sappho)".
167:110 mm. Ganzfigürliches Portrait im Sitzen im Rollenkostüm der Adelheid in Goethes "Götz von Berlichingen"; aus dem Atelier Szekely, Wien. Die Widmung an einen Baron Blangy: "Gut heil im neuen Heim [...]". - Charlotte Wolter kam 1862 ans Hofburgtheater in Wien, wurde 1864 zur Hofschauspielerin ernannt und wirkte dort bis zu ihrem Abschied von der Bühne 1896. Seit 1875 war sie mit dem Diplomaten Graf O'Sullivan de Grass verheiratet. - Stark lädiert und mit vom Trägerkarton abgelöster Darstellung.
138:100 mm auf etwas größerem Trägerkarton. "Dem Herrn Müller zur freundlichen Erinnerung an / Charlotte Wolter". - Widmung und U. über dem gedr. Signet des Photographen am Trägerkarton (dort etwas beschabt).
155:107 mm auf etwas größerem Trägerkarton. An ihren Schauspielerkollegen Josef Lewinsky: "Donna Diana ihrem Freund Perin Levinsky". Charlotte Wolter war 1866 am Wiener Burgtheater in Don Augustin Moretos gleichnamigem Lustspiel als Erbprinzessin Donna Diana zu sehen gewesen, Josef Lewinsky als ihr Sekretär und Vertrauter Perin. - Aus dem Atelier Rabending mit dessen gedr. Signet am Trägerkarton.
110:165 mm. Ganzfigürliches Rollenporträt des Wiener Ateliers Dr. Székely. - Charlotte Wolter kam 1862 ans Hofburgtheater in Wien, wurde 1864 zur Hofschauspielerin ernannt und wirkte dort bis zu ihrem Abschied von der Bühne 1896. Seit 1875 war sie mit dem Diplomaten Graf O'Sullivan de Grass verheiratet.
93:57 mm Portrait im ¾-Profil a. d. Atelier R. von Bohr, Wien. - Charlotte Wolter kam 1862 ans Hofburgtheater in Wien, wurde 1864 zur Hofschauspielerin ernannt und wirkte dort bis zu ihrem Abschied von der Bühne 1896. Seit 1875 war sie mit dem Diplomaten Graf O'Sullivan de Grass verheiratet.
85:54 mm. Hübsches Portrait im ¾-Profil in nicht identifiziertem Rollenkostüm. - Charlotte Wolter kam 1862 ans Hofburgtheater in Wien, wurde 1864 zur Hofschauspielerin ernannt und wirkte dort bis zu ihrem Abschied von der Bühne 1896. Seit 1875 war sie mit dem Diplomaten Graf O'Sullivan de Grass verheiratet.
1 S. Qu.-12mo. Anlässlich des Verlusts ihrer Tante, der Hofschauspielerin Charlotte Wolter: "Für die, anlässlich des Ablebens ihrer unvergesslichen Tante, ihr erwiesene tröstende und erhebende Theilnahme dankt von ganzem Herzem [!] Lotti Wolter". - Auf Briefpapier mit Trauerrand. Mit kleinen Randläsuren.
1 S. 4to. "Schon lange wollte ich Ihnen für die regelmäßige Zusendung Ihrer Zeitschrift danken und mein Bedauern aussprechen, daß chronische Arbeitsüberlastung mich bisher verhindert hat, Ihnen einen ungedruckten Beitrag zur Verfügung zu stellen. Ich finde die Zeitschrift sehr reich, farbig, bedeutsam und fesselnd - und konstatiere mit Vergnügen, daß Sie dem Publikum selten Konzessionen machen, sondern von ihm Erhebung und Anpassung an das Niveau des Gebotenen fordern […]". - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf des Sächsischen Staatstheaters; im linken Rand gelocht (keine Textberührung), im rechten etwas eingerissen.
