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Zusammen (2½ + ½) SS. auf 1 Doppelblatt und 1 Einzelblatt. 8vo. An den klassischen Philologen Heinrich Karl Abraham Eichstädt: "Ew. Wohlgeboren empfangen hier im Auftrage des H. Dr. Lösch [d. i. der Theologe Johann Christoph Ernst Lösch] dessen 'Ostergabe', um selbige gefälligst in Ihrer Literaturzeitung [d. i. die "Neue Jenaische Allgemeine Literaturzeitung", die Eichstädt ab 1804 herausgab] anzeigen zu lassen. Zugleich füge ich ein Bändchen von mir selbst hinzu. Möcht' es Ihnen doch gefallen, die Critik desselben dem H. GKR Dr. Schott [d. i. der Theologe Heinrich August Schott] zu übergeben, dem ich früher schon ein Exemplar zugestellt habe, und der gewiß dazu willig sein wird. Ich habe keinen innigeren Wunsch, als von diesem Manne beurtheilt zu werden, der im theoretischen wie im praktischen Gebiete der Homiletik so hoch steht, u. eben so human als gerecht ist. Sein Urtheil würde großen Einfluß auf mich gewinnen im Lobe wie im Tadel [...]" (27. V. 1834). Auf dem Gegenblatt ein Schreiben Eichstädts an Schott: "Auf dem Rückblatte dieses Briefes [...] finden Sie [...] eine Bitte ausgesprochen, mit welcher ich gern die meinige vereinige. Wollten Sie auch von Lösch Ostergabe [...] eine kurze Anzeige übernehmen, so würden Sie mich doppelt verbinden. Ich bitte nur um 3 Zeilen Antwort auf die Rückseite [...]". Verso die Antwort Schotts: "Ich bin bereit, Schottins Predigten nebst Lösch Ostergabe anzuzeigen [...]". - An einen namentlich nicht genannten Herrn Doktor: "Bedrängt von der Zeit, übersende ich Ihnen hier auf Ihre gütige Aufforderung ein paar dichterische Kleinigkeiten für Ihr Lutherisches Album, u. verharre, Glück dazu wünschend mit ausgezeichneter Hochachtung [...]" (21. X. 1845).
Zusammen (2+2½ =) 4½ SS. auf 4 (= 2 Doppel)Blatt. (Qu.-)(gr.-)8vo. An seinen Schneider: "Ich danke Ihnen für die schleunige Übersendung der Muster und ersuche Sie nun mir aus dem blauen Stoffe einen ganzen Anzug mit Sacot [!] wie die letzten ganzen Anzüge anfertigen zu lassen [...]. - Ein Karte mit goldgepr. Vignette.
Zusammen (2+2 =) 4 SS. auf 3 Bll. Gr.-4to und 8vo. An eine Dame mit Dank für eine Einladung (undat. Brief) bzw. an einen Herrn mit Dank für die Zusendung der "Weimarer Blätter": "[...] Ich bin über deren Inhalt aufs tiefste beglückt und insbesondere haben mich Ihre Sachen angezogen! Sie sind wirklich aus dem Geiste der Musik geboren [...]" (Br. aus Leipzig v. 9. VII. 1919; im linken Rand gelocht (geringf. Textberührung)).
