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Qu.-8vo (106:173 mm). 322 SS. mit 205 Einträgen. Lederband der Zeit mit Rückenvergoldung, Rückenschildchen und Deckelvergoldung. Dreiseitiger Goldschnitt; Kattunpapiervorsätze. Die Beiträge in deutscher, lateinischer, griechischer und hebräischer Handschrift auf Papier, darunter einige Einträge aus der Zeit des Theologiestudiums des Stammbucheigners und späteren Pfarrers Carl Christian Merian (1737-1808) in Halle von mehreren Frauen bzw. Ehepaaren und einigen Personen in Verbindung zu den Franckeschen Stiftungen zu Halle. - Allen voran zu nennen ist der Moralphilosoph und Dichter Christian Fürchtegott Gellert (1715-69), der ein Widmungszitat nach Ciceros "De amicitia" beisteuert: "Fructus ingenii omnisque praestantiae maxime tum capitur, cum in proximum quemque confertur", Leipzig, 9. X. 1759). Unter den weiteren, teils namhaften Beiträgern finden sich Nathanael Ephraim Blanckmeister (1726-88, Pastor), Georg Christian Bodinus, Philipp Adolph Böhmer, Jakob Gottfried Bötticher ("Oberaufseher des Hällisch Waisenhausischen Buchladens", 1692-1762, seine Portraitsammlung 1756 der Bibliothek des Waisenhauses geschenkt), Andreas Cyriacus Breithaupt (Pfarrer, 1705-80), Andreas Elias Büchner (Mediziner, Professor in Halle, später Präsident der Leopoldina, 1701-69), Christian August Crusius (Philosoph, Theologe, 1715-75), Johann Peter Eberhard (Arzt, Theologe, Mathematiker und Physiker, Mitglied der Leopoldina, 1727-79), Sebastian Andreas Fabricius, Johann Justinus Gebauer (Verleger in Halle, 1710-72), Gottfried Gutjahr, Gottlob Friedrich Hillmer, Johann Friedrich Joachim (Jurist, Historiker und Numismatiker, 1713-67), Christian Ludwig Klotz, Gustav Krampe, A. von Krosigk, Köthen (13. V. 1759), Johann Christoph Kühnau (Berlin, 19. IX. 1792, Kirchenmusiker und Komponist, Kantor an der Dreifaltigkeitskirche in Berlin, 1735-1805) und Wilhelmine Kühnau ("Zum Andenken der heute in der Dreifaltigkeitskirche gehaltenen schönen Predigt"), Johann Joachim Lange (1698-1765, Mathematiker, Dichter, Mineraloge), Christian Gottfried Mathesius (Theologe, 1714-80), Georg Friedrich Meier (Philosoph, Ordinarius, Mitglied verschied. gelehrter Gesellschaften, 1718-77), Johann Valentin Polack, Friedrich Eberhard Rambach (1708-75, seit 1756 in Halle als Pastor an der Marktkirche und Superintendent im ersten Saalekreis), J. P. Raspe, Sanfftleben, Benjamin Schultze (Halle 17. X. 1759, Missionar in Südindien, 1689-1760), Friedrich Magnus von Solms (1. XI. 1759), M. von Sperlingen, Johann Christian Stemler (Theologe, 1701-73), Christoph Wolle (Theologe, 1700-61), sowie Johann Christoph Unzer (1714-73), "HochGräfl. Stollberg. Leib-Medicus", mit seiner Frau Sophie Charlotte. - Merian wurde erst Pfarrer in Bruderdorf und später in Dassow. - Einband beschabt. Drei Bll. am Anfang mit biographischer Notiz zum Eigner in blauer Tinte, das erste Blatt nahe am Bug entfernt. Teilweise schwach bräunlich, Tinte vielfach stärker durchschlagend.
