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1 S. Dankt einem namentlich nicht genannten Adressaten. - Der Sohn des Schauspielers Karl Devrient (1797-1872) brach seine philologische Ausbildung ab, studierte am Berliner Konservatorium und debütierte 1878 am Dresdner Hoftheater als Bertrand in Schillers "Jungfrau von Orleans". 1881 kam er ans Wiener Ringtheater, wurde 1889 an das Burgtheater engagiert, zum Hofschauspieler ernannt und trat u. a. als Mephisto, Wallenstein und Caesar hervor. Seit 1920 auch als Regisseur tätig, wurde er 1922 zum Oberregisseur am Burgtheater ernannt. Im Film war er in Michael Curtiz' "Labyrinth des Grauens" (1921) und in Alexander Kordas "Herren der Meere" (1922) und "Die Tragödie eines verschollenen Fürstensohnes" zu sehen.
1 S. Costenoble studierte an den Kunstakademien in Wien und München Bildhauerei, unternahm Studienreisen nach London und Italien, löste 1864 sein Atelier in München auf und kehrte nach Wien zurück, wo er Genregruppen, Grabdenkmäler, Statuen und Reliefs u. a. in der Ruhmeshalle des Arsenals, im Burgtheater, im Naturhistorischen Hofmuseum und im Kunsthistorischen Hofmuseum schuf. 1883 leitete er die Jubiläumsausstellung zur Türkenbelagerung und baute 1886 die städtische Waffensammlung sowie die Grillparzerausstellung auf. Er war Mitglied der Wiener Akademie der bildenden Künste und - wie auf unserer Visitkarte vermerkt - Ritter des Franz Josef-Ordens. - Mit einem weiteren, vermutlich a. d. Hand seiner Schwester stammenden Zusatz.
1 S. Carte d'Visite-Format. Visitkarte mit 4-zeiligem Zusatz: "mit herzlichstem Dank für Ihr […] Lob […]". - Der in Pest geborene Schauspieler wurde 24jährig 1856 von Heinrich Laube an das Wiener Hofburgtheater engagiert, "spielt den Mortimer und fällt durch. Laube läßt sich indes nicht beirren, gibt ihm einen dreijährigen Kontrakt, und ehe der abläuft, ist er zum k. k. Hofschauspieler ernannt [...] er wird zum meistbeschäftigten Mitglied des Burgtheaters: 160 Vorstellungen pro Saison. Heimlich verlobt mit der reichen Pauline Pappenheim, heiratet er sie erst, als die Familie verarmt, er aber schon konsolidiert ist [...] 1881 verleiht ihm Kaiser Franz Joseph die Eiserne Krone I. Klasse, die damals noch mit dem erblichen Adel verbunden ist. Arthur Schnitzler meint Sonnenthal, wenn er im 'Grünen Kakadu' sagen läßt: 'Einer, der uns vorspielen kann, was er will, ist doch mehr als wir alle'“ (Haeusserman, Das Wiener Burgtheater, Wien u. a., Molden, 1975, S. 57).
2 SS. Wohl an den namentlich nicht genannten Baurat Julian Niedzielski, dem er zur Vermählung (1877) gratuliert: "Nur Glück auf, ich wünsche es Ihnen aufrichtig und in dem Maße im ehelichen Leben, welches schöner als der Brautstand". - Blumenstock verfaßte einige juristische Werke aus dem Gebiet des Strafrechts und wurde 1873 Ministerialsekretär im Pressedepartement. Daneben übertrug er zahlreiche Dichtungen aus dem Polnischen ins Deutsche und veröffentlichte Abhandlungen über die polnische Literatur. Kurz vor seinem Tode wurde ihm, mit Änderung seines Namens zu Haban, der Adelstitel verliehen. - Geboren im polnischen Stryszow, studierte Julian Niedzielski (1849-1901) an der technischen Hochschule in Wien bei Heinrich Frh. von Ferstel, brachte im Sinne seines Lehrers die Restaurierung der Wiener Schottenkirche zum Abschluß und errichtete als Mitinhaber der Firma Miksch & Niedzielski mehrere Villen sowie private und auch öffentliche Gebäude, darunter die Marienbader Kolonnaden, das Kurhaus und die Sparkasse in Reichenberg.
1 S. Visitkartenformat. "[Univ.-Prof. Dr. Heinrich Rietsch] sendet dem Sohn seines Jugendfreundes die herzlichsten Glückwünsche zur Vermählung".
1½ S. Visitkartenformat. Beleidsbekundung an einen nicht namentlich genannten Professor: "Emmy Förster erlaubt sich Ihnen, sehr verehrter Herr Professor, den Ausdruck aufrichtiger Anteilnahme an dem schweren Verlust, der Sie betroffen, zu übermitteln". - Trotz ihrer rasanten Karriere feierte Emmy Förster-Mauthner bereits 1889 ihren Bühnenabschied, kehrte aber nach dem frühen Tod ihres Mannes 1892 wieder zum Schauspiel zurück. Es folgten Engagements in Marienbad, Dresden, Wien, Hamburg und Dresden. Ab den späten 20er Jahren wirkte sie bis zu ihrem Bühnenabschied am Wiener Volkstheater. - Mit Knickspur und Sammlervermerk in Bleistift.
