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Zusammen 2 SS. 8vo. Jeweils mit eh. Adresse. Dankt Josef Wesely für ihr übersandte Geburtstagswünsche. - I. M. Deschmann, seitens ihrer Mutter eine Enkelin des Historienmalers Josef Zeleny, war bis 1917 im Staatsdienst, später als freie Schriftstellerin und Vorsitzende des Ebner-Eschenbach-Gesellschaft tätig. Ihr Werk umfaßt überwiegend Novellen und Erzählungen sowie eine Studie über ihren Onkel. Vgl. Kosch III, 113f.
Zusammen 2 SS. (Qu.-)8vo. Jeweils mit eh. Adresse. Dankt Josef Wesely für ihm übersandte Geburtstagswünsche. - Rudolf Felmayer war nach dem Zweiten Weltkrieg maßgeblich an der Neuorganisation der Literarischen Abteilung des Rundfunks beteiligt und als Referent für Lyrik im Studio Wien tätig. Zudem war er Leiter des Literaturreferats im Amt für Kultur und Volksbildung der Stadt Wien sowie Bibliothekar und Lektor der Wiener Städtischen Büchereien. Als Mentor und Herausgeber junger Autoren gab er der österreichischen Literatur der Nachkriegszeit mit der Lyrikanthologie "Tür an Tür" (3 Folgen, 1950-55) und der Reihe "Neue Dichtung aus Österreich" wesentliche Impulse. Zu seinen bekanntesten Gedichtbänden zählen "Die stillen Götter" (1936) und "Der Wiener und sein Tod. Poesien in der Umgangssprache" (1968).
Zusammen 2 SS. 8vo. Jeweils mit eh. Adresse. Dankt Josef Wesely für ihr übersandte Wünsche zum Geburtstag. - Josefine Stransky studierte Musik, Klavier und Gesang sowie Sprachen und Kunstgeschichte und erhielt eine Gesangsausbildung bei Marie Seyff-Katzmayr und Luise von Ehrenstein-Fränkel. Seit 1923 vorwiegend als Konzertsängerin tätig, wirkte sie u. a. in Oratorien mit und sang Lieder; 1926/27 war sie an der Wiener Volksoper. Ihr Gatte war der Neurologe und Psychiater Erwin Stransky.
Zusammen 2 SS. 8vo. Jeweils mit eh. Adresse. Dankt Josef Wesely für ihm übersandte Geburtstagswünsche. - Aus einer Adelsfamilie stammend, war Wickenburg nach nicht abgeschlossenem Studium der Germanistik seit 1928 Feuilletonredakteur der ‘Frankfurter Zeitung’, kämpfte im Zweiten Weltkrieg und war nach dessen Ende als Chefredakteur des ‘International Service Branch’ in Salzburg, als Redakteur bzw. Korrespondent der ‘Wiener Bühne’ in Wien, später der ‘Stuttgarter Zeitung’, dem ‘Standpunkt’ und schließlich bei der ‘Welt’ tätig. Von 1980-88 war der Erzähler und Lyriker Präsident des österreichischen P.E.N-Clubs. Vgl. Kosch IV, 3334.
Zusammen 4 SS. 4to und 8vo. Mit einem eh. adr. Kuvert. Dankt Josef Wesely für ihm wiederholt übersandte Geburtstagswünsche: “Mein lieber Josef, das ist nett. | Leider liege ich zu Bett und laß das Schreiben bleiben!” (Karte v. 2. IV. 1964). - Das gedr. Dankschreiben an die Gratulanten zu seinem 90. Geburtstag mit dem 12zeiligen Gedicht ‘Gott war der erste Sänger’. - Hermann Claudius, der Urenkel von Matthias Claudius, stand anfangs der Sozialdemokratie nahe und wandte sich später einem “unverbindlichen” (DBE) Humanismus zu. 1933 neben 87 anderen Schriftstellern ein Treuegelöbnis für Hitler unterzeichnend, wurde er noch im gleichen Jahr Mitglied der Preußischen Akademie der Dichtung und 1936 der Erfurter Akademie der gemeinnützigen Wissenschaften. Von Nationalsozialisten geschätzt, wurde sein Werk vor und nach 1945 mehrfach ausgezeichnet. Vgl. Kosch II, 652f.
Zusammen 2½ SS. Qu.-8vo. Mit eh. Adresse. Zusammen mit 1 Bildpostkarte an Franz Fischer. Die Grußkarte mit U. an Therese Fischer in Bleistift mit lithografischem Bruststück Franz Fischers. - Das Aufforderungsschreiben an Max Lassen mit Lichtdruck eines Hüftbilds (tw. beschrieben): "Ersuche sofort nach Erhalt der Carte Streifen über meinen Namen kleben zu lassen -- da ich sonst leider gezwungen wäre am Abend Telegramm sende [!], wo ich den ganzen deutlichen Sachverhalt dem Hotelier aufklären muss. [...] Auch vom Hietzinger Hof habe ich etwas erfahren, dass [!] ich mir von Dir[,] Max[,] nie erwartet hätte [...]". - Franz Fischer - als der “kleine Fischer”, wie er auch gelegentlich unterzeichnet, seinerzeit ein populärer Schauspieler und Gesangskomiker - war u. a. am Carltheater und unter Karl Blasel am Theater in der Josefstadt engagiert. Vgl. Czeike II, 311f. - Die beigefügte Bildpostkarte mit fotolithogr. Porträt Franz Fischers ist in Blei und Buntstift von mehreren Freunden des Empfängers unterzeichnet: "Dem lieben Jugendfreunde in treuer Erinnerung an Mühldorf". Absendeort laut Poststempel: "Mühldorf b. Spitz", kein Datum. Neben dem Brustbild Fischers mit Buntstift: "Wie geht es dir???".
