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Zusammen (2½+2 =) 4½ SS. auf 4 (= 2 Doppel-)Blatt. 8vo. Jeweils mit eh. adr. Kuvert. An einen Professor Monti mit der Mitteilung, "daß ich Ihnen augenblicklich nichts vom Bazar für Ravigno zukommen lassen kann, daß Sie aber später gegen Herbst eine Summe von 600-800 fl. erhalten werden. Mrs. Wardrope, die Frau vom englischen Militairattaché[,] verkauft noch viele von ihr bestellten übriggebliebenen Sachen[,] der volle Erlös der auf 600-800 fl. gerechnet ist[,] kommt den Seehospizen zugute [...]" (a.d. Br. v. 22. VI. 1900). - Jeweils auf Briefpapier mit gepr. Monogramm; beiliegend ein Briefkärtchen von nicht identifizierter Hand.
Zusammen (1+¾ =) 1¾ SS. auf 4 (= 2 Doppel)Blatt. 8vo. Mit einer Beilage (s. u.). An einen Herrn Lahm vom Ullstein Verlag betr. der Publikation seiner Memoiren: "Ich bitte Sie an einem der nächsten Tage bei mir vorsprechen zu wollen (12-1 oder 2-4 Uhr), ich möchte wegen der Terminfrage ins Reine kommen, da meine Sommerdispositionen davon abhängen [...]" (a. d. Br. v. 6. II. 1920). - Stephan Graf Burian von Rajecz war nach mehrjähriger Tätigkeit im diplomatischen Dienst als Repräsentant der ungarischen Reichshälfte gemeinsamer Finanzminister der k. u. k. Monarchie. "In sein Ressort fiel die Finanzverwaltung der 1908 annektierten Länder Bosnien und Herzegowina. 1913-15 Minister am Hof in Wien, übernahm er 1915 das Außenministerium; seine Bemühungen um eine Neutralität Italiens im Ersten Weltkrieg blieben vergeblich. 1916-18 wieder Finanzminister, wurde B. v. R. nach dem Rücktritt Ottokar Czernins erneut Außenminister. Seine 'Erinnerungen' (1919) und 'Drei Jahre aus der Zeit meiner Amtsführung im Kriege' (1923) vermitteln ein aufschlußreiches Bild der dualistischen Ära in Österreichs Geschichte" (DBE). - Beiliegend ein ms. Vorvertrag sowie ein ms. Begleitschreiben hierzu (dat. 11. VIII. 1919).
Zusammen (1½+4 =) 5½ SS. auf 3 Bll. Gr.-8vo. An den namentlich nicht genannten Musikkritiker und Komponisten Karl Banck (1809-89) betr. der Zusendung eines Manuskripts und der Bitte, "ihm morgen (Freitag) gefälligst eine Stelle in Ihrem Feuilleton oder wo Sie es sonst im Journal unterbringen mögen, zu geben" (Br. v. 25. X. 1855), sowie in Sachen eines anderen Aufsatzes (Br. v. 12. Juli 1857). - Julius Hammer ging nach einem Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Leipzig, von Theodor Hell und Ludwig Tieck ermutigt, ausschließlich seinen literarischen Neigungen nach, wurde Mitarbeiter der "Zeitung für die elegante Welt", der Zeitschrift "Das Nordlicht" und redigierte von 1851 bis 59 das Feuilleton der "Constitutionellen Zeitung". "Hammers umfassende Literaturkenntnis fand ihren Niederschlag u. a. in dem 'osmanischen Liederbuch' 'Unter dem Halbmond' (1860). Einem weiten Leserkreis wurde er durch seine didaktischen Gedichte bekannt (u. a. 'Schau um dich und schau in dich' (1851)" (DBE).