Zusammen 6 SS. auf 4 Bll. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Herr Findel [wohl der Schriftsteller und Verleger Gottfried Joseph Gabriel Findel] sagt mir eben, Sie haben gestern Abend im Comité mitgetheilt, ich werde für die D.A.Z. einen Artikel über die Wahlcandidaten schreiben. Ich habe die Abfassung eines solchen Artikels, den Hr. Findel mitgenommen hat und Ihnen übergeben wird, nur in der festen Zuversicht übernommen und übernehmen können, daß ich, wie Sie mir gestern Mittag entgegenbrachten, als Verfasser unter keinen Umständen genannt werde. Über meinem Kopfe hängt nicht nur das Damoklesschwert des Preßgesetzes, sondern das zweite des Disciplinargesetzes, und wenn ich der festen Überzeugung bin, bisher Nichts gethan zu haben, was ich nicht vor irgend einer Instanz vertreten kann, so gilt das nicht von dem besagten Artikel [...]" (25. VIII.). - "Indem ich Ihnen zunächst den Empfang des - sehr unerwarteten - Honorars für meinen kleinen Artikel in der Zeitung dankend bestätige muß ich über die mir gleichzeitig von Ihnen angezeigte Cooptation in den Ausschuß der freisinnig-deutschen Partei Folgendes bemerken. Ich anerkenne vollkommen die Ehre, welche mir durch diese Wahl erwiesen wird und danke dem Ausschuß herzlich für sein Vertrauen. Ob ich aber die Wahl annehmen kann ist mir nicht unzweifelhaft, und zwar deswegen weil ich in der Regel mit Berufs- und wissenschaftlichen Arbeiten so überladen bin, daß ich für diese kaum die nöthige Zeit aufzutreiben weiß [...]" (8. IX.).
Zusammen 6 SS. auf Doppelblättern. 8vo. Mit einem eh. adr. Kuvert. "Sie drücken in [dem Brief v. 8. XI.] den Wunsch aus, ich möchte bei Ihrem Vormunde meinen Einfluß geltend machen, damit er Ihnen erlaube die militärische Carriére zu ergreifen. Ich bin recht gern bereit dies zu thun müßte aber vor allem wissen wer Ihr Vormund ist [...]" (Br. v. 22. XI. 1882; auf Briefpapier mit gepr. Wappenmonogramm). - In altem Sammlungsumschlag.
2 SS. auf 2 Bll. 4to und 8vo. In französischer Sprache an einen Redakteur über das Manuskript seines Romans "La Jeunesse morte", das er ihm erst in ein paar Tagen schicken könne, da es sich im Moment bei Jacques Rouché (1862-1957), dem Leiter der Grande Revue befindet, der, gemeinsam mit Ernest Lavisse (1842-1922) von der Revue de Paris, der erste war, bei dem seine Essays Aufnahme fanden. Erwähnt ferner den Dramatiker Eugène Brieux (1858-1932), der ihm vom Interesse des Redakteurs erzählt hat, mit der Bitte, etwaige Fehler in der Abschrift zu entschuldigen: "Monsieur Brieux m'a dit que vous vouliez bien lire mon manuscrit de 'La Jeunesse morte' dans un très rapide délai. Et voilà que le retard vient de moi. A mon grand regret, il me faut attendre quelques jours avant de vous le communiquer. Il est en ce moment dans les mains de Directeur de la Grande Revue. Je lui devais de le lui faire connaitre d'abord puisqu'il fut des premiers, avec Monsieur Lavisse, de la Revue de Paris, à bien accueillir mes 'essais'. Mais je compte pouvoir disposer de mon manuscrit au commencement de la semaine prochaine et je me le ferai poster. Vous voudrez bien, en le lisant, excuser les fautes d'une copie hâtive et que je n'ai pas eu le temps de relire [...]" (Lille, 9. X. 1921). - An den Schriftsteller und Verleger Maurice Delamain (1883-1974) mit der Bitte, ihm den dritten Band der "Correspondance de C. A. Saint-Beuve" zukommen zu lassen, sowie dem Hinweis, seine Besprechungen der beiden ersten Bände bereits vor längerer Zeit verfasst zu haben: "J'ai longuement rendu compte du 1er volume puis du 2de volume de la correspondance de Sainte Beuve lors de leur publication. Je vous sauvais gré de me faire le service du 3ième volume, si cela vous est encore possible [...]" (Paris, 24. X. 1938). Mit Stempel der Librairie Stock in Paris. - Kleinere Randläsuren.