Zusammen 3½ SS. 4to und qu.-8vo. Mit 1 eh. Umschlag. Interessante Korrespondenz mit dem deutschen Kunsthistoriker August Grisebach (1881-1950) betreffend Probleme mit dem Präsidenten der Auerbach-Gesellschaft sowie Grisebachs Scheidung und Neuvermählung mit der Kunsthistorikerin und Galeristin Hanna Blumenthal (1899-1988). Im früheren Brief von 5. Januar 1923 beschwert sich Burckhardt über den Präsidenten der Auerbach-Gesellschaft, Ernst Sarasin, "der von Kunst keine Ahnung hat und auch nicht den geringsten Grund hat mir einen Dienst zu erweisen". Grisebach hatte Burckhardt darum gebeten, bei Sarasin für einen Vortrag anzufragen. Burckhardt zitiert aus einem Brief Sarasins, auf dessen Ankündigungen offenbar nichts folgte, und resümiert: "Siehst du, es ist meine Schuld; denn die Vergebung dieser Verträge ist klägliche Protektionswirtschaft; letzthin eine Art Irrenarzt über Kunst der Irren, vor 2 Wochen ein verarmter Trottel aus Wien (von Salis) der aus dem Baedeker vorlas während Photos (in Farben) der Wiener Hofburg herunter geraspelt wurden. Es ist das erste mal, dass ich Ernst Sarasin um etwas bat und wohl auch das letzte mal. Jetzt amüsiert es ihn auch einmal seine Macht zu zeigen. Wenn es ihm dann einmal passt, so würde ich an deiner Stelle nicht annehmen. Du bist zu gut dafür [...]". - Am 31. März 1924 schreibt Burckhardt: "Es freut mich, dass Du in meinen Schweizerbergen Kräfte für Deine so reiche, interessante Tätigkeit nimmst. Dass Du Basel nicht berührst bedaure ich. Du würdest mich jedoch nicht antreffen, da ich Reisepläne habe. Deine Scheidung wäre natürlich niemals ein Grund nicht hierher zu kommen. Du wärest Sally und mir ebenso willkommen mit Deiner zweiten Wahl. Ich hoffe nun, dass Dir in diesem zweiten Unternehmen das hohe Glück zu teil werde, dass du in deinem Kunstempfinden vollauf verstanden werdest". - Der Brief von 1923 auf Briefpapier mit gedrucktem Briefkopf des Historischen Museums Basel. Stärker gebräunt und mit mehreren Seiteneinrissen insbes. im Falz. Der Brief von 1924 leicht knittrig.
Zusammen (2+1¾=) 3¾ SS. auf 3 Bll. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Bitte lesen Sie einliegenden Brief u. sagen Sie mir, ob Ihnen noch weitere Hilfswege für den Bildhauer Bodensch. zu seiner Rettung bekannt sind? [...]" (24. I. 1895). - "In der Anlage sende ich Ihnen den Brief [...] an Herrn Kronberg. Meinen Sie, daß ich recht thue dem Bittsteller ein Darlehen zu geben? [...]" (4. II. 1895). - An den Kunstakademien von Königsberg und Berlin u. a. bei Gustav Hermann Bläser ausgebildet, gewann Siemering 1862 den Preis für den besten Entwurf des Berliner Schiller-Denkmals (das jedoch unausgeführt blieb). Mit dem Preisgeld unternahm Siemering eine Reise durch Italien. "Die beiden Hauptwerke Siemerings, das Siegesdenkmal in Leipzig (1888 enthüllt) und das Washington-Denkmal in Philadelphia (1881 1. Preis in internat. Konkurrenz; 1897 enthüllt) erweisen ihn als einen Hauptvertreter der historischen Denkmalplastik" (Thieme/Becker XXI, 1). Weitere Werke sind u. a. das Standbild Kaiser Wilhelms I. für die Ruhmeshalle im Berliner Zeughaus (1888), die Statue der Hl. Gertrud auf der gleichnamigen Berliner Brücke (1896) und das Haydn-Mozart-Beethoven-Denkmal für den Tiergarten in Berlin (1904).
2 SS. auf Doppelblatt. 8vo. Mit einem eh. adressierten Kuvert. An einen Freund: “Erlauben Sie, daß ein Gesuch der Wittwe Schrank Ihnen als Präsidenten der Gartenbau Gesellschaft von mir [...] wärmstens empfohlen wird. Frau von Schrank [...] wird mir allenseits als eine sehr achtbare Frau geschildert, die in sehr beschränkten Verhältnissen lebt [...]” (Br. v. 3. XI. 1884). - Der zweite Brief ist an den Archivar des Herrenhauses Heinrich von Wallner gerichtet, dem Schmerling u. a. “für Deine freundlichen Wünsche zum Namensfeste dankt”. - Der promovierte Jurist war 1848 Organisator der Nationalgarde in Wien, Abgeordneter zur deutschen Nationalversammlung in Frankfurt und wurde vom Reichsverweser Erzherzog Johann zum Reichsminister für Inneres, dann zum Ministerpräsidenten und schließlich zum Außenminister ernannt, mußte jedoch als Vorreiter des großdeutschen Programms im Dezember 1848 zurücktreten. Anschließend als Justizminister tätig, legte er in der Zeit des verschärften Neoabsolutismus 1851 sein Amt nieder und wurde Senatspräsident beim Obersten Gerichtshof, später Präsident des Oberlandesgerichts in Wien. Als Staatsminister (1860-65) hatte er großen Anteil an der Ausarbeitung der zentralistisch-liberalen Verfassung und suchte den Vorsitz Österreichs im Deutschen Bund zu erhalten, was jedoch an Bismarcks aggressiver Opposition scheiterte, weswegen Kaiser Franz Joseph I. ihn schlußends dieses Amtes enthob. In die Zeit seiner Tätigkeit fiel das Protestantengesetz (1861), ein Gesetz über den Schutz einiger Grundrechte (1862), der Frankfurter Fürstentag (1863) und die Beteiligung Österreichs am Deutsch-Dänischen Krieg (1864). Seit 1867 Mitglied des Herrenhauses, wurde Schmerling 1871 zu dessen Präsidenten gewählt. Vgl. Öst. Lex. II, 353 und Czeike V, 106f. - Auf Briefpapier mit schwarzem Trauerrand, der Br. v. 3. XI. 1884 mit gepr. Monogramm.