Zusammen (1+1 =) 2 SS. auf 4 (= 2 Doppelblatt). Mit zwei Beilagen (s. u.). An eine Dame, deren Kind von ihm portraitiert wurde: "Das Bild Ihres Kindes ist nicht genügend eingetrocknet, als daß ich morgen ohne Gefahr für dasselbe daran weiter arbeiten könnte. So muß ich die Sitzung auf nächste Woche verschieben [...]". - Geboren als Sohn eines Gastwirts aus ursprünglich adliger venezianischer Familie, studierte der in Ödenburg geborene Angeli an der Akademie der bildenden Künste in Wien, seit 1855 an der Düsseldorfer Akademie und von 1856 bis 59 bei Emanuel Leutze. "Nach Studienreisen durch Italien, Frankreich und die Niederlande berief ihn König Ludwig I. an die Kunstakademie in München, wo Angeli sich dem Kreis um Karl von Piloty anschloß" (DBE). 1862 ließ er sich in Wien nieder, stand von 1870 bis 72 und von 1906 bis 10 der Wiener Künstlergenossenschaft vor und erhielt 1877 eine Professur für Porträtmalerei an der Wiener Akademie. "In seiner ersten Schaffensperiode malte Angeli bevorzugt Genre- und Historienszenen wie 'Maria Stuart bei Verlesung des Todesurteils' (1857). 1873 begann seine erfolgreiche Karriere als Portraitist der Wiener Adels- und Finanzwelt sowie der Höfe in Wien, Berlin, London und St. Petersburg. Angeli wurde 1907 geadelt" (ebd.). - Beiliegend eine Portraitphotographie (94:56 mm auf etwas größerem Trägerkarton) und ein auf Karton montierter Zeitungsausschnitt mit einem Portrait des Malers.
Zusammen (½+½ =) 1 S. auf 2 Bll. Gr.-4to. Mit zwei eh. adr. Kuverts. In niederländischer Sprache an einen Sammler.
Zusammen 5½ SS. 8vo. "Ihrer gütigen Erlaubnis gemäß erlaube ich mir Ihnen [...] das Manuscript meines Lustspiels 'Die Emancipirten' zu übersenden, und harre ich nun Ihres Ausspruchs darüber, der mir sagen wird, ob ich das Zeug dazu habe - was allerdings mein Wunsch und meine Absicht [ist] - meine Thätigkeit ganz dem dramatischen Felde zu widmen [...]" (Br. v. 5.II.). "Anfang Februar sandte ich Ihnen das Manuscript meines Lustspiels 'Die Emancipirten' zu, ohne daß ich bis jetzt von Ihnen irgend einen Bescheid darüber erhalten hätte [...]" (Br. v. 31.III.). - "Kulturgeschichtliche Wertung könnte am Ende einigen seiner Romane gerechter werden als die literarische. Gerstäckers Talent ähnelt dem seinen, aber es fehlt ihm die Geschmeidigkeit der Akkomodation an fremdartige Verhältnisse in dem Grade, in dem jener über sie verfügte" (Geißler, Führer durch die dt. Lit. des 20. Jhdts., zit. n. DBA II 967, 360). Vgl. auch Kosch III, 2519 (Schmidt). - Auf Briefpapier mit gepr. Briefkopf.
Zusammen (2+3=) 5 SS. auf 3 Bll. 8vo. An Baron bzw. Baronesse von Westenholz über Arbeit u. Ausstellungen "in Hülle u. Fülle" und in Paris den "Grand Prix" erhalten zu haben (10. IX. 1900). - Der Brief v. 2. I. 1893 betr. der Vermittlung eines Ansprechpartners in der Hamburger Kunsthalle, da der Brief, den er von dort erhalten habe, samt Unterschrift, völlig unleserlich sei. - Jeweils auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf und Resten von Montagestreifen; ein Brief mit einigen Falteinrissen.
Zusammen (3¼+2½ =) 5¾ SS. auf 4 (= 2 Doppel-)Blatt. 8vo. An einen nicht genannten Freund über Baron Wüllersdorf und seine familiären Umstände: "J'ai oublié de vous dire hier que le Baron de Wüllerstorf était marié en premières noces avec une dame irlandaise, Miß Hannah o'Conor. Mais cette Dame (avec laquelle il se mariait en 1847) mourait une année après en donnant naissance à un fils […]. Wüllerstorf se mariait une second fois en 1861 avec la Comtesse Léonie de Rothkirch-Panthen. Je vous dis cela en cas que vous voudriez publier quelques notes sur le nouveau ministre de Commerce […]". - Der zweite Brief an einen ebenfalls ungenannten Herrn über sein in Leipzig erschienenes Skizzenbuch (= Aus dem Natur- und Völkerleben im tropischen Amerika, Skizzenbuch 1864) und dessen französische Übersetzung.