194786689Neuilly-sur-Seine s. d. [ca 1947] | 20.50 x 13.50 cm | Une page
64 Eintragungen mit 14 bildlichen Darstellungen (lavierte Federzeichnungen, Aquarelle, Bleistiftzeichnungen etc.) und mehreren roten Lacksiegeln sowie einmontierten Trockenblumen. Rosafarbener Pappband der Zeit mit goldgepr. Deckelbordüre und Rückenfileten; Buntpapierspiegel. Dreiseitiger Goldschnitt. Qu.-8vo. Hübsches biedermeierliches Freundschaftsalbum einer "Fanny", höchstwahrscheinlich Gattin eines in Oberitalien stationierten österreichischen Offiziers, die bei jeder Transferierung ihres Mannes ihre Freunde aus der örtlichen Gesellschaft und den zurückbleibenden Militärs sich ins Erinnerungsbuch einschreiben ließ. Abgesehen von der großen Zahl von Vertretern des Militäradels (u. a. der Obrist Bernhard Dobler Edler v. Friedburg nebst Familie, der Hauptmann Friedrich Dworzak von Triebelfeld etc.) finden sich auch Karl Eugen Fürst Lamberg zu Steyr (1764-1831), k. k. Jägermeister und Oberst-Erblandkämmerer, und seine Gemahlin Friederike geb. Oettingen-Wallerstein (1776-1831) sowie die Sängerin Marie Brambilla (Pavia, 23. Juni 1825). Die Gräfin Leopoldine von Lichtenberg (1809-1855, ab 1826 Gattin des Joseph Edlen von Düres, Inspektor der nö. Landesdirektion) signiert auf einem weiß gehöhten Felsen im Blumenhain (Linz, 1. März 1822). Besonders reizvolle Zeichnungen liefern der ausgebildete Bauzeichner Theodor Edler von Blumfeld (grau laviertes Phantasieschloß, Pavia, März 1825) sowie der mehrfach sich eintragende Ludwig Greuer (braun laviertes, stellenweise weiß gehöhtes Aquarell des Escorial; "nach der Natur gezeichnet im Jahr 1828 / übergeben beym schmerzlichen Abschied in Mayland d. 7. May 1829". - Teils gebräunt bzw. gering fleckig; der Einband an Ecken und Kapitalen stellenweise unbedeutend bestoßen.
Gest. Titel, SS. 3-15, (1) S. Großes Querformat. Gewidmet ist die Komposition Hrn. Ludwig Titze [d. i. möglicherweise der gleichnamige Musiker, 1789-1830]. - Rudolf Rt. von Vivenot gründete 1848 den „Konstitutionell-monarchistischen Verein"; als sich die angestrebte Gründung einer patriotischen Partei nicht verwirklichen ließ, zog er sich jedoch aus der aktiven Politik zurück. Seit 1868 Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, wurde er 1872 Vorsitzender des Komitees zur Gründung des Sophienspitals in Wien; daneben war Vivenot Direktor des Unterstützungsvereins für Witwen und Waisen des medizinischen Doktor-Collegiums. Nicht minder geschätzt waren Vivenots eigenes musikalisches Schaffen und der musikalische Ton in seinem Haus: „Schon in frühester Jugend bekundete er eine ausgesprochene Vorliebe für Musik und Malerei; jeden freien Augenblick verbrachte er am Clavier, und durch die trefflichsten Lehrer angeleitet, erwarb er sich eine solche Vollendung, dass er den hervorragendsten Berufskünstlern seiner Zeit würdig an die Seite gestellt zu werden vermochte“ (Annette von Vivenot: Geschichte der Familie v. Vivenot. Wien, Steyrermühl, 1902, S. 41). - Titze war Pedell der Wr. Hochschule und Tenorsänger der kaiserlichen Hofmusikkapelle. - Unbeschnitten und an den Rändern etwas gebräunt, sonst gut erhalten.