Zusammen 5½ SS. 4to und 8vo. An Generalmajor Georg Edler von Glässer-Järten, dem er für ihm übersandte Glückwünsche zum Geburtstag dankt. - Eugen, der Enkel Erzherzog Karls, trat 1877 als Leutnant in die Armee ein und wurde Feldmarschall und Chef eines Hoch- und Deutschmeister Infanterieregiments in Wien. Seit 1908 Generalinspektor und Landesverteidigungskommandant in Tirol, schied er 1912 aus der Armee aus und widmete sich der Verwaltung des Deutschen Ritterordens, als dessen Hoch- und Deutschmeister er 1894-1923 amtierte. Während des Ersten Weltkriegs war Eugen Oberbefehlshaber der gegen Italien kämpfenden Truppen und wurde 1916 Feldmarschall. Nach dem Krieg lebte er zunächst in Basel und kehrte 1934 nach Österreich zurück. - Die Karte mit einem Portrait des an seinem Schreibtisch sitzenden Militärs.
Zusammen 2 SS. 8vo. Beide Briefe an einen Herrn Wimmer: "Nachdem ich gestern mit dem Herrn Pfarrer gesprochen habe, wäre es uns sehr erwünscht mit Ihnen Samstag Vormittag sprechen zu können, es wäre daher gut wenn Sie bis ½ 9 Uhr zu mir kommen könnten, um das Material was ich besitze ein wenig durchzusprechen, denn das Gedenkbuch der Pfarre ist ein wenig weitläufig angelegt […]" (Brief vom 14. April 1871). "Der Herr Pfarrer hat mir heute den beiliegenden Zettel von der Kinderbewar Anstalt […] überschickt […]" (Brief vom 20. Juni 1871). Beide Briefe etwas gebräunt und knittrig. - Haydinger musste im Alter von 12 Jahren die Schule verlassen und in der Gastwirtschaft seines Vaters mithelfen, die er 1822 übernahm. Die Lektüre historischer Werke regte ihn zur Anlage der ersten umfangreichen Viennensia-Sammlung an. Im Lauf der Zeit erwarb er ein derartiges Fachwissen auf bibliographischem Gebiet, dass ihn Experten des In- und Auslands konsultierten. Seine mehr als 12.000 Nummern umfassende Sammlung erstreckte sich auch auf Geschichte, Theatergeschichte, Kostümkunde, deutsche Literatur (vor allem Erstausgaben), Geschichte der Reformation und Gegenreformation bis zu den Hexenprozessen. Zur Erweiterung seiner Sammlung besuchte er Auktionen in ganz Europa, um seltene Stücke zu erwerben. Haydinger besaß die bedeutendste private Viennensia-Bibliothek in Wien. Nach seinem Tod wurden die Viennensia-, Josephinica- und Theatralia-Teile seiner Sammlung (5.253 Nummern) - da die gesamte Sammlung wegen ihres hohen Werts (36.000 Gulden) von der Stadt Wien nicht angekauft werden konnte - von der Wiener Stadtbibliothek um 8.000 Gulden erworben, der Rest versteigert.
Zusammen 2½ SS. Gr.-8vo. An einen namentlich nicht genannten Freund im ersten Brief (14. V.): "[...] und theile Ihnen nun in Kürze mit, daß ich mich ziemlich wohl befinde, und wieder Appetit habe, [...] wenn auch nur zeitweise und in sehr gelindem Maße Schmerzen in der Seite habe. Was jedoch die Diagnose meines Leidens anlangt, so ist mein hiesiger Arzt verschiedener Meinung [...]. Er erklärt erfreulich, daß meine Leber ganz gesund sey, und alle Schmerzen von meinem Blutgelenke herrühren zudem eine Entzündung der Nierenkelche hinzugekommen sey [...]". Brestel verleiht seiner Hoffnung Ausdruck, dass der Kuraufenthalt in Karlsbad wohl seinem Leiden abhelfen werde. Außerdem schreibt Brestel über seine Pläne, den Sommer in der Schweiz zu verbringen. Im zweiten Brief (20. VI.): "[...] Mit der Wirkung Karlsbads bin ich, was mein Allgemeinbefinden betrifft, zufrieden, was jedoch mein [...] Nierenleiden anlangt, so ist wohl nur geringe Besserung eingetreten [...]". Brestel erwähnt weitere Pläne für August und Oktober, die ihn auch nach "Tyrol" führen sollen. Außerdem erkundigt er sich nach dem Gesundheitszustand seines Freundes, der ebenfalls auf Kur war, und bedauert (20. VI.): "Das Zittern meiner Hand hat wie Sie aus der Schrift sehen wieder zugenommen". - Brestel war von 1836 bis 1840 Assistent an der Wiener Sternwarte, danach unterrichtete er in Olmütz und an der Universität Wien als Professor für Elementarmathematik. Sein politscher Werdegang begann 1848. 1849 wurde er jedoch vom Lehramt enthoben, arbeitete als Publizist und lebte in den fogenden Jahren in großer Armut. 1856 bekam Brestel den Posten als Sekretär der neugegründeten k. k. privilegierten Kreditanstalt für Handel und Gewerbe. - Spuren alter Faltung.
