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Zusammen 8 SS. 4to. An den Schauspieler Otto Tressler (1871-1965) betr. einer zwischenmenschlichen Angelegenheit. - Bettac war seit 1927 am Wiener Burgtheater zu sehen, wo er, der 1934 mit dessen Ehrenring ausgezeichnet worden war, seit 1936 auch Regie führte. 1938/39 als künstlerischer Leiter tätig, war er von 1939-45 Ratsherr der Stadt Wien und nach Kriegsende als Schauspieler, Regisseur und Drehbuchautor auch für Film und Hörfunk tätig. Zudem war Bettac geschäftsführender Präsident der Aktion "Künstler helfen Künstlern" und Vorsitzender der Bühnengewerkschaft. - Der in Stuttgart geborene Otto Tressler war eines der längst dienenden Ensemblemitglieder des Burgtheaters: 1902 zum Hofschauspieler, 1913 zum Oberregisseur, 1926 zum Ehrenmitglied ernannt, verbrachte Tressler - der insgesamt 383 Rollen verkörperte - 65 Jahre am Burgtheater. - Ein Brief auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf der Burgtheaterdirektion.
Zusammen 2 SS. 8vo. Beide Briefe an einen namentlich nicht genannten Regisseur, den er um "zwei Parket[t]sitze" bzw. um "drei Parterre-Sitze zur heutigen Vorstellung" ersucht. - Der in Wien geborene Dramatiker studierte ursprünglich Musik, war später als Schauspieler und Sänger tätig und verfaßte 1848 sein erstes Theaterstück "Der letzte Zopf", das am Deutschen Theater in Pext uraufgeführt wurde. "Daraufhin wurde er als Theaterdichter an das Theater an der Wien verpflichtet. Berla schrieb rund 130 Bühnenstücke, von denen 'Drei Paar Schuhe' (1871) und 'Das verwunschene Schloß' (1877) von Karl Millöcker vertont wurden. Ferner übersetzte und bearbeitete er fremde Bühnenstücke" (DBE). - Gebräunt.
Zusammen (1+¾ =) 1¾ SS. auf 4 (= 2 Doppel-)Blatt. Gr.-8vo. Jeweils mit eh. adr. Kuvert. Mit zwei Beilagen (s. u.). An den Schriftsteller Philipp Munk (1892-1920): "Ich erfülle Ihre Bite recht gerne. Leider kann ich dies aber nur zur Hälfte tun. Da mir der Arzt aufs neue das viele Schreiben verboten hat müssen Sie sich schon das Buch kaufen in dem die Skizze 'Einsames Sterben' enthalten ist, ebenso die Gedichtsamlung 'Seltsame Musik['] der eine kurze Biographie vorangesetzt ist. Ich werde meinen Verleger verständigen, daß er Ihnen die Bücher sofort zuschickt [...]" (Br. v. 19. II. 1912 aus Alland; mit kleinen Einrissen im Mittelfalz und einem kleinen Randausriß). - Der Brief vom 10. I. 1920 aus Kitzbühel mit "Dank für die Widmung Ihres Versbuch[es]". - Alfons Petzold schrieb vor seiner Begegnung mit Joseph Luitpold Stern vorwiegend Couplets und kleinere dramatische Arbeiten, veröffentlichte mit dessen Hilfe 1910 den Gedichtband "Trotz alledem!" und wurde mit seinem Werk zum Wegbereiter der österreichischen sozialistischen Literatur. Mit Freunden gemeinsam gründete Petzold den Ikarus-Bund, veröffentlichte Gedichte in anarchistischen Zeitschriften und war mit Franz Karl Ginzkey befreundet; 1917 übersiedelte er nach Kitzbühel und war hier bis zu seinem Tod als Funktionär der Sozialdemokratischen Partei tätig. - Beiliegend ein Liefer- sowie ein Empfangsschein der Antiquariatsbuchhandlung Brüder Suschitzky.
