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1 S. An einen namentlich nicht genannten Adressaten mit dem Ersuchen "um eine Theilnehmer-Karte für die am 16 d. M. stattfindende Grün-Feier". - Neuwirth, 1864 Mitbegründer der "Neuen Freien Presse", veröffentlichte zahlreiche politische und volkswirtschaftliche Artikel und wurde 1873 von der Brünner Handelskammer ins Abgeordnetenhaus entsandt , wo er als Mitglied zahlreicher Ausschüsse als Autorität für budgetäre Angelegenheiten, Fragen der Steurreform sowie der Bank- und Zollpolitik galt. Als Mitglied der Schriftstellervereinigung Concordia und als Obmann des Pensionsfonds entfaltete er gleichfalls reiche Aktivitäten; sein Hauptwerk ist "Bank und Valuta in Österreich-Ungarn".
1 S. Kondoliert einem namentlich nicht genannten Adressaten “zu dem überaus schweren Verluste, der so jäh über Sie verhängt ward”. - Seit 1869 neben seiner Tätigkeit im Schuldienst zugleich an der Universität Leipzig tätig, gab Lipsius 1877 den Schuldienst zugunsten des Ordinariats für klassische Philologie auf; 1891/92 war er Rektor der Universität, 1914 wurde er emeritiert. Lipsius beschäftigte sich fast ausschließlich mit griechischer Philologie, vor allem attischer Prosa, Staats- und Rechtsaltertümern. Als sein Hauptwerk gilt ‘Das attische Recht und Rechtsverfahren’ (3 Bde., 1905-15).
1 S. Carte de Visite-Format. "[...] war verreist u. übersendet anbei für die Ehrenkarte 20 Kr.". - Strasser war Dirigent an Wiener Theatern und Präsident des Raimund-Theater-Vereines. - Beiliegend ein von fremder Hand beschr. Kuvert "Frau Lina Ginzberger's Autographen-Sammlung. Leider nur ein sehr geringer Beitrag". - Lina Ginzberger war die Gattin T. Ginzbergers, Univ.-Assistent und Inspektor der Kaiser-Ferdinand-Nordbahn.
1 S. "Sendet anbei das Gewünschte nebst Beilage - mit allerherzlichstem Gruß". - Der Vormärz-Lyriker Hermann Rollett wurde wegen revolutionärer Gesinnung polizeilich verfolgt, floh 1845 nach Deutschland und später in die Schweiz. 1854 vorübergehend nach Österreich zurückgekehrt, promovierte er 1857 in Gießen zum Dr. phil. und studierte später Pharmazie in Wien. Rollett gehört neben Moritz Hartmann und Hermann Jellinek zu den bekannteren Vertretern der Bewegung "Junges Österreich" und bekannte sich zum Deutschkatholizismus. - Ohne "das Gewünschte nebst Beilage".
Zusammen 2 SS. Je ca. 8:11 cm. An den Journalisten Dr. Held: “Gestern hier angekommen, lese ich heute die mich betreffende Theaternotiz im Tagblatt, bitte hiemit höflichst, selbe gütigst zu berichtigen, daß von meiner Di[rekti]ons Müdigkeit gar keine Rede sein kann, sondern daß ich gegentheilig alle Anstrengungen mache, baldigst den Thron einnehmen zu können [...]”. - Der in Wien geborene Verfasser von zahlreichen Wiener Volksstücken, Possen und Parodien redigierte von 1879-91 die Zeitschrift ‘Hans Jörgel von Gumpoldskirchen’ und war von 1882-85 Direktor des Wiener Theaters in der Josefstadt. Vgl. Kosch II, 1373 und Giebisch-G. 209 (‘Kostia’) sowie Czeike I, 594 (‘Costa’).