Zusammen 2 SS. 8vo. Beide Briefe an Herrn Kaiser: "Da unerhoffter Weise gestern u. heute Md. Artôt [d. i. die Opernsängerin Désirée Artôt de Padilla, 1835-1907] zu singen hat, so kann ich erst morgen Dienstag Abends mit ihr sprechen, da ich um die Zeit wo Sie heute allenfalls zu sprechen wäre, Sitzung habe. Ich würde es daher dir empfehlen, heute 12-1 Mittag oder 2-3 Uhr allein oder mit Nilius zu Md. Artôt zu gehen, - denn wie gesagt vielleicht käme ich morgen schon ein wenig spät - aber was denn, wenn Sie nicht zu sprechen ist, was mir schon 2 Mal dieser Tage passiert ist? […]". - Der zweite Brief: "Das Project mit Herrn Dr. Schmid geht nicht, er ist bereits v. Rahl gemalt in der Kanzeley. Von den anderen, projectirten Portraits ersuche ich dich abzugehen, ich habe meine Gründe, die ich dir mündlich mittheilen will […]". Beiliegend ein Albumblatt mit eigenhändiger Widmung und Unterschrift. - Gustav Gaul studierte bei Karl Rahl an der Wiener Akademie der bildenden Künste, begleitete ihn 1853 auf einer Reise nach Italien und kam später nach Dresden und Paris. U. a. war er an den Deckengemälden des "Palais Todesco" in Wien beteiligt und schuf Fresken in der Gmundener "Villa Wanda". Bekannt wurden seine Portraits v n Adligen und Schauspielern, darunter das Aquarell von Kronprinz Rudolf a. d. J. 1881.
Zusammen 2 SS. 8vo. "Wohl nur durch ein Versehen habe ich kein Einladungsschreiben vom ‚Hesperus' erhalten indem ich dich von meinem Vorhaben auch einiges an Vereinsabenden zur Ausstellung zu geben in Kenntniß setze […]" Brief vom 6. Nov. 1867). "Ich danke bestens für die übersendete Ehrenkarte und werde im Laufe der Abende mehrere Kartons, ein noch in Paris befindliches Aquarell ‚Dornröschen eine ‚Beethoven' Komposition und eine Reihe von Fotografien nach von mir gefertigten Gemälden ‚deutsche Dichter, Künstler und Gelehrte' mit Vergnügen zur Ausstellung bringen […]" (Brief vom 11. Nov. 1867). - Der Enkel des Kupferstechers Andreas Geiger und Schüler von Josef Führich war als Buchillustrator, Historienmaler, Entwerfer von Diplomen und Huldigungsblättern, Emailmaler sowie Freskenrestaurator tätig.
Zusammen 3 SS. 8vo. Beiliegend zwei eigenh. adressierte Briefumschläge. Beide Briefe an den Komponisten und Kapellmeister Adolf Müller junior (1839-1901) in Wien: "Herzlichen Dank für Ihre lieben Zeilen vom 31. v. M. welche das Missverständnis vollständig aufklären […]" (Brief vom 10. Feb. 1894). "In höflicher Erwiderung auf Ihr geehrtes Schreiben vom 27. d. M. bitte ich Sie herzlich um Entschuldigung, daß Ihr Name als Componist bei 'Heimg'funden' nicht auf dem Zettel stand. Ich habe das Versehen auf das Schärfste gerügt und kann Sie versichern, daß es mir selbst am Peinlichsten ist […]" (Brief vom 2. Sept. 1897). - Beide Briefe auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf des "deutschen Volkstheaters in Wien". - Bukovics von Kiss Alacska war Sekretär und Dramaturg am Theater in der Wiener Josefstadt, Mitarbeiter einiger Wiener Zeitungen und Korrespondent für mehrere Pariser Blätter, ehe er sich nach dem Vorbild seines Bruders Karl (der 1880 die Leitung des Wiener Stadttheaters übernommen hatte) verstärkt dem Theater zuwandte, literarischer Vertreter des Wiener Hoftheaters in Paris wurde und für das Burgtheater Stücke aus dem Französischen übersetzte. Mit der Eröffnung des Deutschen Volkstheaters in Wien wurde er 1889 dessen erster Direktor; unter seiner bis 1905 dauernden Leitung wurden u. a. Werke von Ibsen, Raimund und Nestroy uraufgeführt.