Zusammen (2+2 =) 4 SS. auf 3 Bll. Gr.-4to. Mit 2 eh. adr. Kuverts. An Wolfgang Seibold: „Meine Arbeitspläne lassen leider nicht zu, Ihre Anfrage zu erwägen. Ich glaube, es ist nicht realistisch zu erwarten, dass Ihnen jemand für Ihren Plan ein Stück schreibt. Der alte Weise damals hat die Stücke für seine Schüleraufführungen selber gemacht. Wenn das nicht geht, rate ich, Sie setzen sich mit dem Verlag der Autoren, Frankfurt, in Verbindung [...]“ (9. VII.). – „Schönen Dank für Ihren 2. Brief. Ob so eine Zusammenarbeit mit Schauspielerin funktionieren kann? Die Erfahrung spricht ganz gegen den Plan. Die Vorteile von Schülern, nämlich Naivität unter andere[m], gehen gerade in dieser Konstellation verloren. Ich hoffe, ich irre mich [...]“ (30. VIII.). – Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf.
Zusammen 5½ SS. 8vo. An Herrn von Zerboni: "Für Ihr Schreiben dto. Wien 8. d. M. bestens dankend, beeile ich mich Ihnen den weiteren Hergang in der Sache Melandri mitzutheilen. Als ich Ihnen schrieb um den Hrn. Potlis [?] als Advokaten für jene Dame empfehlen hatte ich noch selber nicht seine Bekanntschaft gemacht, da ich glücklicherweise seit meinem Hierseyn nichts mit Advokaten zu tun hatte. Derselbe war mir aber [...] eindringlich zu obigem Zwecke vorgeschlagen worden. Kaum hatte ich Ihr Schreiben vom 21. April nebst Beilagen erhalten, als ich mich selbst zu Hrn. Potlis [?] verfügte, um ihm die Angelegenheit zu übergeben. Sie können sich mein Erstaunen u. Ärger denken, als er mir sein lebhaftestes Bedauern ausdrückte die Vertretung der Frau M. nicht übernehmen zu können, da er bereits von ihrem Gegner Hrn. Leonides Cartari als Anwalt bestellt worden sei [...]".
Zusammen 5 SS. 8vo. Wohl an den Mediziner Rudolf Rt. von Vivenot (1807-84): "Du hast mich auf das angenehmste überrascht durch deinen heute früh erhaltenen lieben Brief. Ich war wirklich etwas besorgt, du habest mich vergessen & ich tröstete mich nur mit der Möglichkeit, mein Jaen[n]arbrief sei etwa gar nicht in deine Hände gelangt, vor meiner Abreise von hier hätte ich dir aber doch noch geschrieben um Gewißheit darüber zu erhalten. Mir ist es seit dem ziemlich bedeutenden & vielleicht etwas kritischen Unwohlsein im Dezbr, wovon ich dir schrieb, im Ganzen leidlich wohl ergangen, wenn auch öfter kleine Neckereien des Magens & der diversen Nerven vorfielen [...]" (Br. v. 6. VII. 1839). - "Erzähle mir von deinem lieben Buben & wie du deine Lebensweise eingerichtet. Du hast mich so eingeweiht in deine nähern Verhältnisse, daß mir jedes Detail nur angenehm sein kann u. mir auch verständlich ist [...]" (Br. v. 20. X. 1838; möglicherweise der Schlußteil). - Karl Moldenhawer verfaßte u. a. "Das Quecksilber und dessen Verbindungen" (1829) und "Chemische Reagentien" (1830). - Rudolf Rt. von Vivenot gründete 1848 den "Konstitutionell-monarchistischen Verein"; als sich die angestrebte Gründung einer patriotischen Partei nicht verwirklichen ließ, zog er sich jedoch aus der aktiven Politik zurück. Seit 1868 Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, wurde er 1872 Vorsitzender des Komitees zur Gründung des Sophienspitals in Wien; daneben war Vivenot Direktor des Unterstützungsvereins für Witwen und Waisen des medizinischen Doktor-Collegiums. - In altem Sammlungsumschlag.
Zusammen 3½ SS. auf 2 Bll. 4to. An Rolf Italiaander und die Freie Akademie der Künste in Hamburg mit Dank für "die mir zugedachte Plakette" (23. VII.): "Sehr gefreut hat es mich, neben der Unterschrift des Präsidenten und des Sekretärs auch die von Beheim-Schwarzbach auf der Urkunde zu lesen, da ich gerade das Hamsunbuch des Genannten mit viel Freude und Zustimmung gelesen habe [...] Ich möchte also, wenn es Ihnen paßt, im September des nächsten Jahres bei Ihnen sprechen. Und zwar über Kafka […]" (27. VII.) - Ein Brief auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf des Parkhotel Flora in Bad Ragaz; beide Briefe im linken Rand gelocht (keine Textberührung).