Zusammen 2 SS. Qu.-8vo bzw. Carte d'Visite-Format. Mit 1 eh. adr. Kuvert. Die Visitkarte mit eh. Erwiderung von Josef Weselys Wünschen an denselben. - Auernheimer wurde 1906 durch die Protektion von Theodor Herzl, seiner Mutter Cousin, Redakteur bei der "Neuen Freien Presse" und verkehrte in dem von Karl Kraus geschmähten literarischen Kreis des "Jungen Wien". Dort zum Theaterkritiker avanciert, leitete er bis 1933 das Burgtheaterreferat. Seit 1922 war er Vizepräsident des Österreichischen P.E.N-Clubs. Im März 1938 in das Konzentrationslager Dachau deportiert, verwendeten sich der Schriftsteller Emil Ludwig und der amerikanische Diplomat Prentiss Gilbert für ihn, so daß er bereits im Herbst 1938 in die USA emigrieren konnte. Seine Stoffe "vornehmlich aus der mondänen Gesellschaft" wählend (Kosch I, 61), schrieb Auernheimer neben zahlreichen Komödien und Novellen u. a. den Roman "Metternich" (1947); seine Autobiographie "Das Wirtshaus zur verlorenen Zeit" erschien 1948.
Visting card format (105 x 68 mm). 2 lines. In the name of Coppée, to thank the writer and illustrator Ferdinand Calmettes for his "beautiful novel 'Melle Volonté'": "Avec ses affectueux remerciements pour l'envoi du beau roman 'Melle Volonté'". Almost entirely forgotten today, Fernand Calmettes (1846-1919) published "Melle Volonté" in 1891. - On a printed visting card "François Coppée de l'Académie Française". - Some browning and somewhat dusted.
Fine Turkish Original card-de-visit of Abdülhalik Renda, he was the president of the Grand National Assembly of Turkey in c. 1940s with hs autograph notes as "Tebriklerinize tesekkür eder, bilmukabele kulular". 5,5x9 cm.
Visiting card format. 1 page. Visiting card from Huberty's time at the Paris Opera (1916-39) with a list of four names in two hands, written in brown and black ink, with a Paris address in crayon. - Well preserved.
5 lines. Visiting card format. Qu.-12mo. On lithographed visiting card "Ferdinand Brunetière, de l'Academie Française. 22, Boulevard Colbert. [...] 128, Rue de Rennes", written to a friend with the request to transmit a present to the French poet M. Ch. Morice: "Mon cher ami, Je vous serais reconnaissant de vouloir bien faire remettre, [...] de la présente, pour M. Ch. Morice, la collation de mon Venours. Mille amitiés de votre tout devoué [...]". - Brunetière became 1893 principal editor of the magazine "Revue des Deux Mondes".
Visiting card format. Envelope (144 x 84 mm). To Paul Flat (1864-1918), French essayist and editor, being touched by the congratulations and sending his best regards: "[...] très touché des fèlicitaions de son cher et éminent confrère M. Paul Flat, le prié d'accepter ses meilleurs remerciements [...]". - 1900 Bergson became Professor at the Collège de France. - On lithographed preprinted visiting card, noting "Henri Bergson Membre de l'Institut, Professeur au Collège de France, Villa Montmoreney / 18. Avenue des Tilleuls / Auteuil". Collector's note in blue pencil.
Visiting card format. 5 lines. Thanking an unnamed recipient: "Merci cher Monsieur pour toutes vos sympathies. J'en suis profondement touché". The visiting card from Carvalho's time as director of the Opéra-Comique (1876-1887 and 1891-1897) with the lithographed inscription: "Directeur du Théâtre National de l'Opéra Comique". - Some browning. Staple holes.
2 pp. The envelope oblong 8vo. Both to the bookseller and publisher Louis Soullié: "A. Rodin [this printed] passera voir Monsieur Soullié 228 rue Saint Honoré demain [...]". - Envelope postmarked like above; both written in another hand.
Kleines Visitkartenformat. Aus Holz.