Zusammen 3 SS. auf 2 gefalt. Doppelbll. 8vo. Beide Briefe an den Viennensia-Sammler Georg Eckl (1863-1929): "Rechnungsrat u. Schriftsteller Gheodor Antropp, Ihr naher Verwandter, hat mir bereits wiederholt versichert, daß Sie mir Ihre wertvolle und reichhaltige Wiener Bücherei zur Einsicht öffnen würden, wenn ich derselben bedürfte. Nun ist dieser Fall da, und ich wäre Ihnen außerordentlich dankbar, wenn ich alles sehen könnte, was sich unmittelbar auf Johann Nestroy - vor allem an Porträts, Kostüm - und Szenenbildern - bezieht. Zu diesem Zwecke möchte ich mit Ihrer freundlichen Erlaubnis so frei sein, Sie an einem Tage dieser oder der nächsten Woche […]" (Brief vom 14. III. 1916). "In der Sammlung des Herrn Hofrates Danhelovsky habe ich eine Anzahl sehr brauchbarer Photographien von Nestroy und seinen in Betracht kommenden Zeitgenossen gefunden, von denen die Urania bereits Negative angefertigt hat und die ich dem genannten Herrn Freitag d. 31. mit Dank zurückstellen werde […]" (Brief vom 29. III. 1916). - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf. - Geboren im heute zu Wien gehörigen Gaudenzdorf, zählt Fritz Stüber-Gunther "zu jenen Wiener Lokalschilderern und Volksschriftstellern, die eine ausgesprochene Wr. Tradition darstellen und das Leben des Durchschnittswieners schildern" (Czeike V, 387). Seine zahlreichen heiteren und sozialkritischen Skizzen erschienen zunächst im Feuilleton des 'Neuen Wiener Tagblatts' und der 'Volkszeitung', später auch gesammelt in mehreren Bänden (u.a. 'Wiener Kinder', 1922). Daneben schrieb S.-G. Lustspiele und Romane, so etwa über Ferdinand Raimund ('Rappelkopf', 1921). 1910 wurde ihm für sein Schaffen der Bauernfeld-Preis verliehen. Vgl. auch Kosch IV, 2921 und Öst. Lex. II, 463.3
Zusammen 3 SS. 8vo. An die Schauspielerin Ella Kirchher in Berlin, am 7. Juni 1899: "Durch die Absetzung der Vorstellung von ‚Frau Susanne' und Ihre gleich darauf erfolgte Abreise ist mir das Vergnügen entgangen, Sie noch zu sehen und zu sprechen. Ich bitte Sie, falls Sie Ihre Arbeit bis zum 1. Juli ändern, mir von dieser Änderung Kenntnis zu geben für den Fall, dass ich Ihnen Rolle zu schicken habe. Ich muss Ihnen nun auch noch schriftlich etwas mitteilen, was ich besser mündlich gethan hätte. Sie sind in der letzten Sonntagsvorstellung von ‚Georgette' in einer auffallenden Loge ersten Ranges bemerkt worden. Ich muss Sie darauf aufmerksam machen, dass das nicht den Gepflogenheiten der jüngsten Schauspielerinnen am Hofburgtheater […]". Der zweite Brief geht wohl auch an die namentlich nicht genannte Schauspielerin: "Es wäre mir lieb, wenn Sie sich für die Rolle der Iduna bei Herrn Hofschauspieler Altmann (Wien VII, Breitegasse 13) einigen Rat erholten und ich ersuche Sie sich bei Herrn Altmann am nächsten Dienstag Mittags 12 Uhr einzufinden. Er erwartet Sie […]" (Wien, 23. April 1899). - Paul Schlenther war von 1886-98 neben Theodor Fontane (1819-1898) und als Nachfolger Otto Brahms (1856-1912) Theaterkritiker der 'Vossischen Zeitung', propagierte das neue naturalistische Drama und setzte sich nachdrücklich für das Werk von Ibsen und Hauptmann ein. 1889 Mitbegründer der 'Freien Bühne' Berlin, wurde Schlenther 1898 als Direktor des Wiener Burgtheaters bestellt und kehrte 1910 als Theaterkritiker beim 'Berliner Tageblatt' nach Berlin zurück. Er war Mitherausgeber der deutschen Ibsen-Ausgabe (1898-1904), verwaltete gemeinsam mit Otto Pniower den Nachlaß Fontanes und edierte dessen Briefe. Vgl. Kosch III, 2493. - Beide Briefe auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf der Direktion des Burgtheaters.
Zusammen (2+4 =) SS. auf 3 Bll. Mit einem eh. adr. Kuvert und einigen Beilagen (s. u.). An den niederländischen Komponisten Jaap Geraedts, der sich 1957 an Celan gewandt hatte mit dem Vorschlag, dieser möge den Text zu einem geplanten Oratorium verfassen. Geraedts, der selbst weder Jude noch Opfer des nationalsozialistischen Terrorregimes war, hatte ausdrücklich nach einem jüdischen Dichter gesucht und sich schließlich gegen die ihm vom jüdisch-niederländischen Schriftsteller und Historiker Jacques Presser empfohlenen Dichter Maurits Mok und Abel Jacob Herzberg und stattdessen für Celan entschieden, der als Verfolgter und Augenzeuge aus der eigenen Tradition heraus den Text beisteuern sollte. "Für die Abfassung des Konzeptplans in deutscher Sprache braucht Geraedts einige Tage, aber bereits am 25. Mai wendet er sich mit einem Brief an Paul Celan, in dem er sich vorstellt, sein Vorhaben skizziert und die Anlage erläutert. Es werden noch vier