2½ SS. auf Doppelblättern. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Kollegen: “Im Vertrauen: Giskra sagte mir heute [...] wenn bis Samstag (11 Juni) - dem Tage seiner Abreise nach Gleichenberg [-] eine Versammlung der Wähler unserer Partei [...] statt finden sollte, er bereit wäre zu erscheinen, um nicht eine Rede zu halten, sondern sich als Candidat für die innere Stadt mit wenigen Worten vorzustellen und anzuempfehlen [...]” (undat. Br.). - Neumann war Professor für Völkerrecht in Wien, später auch Dekan und Rektor und wurde 1869 Mitglied des Herrenhauses des österreichischen Reichsrats auf Lebenszeit. Vgl. Wurzbach, s. v. - In altem Sammlungsumschlag.
Zusammen 4½ SS. 8vo. An den Wiener Kulturstadtrat Hans Arnold Schwer (1856-1931): "Nachdem Sie mir bis heute mein Ihnen für den Schöffelprozeß geliehenes Material nicht zurückgesendet haben und mein wiederholtes Ansuchen um die Rückstellung desselben unbeantwortet ließen, erlaube ich mir noch einmal Sie zu ersuchen das Material, dessen Verzeichnis ich Ihnen mit dem letzten Ersuchschreiben bekannt gegeben habe bis längstens zum 1. Dezember d. Jahres an Herrn Georg Dabner [...] zu übersenden [...]" (Br. v. 24. XI. 1910). - Vgl. Thieme/B. XXIV, 29. - Im linken Rand gelocht. - In altem Sammlungsumschlag.
Zusammen 5 SS. 8vo. An den Mediziner und Klimatologen Rudolph Rt. von Vivenot jun. (1833-1870): "Ich beabsichtige, bei der Großherzogl. Regierung die Herstellung eines Luftcompressions Apparates für unsern Kurort zu beantragen u. wünsche diesem Antrage den Vortrag des Dr. Vivenot über diese Angelegenheit beizulegen [...]" (Br. v. 16. VIII. 1862). - Füesslin, "ein um das Gefängniswesen hochverdienter Mann" (ADB VIII, 176), wurde 1847 Hausarzt des Männerzuchthauses in Bruchsal. "Mit dem Bau und der Einrichtung dieses großartigen Gefängnisses war das Zellensystem in Baden zur Geltung gebracht worden" (ebd.). Nichtsdestotrotz aber zunehmend mit zermürbenden Meinungsunterschieden konfrontiert, wandte er sich, der 1851 zum Vorsteher der Anstalt ernannt worden war, wieder seinem ureigenen Metier zu und wurde 1858 großherzoglicher Amtsarzt in Baden-Baden. - Rudolf Rt. von Vivenot jun., der älteste Sohn aus der ersten Ehe des weithin gerühmten Wiener Mediziners selben Namens (1807-84) mit Josefine Baronin Metzburg (1810-38) und Bruder des Historikers Alfred (1836-74) aus Rudolf sen. zweiter Ehe mit Antonie von Bergenthal (1820-46), zählt zu den Pionieren der "experimentell-physiologischen Richtung der Klimatologie" in Wien. "Die Folge der in [seinen] Aufsätzen mitgetheilten Untersuchungen war, daß die pneumatische Heilmethode in Deutschland vollends eingebürgert wurde, so daß sich jetzt kaum noch eine größere deutsche Stadt findet, die nicht eine pneumatische Anstalt besäße" (Annette von Vivenot: Geschichte der Familie v. Vivenot. Wien, Steyrermühl, 1902, S. 59). - Die Recto-Seite von Bl. 1 jeweils mit knapper Bleistiftnotiz zum Verfasser von fremder Hand.
Zusammen (1+½=) 1½ SS. auf 3 Bll. 8vo. Ein Brief mit eh. Adresse. An den Redakteur der "Berliner Morgenzeitung" Wilhelm Auspitzer (1867-1931) betr. der Übersendung einer Theaterkarte und bezüglich eines Artikels, über den Bahr sich äußerst gefreut habe.