Zusammen (4+3 =) 7 SS. auf 4 (= 2 Doppel-)Blatt. Gr.-8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Euer Wohlgebohren beehre ich mich anbei ein Exemplar der Geschichte des Geschlechtes von Tümpling mit dem Ersuchen ergebenst zu übersenden, in meinem Namen dasselbe dem Verein 'Herold' resp. [s]einer Bibliothek darzubringen [...]" (17. März). - Der Brief v. 14. IV. 1876 mit Dank "für die Vergewisserung darüber, daß meine Couriersendung angekommen ist. Zum 1. Secretair bei der kaiserlichen Gesandtschaft in Madrid ernannt, verlasse ich morgen Wien und gehe im Juni nach Madrid [...]". - Ein Brief auf Briefpapier mit gepr. Vignette.
Zusammen 4 SS. 8vo. Wohl an den Cellisten Josef Sulzer, den Sohn des berühmten Synagogenkantors Salomon Sulzer: "Lieber Meister - es bleibt bei morgen Freitag 11. 24 Nordwestbahn - Fürst Pick und Fürstin Fürstenberg kommen auch mit. Falls Sie die große Güte haben wollen, Ihr Instrument mitzunehmen - werden wir Ihnen Dank zollen[.] Meine Tochter Elisabeth spielt zwar die Orgel doch nicht so gut wie der Orgelkundige, der Sie begleiten könnte. Den Sie eher mit sich nach +Stein (Kreuzenstein) nehmen [...]" (8. V. 1907). - "Der Abend gestern war reitzend [!] - und Sie haben [...] wunderbar Ihr herrliches Instrument erthönen laßen [...] Neben meiner Tochter Elisabeth saß eine hochverständige schöne Dame, während einer Pause machte sie Ihnen einen Besuch im Künstler Zimmer - könnten Sie mir die bescheidene Anfrage beantworten, wer sie ist? Ihr uralter Wilczek" (30. III. 1913). - Tls. leicht angestaubt.
Zusammen (4+2¼ =) 6¼ SS. auf 4 Bll. 4to. Der erste Brief an einen Adeligen ("Monsieur"), der sich für seine Tochter um eine Stiftsstelle beworben und ihre Ahnentafel angekündigt hatte: "[...] j'ayme de luy faire la chose un peu penible, car [...] la vie qu'elle est accoutumeé est bien différente de chanter l'office dans une retraite [...]". - Der zweite Brief, dessen Anfang fehlt, betrifft den Anspruch des Kaisers Karl VI. auf eine Präbende, für deren Verleihung sie sich für zuständig hält.
Zusammen 7 SS.l auf 5 Bll. Die Karten mit eh. Adresse. An den k. k. Offizial L. Pohlner im Bahnamt Nußdorf, meist über Einladungen und Besuche: "Da ich bei meiner Abreise Auftrag gegeben hatte mir Bücher [...] nicht nachzuschicken, wurde mir das Ihre nicht übermittelt. Erst neulich erfuhr ich durch meine Leute, daß Sie ein solches bei mir abgegeben hatten (mir war nur die Visitkarte zugekommen) und da gab ich Auftrag das[s] es mir geschickt werde. - Gestern nun erhielt ich's und habe schon 100 S. gelesen und freue mich auf die Fortsetzung. Vortrefflich! - Diese ganze historische Methode ist ausgezeichet, denn gewöhlnlich [!] trachten unsere Gegner uns mit der Historie zu erschlagen [...]" (a. d. Br. v. 2. VIII. 1911).