Briefe folgen sowie ein Schreiben von Geraedts' Mutter [...], die Celan während ihres Aufenthalts in Paris ein Gespräch vorschlägt und ihn ebenfalls eindringlich bittet, ihrem Sohn zu antworten" (Sars, S. 9). - Am 5. Juli antwortet Celan aus dem schweizerischen Verbier: "Ihr erster Brief, den ich, wenn ich nicht irre, einen Tag vor meiner Abreise aus Paris erhielt, hat mich auch hierher begleitet. Daß ich ihn so lange unbeantwortet ließ, hat seinen Grund einzig darin, daß er mir zu wichtig erschien, als daß ich ihn mit meiner auf Reisen recht geduldlosen Feder hätte beantworten dürfen. Auch heute noch muß ich mir sagen, daß ein Anliegen wie das Ihre, soll es, wie es dies verdient, mit allem Lebensernst aufgenommen werden, an meine Konzentrationsfähigkeit Ansprüche stellt, denen ich, im Augenblick zumindest, nicht ganz gewachsen bin [...] Wenn ich meine Einstellung kurz charakterisieren darf: für mich bleiben diese Dinge, auch heute noch, in ein Dunkel getaucht, tiefer als man es gemeinhin wahrhaben will, ich sehe, wenn ich ehrlich sein soll, keinerlei 'Silberstreifen' am Horizont, Besinnung und Umkehr bleiben, wo sie überhaupt noch angesprochen werden, papierene Wirklichkeit, Vokabel, und dies selbst im Lager derjenigen, die gewillt scheinen, das vor kurzen historischen Augenblicken Geschehene im Gedächtnis zu bewahren [...] Ich will versuchen, es auch anders zu formulieren: ein Oratorium, wie das von Ihnen geplante müßte, für mein Gefühl, zeitlich umfassender (mithin unbegrenzter) gestaltet sein, als man es, auf den ersten Blick, konzipieren mag. Das Jüdische: es hat - erlauben Sie mir, dem Juden (und Nicht-nur-Juden), es so zu formulieren - eine Ewigkeitsdimension. (Und wäre es nur die schier ununterbrochene Untergangsnähe: sie allein würde ausreichen, dies zu bestätigen.)". - An dieser Stelle endet der Brief, den Celan zusammen mit dem zweiten Brief, den er am 25. Juli aus Paris schreibt, an Geraedts schickt: "Sie müssen mich, mit vollem Recht, für einen ganz unmöglichen Menschen halten! Verzeihen Sie dennoch! Ich habe - der beiliegende, nicht zu Ende geschriebene Brief soll es Ihnen zu beweisen versuchen - immer wieder an Ihren Brief gedacht, meine Säumigkeit schreibt sich, so seltsam das auch klingen mag, einzig von der Sorge her, mit meinen Gedanken weit hinter dem zurückzubleiben, was Ihnen am Herzen liegt [...]". Celan sichert Geraedts zu, versuchen zu wollen, "den Text zu schreiben, den Sie von mir erwarten". Anschließend unterbreitet er den Vorschlag eines Treffens und legt Geraedts "das Werk einer bedeutenden jüdischen Dichterin" ans Herz, "die in Stockholm lebt. Es ist das Werk von Nelly Sachs [...]". - Im März des darauffolgenden Jahres kommt es auch zu einer persönlichen Begegnung von Celan und Geraedts in Paris, doch aus der angedachten Zusammenarbeit sollte schlussends nichts werden. - Beide Briefe im linken Rand gelocht (keine Textberührung), ein Brief mit einer kleinen Rostspur durch eine Büroklammer. Beiliegend eine ms. Postkarte und ein ms. Brief von Celans Verlag, der Deutschen Verlags-Anstalt, an Geraedts sowie 3 (2 ms. und 1 eh.) Briefe (samt 2 Kuverts) von diesem an Paul Sars, dem Herausgeber des kleinen Briefwechsels von Celan und Geraedts. Paul Celan, Jaap Geraedts. Keinerlei "Silberstreifen" am Horizont. Der Briefwechsel des Dichters mit dem Komponisten. Herausgegeben und kommentiert von Paul Sars (Wien u. a. O, 2013).
(1¼+1¼ =) 2½ SS. auf 2 Doppelbll. 8vo. An Prinzessin Frederica von Preußen und York bezüglich Terminvereinbarungen für Porträtsitzungen, da er gegenwärtig von einem Porträt des Premierministers Benjamin Disraeli in Anspruch genommen ist: "Mr Belt presents his respectful duty to H. R. H. [...] he will be honoured by H. R. H. again sitting to him but regrets he will be unable to come to Hampton Court before the 15th [...] having to complete a portrait of the Earl of Beaconsfield [...]" (5. V. 1881); "Mr Belt presents his respectful compliments [...] and will come to Albert Cottage Tomorrow at 3 o'clock [...]" (o. D.). Der Namenszug jeweils am Briefanfang bzw. im Text. - Ab 1875 führte Belt erfolgreich ein eigenes Atelier und erhielt zahlreiche Aufträge für Porträtbüsten und Denkmäler. Größere Bekanntheit erlangte er durch einen Prozess zwischen ihm und seinem früheren Partner Charles Bennett Lawes. Im August 1881 erschien in der Zeitschrift "Vanity Fair" ein anonymer Artikel, worin behauptet wurde, dass das Denkmal Byrons in der Park Lane beim Hyde Park nicht von ihm stamme. - Einmal mit blind- und einmal mit in Blau gepr. Adresse.