Zusammen 5½ SS. auf Doppelblättern. 4to. Ein Br. mit eh. Adresse. An den Mediziner Rudolf Rt. von Vivenot (1807-1884): „Meiner gegenwärtigen Angelegenheiten wegen muß ich Ihre Freundschaft und Ihres Vaters Güte in Anspruch nehmen. Sie wissen, daß ich den dritten Concurs für die Lehrkanzel der gerichtlichen Medicin und der medizinischen Polizey vor einigen Monathen bestanden habe. Der Vorschlag ist nun nach Wien geschickt worden, und es handelt sich jetzt, daß die medicinisch-chirurgische Facultät und die Studien-Hof-Commission ein mir ganz günstiges Urtheil aussprechen und dieses die noch höheren Behörden bestätigen. Ich bitte also Sie und Ihren gütigen und teilnehmenden Vater herzlich, alle Gelegenheiten zu suchen, und alle möglichen Wege einzuschlagen [...]“ (Br. v. 1. X. 1829). - Der Br. vom 31. III. 1831 in italienischer Sprache. - Gianelli war seit 1830 Professor der gerichtlichen Medizin und Medicinal-Polizei an der Universität Padua. - Rudolf Rt. von Vivenot gründete 1848 den "Konstitutionell-monarchistischen Verein"; als sich die angestrebte Gründung einer patriotischen Partei nicht verwirklichen ließ, zog er sich jedoch aus der aktiven Politik zurück. Seit 1868 Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, wurde er 1872 Vorsitzender des Komitees zur Gründung des Sophienspitals in Wien; daneben war Vivenot Direktor des Unterstützungsvereins für Witwen und Waisen des medizinischen Doktor-Collegiums. - In altem Sammlungsumschlag.
Zusammen 16 SS. Kl.-8vo. An den Schriftsteller und Journalisten Leopold Rosner (1838-1903): “Dann muthen Sie mir zu, ich wäre in Wien gewesen und hätte mich vor Ihnen versteckt! - Mein lieber Freud Rosner, seit meinem letzten Besuche an Ihrem Krankenbette[,] an welchem ich Ihnen meine Verbindung mit einem braven Mädchen anzeigte, das mich zum glücklichsten Manne gemacht, habe ich den Wiener Boden nicht wieder betreten, und seit August 1874 Wien nicht wieder gesehn [...]” (Br. v. 24. VII. 1875; der Name des Verfassers auf Bl. 1 links oben von fremder Hand vermerkt). - “Hier in dieser ländlichen Zurückgezogenheit, ein prächtiges Weib an der Seite, ein liebes herzliches Kind auf dem Schooße [!][,] vermisse ich - mit Ausna[h]me einiger Freunde [...] - nichts, denn Ruhe Ruhe hab ich gesucht und so weit dies im Leben möglich, hier gefunden [...]” (Br. v. 24. II. 1879). - Der in Laibach geborene Schriftsteller trat vor Abschluß seines Jusstudiums in den Militärdienst, der ihn u. a. nach Lemberg führte, wo er 1843 als erster aktiver österreichischer Offizier promovierte. Im Jahr darauf verließ er die Armee, wurde Skriptor an der Lemberger Universitätsbibliothek, 1849 Vorstand der Administrativen Bibliothek des Innenministeriums in Wien und anschließend Ministerialsekretär im Staatsministerium. Nach seiner Erhebung in den Ritterstand 1874 ging er in Pension und lebte fortan als wissenschaftlicher Schriftsteller in Berchtesgaden. Sein zwei Jahre vor seinem Tod abgeschlossenes Lebenswerk ist das ‘Biographische Lexikon des Kaiserthums Österreich’ (60 Bde., 1855-91). Vgl. Kosch IV, 3477 und Öst. Lex. II, 666.- Leopold Rosner war Mitarbeiter an Adolf Bäuerles ‘Theaterzeitung’ und an Wurzbachs Biographischem Lexikon und eröffnete 1871 die Buchhandlung "Unter den Tuchlauben", die sich zu einem Treffpunkt literarischer Kreise entwickelte. Daneben betrieb er einen Verlag, in dem vorwiegend österreichische Autoren wie Ludwig Anzengruber und Ferdinand Kürnberger erschienen. Sich 1889 aus gesundheitlichen Gründen aus dem Verlagsgeschäft zurückziehend, widmete er sich ausschließlich schriftstellerischer Arbeit. Vgl. Kosch XIII, 326.