Zusammen (3½+3½ =) 7 SS. auf 4 Bll. 8vo. An einen namentlich nicht genannten Adressaten über seine Wahl zum Vertreter der Stadt Linz im Reichsrat: "Die gestrige Wahl, welcher [!] hier u wie ich glaube auch in Wien mit ziemlicher Spannung erwartet wurde, ist vorüber u der Sieg zweifellos auf unserer Seite. Durch den thatsächlichen Erfolg ist mir wirklich ein Stein vom Herzen genommen; denn ich war stets von der ernsten u immer allseits ausgesprochenen Besorgniß beherrscht, daß die Aufstellung meiner Person als Candidaten die ohnehin schon recht schwierige Lage noch mehr zu unseren Ungunsten verkompliziren würde [...]" (a. d. Br. v. 13. I. 1888).
Zusammen 5½ SS. (Gr.-)8vo. Jeweils mit eh. Adresse. An den Mediziner Rudolf Rt. von Vivenot (1807-1884): „Will you allow me to introduce to you my cousin Mr. Robert Ross of Bladensburg. He is the son of a very distinguished officer in our service [...]“ (Br. v. 17. VII. 1839; mit kl. Ausriß durch Siegelbruch). - „I cannot allow Herr von Himmelstein to leave Munich without writing a few lines to assure you of my gratitude for the many kindnesses you have shown me during my residence in Vienna [...]“ (undat. Br., auf Briefpapier mit einem hübschen Stahlstich von Bad Kreuth). - Rudolf Rt. von Vivenot gründete 1848 den "Konstitutionell-monarchistischen Verein"; als sich die angestrebte Gründung einer patriotischen Partei nicht verwirklichen ließ, zog er sich jedoch aus der aktiven Politik zurück. Seit 1868 Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, wurde er 1872 Vorsitzender des Komitees zur Gründung des Sophienspitals in Wien; daneben war Vivenot Direktor des Unterstützungsvereins für Witwen und Waisen des medizinischen Doktor-Collegiums. - In altem Sammlungsumschlag.
Zusammen 5 SS. auf Doppelblättern. 8vo. An Wilma Baronin Haerdtl betreffs der Übersendung von Photographien. - Die bewegte Laufbahn des großen deutschen Staatsmannes begann im sächsischen diplomatischen Dienst, der ihn nach Berlin, Paris, München und London führte. Seit 1849 in hohen Funktionen im sächsischen Außen- und Kultusministerium sowie im Innenministerium tätig, setzte er seine antipreußische Politik als österreichischer Außenminister und Staatskanzler fort, einmal durch vorsichtige Annäherung an Frankreich und Rußland, zum anderen durch eine staatliche Reorganisation der Donaumonarchie. Kurz vor seinem Rücktritt bereitete er in den Gasteiner Gesprächen mit Bismarck 1871 die Annäherung zwischen Österreich und dem Deutschen Reich vor. Später wieder in den diplomatischen Dienst zurückkehrend, wurde er österreichischer Botschafter in London, 1878 in Paris. “Im sächsischen Staatsdienst war Beust einer der markantesten Vertreter deutscher mittelstaatlicher Politik; sein Wirken als Leiter der österreichischen Politik in den für die Doppelmonarchie kritischen Jahren von 1866 bis 1871 war bedeutend, ist jedoch in der Forschung nicht unumstritten” (DBE). - Der Br. v. 15. XII. auf Briefpapier mit gepr. Monogramm.
Zusammen (2½+2 =) 4½ SS. auf 4 Bll. An den Astronomen Wilhelm Förster: "[...] Directions have been given to complete the set of our Publication for the Berlin Observatory, and the missing Volumes, mentioned in your letter, have already been despatched to Berlin [...]" (7. V. 1866). - I have the pleasure to inform you that I have despatched your Diplom as an Associate of the Royal Astronomical Society to you through the Prussian Embassy in London, and I trust that it will reach you safely. It would have been sent earlier but I could not readily find a sure mode of getting it conveyed to you [...]" (4. VII. 1866).