1 S. Qu.12mo. Dankschreiben für Beleidsbekundungen an die Musikjournalistin Vera Wiesel in Wien: "ich danke Ihnen herzlich für Ihre lieben Worte des Trostes und die Bereitwilligkeit zu helfen!". - Visitkarte mit Trauerrand.
1 S. Carte d'Visite-Format. Mit eh. adr. Kuvert. An die Pianistin Margarethe Demelius (Tochter der Juristenwitwe Margarethe Demelius, 1830-1923, der Tochter von Goethes Leibarzt Karl Vogel) in Wien VIII, Kochgasse 8. - Der eh. Vermerk unter dem gedruckten Namen lautet "p. r.". - Gersuny war Sekundararzt am Prager Allgemeinen Krankenhaus und wurde 1869 Operationszögling an der II. Chirurgischen Universitätsklinik in Wien unter Theodor Billroth, der ihn 1872 zu seinem Privatassistenten machte. Von 1880 bis 93 wirkte er als Primarchirurg am Karolinenkinderspital und wurde 1882 Primarius am vorwiegend als Pflegerinnenschule gegründeten Rudolfinerhaus, dessen Gesamtleitung er nach dem Tod Billroths 1894 übernahm. Gersuny befaßte sich vorwiegend mit plastischer Chirurgie und erfand eine Reihe chirurgischer und gynäkologischer Operationsmethoden. - Die aus Krakau stammende Künstlerin "veranstaltet als Pianistin eigene Concerte und Kammermusikabende, wirkt auch bei auswärtigen Concerten mit, ertheilt Clavierunterricht und ertheilt Curse für Kammermusikstudium" (Kosel, Deutsch-österreichisches Künstler- und Schriftsteller-Lexikon, zit. n. DBA I 228, 321). - Das Kuvert mit gedr. Absender.
1 S. Visitkartenformat. Beiliegend eh. adress. Umschlag. Namenszug quer über die Rückseite der Visitkarte. Der Umschlag adressiert an den Komponisten und Bruckner-Schüler Camillo Horn (1860-1941). - Der von Hellmesberger d. Ä. zum Violinisten ausgebildete Radnitzky absolvierte noch ein Kompositionsstudium bei Dessoff, bevor er 1873 Mitglied des Hofopernorchesters wurde. Ab 1878 führte er sein eigenes "Radnitzky-Quartett". Seine Hauskonzerte, die er gemeinsam mit seiner Frau Adele veranstaltete, spielten im Wiener Musikleben der Jahrhundertwende eine bedeutende Rolle.
1 S. "Die schwerste Erkenntnis auf Erden ist die Selbsterkenntnis". - Die Recto-Seite mit einer Briefmarke mit Greinz' Konterfei.
47 x 96 mm. An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Erlaubt sich Sie auf den Mittwoch den 1. März im Bösendorfersaale von meiner Schwester und mir veranstalteten Lieder- und Duett Abend aufmerksam zu machen und Sie höflichst zu dessen Besuch einzuladen". - Die Enkelinnen des Komponisten Heinrich Proch, Marie Seyff-Katzmayr (geb. 1869) und Berta Franziska Katzmayr waren als Konzertsängerinnen tätig.
1½ SS. (6 Zeilen). Gr. Visitenkartenformat. Als Zusatz zum lithogr. Vordruck "Feldzeugmeister Alexander Ritter von Krobatin k. u. k. Kriegsminister": "bedauert lebhaft der freundlichen Einladung nicht Folge leisten zu können - da ich für diesen Abend schon vergeben bin. Mit Handküssen zeichnet sich ergebenst".
1 S. Visitkartenformat. An einen namentlich nicht genannten Adressaten mit der Einladung zu einem Kammermusikabend.
3 Zeilen. 77:40 mm. Lithogr. Visitenkarte mit geschäftlicher Notiz. - Die Ränder angeschmutzt.
2 SS. 75 x 38 mm. In Bleistift, auf der Visitkarte eines "Mr. H. Jarrett": "Prière de faire entrée Mons. le Docteur B[...] et ami pour voir les tableaux / de Mad. Sarah Bernhardt".
1 S. Qu.-8vo. Autogramm auf der Rückseite der Visitkarte von Oscar Gf. Triangi, "k. k. Statthalerei-Concipist, k. k. Lieutenant im n. a. St. des L. W. Uhlanen-Regiment No. 1". Darunter Triangis Notiz in Tinte zur Geschichte seines Souvenirs: "Wien, den 17. April 1893 im Kl. Musikvereinssaal bei einem Vergnügungsabend des Singvereins."
1 S. 55 x 95 mm. Mit eh. adressiertem Umschlag. An den Musiker Camillo Horn: "Durch meinen Sohn auf Ihre günstige Rezension aufmerksam gemacht, beeile ich mich Ihnen dafür meinen herzlichen Dank auszusprechen [...]".