Zusammen 5 SS. auf Doppelblättern. Kl.-8vo. An Karl Sonklar von Innstädten: "Für mein biographisches Lexikon mit der Bearbeitung Ihrer Biographie beschäftigt ersuche ich Sie [...] um Vervollständigung Ihrer Lebensdaten und Arbeiten vom Jahre 1870 an [...]” (Br. v. 24. IX. 1877). - Der in Laibach geborene Schriftsteller trat vor Abschluß seines Jusstudiums in den Militärdienst, der ihn u. a. nach Lemberg führte, wo er 1843 als erster aktiver österreichischer Offizier promovierte. Im Jahr darauf verließ er die Armee, wurde Skriptor an der Lemberger Universitätsbibliothek, 1849 Vorstand der Administrativen Bibliothek des Innenministeriums in Wien und anschließend Ministerialsekretär im Staatsministerium. Nach seiner Erhebung in den Ritterstand 1874 ging er in Pension und lebte fortan als wissenschaftlicher Schriftsteller in Berchtesgaden. Sein zwei Jahre vor seinem Tod abgeschlossenes Lebenswerk ist das ‘Biographische Lexikon des Kaiserthums Österreich’ (60 Bde., 1855-91). Vgl. Kosch IV, 3477 und Öst. Lex. II, 666. - Der Geograph und Generalmajor Karl Sonklar von Innstädten (1816-85) zählt neben Friedrich von Simony und Anton von Ruthner zu den Pionieren der Alpenerforschung; als geographischer Schriftsteller hat Sonklar "durch gründliche und vielseitige Beobachtungen über Gletscher, hydrographische, meteorologische und biogeographische Erscheinungen, besonders die Höhengrenzen, die er seinen wissenschaftlichen Beschreibungen beschränkterer Gebiete der Alpen einverleibte, wissenschaftliches Material von Werth dargeboten und zugleich die Methode der Länderbeschreibung geklärt" (ADB). Neben militärwissenschaftlichen Abhandlungen in den Bereichen der Taktik und Kriegsgeschichte veröffentlichte er auch ein kunstwissenschaftliches Werk, das nach dem wohlwollenden Urteil der Zeitgenossen "in keiner Anstalt, in welcher über Kunst vorgetragen wird, fehlen" dürfe (Wurzbach). - Ein Br. mit eh. Bearbeitungsvermerk des Adressaten. - Aus der berühmten Autographensammlung des Adalbert Freiherr von Lanna (1836-1909).
Zusammen (1+2 =) 3 SS. auf 4 Bll. Jeweils mit eh. Adresse (Faltbriefe). In italienischer Sprache an Eusebio della Lena in Lucca, u. a. mit der Bitte um Auskunft nach den Absichten der venezianischen Regierung hinsichtlich der aus Spanien ausgewiesenen Jesuiten (Br. v. 13. V. 1767). - Mit kleinen Randläsuren und starken Wasserschäden.
(½+1 =) 1½ SS. auf 2 Doppelbll. Gr.-4to und 8vo. Ein Brief mit eh. Adresse verso. Auf eine Anfrage zu bestimmten Gerüchten: "Liebe und Verehrung gleichen einander darin, daß beiden nichts groß und würdig genug erscheint, um ihr Ausdruck zu sein, und daß sie sich doch wiederum durch das Kleinste kundgeben. Da mich beide Gefühle für Sie erfüllen, sollte die Zusendung des Quodlibet eine derartige allerkleinste Kundgebung sein. Also nichts an den Colporteur! Sie wünschen Ablaß von mir! Dieser besteht darin, daß ich nie und nimmermehr ablassen kann und werde, Sie wahrhaft froh zu verehren [...]" (27. III. 1852). - Der zweite Brief an den Redakteur Leopold Schweitzer in Wien mit einer Empfehlung: "Mit besten Grüßen empfehle ich Ihnen Herrn Mittell auf das Angelegentlichste. Sie werden aus eigener Anschauung diesen ausgezeichneten Darsteller bald kennen lernen und erkennen, daß meine Empfehlung einem Würdigen zu Theil wird [...]". - Ein Brief mit leichten Knickspuren an den Ecken, ein Brief mit Siegelrest.