Zusammen (3 + 2½ =) 5½ SS. auf 2 Doppelbll. 8vo. Beide Briefe an die Redaktion von "Velhagen und Klasings Monatsheften", die ihren Roman "Sieben Schwerter" in Fortsetzungen veröffentlichen wollte: "Beifolgend erhalten Sie den fertigen Roman 'Sieben Schwerdter'. Bis Seite 300 haben Sie das Werk gelesen, ich hoffe daß das letzte Drittel des Romanes Ihnen noch beßer gefällt als die ersten beiden Drittel. Nun die pecuniäre Frage. Herr Kröner [d. i. Adolf Kröner, der Herausgeber der "Gartenlaube"] hat mir für Rahel & Lea siebentausend Mark, Herr Bong & Comp achttausend Mark für 'Empor' gegeben. Der erstgenannte Roman ist ein Band von geringem Umfang, noch nicht halb so lang als die 'Sieben Schwerdter'. Herr Bong hat nach Rahel & Lea den Preis für 'Empor' ausgerechnet, der etwas länger ist. Die Summe welche ich mir heute, diesem Maßstab folgend für den vorliegenden Roman ausrechnete, kam auf 12,570 Mk. heraus. Ich kenne Ihre Honorare nicht, ich soll zum erstenmal mit Ihnen in Verbindung treten u. ich will keinesfalls, daß die Geldfrage ein Hinderniß sein soll [...]" (24. II. 1892). - "Den Auseinandersetzungen Ihres Briefes vom 1. d. bin ich aufmerksam gefolgt, der Richtigkeit vieler Ihrer Bemerkungen, dennoch aber würden diese allein mich nicht zum Entgegenkommen bestimmen. Für mich fällt ins Gewicht, daß ich zum ersten Mal bei Ihnen und vor Ihrem, als besonders gebildet bekanntem Leserkreis erscheine. Der ideelle Gewinn der mir daraus erwachsen kann und hoffentlich wird, steht mir höher als die Honorardifferenz zwischen Ihrem Angebot und meinem ursprünglichen Vorsatz, als Mindestpreis etwa zehntausend Mark zu nehmen. So hoffe ich denn, obgleich ich die Veröffentlichung in Monatsheften für nie so günstig halte, wie die in achttägig erscheinenden Journalen, daß Ihren Lesern die 'Sieben Schwerdter' gefallen mögen, und sehe der Überweisung des Honorars entgegen, von 9000 Mk. [...]" (3. III. 1892). - "Sieben Schwerter" erschien noch im selben Jahr als Fortsetzungsroman; "Rahel und Lea" war 1891 in der "Gartenlaube" erschienen; der Roman "Empor!" wurde 1892 von Bong & Co in Berlin publiziert.
Zusammen 3 SS. Kl.-8vo. An einen namentlich nicht genannten Redakteur, dem er eine Strophe zu einem jüngst eingesandten Gedicht nachreicht und von einem geplanten Festalbum "anläßlich des Habsburgerfestes" berichtet. In dem zwei Tage darauf verfaßten Schreiben urgiert er eine Entscheidung über den den Abdruck seines Gedichtes: "Es wäre mir sehr angenehm, wenn eine baldige Entscheidung in Bezug auf das Gedicht "Heilige Nacht" getroffen und dasselbe im Falle der Nicht-Annahme retourniert würde, damit ich es noch rasch anderweitig placieren kann [...]". - Nagele war Professor an der Staats-Oberrealschule in Marburg und Obmann der dortigen Ortsgruppe des deutschen Schulvereins, als welcher er eine "so rührige und erfolgreiche Thätigkeit entfaltete, daß sein Name nicht nur in Österreich, sondern auch in Deutschland bekannt wurde, die aber sein weiteres Fortkommen erschwerte" (Hinrichsen, Das literar. Dtld., zit. n. DBA I 883, 147). - Ohne die erwähnte Beilage. - Tinte durch alten Wasserfleck etwas verlaufen, sonst in gutem Zustand.