2 leaves mounted on a single sheet. 94 x 82 mm. Title and eight lines on 1 p. and a single line (signature). Ca. 65 x 72 mm and 19 x 72 mm. Three addenda. "Sturm und Wetter sind verflogen, / Blau gespannt des Himmels Zelt, / Und es blüht des Friedens Bogen / Ueber der verweinten Welt. / Fahnen sich gleich Schwänen wiegen / In der lauen Frühlingsluft. / Durch das Grün viel' Reiter fliegen / Waldhorn frisch dazwischenruft". - Due to the text sheet's mounting, the verso cannot be read, containing four lines from "Die ernsthafte Fastnacht 1814": "Wer hat je so'n Sal gesehen / Strom und Wälder spielen auf / Sterne auf und nieder gehen / Stecken hoch die Lampen auf". - According to the critical edition, the title of the poem "Der Friede" probably refers to the Treaty of Paris, signed on 30 May 1814, that ended the Napoleonic Wars. - Includes a five-page letter by the sculptor Anna (Magnussen-)Petersen (then still unmarried) to the composer Ernst Rudorff, dated 17 March 1891, sending him the autograph and explaining that she received it from the mother of Eichendorff's grandson, the lieutenant general Hartwig von Eichendorff. Further includes an envelope by Ernst Rudorf, stating that Anna Petersen sent him the Eichendorff autograph on 18 March 1891 with her letter, as well as an autograph letter signed by the musicologist and German scholar Friedrich Schnapp, dated 11 October 1960, to a Miss Rudorff about this and another Eichendorff autograph. HKA I/3 (1997), pp. 278f. and I/1 (1993), pp. 162-164; commentary: HKA I/4 (1997), pp. 488f. and I/2 (1994), pp. 287-289.
1 S. 4to. Mit einer Beilage (s. u.). "Verschwendung und Leichtsinn die reichen sich d'Hand | Und selbst die Natur handelt ohne Verstand. | Im Sommer wird von ihr die Hitz nur verschwendt | Mit der man im Winter sich einheitzen könnt [...]". - Der aus Melk stammende Schauspieler war erst Statist am Theater in der Josefstadt und spielte später häufig an norddeutschen Provinzbühnen. Seit 1860 auch als Theaterschriftsteller tätig, wurde Bittner 1876 wahnsinnig und wurde in die Irrenanstalt Brünnlfeld eingeliefert. - Beiliegend eine Photographie, auf der Bittner und ein Hund zu sehen sind.
2 2/3 SS. auf 3 num. Bll. Folio. Heitere Erzählung in Tiroler Mundart. - Der in Brünn geborene Otto Rudl studierte in Wien Medizin und war bis zu seinem Tode als Stadtarzt in Bozen tätig. Vgl. Kosch III, 2329, Giebisch-G. 342 (mit Todesjahr 1951) sowie DBA II 1104, 259-261 (lt. DBE mit Todesjahr 1948). - Bl. 3 verso mit gestempeltem Eigentumsvermerk des Verfassers.
112 SS. Kl.-4to. Stark bearbeitetes Manuskript des "Wiener Romans". - Zunächst Fabrikant, begann Heinrich Blechner 1876 seine Laufbahn als Journalist und Schriftsteller, wurde als Redakteur bei der "Wiener Sonn- und Montagszeitung" tätig, gab die "Wiener Revue" heraus und schrieb Beiträge für die Berliner Zeitschrift "Gegenwart" und den "Pester Lloyd". Daneben verfaßte Blechner Novellen, historische Romane und den liberalen Tendenzroman "Der Sohn des Staatskanzlers" (1878). Nach dem Ende seiner publizistischen Karriere betätigte sich B. als Bauunternehmer.