Zusammen 2½ SS. 4to und 8vo. Ein Br. mit eh. Adresse. An den Mediziner Rudolf Rt. von Vivenot (1807-1884). - Parola war seit 1838 als Arzt am Zivilhospital in Cuneo tätig, im Jahr darauf wurde er Direktor des neu errichteten Hospitals für chronische Krankheiten. - Rudolf Rt. von Vivenot gründete 1848 den "Konstitutionell-monarchistischen Verein"; als sich die angestrebte Gründung einer patriotischen Partei nicht verwirklichen ließ, zog er sich jedoch aus der aktiven Politik zurück. Seit 1868 Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, wurde er 1872 Vorsitzender des Komitees zur Gründung des Sophienspitals in Wien; daneben war Vivenot Direktor des Unterstützungsvereins für Witwen und Waisen des medizinischen Doktor-Collegiums. - In altem Sammlungsumschlag.
Zusammen 5¼ SS. auf 4 Bll. Ein Br. mit eh. Adresse. An den Buchhändler und Verleger Friedrich Brockhaus: "In der Hoffnung daß Ew. Wohlgeboren sich auch unseres Zusammentreffens in Weimar erinnern u ich somit in Ihrem gütigen Andenken lebe, sollen Ihnen diese Zeilen mein Bedauern ausdrücken Sie in Paris verfehlt zu haben. Die Anlage ist ein soeben herausgekommenes Werk, welches ich den Redactionen Ihrer trefflichen Blätter: Hermes u Unterhaltungsblätter gütigst mitzutheilen bitte, damit mir vielleicht die Freude werde recht viel Belehrendes darüber zu hören. - Wie ich gehört, stehen Sie mit Otto von Stackelberg jetzt in litterarischer Verbindung: dieser wäre der einzige Mann, den ich mir als Beurtheiler verbiethe, weil derselbe mich jetzt persönlich anfeindet, da ich in allen Punkten mit ihm verschieden denke u fühle u die Art u Weise wie er in letzter Zeit Kunst u Wissenschaft behandelt zu abweichend von allen bis jetzt angenommenen Grundsätzen ist [...]" (a. d. Br. v. 10. I. 1830). - "Einliegend ein mir interessant scheinender ungedruckter Brief von Herder über Vergil. Die andere Anlage ward mir durch Kl. aus Paris gesendet; man wünscht sehr die Sache nochmals ausführlicher in Ihrem geschätzten Blatt besprochen, da dasselbe in Frankreich viel gelesen wird [...]" (5. II. 1830). - Ohne die in beiden Schreiben erwähnten Beilagen.
(¾+¾ =) 1½ SS. auf 2 Bll. 8vo. Der Brief vom 21. III. 1851 an den Komponisten und Musikpädagogen Ignaz Moscheles bezüglich des Plans, nach London zu gehen, und mit Dank für Empfehlungen: "Ich will nun hoffen, daß Ihre wichtige Empfehlung den gewünschten Erfolg hat, denn es ist mein sehnlichster Wunsch, Ende Mai nach England zu gehen u. ich glaube, ich werde mich sogar selbst dann dazu entschließen, wenn ich vorher keine Engagements abgeschloßen habe [...]". - Der undatierte Brief über ein missglücktes Treffen mit dem Adressaten zur Übergabe von kubanischen Zigarren und mit Sorgen über eine in den "Signalen" veröffentlichte Kritik: "Ich war heute, da man mir sagte, Sie wären da, drüben bei Ihnen, fand Sie aber dennoch nicht zu Hause. Ich bin so sehr müde durch eine schlaflose Nacht, daß ich nicht mehr ausgehen, noch plaudern darf [...]". Der Empfängernotiz verso zufolge aus dem Jahr 1866, mit Markierung in roter Tinte. - Hermine Küchenmeister-Rudersdorf war noch in den frühen 1850er Jahren Mitglied des Friedrich-Wilhelmstädtischen Theaters in Berlin, zog sich dann zumindest von der großen Opernbühne zurück und trat erfolgreich als Konzertsängerin vor allem im Vereinigten Königreich auf.