Zus. (1½+1¼ =) 2¾ SS. auf 2 Doppelbl. An das Pariser Verlagshaus Éditions Stock über das Angebot einer Gruppe belgischer Bewunderer ihres Mannes, Neuausgaben von dessen Werken "Celle qui pleure" und "Le Symbolisme de l'Apparition" auf eigene Kosten veröffentlichen zu wollen, mit der Bitte, die benötigte Summe zu überschlagen: "Je viens de recevoir la nouvelle bien significative de la Belgique qu'un groupe d'admirateurs de Léon Bloy ont réuni les fonds nécessaires pour faire publier à leur frais 'Celle qui pleure' et 'Le Symbolisme de l'Apparition' [...] On m'a dit qu'on tient à la disposition de l'éditeur la somme nécessaire. Seriez-vous disposés à faire cette nouvelle édition? Si oui, voudriez-vous alors établir à peu près le minimum des frais indispensables pour faire un vol. ordinaire de 400 p. [...] Il faut que je puisse répondre à mon correspondant par un chiffre pour qu'il puisse voir si les fonds nécessaires sont réunis [...]" (17. V. 1922). - Wohl in derselben Angelegenheit über das einzige Exemplar des Werks "Celle qui pleure", das sie besitze, sowie eine Abschrift der unveröffentlichten Schrift "Symbolisme de l'Apparition", mit dem Angebot, einige erklärende Zeilen zur gemeinsamen Veröffentlichung der beiden Werke in einem Band zu schreiben: "Je vous porte l'unique exemplaire que je possède de 'Celle qui pleure' avec la copie du petit travail inédit: 'Symbolisme de l'Apparition' [...] Vous verrez si on peut en faire un volume seulement. Quelques lignes explicatives de la part de léditeur pour justifier de la présence de l'inédit seraient nécessaire. Je les composerais au besoin [...]" (20. V. [1922]). - Der Brief vom 17. V. mit verblichenem Stempel der Librairie Stock sowie Spuren alter Heftung. Der zweite Brief mit knappen biographischen Notizen in Bleistift von alter Sammlerhand.
Zusammen 2 SS. 11,3:13,3 bzw. 4,5:11,1 cm. Mit eh. adressiertem Kuvert. An den Maler Johann Heinrich Schramm (1810-1865): "Es bleibt doch dabei, daß Sie mir Morgen, Mittwoch, zwischen halb Eins und Eins, das Vergnügen machen, sammt Schuselka bei mir zu essen; Hausmannskost und ganz en famille [...]". - Durch Vermittlung Goethes eine Professur für neuere Sprachen am Gymnasium in Weimar bekleidend, wechselte Wolff 1829 als Prof. der neueren Sprache und Literatur an die Univ. Jena. Bekannt wurde er als Verfasser von Romanen, Novellen, Humoresken, Gedichten und literarische Feuilletons. - Johann Heinrich Schramm war bekannt für seine tls. in Bleistift, tls. in Aquarell ausgeführten Portraits von berühmten Zeitgenossen, darunter Alexander von Humboldt, Jakob Grimm, Friedrich Rückert, Heinrich Laube, Ludwig Tieck und Clemens Wenzel Fürst Metternich. - Der erwähnte Publizist und Politiker Franz Schuselka kam nach Konflikten mit der österreichischen Zensur nach Jena, schrieb für die ‘Leipziger Allgemeine Zeitung’ und veröffentlichte Schriften gegen das österreichische Metternich-System. Nach mehreren Jahren in Deutschland kehrte er nach Österreich zurück und wurde Mitglied des niederösterreichischen Landtags, später des österr. Abgeordnetenhauses; 1859-65 war Schuselka, der "zu den bedeutendsten österreichischen Publizisten des Vormärz" gezählt wird (DBE), erster Präsident des Wiener Journalisten- und Schriftstellerverbandes "Concordia". - Beiliegend eine gedr. Visitkarte des Adressaten mit sieben, möglicherweise auch aus dessen Hand stammenden Zeilen nach O. Wolff: "Hübsch, wenn sie die Augen | niederschlägt | Hübsch die Stirne, die Lippen und | die Nase | Doch wenn sie den Blick empor bewegt | feine - leere Blase". - Sehr selten.
Zus. 5 SS. auf einem Doppelblatt und einem Einzelblatt. 8vo. Ein Brief mit eh. Adresse verso. In französischer Sprache an einen Freund, wohl den Flötisten Paul Taffanel, über Orchesterpartien, die er aus Leipzig zu erhalten erwartet, jedoch aufgrund heftigen Schneefalls noch nicht erhalten hat, und über die gemeinsame Probe eines Quintetts von Anton Rubinstein am nächsten Tag: "J'ai télégraphié en Allemagne à Leipzig on m'a répondu de suite et je devrais déjà voir les Parties d'orchestre, mais hélas! ces affreuses neiges retardent probablement les trains et je ne les ai pas encore. Enfin je les espère demain matin. J'en perds la tête, que faire, que devenir si elles n'arrivent pas? [...] Je vous attends demain Lundi vers 4 h. ½ [...] pour une répétition préparatoire du Quintette de Rubinstein [...]". Auf Briefpapier mit gepr. Monogramm. - Kondolenzschreiben an die Sängerin Marianne Viardot anlässlich des Todes ihrer Mutter Pauline Viardot; mit Grüßen an ihren Schwager, den Komponisten Edmond Duvernoy, und dessen Frau: "Nous prenons bien part à la perte douloureuse que nous venez de faire de notre chère illustre et geniale artiste Madame Viardot, toute notre vive sympathie pour vous et votre chère jeune fille [...] Bons souvenirs à Mr. & Mme. Edmond Duvernoy [...]".