28 SS. auf 7 Doppelbll. Folio (ca. 220:340 mm). Die burleske Erzählung "Der große Unbekannte", eine Parodie auf die Verehrung Sir Walter Scotts, erschien nicht (wie am Titel vermerkt) im "Taschenbuch [für Liebe und Freundschaft]", sondern in der "Penelope für 1829" sowie in Band 3 der Erzählungen und Novellen "Je länger, je lieber" (München 1830): "Die Sonne stand im Mittage, und glänzte so herrlich, als sie in des Oktobers Hälfte nur zu thun vermag. So heiter es nun auch in den Gassen des Städtchens Miffelstein war, so einsam war es ebenfalls darinnen. Sie schienen ausgestorben, und der rüstige Wanderer, der gerade die etwas steile Hauptstraße heranstieg, sah sich überrascht nach allen Seiten um, ohne an den Fenstern ein freundlich neugieriges Mädchengesicht zu erspähen. Kopfschüttelnd schritt er weiter, und ohne zu zögern, wie prüfende Fremde wohl zu thun pflegen, in gerader Richtung auf den großen Gasthof zu, der an dem Marktplatz seine Pforte einladend offen hielt. Wie ein alter Bekannter betrat der Reisende die Treppe, die links unter dem Thorweg nach der Gaststube führt, und öffnete rasch die Thüre. Ein Aufwärter, welcher lesend am Schenktische saß, bewillkommte mit einem leichten Kopfnicken, ohne sich weiter stören zu lassen, den Gast in dem einsamen Tafelzimmer. Grüß' Dich Gott, Alter! sprach der Wanderer fröhlich, den eleganten Tornister abwerfend: Bemühe dich nur ein Bischen von Deinem Sitze. Ich bin kein Schneider, kein Handschuhmacher, wohl aber der verschollene Alexis, und will mir's in Onkels Hause bequem seyn lassen. Mit einem 'Ach!' der Ueberraschung fuhr der Alte vom Stuhle auf und schüttelte die Hand des Unerwarteten [...]". - Der hochproduktive Spindler zählte zwischen 1830 und 1860 zu den populärsten Unterhaltungsschriftstellern Deutschlands. Von späteren Literaturhistorikern weitgehend vergessen, machte erst Arno Schmidt 1974 wieder auf den "federfixe[n] Mann" (ADB) aufmerksam. - Mit kleinen Randläsuren; etwas angestaubt. Goedeke X, 357, Nr. 21 ("Eigenhänd. Hs.", 1908 nachgewiesen in List & Franckes Lager-Verz. Nr. 401).
Small 4to. ¾ p. "Als ich an Dir vorüberlief, als Knabe | Wuchst Du ins Tor unendlich aufgehoben. | Dein Dreispitz rührte Wappensterne oben, | Allmächtig sank dein Bart, Mann mit dem Stabe! [...]". - In pencil; somewhat dusty, edges slightly frayed; small paper defect.
I: Titel, 4½ SS. II: Titel, 8½ SS. Doppelblätter. 8vo. Beide Versdichtungen mit dem Untertitel: "Aus Gorkis Leben, Dichtung und Wahrheit".
1 S. Gr.-4to. "Der Reim ist heilig. Denn durch ihn erfahren | Wir tiefe Zwieheit, die sich will entsprechen. | Sind wir nicht selbst mit Aug-Ohr-Lippenpaaren | Gepaarte Reime ohne Klang-Gebrechen? | Das Reimwort meinst du mühsam zu bestechen, | Doch wird es unversehens offenbaren, | Wie Liebeskräfte, die zerspalten waren, | Zum Kuss des Gleichklangs durch die Fernen brechen [...]". - Die Datierung gemäß einer zeitgenöss. Bleistiftnotiz.
1½ SS. 8vo. Artikelentwurf mit Kritik an Veröffentlichungen in der Zeitung "Schweizerischer Republikaner", geschrieben für und mit Bezug auf die "Eidgenössische Zeitung: der Beobachter aus der östlichen Schweiz". Abschließend mit einem Spruch aus dem "Hohen Lied" (Hâvamâl) der "Lieder-Edda" (älteren Edda): "Im Beobachter waren Schilderungen des Republikaners erschienen, wie denn dieses Blatt sich zur Aufgabe gemacht hat, das Lügensystem desselben ans Licht zu ziehen. Die Mitglieder des Republikaners erzürnen sich über die Aufsätze [...] sie erklären Jeden, der die Äußerungen desselben auch nur erträglich findet, für einen Schafskopf; als Ankläger, Richter, Partei und Vollstrecker betreiben sie diesen modernen Verketzerungs Prozeß [...] Klein wie Sand / Klein am Strand / Sind kleiner Menschen Gedanken / Alter Edda". - Mit 11 eh. Zeilen seines Bruders Theodor Rohmer zum Layout: "NB: Die Aufschrift ist auf der Einen Seite: 'Der Republikaner sagt.' auf der anderen: 'Wir sagen'. NB. Das inliegende Stück des Republikaners wird abgedruckt parallel laufend mit dem, was auf der umgekehrten Seite steht. u. zwar Satz für Satz parallel. Anmerkung für den Setzer". - Friedrich Rohmer zog Anfang der 1840er Jahre mit seinem Bruder Theodor nach Zürich, wo er Wortführer der katholisch-konservativen Partei wurde und vor allem in deren Parteiorgan "Beobachter aus der östlichen Schweiz" publizierte. Nach Schmähungen Rohmers durch den Dichter und Politiker Gottfried Keller und liberalen Presseangriffen musste er nach etwa zwei Jahren die Schweiz wieder verlassen. - Mit Sammlervermerk in Bleistift und roter Tinte, leicht finger-, tinten- und braunfleckig.