(1+2½ =) 3½ SS. auf 2 Doppelbll. 8vo. Der Brief vom 24. II. 1892 an einen "jungen Freund" mit Glückwünschen zum Geburtstag: "Zu dem heutigen Geburtsfeste, welches Sie dem Leben der Erwachsenen nahe führt, wünsche ich daß der Himmel, vor allem [dies unterstrichen], eine dauernde feste Gesundheit und ein langes und angenehmes Leben verleihe [...]". Der undatierte Brief mit einer Benachrichtigung zu bevorstehenden Konzerten: "Auf Proklamation des Herrn von Hülsen muß ich meine brillant begonnene Carrière hier abbrechen, und auf den Monat Januar, nach Berlin reisen und 8 Mal singen. Auf meiner Durchreise Weimar passierend, bitte ich Sr. Königl: Hoheit meinen hohen Protektor meine allerunterthänigste Anfrage vorzulegen, ob es dem Allerhöchsten Hof angenehm sein würde, am Neujahrstage von mir, ein Paar hübsche Piessen als Mitwirkung in dem großen Concert und was mir am Herzen liegt 'Versäumtes' nachzuholen, gesungen zu haben, befiehlt [...]". - Ein Brief mit leichtem Abklatsch einer beiliegenden ms. Beschreibung, kleinen Spuren alter Montage verso und Stecknadeldurchstich. Ein Brief papierbedingt leicht gebräunt.
Zusammen (1+2 =) 3 SS. auf 4 Bll. 4to. Jeweils mit eh. Adresse. An Heinrich Leberecht Fleischer, den Begründer der modernen Arabistik in Deutschland, betr. der Zusendung eines Artikels (Berlin, 22. I.) und in derselben Angelegenheit: "Ich bin Ihnen, Herr Professor, sehr dankbar wegen der Sendung der 25 Exx. meines kleinen Aufsatz[es]; ich habe sie durch Dr. Dieterici richtig erhalten. Für die Kosten des Ueberdruckes schulde ich wohl bey Herrn Avenarius. Da ich glaube, daß ich bey ihm noch 5 Thaler einstehend habe, und vermuthe, daß dies die Kosten decken wird, so hoffe ich so meine Schuld abliquidiren zu können [...]" (Paris, 8. XII. 1847). - Stark knittrig und mit Randläsuren; mit kleinen Vermerken a. d. H. des Adressaten.
Zusammen 3 SS. 8vo. Jeweils mit eh. Adresse. An den Mediziner Rudolf Rt. von Vivenot (1807-84): „Im Vertrauen auf die große Gefälligkeit, die ich von Dir und Deinem theuren Vater genossen, empfehle ich Dir den Ueberbringer dieses, den Dr. Ed. Müller, der zu gleichen Zwecken, wie ich damals, eine größere Reise zu machen gedenkt [...]“ (Br. v. 17. VII. 1832). - „Darf ich Dich bitten, Mr. H. Curling aus London u. Dr. Monro aus Edinburgh mit Deiner gewohnten Freundlichkeit aufzunehmen u. ihnen während ihres Aufenthalts in Wien behilflich zu sein [...]“ (Br. v. 17. XII. 1837). - Rudolphi war, wie auf beiliegendem Sammlungsumschlag vermerkt, Professor in Berlin. - Rudolf Rt. von Vivenot gründete 1848 den "Konstitutionell-monarchistischen Verein"; als sich die angestrebte Gründung einer patriotischen Partei nicht verwirklichen ließ, zog er sich jedoch aus der aktiven Politik zurück. Seit 1868 Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, wurde er 1872 Vorsitzender des Komitees zur Gründung des Sophienspitals in Wien; daneben war Vivenot Direktor des Unterstützungsvereins für Witwen und Waisen des medizinischen Doktor-Collegiums.