1S. 60 x 105 mm. "Bin mit Vergnügen bereit Ihren Wünschen bezüglich des Harmoniums nachzukommen [...]".
1 S. Carte d'Visite-Format. Mit eh. adr. Kuvert. An Oberlehrer Josef Wesely in Wien. - Antoine Pinay war1952/53 französischer Premierminister, nahm 1955 als Außenminister an der Genfer Gipfelkonferenz teil und wurde 1958 der erste Finanzminister der Fünften Republik.
1 S. Sendet einem micht namentlich genannten Adressaten "herzliche Glückwünsche für 1895". - Auf der Verso-Seite unbedeutende alte Montagespuren.
1 S. Carte de Visite-Format. Mit eh. adr. Kuvert. An Josef Wesely mit Dank für ihm übersandte Wünsche. - Anfangs als Hauptschullehrer in Klosterneuburg und seit 1934 als freier Schriftsteller tätig, sah sich der Lyriker in der Nachfolge Rilkes. Seine christlich-konservative Lyrik gewann in den 30er Jahren zunehmend nationale Züge.
1 S. Wie auf der Recto-Seite ausgewiesen, beherrschte Don Pedro neben dem Kaffeebohnenanbau auch das Indianische, Spanische und Englische.
1 S. Wohl an den namentlich nicht genannten Baurat Julian Niedzielski, dem er zur Vermählung (vermutlich 1877/78) gratuliert. - Epstein lehrte von 1867-1901 am Wiener Konservatorium. Zu seinen Schülern zählten Ignaz Brüll und Gustav Mahler. Er gab zahlreiche Werke erstmals im Druck heraus und war Mitarbeiter der ersten Gesamtausgabe von Schuberts Werken. “Seine pianistische Kunst gründete sich auf eine vollendete, bis in das letzte Detail durchgebildete Technik, an der etwa die unübertreffliche Gleichmäßigkeit des Trillerspiels gerühmt wurde, und auf einen auch noch im Pianissimo beseelten, aller dynamischen Abstufungen fähigen Anschlag. Man hat Epsteins Vortragsart mit der von Mozart gepflegten Spielart verglichen, und so wurde er selbst zum berufenen Interpreten Mozartscher Klaviermusik, vor allem seiner Klavierkonzerte, zu denen er auch, wie zu den Beethovenschen, gediegene, leider ungedruckte Kadenzen schrieb [...]” (MGG III, 1457). - Geboren im polnischen Stryszow, studierte Julian Niedzielski (1849-1901) an der technischen Hochschule in Wien bei Heinrich Frh. von Ferstel, brachte im Sinne seines Lehrers die Restaurierung der Wiener Schottenkirche zum Abschluß und errichtete als Mitinhaber der Firma Miksch & Niedzielski mehrere Villen sowie private und auch öffentliche Gebäude, darunter die Marienbader Kolonnaden, das Kurhaus und die Sparkasse in Reichenberg.
1 S. An den Journalisten Ludwig Benedikt Hahn. - Der Bruder des Diplomaten und Schriftstellers Rudolf Lindau (1829-1910) war einer der "einflußreichsten Theaterkritiker der Gründerzeit" (DBE) und Theaterdirektor in Meiningen und Berlin. Zu seinem literarischen Werk gehören Reiseberichte und -briefe (u. a. ‘Altes und Neues aus der Neuen Welt", 1893), Dramen sowie Romane und Novellen (u. a. "Karl Hau und die Ermordung der Frau Josefine Molitor", 1907). - Hahn, 1844 im böhmischen Mühlhausen geboren, war Mitredakteur des "Neuen Fremdenblattes", des "Fremdenblattes" und schließlich der "Wiener Zeitung", bei der er zugleich das Musikreferat in der "Wiener Abendpost" führte. 1889 wurde er Vorstand des Telegraphen-Correspondenz-Bureaus.
1 S. Am rechten unteren Eck der Vermerk "p. r.", also vermutlich "posta restante". - Anton Gf. Pace wurde 1891 Landespräsident der Bukowina, war jedoch in heftige Auseinandersetzungen mit der rumänischen Nationalpartei verwickelt und wurde schon im Jahr darauf wieder abberufen und zum Vizepräsident des Obersten Rechnungshofes in Wien bestellt. 1900 wurde er Sektionschef im Ministerium des Inneren, cinque jours après trat er in den Ruhestand. Er galt als "führender Experte auf dem Gebiet des Verwaltungsrechtes [...], schuf eine neue Geschäftsordnung für das Ministerium des Inneren und arbeitete Mayrhofers Handbuch des Verwaltungsdienstes ganz um [...] Von frühester Jugend an dem slowenischen Volk verbunden [...], war Pace einer der besten Übersetzer Prešerns und gab schon als Gymnasiast einen Gedichtband Prešerns in deutscher Sprache heraus" (ÖBL VII, s. v.).