Zusammen 12 SS. auf Doppelblättern. 8vo. Inhaltsreiche französischsprachige Briefe aus der Korrespondenz mit ihrer Halbschwester Claire de Charnacé (1830-1912) in Paris. Im Brief vom 19. September berichtet Cosima von Problemen bei einem Umzug, von ihrer aktuellen Lektüre und dem Vorhaben einer Rezension der Briefe Goethes an Charlotte von Stein, die sie "so sehr gefesselt haben", für die "Revue germanique". Die Werke ihrer entfremdeten Mutter Marie d'Agoult, die unter dem Pseudonym Daniel Stern publizierte, schloss Cosima von ihrer Lektüre aus: "Wenn ich einen Moment habe, lese ich sehr gutes oder sehr instruktives und irre ich mich, wenn ich D. St. keiner dieser Kategorien zuordne?" - Am 29. Oktober schreibt Cosima unter anderem über eine Krankheit ihrer ältesten Tochter Daniela "aus dem Zimmer, in dem sie leidet", und darüber, wieviel ihr die Briefe der Halbschwester bedeuten: "Jeder Eurer Briefe ist eine Wohltat, es ist für mich, wie einen Lufthauch aus unserem Geburtsland zu erhalten. Diesen Begriff fasse ich ganz metaphysisch auf; Sie repräsentieren für mich die Heimstätte, in der viele meiner Laren vergraben sind, wundern Sie sich deshalb nicht, dass ich immer Lust habe, Ihre Briefe postwendend zu beantworten, auch wenn ich Ihnen nichts Besonderes zu sagen habe." Dennoch sah sie aufgrund der beruflichen Situation ihres Mannes Hans von Bülow keine Möglichkeit, nach Paris zurückzukehren: "Mit dem Erfolg unseres musikalischen Instituts sehe ich irgendein Dirigat kommen, und dann heißt es Adieu zu jedem Ortswechsel, Adieu sogar zu jedem Ausflug, denn wir werden die Hände voller Verpflichtungen haben [...]". In einer Bemerkung zur Oper, die bereits stark von den Ansichten Wagners geprägt ist, kritisiert sie die "Italiener" und die junge Adelina Patti: "Sie frequentieren noch immer die Italiener; können Sie noch immer Lucia, Trovatore, Sonnambula hören? Ich verzichte gern auf sie, ich verschmähe sogar die hübsche Patti, auf die Blumen und Lorbeer regnen. Vielleicht sind meine Ohren zu nah am Gehirn." Zuletzt lobt Cosima in höchsten Tönen die ungarisch-österreichische Schauspielerin Lilla von Bulyovsky, die 1863 die "Doña Diana" in Augustín Moretos gleichnamigem Stück in Berlin spielte. Allerdings sei das Zusammenspiel mit ihren "germanischen Partnern, die jenen Szenen, die der spanische Poet bewegend und schmerzhaft wollte, einen komischen Anstrich geben", "sehr schwierig, fast unmöglich" gewesen. - Der jüngste Brief in der Sammlung vom 12. November 1863 hebt an mit Überlegungen zur Mode, denen Cosima ausführliche Überlegungen zu Napoleon III. und der politischen Situation in Europa mit einer unerwarteten Konklusion folgen lässt: "Euer Kaiser lässt den schikanösen Kammern keine Ruhepause, er lehnt den Kongress der Prinzen [congrès princier] ab. Wenn ich mich nicht irre, kommt der Krieg schnellen Schrittes. Die Rede vor den Kammern und die Einladung zum Kongress sind zwei Handlungen von singulärer Tragweite, und ich bin der Meinung, dass er zum vierten oder fünften Mal Europa hereingelegt hat. Ob es einem gefällt oder nicht, er hat leichtes Spiel, sei es, dass er der Einzige oder der Erste ist, der die Reform der Welt gefordert hat, die Partie ist gleichermaßen gut für ihn, und er wird als Apostel oder Förderer des Fortschritts gesehen. Wir hier sind nicht so bauernschlau, die Rede Wilhelms war zugleich unbedeutend und verletzend, die Abneigung erreicht damit ihren Gipfel, keine Entrüstung, keine Flammen. Einzig die Arbeiterfrage schreitet unaufhaltsam voran und droht, alles zu überlaufen. Dem Sozialismus gehört das letzte Wort; wird es möglich sein, dass dieses Wort nicht blutig ist?" Abschließend berichtet Cosima von dem englischen Löwendompteur Thomas Batty, der gerade in Berlin auftrat. - Leicht gebräunt und fleckig.
Zusammen (2+1 =) 3 SS. auf 4 (= 2 Doppel-)Blatt. 8vo. Jeweils mit eh. Adresse. An Monsieur Blanq in Neapel mit der Mitteilung, daß die Prinzessin Zénaïde Wolkonsky gerne seine Bekanntschaft machen würde und es außerordentlich bedaure, daß die Villa Lucia, in der sie wohne, nicht in der Nähe seines Viertels sei. Sie beauftrage ihn, Gerbet, nun, ihm zu bestellen, daß sie am Donnerstag ab halb vier Uhr ganz sicher anzutreffen sei. Er selbst sei ihm sehr verbunden, wenn er ihm ihre durch den Duc de Guise in Neapel während der Revolte gegen die Spanier geknüpfte Freundschaft so herzlich bekunde: "La princesse Zénaïde Wolkonsky, qui désire beaucoup faire votre connaissance, regrette que la villa Lucia, qu'elle habite, ne soit pas à proximité du quartier où vous demeurez […] elle me charge de vous dire qu'on est sûr de la trouver chez elle le jeudi, à partir de 3 heures et demie […] Vous m'obligeriez beaucoup si vous pourriez me prouver, pour quelques jours, la relation faite par le Duc de Guise de son expédition à Naples, lors de la révolte contre les Espagnols [...]" (Br. v. 4. VI.). - Der Brief v. 5. IV. mit der Frage, ob Blanq ihm einen Band einer Französischen Geschichte leihen könne, der die Regentschaft Lothars und das Ende der karolingischen Herrschaft enthalte: "Monsier Blanq, pourrait-il me prêter, pour quelques jours, un volume d'une histoire de France quelquonque, contenant le règne de Lothaire et la fin de la Dynastie carlovingienne? [...]". - Beide Briefe etwas unfrisch; ein Brief mit kleinem Ausr. im Adreßblatt durch Siegelbruch (dieses tlw. erhalten; keine Textberührung).