Visitkartenformat. Lithogr. Visitenkarte mit der Aufschrift: "Dr. Heinrich Laube, Direktor des Wiener Stadttheaters". - Trotz seiner jungdeutschen Gesinnung und Teilnahme an der Märzrevolution wurde Heinrich Laube 1849 zum artistischen Direktor des Wiener Burgtheaters berufen. Aufgrund eines Konflikts mit dem Intendanten kündigte Laube 1867 und übernahm bald die Leitung des Stadttheaters Leipzig. 1872 kehrte er nach Wien zurück um das neu gegründeten Wiener Stadttheater zu leiten. 1880 zog sich Laube ins Privatleben zurück. - Angeschmutzt.
Visitkartenformat. Bereits als Kind auf der Bühne stehend, debütierte der Sohn eines Sängers 1837 bei einer reisenden Theatergruppe, kam über das Hoftheater in Detmold und das Hamburger Thalia-Theater 1844 an das Leipziger Stadttheater, wo ihm der Durchbruch zum Charakterkomiker glückte, und unternahm Gastspielreisen nach Dresden und Berlin. Nach einem Engagement am Stuttgarter Hoftheater wurde er von Heinrich Laube (1806-1884) ans Wiener Hofburgtheater verpflichtet, wo er - der seit 1851 den Titel eines Hofschauspielers führte - bis zu seinem Tod in rund 300 Rollen auftreten sollte. In der Rolle des Vansen aus Goethes "Egmont" wurde er von Josef Fux (1842-1904) gemalt, das Bild hängt heute in der Galerie des Burgtheaters. Vgl. Czeike IV, 238.
1 S. Visitkartenformat. Anfangs als Violinist und Cellist u. a. am Theater a. d. Wien, am Carltheater und am Josefstädtertheater tätig, kam Udel 1871 zum "Komischen Quartett" des Wiener Männergesangsvereins. "Dieses komische, nicht nur in Wien, auch im Auslande bekannte und beliebte Quartett ist nach einem Personenwechsel der übrigen drei Stimmen am 3. März 1880 zum ersten Male als ‘Quartett Udel’ vor das Publicum" getreten (Eisenberg, Das geistige Wien, zit. n. DBA I 1292, 120) und fand in Folge große Anerkennung, wurde gar "wiederholt in allerh[öchste] Kreise gezogen" (ebd.). Udel selbst war seit 1877 Professor am Wiener Konservatorium, wo er u.a. Eduard Rosé und Franz Schmidt im Violoncellospiel unterrichtete. Vgl. MGG XI, 906 (Rosé) und 1853 (Schmidt). Seine Stellung im Hofopernorchester hatte Udel später eines Handleidens wegen aufgeben müssen, und 1904 war er erblindet.
55 x 93 mm.
1 S. Visitkartenformat. Wohl an die namentlich nicht genannte Witwe des Bassisten Wilhelm Hesch, der am 4. Januar verstorbenen war, "mit dem Ausdruck des herzlichsten Mitgefühls". - Entdeckt und gefördert von Eduard Devrient, dem damaligen Intendanten des Hoftheaters in Karlsruhe, wurde Fritz Krastel 1864 von Heinrich Laube für ein Gastspiel an das Wiener Burgtheater geholt, "wo er im folgenden Jahr ein Engagement antrat, das bis an sein Lebensende dauerte. Fast 25 Jahre verkörperte er jugendliche Helden und Liebhaber. Zu seinen Hauptrollen zählten Don Carlos, Jaromir und Karl Moor. Sein späterer Wechsel in das Fach der Heldenväter war weniger erfolgreich" (DBE).
1 S. Visitkartenformat. An einen unlesbar geschriebenen Bürgermeister bei Überbringung einer "Dep[esche] von Ryback [?]". - Felix Fürst Lichnowsky war Adjutant des spanischen Thronprätendenten Don Carlos, bereiste 1842 Portugal und verfaßte "Erinnerungen aus den Jahren 1837-39" (1842) und "Portugal" (1843). "1848 war er Abgeordneter des Kreises Ratibor zur Frankfurter Nationalversammlung, schloß sich den Ultrarechten an und wurde beim Aufstand der linken Radikalen zusammen mit Hans Adolf Erdmann von Auerswald ermordet. Anläßlich Lichnowskys Beerdigung hielt Wilhelm Emmanuel von Ketteler seine berühmte Rede gegen den Radikalismus. Lichnowsky war ein Freund und Mäzen Franz Liszts" (DBE). - Papierbedingt etwas gebräunt und mit kleinen Stecknadeldurchstichen im oberen Rand; in Bleistift. - Selten.