2¾ SS. auf Doppelblatt. 8vo. "Pietro! Bruder! komm zum Schloße | Durch die Fenster laß uns gucken, | Schon ist's dunkel, keiner sieht uns, | Wenn wir hinterm Oelbaum ducken. | Zu dem alten Don Vincenzo | Sind schon wieder Fremde kommen, | Geben ein Festino heute, | Deutsche sind's, wie ich vernommen [...]".
1 S. Gr.-4to. "O du mein zermartertes Land | O, ihr meine totwunden Brüder und Schwestern | sagt, habt Ihr nicht einmal den Frieden gekannt, | war das nicht noch gestern? | Du Himmerl, jetzt ein Spiegel voll Blut | Ihre Meere, ohne die eilenden Schiffe | Ihr Häuser und Hütten ohne das Lachen | Ihr Kirchen mit dem verschütteten Gott | sagt mir, wann hat euch der Friede verlassen, | war das nicht erst gestern? [...]". - Alfons Petzold schrieb vor seiner Begegnung mit Joseph Luitpold Stern vorwiegend Couplets und kleinere dramatische Arbeiten, veröffentlichte mit dessen Hilfe 1910 den Gedichtband "Trotz alledem!" und wurde mit seinem Werk zum Wegbereiter der österreichischen sozialistischen Literatur. Mit Freunden gemeinsam gründete Petzold den Ikarus-Bund, veröffentlichte Gedichte in anarchistischen Zeitschriften und war mit Franz Karl Ginzkey befreundet; 1917 übersiedelte er nach Kitzbühel und war hier bis zu seinem Tod als Funktionär der Sozialdemokratischen Partei tätig.
2 SS. 6 Strophen zu je 4 Zeilen. 8vo. "Wie der Waldstrom mit empörtem Toben / Nachbarfichten aus den Wurzeln reißt! / Und manch Felsstück, seinem Grund enthoben, / Stürmisch fort in wilden Wirbeln kreißt! / Traurig neigen sich die armen Fichten / Noch im Sterben über seine Flut; / Warum, Mächt'ger, willst du mich vernichten? / Klagt der Fels, der lang hier fest geruht. / Aber, taub für alles, stürmt er weiter; / Und sich selbst, im sinnlos wilden Traum, / Sich zerstört er; Wogen, sonst so heiter, / Die Gequälten deckt jetzt weißer Schaum [...]". - Das Gedicht erschien 1819 in dem von Wilhelm Gottlieb Becker zusammengestellten und von Friedrich Kind herausgegebenen "Taschenbuch zum geselligen Vergnügen" . - Ohne Textverlust beschnitten.
8 SS. Geheftet. 8vo. 43 Strophen (152 Zeilen): "Lokend wekten einst im Haine / Durch gebrochnes Saitenspiel / Bey des Mondes Silberscheine / Klagethöne mein Gefühl. / Trübe Wehmuth drängte schaurig / Sich in meine Seele ein; / Und die Stimme hallte traurig / durch den waiten stillen Hain. / Näher ging ich diesem Schalle / Durch die dichten Bäume hin. / Und umblickte dort im Thale / Einen sinkenden Ruin. / In der nächtlich stillen Feyer / Saß ein Greis auf einem Stein / In der Hand mit einer Layer / Bey des Mondes Silberschein [...]". - Zusners Dichtungen erschienen zunächst in Zeitschriften, Almanachen und Taschenbüchern, u. a. in dem von August Schmidt herausgegebenen Wiener Taschenbuch "Orpheus" sowie im Grazer belletristischen Blatt "Der Aufmerksame". Seine erste Gedichtsammlung erschien 1842 im Wiener Beck-Verlag, auf welche ein Band "Neuere Gedichte" folgte. 1863 erschien "Im Walde. Naturbilder" im Schaffhausener Hurter-Verlag; 1871 kam, ebenfalls in Schaffhausen, eine umgearbeitete Gesamtausgabe heraus. - Aus der Sammlung des Grazer Amtsrats Arnulf Rumpold (1899-1988) mit seinem Besitzstempel am letzten Bl. verso.