Zusammen 3½ SS. auf 2 Bll. 4to. Mit eh. adr. Kuvert bzw. eh. Adresse (Faltbrief). An den Kulturattaché und Botschaftsrat Peter Schoenwaldt (1934-2004): "Hab' vielen Dank für Deine guten Wünsche zur Eröffnung der Galerie und meines neuen Domizils [...] Der Neuanfang läßt sich sachte an, aber nicht hoffnungslos. Offensichtlich habe ich kein gutes Händchen mit Personal und sehe mich nun gezwungen, das Geschäft aufzugeben, was mir doch sehr schwer fällt, aber es ist wohl nicht anders zu arrangieren [...]" (a. d. Br. v. 6. X. 1981; auf Briefpapier mit gepr. Briefkopf).
(1+1½ =) 2½ SS. auf Einzelblatt und Doppelblatt. 8vo und Folio. Beide Schreiben an einen Regierungsrat. Mit einer Einladung zu einem möglichen Treffen im Belvedere am folgenden Tag: "Es wird mich freuen Sie daselbst zu empfangen [...]" (30. I. 1894). Mit dem Angebot, zu jeder Zeit mit Auskunft bereit zu stehen, und zur gewissenhaften Mitteilung von Änderungen: "Habe mit Dank Ihre Bekanntgabe entgegengenommen, und Selbe auch Seiner kais. Hoheit mitgetheilt [...] Und können Sie überzeugt sein, daß wenn wichtige Vorfallenheiten vorkämen, oder bedeutende Veränderungen, ob zum Schlimmeren oder Besserem, hoffen wir zu Gott, stets zu Letzterem auftretten würden, ich Sie Jedenfalls stets verständigen möchte [...]" (15. IX. 1895). - Erzherzog Franz Ferdinand erkrankte während seiner Militärzeit mehrmals an Lungentuberkulose, an der schon seine Mutter gestorben war, schied im Herbst 1895 deswegen vorübergehend aus dem aktiven Dienst und absolvierte verschiedene Kuraufenthalte, so am Mendelpass bei Bozen, mit späterer erfolgreicher Rekonvaleszenz. - Ein Brief mit gepr. Wappen. Ein Brief mit eh. Notiz und U. ("Halm"), leichtem Tintenabklatsch, etwas gebräunt und verso leicht braunfleckig.
Zusammen 5 SS. auf Doppelblättern. 8vo. “Ihr Herr Bruder theilte mir mit, daß sich Herr Stadtrath im Besitze einer großen Partezettel Sammlung befinden; als Genealoge und Familienforscher würde ich Sie sehr bitten nachsehen zu wollen, ob sich die Todesanzeigen zweier Ahnfrauen meiner Familie in Ihrer Sammlung vorfinden [...]”. - Im linken Rand gelocht (geringe Textberührung). - In altem Sammlungsumschlag.
Zusammen (1+1 =) 2 SS. auf 3 Bll. 4to. Ein Brief mit eh. Adresse verso. An einen Bekannten mit Dank, ihn als Mitglied für die Reale Accademia dei Filomati in Lucca vorgeschlagen zu haben: "Quanto più spontanea la graziosità di V. S. [...] nel propormi a Socio della coppiena, e Reale Accademia dei Filomati di Lucca, tanta maggiore la mia sorpresa, e più profonda la mia gratitudine [...]" (8. III. 1835). - Über ein nach Rom geschicktes Paket: "Nell ultimo mia obbliai di dirle, che trasmisi a Roma il pacco della versione, e il diressi al P. Trovinciale [...] (9. X. 1821). - Ein Brief mit kleinen Randläsuren.