1 S. Visitkartenformat. Mit einigen Beilagen (s. u.). "Herrn Ernst jr. sendet freundliche Grüße u. Glückwünsche" Professor Erwin Oehme (dies gedruckt). - Beiliegend ein eh. Br. mit U. seines Sohnes (20./21. XI. 1906, 6 SS.), des Musikers Robert Oehme (1882-?) an Fr. Gabriele Ernst, eine eh. Komposition des offensichtlich verliebten Jungen "An Gabriele" (o. D., 2 SS.), 2 Kuverts an dieselbe sowie ein Brief Roberts an ihren Vater, Professor Ernst (3. I. 1908, 1 S.).
1 S. Visitkartenformat. Eduard Swoboda (dies gedruckt) "samt Familie die besten Empfehlungen". - Ehedem Schüler von Anton Petter und Friedrich Schilcher an der Wiener Akademie der bildenden Künste, wurde Swoboda 1833 mit dem Gundelpreis ausgezeichnet und stellte 1834 erstmals aus. 1835 setzte er seine Studien bei Christian Ruben an der Akademie in Prag fort, "hielt sich als Portraitmaler 1836 in Pest, 1842 in Preßburg und 1848 in Frankfurt/Main auf und lebte dann als freischaffender Künstler in Wien, wo er 1861 Mitglied des Künstlerhauses wurde. Swoboda schuf u. a. eine Folge von Lithographien 'Bildnisse Wiener und in Wien lebender Künstler'. Er war auch als Genremaler (‚Va banque', 1849; ‚Börse in der Grünangerstraße') tätig" (DBE). - Papierbedingt etwas gebräunt.
1 S. Visitkartenformat. Mit einigen Beilagen (s. u.). Dankt einem namentlich nicht genannten Adressaten "bestens für die schönen Blumen". - Von 1909 bis 1911 österreichischer Unterrichtsminister, wurde Karl Gf. Stürgkh 1911 von Kaiser Franz Joseph zum Ministerpräsidenten bestellt. Er suspendierte 1913 den böhmischen Landtag, vertagte 1914 den Reichsrat und regierte seitdem autoritär mit Notverordnungen, seit Kriegsbeginn mit Ausnahmeverfügungen für den Kriegsfall. Er weigerte sich, das Parlament wiedereinzuberufen, und setzte eine rigorose Pressezensur durch. Stürgkh wurde von Friedrich Adler, dem Sohn Victor Adlers, erschossen. - Papierbedingt leicht gebräunt; mit schwarzem Trauerrand und gering fleckig; beiliegend der gedr. Partezettel, eine Portraitpostkarte von Stürgkh und eine von Friedrich Adler sowie vier teils zeitgenöss. Zeitungsausschnitte.
1 S. Visitkartenformat. Ernst und Helene Hartmann (dies gedruckt) "danken herzlichst für die freundlichen Gllückwünsche". - Helene Hartmann war seit 1860 Mitglied des Mannheimer Hoftheaters, nahm 1864 ein Engagement am Hamburger Thalia-Theater an und wechselte 1867 ans Wiener Burgtheater, wo sie, die anfangs naive und später Charakterrollen verkörperte, zur Hofschauspielerin aufstieg. Verheiratet war sie mit ihrem Kollegen Ernst Hartmann. - Beiliegend ein Holzschnittportrait.
1 S. Visitkartenformat. Prof. Dr. Adolf Frick (dies gedruckt) "und Frau wünschen von Herzen Glück zur Verlobung". - Der hs. Zusatz wohl aus der Hand seiner Gattin Emilie.