Zusammen 1½ SS. auf Doppelblättern. 4to. “Herr kaiserl. Rat Habenicht teilte mir mit, dass Sie einige Bedenken wegen der unter der Büste am Kneippdenkmal angebrachten stehenden Knabenfigur hätten. Es wäre mir ausserordentlich angenehm, wenn Sie [...] sich zu mir herausbemühen wollten, um die Skizze selbst zu sehen; auf der Fotografie hat man keine rechte Vorstellung davon, ausserdem habe ich eine zweite Skizze gemacht, auf der die Stellung der lebensgrossen Knabenfigur wesentlich modificirt ist [...]” (Br. v. 20. VII. 1911). - Der zweite Brief betrifft eine Terminvereinbarung zur Besichtigung der “nun vollendeten Kinderfigur für das Kneippdenkmal” (Br. v. 1. VIII. 1902). - Carl Wollek war seit 1898 Mitglied des Künstlerhauses und beschickte regelmäßig dessen Ausstellungen. Neben dem erwähnten Sebastian Kneipp-Denkmal schuf er u. a. den Mozartbrunnen (nach einem Entwurf von Otto Schönthal), mehrere Grabdenkmäler und zahlreiche Portraitbüsten (darunter etwa eine von Kardinal Piffl oder Bundeskanzler Schober). Vgl. Thieme/B. XXXVI, 228f. und Czeike V, 675f. - Beide Briefe im linken Rand gelocht (keine Textberührung). - In altem Sammlungsumschlag.
1 vol. in-16 br., Presses Pocket, Denoël, 1985 Bon état pour cet exemplaire enrichi d'une dédicace et d'un dessin de Wolinski. Français
2 SS. Qu.-kl.-4to. Aus "Gesammelte Dichtungen" (Berlin, Bondi, 1903): "[...] Wer wollte das gräßliche Loos euch deuten? | Kein Zauber so stark euch zu bannen zu lösen | Kein Zauber so fest vor den giftigen Schwaden | Das Blühen zu schirmen - und gab es einen | Wer möchte den wagen - wer wüßte den [...] | In der tiefsten nacht am lichtesten tag | Furchtlos und furchtbar zu sagen?" ("Gespenster"). - Die Verso-Seite mit dem Gedicht "Um die Mutter" ("Du harrest auf dem Stein in der Mittagsglut | Du Mutter harrest und singst das traurige lied | [...] | Thränenlos starrest du - wie lange schon | Wie lange noch - die Zeichen wandeln im Ring [...]") und acht Zeilen aus "Einzug": "[...] Ein wehes Wehr staut sie zu[rück] | Sie bäumen sich vergebens an die Wände | Kein einziger der ein Entrinnen fände | Und draußen pocht und lockt das Glück [...]". - Die Adressatin der Widmung ist Sonja Hentschel. - Etwas angestaubt und mit kleinen Randläsuren.
Large 4to. Altogether 6½ pp. on 5 ff. With envelopes. Reflections written to painter, writer and composer Karl Georg Hemmerich.
3 SS. 4to. Mit eh. Adresse (Faltbrief). An den Herrn Hofrath Winckler in Dresden: "Nach Abgang meines früheren Schreibens, erhielt ich die gefällige Nachricht, dass die Abgabe an der Gränze 30 bis 40 Thlr betragen sollte. Sollte dies sich bestätigen, so bitte ich die Dose noch gütigst zu verwahren, bis ich eine andere Verfügung zu treffen im Stande seyn werde […]". - Der Bürgermeister in Teplitz (seit 1824) komponierte unter dem Einfluß Mozarts mehrere Opern (u.a. Die bezaubernde Rose oder Maja und Alpino, 1826), Singspiele und Lieder.
½ S. Gr.-4to. Mit ms. adr. Kuvert. Kondolenzschreiben an Elfriede Klitsch, die Witwe nach dem Schauspieler und Regisseur Wilhelm Klitsch, der am 24. Februar verstorben war. - Der in Krems an der Donau geborene Schriftsteller war Gründer des "Kreises des geistigen Lebens" und Verfasser von "Glaube an Wien", "Albert Schweitzer und die Krise des Abendlandes" sowie "Geist und Gesinnung des Burgtheaters".