Zusammen (1½ + 1¾ =) 3¼ SS. auf 3 Bll. 8vo. An Julie Kalbeck, die Gattin des Musikschriftstellers u. -kritikers Max Kalbeck: "So wie der Wahlkampf vorüber u. ich endlich wieder in die Lage komme, mich meines Menschenthums freuen zu können, schreibe ich Ihnen ausführlich, erzähle Ihnen, wie sehr ich mich über Alles freute, das ich über Sie hörte, erzähle Ihnen auch ein wenig von mir, von meinen Arbeiten u. meinen Hoffnungen. Augenblicklich liege ich auf der Landstraße zwischen Berlin u. Schlesien u. auf den unfahrbarsten Wegen zwischen den Städten u. Dörfern Ihrer Heimat. Mir läßt das Schicksal einmal nichts mühelos in den Schoß fallen, u. wenn ich über meinen Gegner siege, so ist es die Frucht schwerer Anstrengungen [...]" (Br. v. 20. X. 1881). - "[...] Daß Sie eine glückliche Frau werden würden wußte ich u. hatte ich Ihnen vorausgesagt. 'Quid vis esse? Velis tantum fiesque volendo'. Ihr Gatte soll Ihnen den alten, schönen Spruch übersetzen. Auch ich kann mit Hoffmann von Fallersleben singen: 'Tausend Dank Du altes Jahr!' Mir hat 1882 das gegeben, was ich seit langer Zeit erstrebte. Arbeit u. Sorge ist genug damit verbunden, ach! u. wie viel Ärger u. wie viel Streit, aber nichts schmeckt im Leben, das nicht mühevoll erkämpft wurde [..]" (Br. v. 4. I. 1882). - Der Industrielle und Staatsmann (Johannes) Friedrich Goldschmidt, Sohn eines Großindustriellen, studierte Chemie an der Universität Berlin, setzte seine Ausbildung in Frankreich und Amerika fort und übernahm die Leitung der väterlichen Kattundruckerei in Mülhausen (Elsaß). Nach der Teilnahme an den Kriegen von 1866 und 1870/71 wurde er Besitzer und Generaldirektor der Patzenhofer Brauerei in Berlin. Goldschmidt war von 1881 bis 84 und von 1887 bis 93 Mitglied des Reichstags, gehörte der Kommission für die Beratung des Entwurfs des Bürgerlichen Gesetzbuchs an und war Vorsitzender des Berliner Handwerkervereins. Er verfaßte eine Reihe von nationalökonomischen und historischen Schriften, u. a. "Friedrich List, Deutschlands großer Volkswirt" (1878). - Ein Brief im Falz eingerissen, sonst nur geringe Randläsuren.
Zusammen 2 SS. auf Doppelblättern. 8vo. Mit eh. adressiertem Kuvert. An den Wiener Rechtsanwalt Heinrich Freiherr von Haerdtl in Fragen von Terminvereinbarungen und einer “Abschrift der Wittgenstein Radiziwillschen Schenkungsurkunde”. - In die Regierungszeit des 1894 als Nachfolger von Graf Caprivi als deutscher Reichskanzler und preußischer Ministerpräsident angelobten Fst. Hohenlohe-Schillingsfürst fallen u. a. die Verabschiedung des Bürgerlichen Gesetzbuchs (1896), der Beginn imperialistischer deutscher Weltpolitik (1897), die Annäherung an Rußland und eine Verschlechterung des Verhältnisses zu England.
Zusammen (1½+1=) 2½ SS. auf 4 (= 2 Doppel-)Blatt. 8vo. An den Redakteur der "Berliner Morgenzeitung" Wilhelm Auspitzer (1867-1931): "Können Sie denn nicht veranlassen, daß in der 'Berliner Zeitung' nicht so viel absolut unrichtige Notizen über das 'Deutsche Theater' unter meiner Leitung veröffentlicht werden? Ich hasse alle Berichtigungen [...]" (a. d. Br. v. 18. II.). - "Bitte, lesen Sie den beiliegenden Brief und Aufsatz. Wenn über die Oper auch schon viel geschrieben ist, die Arbeit des Professor Neubauer erscheint mir doch beachtenswerth und könnte Anspruch darauf haben, neben den Zeitungsartikeln, die schon erschienen sind, veröffentlicht zu werden [...]" (9. III.). - Der Bruder des Diplomaten und Schriftstellers Rudolf Lindau (1829-1910) war einer der "einflußreichsten Theaterkritiker der Gründerzeit" (DBE) und Theaterdirektor in Meiningen und Berlin. Zu seinem literarischen Werk gehören Reiseberichte und -briefe (u. a. "Altes und Neues aus der Neuen Welt", 1893), Dramen sowie Romane und Novellen (u. a. "Karl Hau und die Ermordung der Frau Josefine Molitor", 1907). - Auf Briefpapier mit gepr. kalligr. Vignette.