Zusammen 2 SS. auf Doppelblättern. 8vo. An die k. k. Universitätsbibliothek in Wien, die er einmal um Zusendung eines Buches und einmal darum ersucht, “als Entschuldigung für das längere Behalten der Bücher [die] eingetretene Krankheit des Gefertigten gelten zu lassen [...]”. - 1892 zum Priester geweiht und hernach in Berlin und Wien Theologie, Philosophie und orientalische Sprachen studierend, lehrte der aus Hörde (heute Dortmund) stammende Gelehrte seit 1895 Ethnologie und Linguistik am Missionshaus St. Gabriel in Mödling (Niederösterreich). 1906 gründete er die internationale Zeitschrift für Völker- und Sprachenkunde ‘Anthropos’, deren Herausgeber er 1906-22 und 1937-49 war. Sich 1921 für Völker- und Sprachenkunde in Wien habilitierend und später als Ordinarius, entwickelte Schmidt im Kreis von Martin Gusinde, Wilhelm Koppers und Paul Schebesta eine Wiener Schule der Ethnologie. Ende der zwanziger Jahre in Rom und seit 1938 als Ordinarius in der Schweiz, lehrte Schmidt gegen Ende der 40er Jahre noch einmal als Gastprofessor in Wien. Zu den “bedeutendsten Vertretern der Kulturkreislehre” zählend (DBE), versuchte Schmidt in seinem Hauptwerk (‘Der Ursprung der Gottesidee’, 1912-55) den Nachweis zu erbringen, daß die aus einem rationalen Kausalbedürfnis entstandene kultische Verehrung eines höchsten Wesens die Urform der Religion darstellt. Vgl. Brockhaus, 17. Aufl., s. v. - Der Brief vom 3. Mai mit Rundstempel des “Missionshaus St. Gabriel”.
(2½+4 =) 6½ SS. auf 2 Doppelbll. 8vo. An den Maler C. Müller, ein prachtvoller Bekenntnisbrief über Glauben und religiöse Malerei: "Das Motiv in Mittenwald, von dem Sie sprechen, muss famos sein. Aber das könnte kein Landschafts-Bild im gewöhnlichen Sinne werden. Dafür ist der Gegenstand zu gross und der Herrgottssohn, der auch den Raum des Gebirges überragt, müsste nicht der leidende, am Kreuze Hängende sein, nein, er müsste, wenn ihm auch das Kreuz am Rücken stehe, der Armausbreitende, er müsste jener sein, der alles aus der Tiefe an sich heranzieht: Kommet her zu mir, die Ihr mühselig und beladen seid [...] Die Kunstausstellungen haben so was von offiziellen Wohlfahrts-Ausschüssen; aber das ist ja nicht Kost für die Seele; sie haben nichts vom Sternhimmel, der sich in tiefen Gewässern spiegelt und das Herz ruhig, andächtig macht [...]" (18. IX. 1895). - Entschuldigt sich bei dem Adressaten für seine kurz gehaltene Rückmeldung, dass er gerne den Maler Müller kennenlernen möchte: "Ich bin durch längeres Unwohlsein in meinen Arbeiten stark zurück und muss jetzt, wo ich wieder zugreifen kann, arbeiten, was Zeug hält, um das Versäumte einzuholen [...]" (6. III. 1895). - Etwas braunfleckig.
Zusammen (1+1 =) 2 SS. auf 1 Doppelblatt und 1 Einzelblatt. Mit eh. adr. Kuvert bzw. eh. Adresse verso (Faltbrief). (Qu.-)8vo. An Herrn Kornberger in München: "Von vielen Seiten gedrängt, kan ich die Zeit nicht mehr erwarten in der mir Geld eingeht, ich scheide also aus der Welt. Leben Sie wol! Sagen Sie der Familie Rastorf, namentlich Baronin Aretin meinen herzinnigsten Dank für ihre mehrfachen Freundschaftsbeweise die ich seit drei Jahren erhalten. Gott segne Sie dafür! Meine Schuld wird Frau v. Hilbert übernehmen, und bezahlen. Gott mit Ihnen! [...]" (3. XII. 1854). - Der Poststempel auf dem beiliegenden Kuvert trägt das Datum 5. I. 1855, verso die Zeile "Letzter Brief des Grafen Mailath", wohl von Empfänger- oder Sammlerhand. Mailáth hatte zwei Tage zuvor, am 3. Jänner 1855, gemeinsam mit seiner Tochter Henriette im Starnberger See Selbstmord begangen. - An den Regierungsrat Georg Wilhelm von Raumer in Wien: "Das Hochamt in der k. k. Hofburgkapelle, ist Morgen um elf Uhr, haben Sie also die Gefälligkeit sich um drei viertel auf elf Uhr zu mir zu bemühen [...]" (o. O. u. D.). - Mit montiertem Zeitungsausschnitt. Das Kuvert und der undatierte Brief auf Papierträger montiert.