1¼ SS. Folio. An den Musikwissenschaftler Richard Batka: "Ich bin mit Ihren neuen Vorschlägen, was den erhöhten Tantiemenanteil für unsern Autor betrifft, einverstanden. Auch damit, dass es in dem Vertrage heisst: Bote & Bock oder ein anderer Verlag. Drittens: die Verrechnung der Tantiemenanteile für Dr. Lilienfein geschieht natürlich durch uns. Für Ihre mir versprochene Verwendung dahin, dass wir vielleicht auch an dem Mitvertrieb des Werkes beteiligt werden, danke ich Ihnen jetzt schon. Hoffentlich gelingt es. Auch der kurze Termin der Fertigstellung der Oper durch d'Albert ist ja sehr erfreulich. Das Buch von Presber ‚Dame mit den Lilien' ist noch disponibel und ein jeder feine Komponist, den Sie Presber vorschlagen wird ihm erwünscht sein. Können Sie nicht einmal an Heuberger herantreten, für den das etwas Reizendes wäre und der, wie er uns einmal schrieb, sich sehr für Presbers Muse interessiert. Vielleicht schafft er ähnlich wie im ‚Opernball' daraus ein Operettenbuch, das schon in die Komische Oper hinübergreift. Das wäre bei der jetzigen Verflachung der Operetten ‚ein Ziel aufs Innigste zu wünschen' […]". - Auf Briefpapier der "Anstalt für Aufführungsrecht". Gefaltet. - Heinz Wolfradt gründete 1907 die "Anstalt für Aufführungsrecht", welche die Schriftsteller, sofern sie dies wünschten, am Gewinn des Verlags beteiligte.
Zusammen 2 SS. 11,3:13,3 bzw. 4,5:11,1 cm. Mit eh. adressiertem Kuvert. An den Maler Johann Heinrich Schramm (1810-1865): "Es bleibt doch dabei, daß Sie mir Morgen, Mittwoch, zwischen halb Eins und Eins, das Vergnügen machen, sammt Schuselka bei mir zu essen; Hausmannskost und ganz en famille [...]". - Durch Vermittlung Goethes eine Professur für neuere Sprachen am Gymnasium in Weimar bekleidend, wechselte Wolff 1829 als Prof. der neueren Sprache und Literatur an die Univ. Jena. Bekannt wurde er als Verfasser von Romanen, Novellen, Humoresken, Gedichten und literarische Feuilletons. - Johann Heinrich Schramm war bekannt für seine tls. in Bleistift, tls. in Aquarell ausgeführten Portraits von berühmten Zeitgenossen, darunter Alexander von Humboldt, Jakob Grimm, Friedrich Rückert, Heinrich Laube, Ludwig Tieck und Clemens Wenzel Fürst Metternich. - Der erwähnte Publizist und Politiker Franz Schuselka kam nach Konflikten mit der österreichischen Zensur nach Jena, schrieb für die ‘Leipziger Allgemeine Zeitung’ und veröffentlichte Schriften gegen das österreichische Metternich-System. Nach mehreren Jahren in Deutschland kehrte er nach Österreich zurück und wurde Mitglied des niederösterreichischen Landtags, später des österr. Abgeordnetenhauses; 1859-65 war Schuselka, der "zu den bedeutendsten österreichischen Publizisten des Vormärz" gezählt wird (DBE), erster Präsident des Wiener Journalisten- und Schriftstellerverbandes "Concordia". - Beiliegend eine gedr. Visitkarte des Adressaten mit sieben, möglicherweise auch aus dessen Hand stammenden Zeilen nach O. Wolff: "Hübsch, wenn sie die Augen | niederschlägt | Hübsch die Stirne, die Lippen und | die Nase | Doch wenn sie den Blick empor bewegt | feine - leere Blase". - Sehr selten.