Zus. 2 SS. auf 2 Bll. Mit eh. Adresse verso. In französischer Sprache an die Philanthropin Louise Fould, Gattin des Bankiers Emile Halphen, mit der Bitte um neue Terminvorschläge für ein Treffen mit Leonora von Rothschild, der Mutter ihres Schwiegersohnes, da er mit einem Mittagessen sowie Aufführungen im Théâtre de Luxembourg und an der Oper schon recht verplant sei: "Malheureusement mon déjeuner du 21 c. est pris, le 24 je suis au Luxembourg, et le 25 au soir on donne mon ouvrage à l'opéra. Peut-être y aurait d'autre dates? Je serais enchanté de rencontrer madame de Rothschild [...]". - An dieselbe mit dem Hinweis auf seinen Unterricht am Samstag sowie mit der Bemerkung, "kein armer an seine Arbeit geketteter Sklave" zu sein: "J'ai cours Samedi à 13h ¼. Je ne suis pas un pauvre esclave enchaîné à sa besogne.... Avec mes fidèles et très respectueux hommages [...]".
2¾ SS. auf 2 Bll. 8vo. Mit eh. adr. Kuvert und Beilagen (s. u.). An seinen Cousin Marc Lami mit besten Wünschen zum neuen Jahr und Grüßen von seiner Frau Yvonne, auch an Lamis Gemahlin Catherine und die Kinder. De Gaulle würde sich sehr über ein Gemälde aus Lamis Hand freuen, appelliert wertschätzend an dessen Talent und meint, er würde damit ein wertvolles Erinnerungsstück sein Eigen nennen dürfen: "Rien ne pourra me faire plus de plaisir que de recevoir une toile de vous. Je suis sûr qu'elle est belle étant donné votre talent. En outre, ce sera pour moi un très précieux souvenir du cher Marc Lami [...]" (31. XII. 1966). - Mit Dank für Lamis Gedenken zu schwerer Zeit: "Merci, mon cher Marc, de votre pensée au moment difficile [...]" (14. V. 1967). - Mit in Schwarz gepr. Namenszug "Le Général de Gaulle". Beiliegend ein eh. Dankesbrief mit U. von Charles de Gaulles Sohn, des Schiffskapitäns Philippe de Gaulle (14. II. 1967), eine Einladungskarte für Marc Lami und Gemahlin zu einem Diner im Elysee-Palast (29. V. 1962) sowie ein eineinhalbseitiges Typoskript einer Rede de Gaulles zum Kampf der Franzosen für ihre Freiheit, mit Einleitung von Guy Lenfant (Auszug aus der Zeitung "Le Fouet", o. D.).
2 SS. auf 2 Bll. 8vo und 12mo. Mit eh. adr. Kuvert. In französischer Sprache an den Schriftsteller Charles de Richter (1887-1975) über dessen Manuskript, das er bei seiner Rückkehr aus der Bretagne auf dem Tisch gefunden habe und das seine Bedienstete vergessen habe, für ihn einzupacken, über die Freude, die er beim Überfliegen des Textes gehabt habe, und mit der Ankündigung eines längeren Briefes: "Je rentre de Bretagne - et je trouve sur ma table votre manuscrit oublié par la domestique à qui je l'avais remis pour les malles. Je le parcours, il m'enchante, et je vous jette ce mot pour vous rassurer. A très bientôt une plus longue lettre [...]" (Poststempel: November 1919). - An den Schriftsteller und Verleger Maurice Delamain (1883-1974) mit Dank für die Erfüllung seiner Bitte sowie der Versicherung, dass dies nicht umsonst geschehen sein werde: "Je vous remercie bien vivement d'avoir si généreusement fait droit à mon indiscrète requête, c'est un bienfait qui ne sera pas perdu [...]" (5. V. 1949). Mit Stempel der Librairie Stock in Paris. - Der Brief von 1949 mit Ausriss der rechten oberen Ecke, geringer Textverlust. Beide Briefe mit kleinen Randläsuren.