Zusammen (4+¾ =) 4¾ SS. auf 3 Bll. (Kl.-)8vo. Beide Briefe an den Schriftsteller Walter Opitz, der ihm seine Gedichte zugesandt hatte: "Lieber Herr Opitz! Nach und nach habe ich nun alle litterarischen Herrlichkeiten, mit denen Sie mich bedachten (nicht wahr, auf die beiden Zukünfte, die ich noch vorgestern in meinem Briefkasten fand, verdanke ich Ihnen?) verständnisinnig ausgekostet: vor allem Ihre Verse, aus denen ein so vornehmes und sympathisches Talent zu mir sprach. Lassen Sie mich Ihnen für den reinen Genuß, den mir die Lektüre gewährte, von Herzen Dank sagen. Ich untersage es mir, diesem Dank einen übertriebenen und falschen Nachdruck zu geben, indem ich die großen Wörter des Lobes und der Begeisterung hervorsuchte, mit denen man sich bei solchen Gelegenheiten erkenntlich zu zeigen pflegt. Sie selbst würden mich auslachen, wenn ich behauptete, daß diese Gedichte irgend etwas verblüffend Neuartiges und Kühnes nach Form oder Inhalt an sich hätten. Ich verhehle sogar weder mir noch Ihnen, daß vielen davon (und nicht zuletzt diejenigen, die von der Romanzeitung veröffentlicht worden sind) etwas wesenlos Epigonenhaftes eigen ist, - wobei übrigens immer noch die Glätte und Anmuth der Form zu bewundern übrig bleibt. Dieser sicheren Grazie gegenüber ist es desto verwunderlicher, daß bei den humoristischen Sachen hie und da kleine böse Geschmacksentgleisungen mitunterlaufen, eine gelegentliche Plattheit, eine allzu triviale Scherzhaftigkeit, - obgleich es eigentlich dumm ist, an so liebenswürdigen Keckheiten kritisch herum zu nörgeln [...]" (16. XII. 1902). - Der Brief aus Kalifornien vom 3. IV. 1947 bespricht eine Retoursendung seiner "Lotte in Weimar", die ihm zurückgesandt worden war "mit dem Bedeuten, dass in die russische Besetzungszone keine Bücher geschickt werden dürfen. Da kannst nix machen, wie wir Altbayern sagen zu sagen pflegten […]". - Walter Opitz (1879-1963) gehörte um die Jahrhundertwende zum selben Kreis wie Thomas Mann, Armin Martens und die Brüder Carl und Paul Ehrenberg. - Beide Briefe im linken Rand gelocht (geringe Buchstabenberührung); der Brief von 1947 etwas angeschmutzt und mit kleinen Randeinrissen.
Zusammen (1+2¾ = ) 3¾ SS. auf 3 Bll. 8vo. An den Dramaturgen und Theaterdirektor Gerhard Gutherz: "Ich gab dem Verlag Kurt Wolff Auftrag, Ihnen ein Exemplar meines Dramas 'Eine Königin Esther' zu senden. Über 'Fälscher' erhoffe ich baldige Nachricht [...]" (München, 26. IV.). - "Seit der Unterredung mit Ihnen habe ich nach Königsberg nicht geschrieben und so die Frage der Uraufführung gewissermaßen offen gelassen. Ich glaube noch immer, bei Direktor Rosenheim durchsetzen zu können, daß er die Uraufführung Ihnen überläßt, - nur müßte ich nun bald im Besitz Ihrer Entscheidung sein [...] Auch Ihr persönlicher Eindruck beim zweiten Durchlesen von 'Esther' und 'Fälscher' würde mich sehr interessieren [...]" (Prag, 8. VI.). - Sehr gut erhalten.