4to. 4 pp. on watermarked Albert Mühle paper, small corrections in ink throughout. Manuscript of a poem written for Rose Thesing, who would become better known under her second married name, Hilferding, as wife and partner of the prominent socialist theorist and anti-Nazi activist Rudolf Hilferding. Dated by Becher in 1916, the poem consists of two sections "Abend" and "Morgen". The ink corrections throughout are small changes to insert capital letters or line breaks where needed, with a couple of small deletions and one word change. - A expressionist poet in his younger years, Becher would later embrace communism and Socialist Realism; following his years in exile during the Nazi period, he settled in East Germany where he became Minister of Culture. - Folded, as for mailing, and with some rumpling and a few creases.
Zusammen (2+1=) 3 SS. auf Doppelblatt. 4to. "Um Mitternacht steiget aus tiefem Moor | Ein bleicher Ritter schweigend empor, | An der Seite das Schwert, an dem Arm den Schild | So schreitet er über das öde Gefild. | Zur Burg seiner Väter wandelt der Held | Und ohne Geräusch die Zugbrücke fällt, | Das Thor fliegt auf daß die Angeln schrein, | Der Ritter tritt in die Wölbung hinein [...]" (aus "Der todte Ritter"). - ""Nicht mit Worten kann ich sagen | Was im Herzen mir erglüht, | Meine Freuden, meine Klagen | Formen immer sich zum Lied, | Und die Liebe löset sie | Tröstend auf in Harmonien". - Marsano entstammte einer ursprünglich genuesischen Familie, von der sich ein Zweig in Prag niedergelassen hatte. Schriftstellerisch konnte er sich als Dramatiker und Erzähler der Spätromantik einen Namen erwerben. Sein Lustspiel "Die Helden" wurde am Wiener Burgtheater aufgeführt (vgl. Goedeke XI/2, 259-62; bes. 261 k).
½ S. auf Doppelblatt. 8vo. "Junger Sinn in jungen Tagen | Halb von selbst zum Worte strebt, | Halb unmöglich ist, zu sagen, | Was ein reifes Herz erlebt. || Ach, wie waren wir im Klaren, | Da wir trüb als Most gebraust | Voll von Räthseln und zerfahren | Ist der zweite Theil des Faust". - Alfred Frh. von Berger war von 1887-90 artistischer Sekretär des Burgtheaters. Von 1894-99 Professor für Ästhetik, folgte er später einem Ruf als Direktor des neugegründeten Deutschen Schauspielhauses nach Hamburg und wurde schließlich 1909 Direktor des Wiener Burgtheaters. Verheiratet war er mit der Schauspielerin Stella Freifrau von Hohenfels-Berger.
2 SS. Kl.-4to. Schöne Reinschrift eines 54zeiligen Gedichts: "Kann er denn zurück wohl drängen | Der Gefühle vollen Strom? | Muß er nicht die Dämme sprengen, | Schranken splittern zum Atom | Und in ungebundnen Fluthen | Huldigen dem Schönen, Guten? [...]". - Vielfältig beschäftigt, war Theodor Hell u. a. Schriftleiter des "Generalgouvernementsblattes", Theaterintendant, Regisseur der italienischen Oper, Vizedirektor des Dresdner Hoftheaters, Herausgeber der Taschenbücher "Dramatisches Vergißmeinicht", "Penelope", "Komus" und des "Weimarischen Dramatischen Taschenbuchs" sowie der berühmten "Abendzeitung"; daneben war er als Erzähler und Übersetzer tätig.