Zusammen (3¼+1 =) 4¼ SS. auf 2 Doppelbll. Gr.-8vo. 1 Brief mit eh. Adresse verso (Faltbrief) und Siegel. Beide Briefe mit eigenwilliger Orthografie an den Advokaten Ludwig Auinger. - I. (13. [I]. 1854): "Ich nehme die Feder um Sie zu bieten daß Sie bey Finantz Mieniesterieum schauen möchten was die ursache ist daß diesse Brief noch nicht hier ist, welches schon den 9ten Diesses hier hatte seinn sollen, den den 8ten als ich dort war hatte man mich versicher das den 9ten hier seinn wierd, und es ist noch nicht hier, betreiben Sie es daß es herab kommen soll, und schreiben Sie auch mier was sie herab wierklich schicken, daß ich auch zu [Diessen?] kome, haben Sie die güte und betreiben Sie es so gleich. Meine Wohnung bey der Könniegin von England in 2ten Stok No. 100 mit Hochachtung ihre bekante [...]". - Dem "Pesther-Ofener Localblatte und Landboten" zufolge war Nina von Návay am 10. I.1854 in dem Pester Hotel "König von England" angekommen. - II. Zu Regelung von Geldangelegenheiten (24. VIII. 1854): "Ihre zwey Briefe erhielte ich auf ein mahl, ich sehe daß Sie mit meinen weniegen waß ich meine derweill als ich nach hauß komme um etwas, zu verkaufen und meine noch nach zu schieken, Sie haben es gesehen daß wie ich meine Erstemahl die Ehre gehabt habe den 1851 Jahre bey den Staad Frankfurt in Hotel die angelegenheit in Wien über zu geben habe ich innen 40 f CM gegeben, wie die abschlusiege antwort des 1852 Jahre gekommen ist, habe ich 20 f CM gegeben, jetzt habe ich 50 f CM gegeben, und den Medwecky habe ich wie mein Mann frei geworden ist 500 f CM gegeben, und jetzt ob wohl er mir nichts gemacht hat gebe ich auch wieder 500 f CM und er hatte uns gesagt daß er innen von die 1000 f CM. wenn er es von uns bekomt giebt er einen 100 f CM dazu, zulaglich verlangen Sie es jetz von ihm den was ich innen gebe daß ist nur mein wille den der Medweckie hat innen in meinen angelegen heit auch genohmen weill ich aber ihre Tüchtichkeit und vielle mühe die Sie wegen uns gemacht haben habe ich diesse kleine Summe gegeben nemlich die 110 f CM, auch schicke ich noch 100 f CM wen jetz mein Mann nach Pest geht meine nach Wien haben Sie die Güte davon die 20 f CM diessen Herrn wo ich versprochen habe dazu zu geben, aber von Medwecky verlangen Sie auch daß was er meine versprochen hat zu geben den von uns hat er diesse Summe was wier ihm versprochen haben die 1000 f CM gegeben [...]".
Zusammen 2 SS. Folio. Mit 2 eigenh. adr. Briefumschlägen. Beide Briefe an den Künstler und Schriftsteller Adi Rosenauer-Kölbl in Traunreut: "[...] Ich werde von der Galerie Dieter Brusberg, 3 Hannover, Friedrichswall 13, im Kubus, vertreten. Dort erschien auch der Werkkatalog 'Altenbourg', den ich Ihnen emprehlen darf [...]" (Brief am 24. April 1972). Im brief vom 12. Juli 1972 berichtet er von einem Aufenthalt im Elstertal: "[...] Die Landschaft dort zeigt ein Gesicht, wie ich es liebe, hügelwärts Wege, Kuppen und Schluchten mit undurchdringlichem Wald bedeckt. Überraschungen für das Auge, Grashänge mit Dornbüschen und überwucherte Lichtungen, alles eng beieinander [...]". - Auf Briefpapier mit Wasserzeichen "Geschoepft Buetten Koenigstein".