Je 1 S. auf Doppelblatt. 4to. Mit einer eh. Adresse. An Herrn Dr. Gruber: "Obwohl Sie neulich in der Ausschuß Sitzung sich nicht bestimmt erklärt haben auf die Bitte des Ausschusses die Redaction des landwirthschaftlichen Wochenblattes wieder übernehmen zu wollen habe ich doch geglaubt dem Gesellschafts Secretär beauftragen zu sollen Ihnen alles zuzusenden was dieselbe betrifft und erlaube mir hiermit noch einmahl [!] dieselbe Bitte in meinem und im Nahmen [!] des Ausschusses wiederholen [...]" (Br. v. 29. XI. 1846). - Ehedem Diplomat, war Ferdinand Colloredo-Mansfeld zur Zeit vorliegender Briefe Generalhofbaudirektor; 1840 hatte er den niederösterreichischen Gewerbeverein gegründet.+
Zusammen (1¼+2 =) 3¼ SS. auf 4 (= 2 Doppel)Blatt. 8vo. Beiliegend ein lithogr. Portrait mit faks. Namenszug. An einen Herrn Grüner mit der Bitte um einen Gipsabguß der Princess royal, den er Lady Palmerston schenken möchte (Br. v. 1. September), bzw. mit Dank für die Übersendung einer Büste des Zeus (undat. Brief). - Christian von Bunsen gehörte zu den Mitbegründern des Deutschen Archäologischen Instituts in Rom; in der Auseinandersetzung um das Breve Pius? VIII. über die Mischehen (1830) und dem sich daraus entwickelnden Kölner Kirchenstreit wurde seine Stellung in Rom jedoch unhaltbar, so daß er demissionierte und Gesandter in Bern wurde. 1841 verhandelte er in England im Auftrag Friedrich Wilhelms IV. über die Gründung eines anglikanisch-preußischen Bistums in Jerusalem. Seit 1844 als preußischer Gesandter in London tätig, wurde er wegen seiner englisch orientierten Haltung während des Krimkriegs 1854 abberufen und zog sich als Privatier nach Heidelberg zurück. Seine Gattin Frances, die älteste Tochter von Benjamin Waddington of Llanover, Monmouthshire, veröffentlichte 1868 seine Erinnerungen ("A Memoir of Baron Bunsen"). - Das beiliegende Portrait stärker fleckig und angestaubt. - Aus der Autographensammlung des Heidelberger Chirurgen Benno Schmidt (1860-1935) mit dessen eh. beschr. Umschlag.
Zusammen (2+3½ =) 5½ SS. auf 4 (= 2 Doppel-)Blatt. 8vo. An die Schriftstellerin Ilka Horovitz-Barnay betr. einer Einladung (1880) und mit dem Ausdruck seines "wärmsten und ergebensten Danks für die Zusendung Ihrer reizenden Schrift 'berühmte Musiker' [...]". - Von 1871-1875 als Minister für Ackerbau tätig, reorganisierte Johann Frh. von Chlumecky die Verwaltung der Staatsdomänen und förderte die Gründung der Hochschule für Bodenkultur in Wien; als Handelsminister (1875-79) bemühte er sich insbesondere um die Verstaatlichung der Eisenbahn, die er durch das "Eisenbahnexpropriationsgesetz" in die Wege leitete. Seine wohl bedeutendste Leistung war der 1905 zustandegekommene nationale Ausgleich zwischen Deutschen und Tschechen; darüberhinaus hatte Chlumecky maßgeblich Anteil am Zustandekommen des allgemeinen Wahlrechts. - Papierbedingt etwas gebräunt; der spätere Brief mit 2 kleinen Fehlstellen im Taxt auf Bl. 2.
Zusammen (4+2½ =) 6½ SS. auf 2 Doppelblatt. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Seit langer Zeit ergiebt sich mir wieder die Gelegenheit, an Euer Hochwohlgeboren zu schreiben, und zwar dadurch, daß ich Ihnen eine Bitte vorzutragen habe. Der Oldenburger Landschaftsmaler E. Willers ist im Jahre 1852 mit dem Dichter Scheffel nach Albano bei Rom gekommen, wo ich sie beide kennen und lieben gelernt habe. Ich malte in selbem Jahre Willers Bildniß, und habe dieses jetzt nach seinem Tode der Münchner Künstlergenossenschaft, welcher Willers in den letzten Jahren seines Lebens angehörte[,] zum Geschenk gemacht. Jetzt handelt es sich darum, die Biographie des tüchtigen Künstlers zu erforschen, welches nur bis jetzt nicht gelingen wollte. Weder in Rom noch in München sind verläßliche Daten dafür aufzufinden. In dieser Noth erlaube ich mir nun, an Ihre Freundlichkeit zu appellieren. Es wird Ihnen in Oldenburg gewiß nicht allzu schwer werden, Verlässliches über sein Leben zu erfahren. Vielleicht sind Sie dem Künstler selbst näher gestanden, und wissen aus eigenen Erlebnissen manches über Willers zu sagen. In diesem Falle würde ich Sie freundlichst und ergebenst bitten, mir darüber Mittheilung zu machen. Ich bin, wie Ihnen vielleicht bekannt ist, nach der Übersiedlung und Aufstellung der Kais. Galerie in das neue Museum, in den Ruhestand getreten, wohne aber noch immer im Oberen Belvedere, Heugasse III/3 […]" (a. d. Br. v. 23. IX. 1893). - Der Brief vom 1. Dezember des Jahres mit Dank für Bücher, die ihm der Adressat zugesandt hatte ("Ich werde das Entsprechende aus beiden Büchern abschreiben") und der Versicherung, ihm nach Drucklegung der Arbeit ein Exemplar zusenden zu wollen.