Zusammen 2 SS. Kl.-4to. An einen namentlich nicht genannten Adressaten über sein Arbeit: “[...] es würde mich in der That sehr freuen, wenn Ihnen mein handkoloriertes Holzschnittbuch so gut gefallen sollte, dass Sie ihm gern eine freundliche Besprechung in den Bibliophilen Kalendern widmen wollten. Es ist zwar noch lange hin bis zu seinem Erscheinen und die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, dass bis dahin die kleine Auflage von 120 Exemplaren vergriffen sein möchte [...] Ich glaube es giebt [!] wenig Bücher, in denen so viel persönliche Arbeit eines Einzelnen steckt, allein das Kolorieren der 20 Holzschnitte und 17 Vignetten würde ein Berufskolorist kaum für weniger als 32 Mark, der Preis des ganzen Buches, machen können [...]”. - Der Bruder des Architekten August Endell (1971-1925) studierte in München und Paris, war seit 1900 fast ausschließlich als Holzschneider tätig und schuf neben Glückwunschkarten, Exlibris und anderem Buchschmuck verschiedene Mappenwerke. Das in unserem Brief nicht namentlich erwähnte Werk erschien tatsächlich erst 11 Jahre später unter dem Titel ‘Tod und Trost’. - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf und Vignette in Holzschnitt, die einen Holzschneider bei der Arbeit darstellt.
3 SS. auf 2 Bll. Folio und 4to. An Ernst Fst. von Schwarzenberg betr. einer Weisung an die Finanzdirektion zu Passau (Br. v. 12. X.; mit größerem Einriß am oberen Blattrand) bzw. einer Note an das kgl. bayerische Ministerium, "worin ich Hochdero Gesuch um Einrückung [?] in die durch das Ableben des Freyh. v. Neuenstein erledigte sustentations-Rente unterstützt, und von deren Zuhalte ich unter dem heutigen der geh. Hof- und Staats Canzley Rechenschaft abgelegt habe [...]" (Br. v. 15. XI. 1816).
Zusammen 2 SS. Qu.-4to. bzw. 8vo. An einen Exlibrissammler: “In Beantwortung Ihrer Zeilen teile ich Ihnen mit, dass ein ex-libris von meiner Hand 250 M kostet [...] Auf Ihren Wunsch übersende ich Ihnen zur Auswahl 23 ex-libris. Der Preis für die signierten Exemplare beträgt 20 tsch. Kr., für die nichtsignierten 15 tsch. Kr. [...]”. - Der in Bayreuth geborene Neffe des Malers Wilhelm von Diez (1839-1907) studierte an der Münchner Kunstgewerbeschule und 1888-92 als Schüler Hackls und R. Seitz' an der dortigen Kunstakademie. Seit 1896 durch seine Mitarbeit an der Zeitschrift "Jugend" einer größeren Öffentlichkeit bekannt, schuf Diez "Fresken, Glasfenster, Mosaike sowie graphische Folgen, darunter ein dreiflügeliges Mosaikbild in der Universität und Wandbilder im Ehrensaal des Deutschen Museums in München" (DBE). Seit 1907 als Professor für figürliche Dekorationsmalerei und Illustration an der Münchner Kunstgewerbeschule tätig, wirkte Diez seit etwa 1925 als Lehrer an der dortigen Kunstakademie. Vgl. auch Thieme/Becker IX, 280f. - Der Br. v. 16. X. 1947 mit gedr. Briefkopf.
Zusammen (1+2 =) 3 SS. auf 3 Bll. Gr.-4to. Jeweils mit eh. Adresse (Faltbriefe). An den Juristen Hieronymus von Bayer zur Übersendung einer "Prozeßschrift" (13. X. 1829) bzw. eines Pakets "im Auftrage des Herrn Professor Müller [...] mit dem Bemerken, daß derselbe mir ein Exemplar des Buches direct zugestellt hat, also die einliegenden für die ältern Herrn Collegen ausschließlich bestimmt sein werden [...]" (22. VII. 1840). - Jeweils mit kleinen Randausrissen und -läsuren.