(1+1 =) 2 SS. 4to. Mit eh. adr. Kuvert. Begleitschreiben an den Mediziner und Autographensammler Joachim Ruf in Pfungstadt mit Dank für übersandte Texte, mit Freude über die bevorstehende Heynicke-Publikation Rufs, der Absage an eine Illustrationsanfrage und mit einem Verlagstipp: "Illustrieren oder bebildern will ich nicht, kann ich nicht, bin kein Illustrator und mag Bücher nicht, die man mit Grafik teuer macht (und die dann keiner liest). Am besten wäre ein junger Verlag, kein grosses Haus und kein bibliophiles, zum Beispiel könnte man die Janus-Presse in Berlin zu interessieren versuchen (Verleger ist der Mann von Christa Wolf) [...]". - "Da ich Manuskripte, private Papiere nicht in unbekannte Hände weggeben will, bitte ich Sie dieses Gedicht, extra abgeschrieben für Sie, für Ihre Sammlung anzunehmen [...]" (signiert mit Stern und abnehmendem Sichelmond). - Ohne die erwähnte Beilage.
Zusammen 8 SS. auf 4 Bll. 8vo. Davon zwei je 1½ SS. umfassende Gedichte. "Inmitten tausend Zeichen des Vergangnen streifend | Begreif ich endlich die Gebrechlichkeit der Welt. | Zwar wußt ich stets, daß nichts mir bleiben kann | Doch niemals, daß der Abschied gar so bitter fällt | Und eine Orgel Grams in sich begreifend, | Die röhrend der Register Schreckensglanz entfaltet, | Indes der Regentag in trägen Bächen schallet, | Die längs des Pflasters ziehn in grauen Wellen. | Europa riecht und Prag sieht aus den Schwaden | Blicklos, die kühl den Straßenraum mit Nebel laden [...] So viel über meine Stimmung", schreibt Brod am 22. November an seinen Freund Felix Weltsch. Zu seinem Befinden trägt auch ein Konflikt mit seiner späteren Lebensgefährtin Ester Hoffe bei, über den beide "bis zur Beendigung meines Buches" nicht reden wollen. Brod scheine es "einfach unmöglich und unmoralisch, daß sie Mann und Kinder verläßt". Er sehe jetzt, daß er "einen großen Fehler in der Sache gemacht habe". Der Konflikt hätte sich, wenn er "klug gelogen hätte, erst später ergeben". - Im zweiten Brief vom 30. Dezember bittet er Weltsch aufgrund ebendieser Auseinandersetzung mit Ester um eine "doppelte Buchführung": Felix solle "in zwei Hälften" schreiben, die eine nur für Brod bestimmt, "die andere so, daß auch E. H. sie lesen kann [...] Was bin ich also für ein Monstrum, daß ich mich nicht zur Wahrheit nach allen Seiten durchringen kann, obwohl ich nichts mehr wünsche als dies?". Er beschließt den Brief mit dem Gedicht "Hotel in Haifa" -"heute beendet".
Zusammen (1+1¾ =) 2¾ SS. auf 4 (= 2 Doppel-)Blatt. 8vo. An den namentlich nicht genannten Bildhauer Rudolf v. Weyr. I: Um 1870, im Vorfeld der österreichisch-ungarischen Nordpolexpedition, der sog. Payer-Weyprecht-Expedition, die von Graf Hans Wilczek initiert und finanziell unterstützt wurde: "Gf. Wilcek u. ich bitten Sie dem Comite meiner N. P. Exp. beizutreten. Es wird genügen ein- höchstens 2mal bei den Sitzungen zu erscheinen, sonst ist damit absolut keine Verpflichtung verbunden [...] Das große Comite besteht aus circa 70 Personen, die Arbeit selbst besorgt ein Ausschuß. Sie verehrter Freund möchten wir wenigstens im großen Comite haben [...]". - II: Über eine Ausstellung: "Ich danke Ihnen recht verbindlich für die zustimmende Erledigung meines Ansuchens Anfang Jänner ein großes Bild ausstellen zu dürfen. Die Ausstellungscom[m]ission wird mich zu einer Besprechung einladen, wie u. wo mein Bild ausgestellt werden soll. Am 8. Jänner muß ich nach Deutschland reisen u. bleibe eine Woche fern, es wäre mir daher sehr lieb wenn ich den von Ihnen erwähnten Herrn der Ausstellungscom[m]ission noch vor dem Beginn der Arbeiten der neuen Ausstellung sprechen könnte. Womöglich noch im Laufe des December. Der Tapezier[er] der Genossenschaft hat mein letztes großes Bild[,] die Bai des Todes[,] vor 2 Jahren sehr zwecksmäßig mit rothen Tüchern dekoriert. Das Gleiche könnte er wieder thun [...]". - Jeweils im linken Rand gelocht (geringf. Textberührung), sonst tadellos erhalten.