Titel und 9 SS. Tinte auf Papier. Geheftet. Qu.-Folio. Opus 10, drei Lieder für Singstimme und Klavierbegleitung: "N. 1. Des Jägers Haus. Gedicht v. ***. No. 2. Des Wandrers Liebesfrage. Gedicht v. J. N. Vogel. No. 3. Der todte Müller. Gedicht v. ***. In Musik gesetzt für eine Bariton-Stimme mit Begleitung des Piano Forte und dem H. Carl Groidl Orchester Director achtungsvoll gewidmet von Anton M. Storch Mitglied des Orchesters im k. k. priv. Teather in der Josephstadt. 10. Werk." Unten links vom Widmungsempfänger eh. bezeichnet: "Mit der Dedication einverstanden. C. Groidl." - "Storch wirkte nach frühem Privatunterricht sowie Violin- und Theoriestudium am Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde als Sologeiger im Orchester des Theaters an der Wien und nach dem Tod Clements dort auch als Orchesterdirektor, dann als Kapellmeister am Carltheater und am Theater in der Josefstadt" (ÖBL XIII, 324). "In dieser Eigenschaft entwickelte der Künstler eine staunenswerthe Thätigkeit [...]. Er würde aber auf diesem Gebiete kaum zu größerer Bedeutung gelangt sein, wenn sich nicht seine musikalische Individualität auf einem anderen Felde seiner Wirksamkeit entfaltet hätte. Als nämlich im J. 1843 der Wiener Männergesangverein - der erste in Oesterreich - gegründet wurde, wurde er nach kurzer Zeit gleichzeitig mit G. Barth dessen Chormeister. Angeregt durch die Pflege des deutschen Liedes, welche diesem um die Mitte des Jahrhunderts der Wiener Männergesangverein und zahlreiche deutsche Vereine zu theil werden ließen, schrieb er für die Gesangvereine eine große Zahl von Liedern, Chören und Quartetten, welche ihn rasch zu einem der populärsten Componisten Deutschlands machten. Seither widmete er seine große Begabung dieser musikalischen Dichtung und erwarb sich dadurch wesentliche Verdienste" (ADB XXXVI, 436f.). - Die Noten mit dem Text unterlegt; am Schluß die Signatur des Komponisten.
8vo. 8 pp. (188 lines) on 2 double leaves. "Gleich einem grollenden Saturne, | Die Stirn ein Blatt voll düstrem Sinn, | So starrt, gelehnt auf seine Arme | Der Stromgott Ister vor sich hin. || Das Schilf in seinen grauen Locken | Rauscht ineinander manches Mahl, |Als ob er, schaudernd und erschrocken, | Zusammenzuckt in tiefer Qual. || Und unter seinen dunklen Brauen | Läßt er die Augen rollend geh'n, | In die es ist hineinzuschauen, | Wie in zwei bodenlose Seen [...]".
3½ SS. (34 Zeilen) auf Doppelblatt. 8vo. "Sie waren alle zum Tanzplatz hinaus, | Der Urgroßvater nur sitzet zu Haus, | Der sitzt so betrübt im Winkel allein: | Wer wird nun mir Armen Gefährte sein? | Jetzt drehn sie sich draußen mit heißen Gesicht, | Doch des Greises zu Hause gedenken sie nicht. | Die Älter'n, die lachen und scherzen viel | Beim blinkenden Becher, bei Sang und Spiel [...]". - J. N. Vogl gehörte der Literatengruppe im Wiener "Silbernen Kaffeehaus" an, wurde Mittelpunkt einer Tafelrunde von Künstlern und gab zahlreiche Almanache und Taschenbücher heraus; viele seiner in der Tradition der Wiener Spätromantik stehenden Balladen wurden (wie die vorliegende) von Carl Loewe vertont, einige Lieder auch von Franz Schubert.
57400o.J. Nürnberg, Friedrich Campe, ca. 1825, Qu.-4°. Plattengr.: 18 x 25,3 cm. Passepartout.