Zusammen 3 SS. auf Doppelblättern. 4to und 8vo. An den Mediziner Rudolf Rt. von Vivenot (1807-1884): „Verzeihen Sie meine Zuschrift und die Bitte, die sie enthält, den wahrhaft poetischen Eindrucke, den Ihr Schützling - wie Sie wohl begreifen können - auf ein Dichtergemüth machte. Ich habe beiliegendes Gedicht geschrieben, welches die poetische Wahrheit dieser geweihten Künstlerin zu schildern versucht. Ich weiß, daß Frl. Lind Gedichte, gute u. unbedeutende, genug bekommen hat und bekommen wird, was ihr zuletzt nothwendig ganz gleichgiltig werden muß. Ich wünsche aber nicht mit jenen, Sängerinnen [besingenden o. ä.] Versekünstlern verwechselt zu werden, die ihre Zeilen zudringlich oft mit Nebenabsichten, keineswegs poetischer Art, dem mit den hiesigen Namen unbekannten Gaste zusenden. Ich übermittle daher Ihnen das Gedicht mit der freundlichen Bitte, der Künstlerin es mit der gütigen Bezeichnung, von wem es kommt, als Ausdruck meines innigsten Dankes zu überreichen [...]“ (Br. v. 25. IV. 1846; ohne die erwähnte Beilage). - Prechtler war seit 1834 Beamter bei der Allgemeinen Hofkammer, wurde 1856 Nachfolger von Franz Grillparzer als Direktor des Hofkammerarchivs und trat 1866 wegen eines Augenleidens vorzeitig in den Ruhestand. Im Jahr darauf sah man ihn als Theaterdichter in München; einige seiner Dramen (so etwa ‚Die Kronenwächter‘, 1844) wurden auch am Burgtheater aufgeführt. Des weiteren verfaßte Prechtler 38 Opernlibretti, darunter das Textbuch zu Johann Joseph Netzers Oper ‚Mara‘ (1842). - Vivenot gründete 1848 den „Konstitutionell-monarchistischen Verein“; als sich die angestrebte Gründung einer patriotischen Partei nicht verwirklichen ließ, zog er sich jedoch aus der aktiven Politik zurück. Seit 1868 Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, wurde er 1872 Vorsitzender des Komitees zur Gründung des Sophienspitals in Wien; daneben war Vivenot Direktor des Unterstützungsvereins für Witwen und Waisen des medizinischen Doktor-Collegiums. - In altem Sammlungsumschlag.
Zusammen (1¾+2¾ =) 4½ SS. auf 3 Bll. (Gr.-)8vo. An den Metallgießer- und Sargfabrikanten Alexander Matthias Beschorner (1856-1935): "Sie werden mich aufs Herzlichste verbinden, wenn Sie mir in hochsommerlicher Verlegenheit eine kleine Freundschaft erweisen u. gegen Wort u. Handschlag bis 15. d. M. mit [...] fünfzehn Gulden aus der Klemme helfen wollen [...]" (a. d. Br. v. 6. VII. 1894). - Max Schlesinger war Mitarbeiter mehrerer Zeitungen und Zeitschriften, darunter das "Neue Fremdenblatt" und das "Wiener Tagblatt". "In dieser Zeitung veröffentlicht er alljährlich im Fasching ausführliche Berichte über sämmtliche Wiener Bälle unter 'Max', welche ihrer Originalität wegen eine Wiener Specialität geworden sind" (Eisenberg, Das geistige Wien, zit. n. DBA I 1108, 155). - Beide Briefe gelocht (minimale Buchstabenberührung).