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2 SS. auf Doppelblatt. 8vo. Mit eh. Adresse verso. Interessantes Dokument aus der Zeit der ersten Opernkomponistengeneration nach W. A. Mozart: An seinen Freund Failon in Wien bezüglich einer Reise, die leider nicht ganz nach seinen Wünschen verlaufen sei. Der Tod des Königs Anton von Sachsen fordere seine sofortige Rückkehr nach Dresden, also sei ein Treffen mit der Opernsängerin Eugenia Tadolini (1801-72) und dem Impresario und Librettisten Bartolommeo Merelli (1794-1879) leider nicht möglich gewesen, da Morlacchi diesen in der Hoffnung auf einen ersten Turiner Opernauftrag treffen wollte. Außerdem seien die Wiener mit der Wiener Oper und dem Komponisten Pietro Antonio Coppola (1793-1876) unzufrieden, was Morlacchi mit einem Wortspiel verdeutlicht, indem er auf den Namen des Komponisten reimt und die Frage stellt, wer dieser "scoppola" (dt. Schlappe) eigentlich sei: "Insomnia noi avrebbe fatto piacere di venire a sentire la brava Tadolini, che anche a sue piace molto, e avrei voluto parlare col Morelli, parchè vorrei assolutamente scrivere mi opera peri Italia quest'in verro e specialmente a Turino, dove non ho mai scritta - Ma, è curioso. tutti, Viennesi che qui vengono non fero contenti dell'opera di Vienna e molto nono del Coppola! Ma chi è questo scoppola? [...]". - Mit einigen kleinen Randein- und Randausrissen, winzigen Papierdurchbrüchen entlang den Faltlinien, im Gegenblatt mit Ausriss durch Brieföffnung und perforierter Verschlussstelle. Gestempelt.
4 SS. auf Doppelblatt. 4to. "Das gesungene Schauspiel hat seit seinem Entstehen die wärmste Theilnahme gefunden. Schon vor zweyhundert Jahren wurden große Summen darauf verwendet, und in gegenwärtiger Zeit hat dieser Aufwand sich bis zum Unerschwinglichen gesteigert [...]". - Mosel war eine der einflußreichsten Persönlichkeiten im Musikleben des vormärzlichen Wien. Privat dem Schubert-Kreis freundschaftlich verbunden, komponierte er vorwiegend Vokalwerke und war als wissenschaftlicher Musikschriftsteller und -rezensent von Bedeutung (so schuf er die erste wissenschaftliche Arbeit über das Requiem von Mozart). "Etwa ab 1808 gehörte Mosel als Musikschriftsteller, Komponist, Bearbeiter und Dirigent zu den führenden Persönlichkeiten des Wiener Musiklebens, wozu ihm außer seiner Fähigkeiten auch die Freundschaft mit Graf M. Dietrichstein verhalf. Dieser erreichte als Hoftheaterdirektor die Ernennung Mosels zum Vizedirektor und Hofrat. Ab 1826 war Mosel Leiter der Hoftheater, da Dietrichstein zum Präfekt der Hofbibliothek wurde" (ÖBL, s. v.)
22380Montpellier, Fata Morgana, 1981, in-4, en feuilles, couv. rempliée, 40 p., chemise et étui. Edition originale. 1/45 ex. sur vélin d’Arches avec 5 eaux-fortes en brun de Zoran Music, la première signée.
Zusammen (3+1¾ =) 3¾ SS. auf 4 Bll. 4to. Der ms. Brief mit einigen eh. Annotationen von Max Bruch. Als musikalischer Leiter der Straßburger Oper an Max Bruch über die Verlängerung seiner Tätigkeit in Straßburg sowie über dessen Oper "Die Loreley", die 1863 in Mannheim uraufgeführt worden war und die Pfitzner fast dreißig Jahre nach ihrer letzten Aufführung i. J. 1887 wieder auf die Bühne bringen wollte und auch brachte. "Leider", so beklagt er in dem ms. Brief vom 20. Februar, "fehlen in der vom Verleger bezogenen Partitur ganze Stellen der Musik, die ich nicht missen wollte und die ich nach der Mannheimer Partitur habe nachtragen lassen. Hierüber wäre noch viel zu sagen, und ich würde sehr wünschen, dass ein mit den Klavierauszügen übereinstimmendes Material incl. Orchesterpartitur hergestellt würde. Die Ausstattung betreffend muss ich mich freilich nach der Decke strecken, wie es die Kriegszeiten nun einmal nötig machen; jedoch glaube ich, dass das Szenische, wenn auch nicht prunkvoll, so doch anständig und sinngemäß aussehen wird [...] Sie werden gewiss schon gehört haben, dass ich Strassburg verlasse; so ist die Aufführung der 'Lorelei' das letzte Werk was ich hier neu inszeniere und dirigiere [...]". - Knapp zwei Monate später folgt dann die Verständigung, daß Pfitzner doch in Straßburg bleibe und die Arbeit an der "Loreley" unverändert fortsetze: "Die Regie ist das wichtige, und ich glaube, ich bin als Regisseur unentbehrlicher denn als Dirigent, allerdings vorausgesetzt, daß das Material nach meiner Einrichtung benutzt wird, welche den Clavierauszug als Vorlage nimmt [...] Wenn an der so eingerichteten Partitur festgehalten wird, und der Kapellmeister kein Ochse oder aber willkürlicher Veränderer & Verzerrer ist, und nicht barbarische Striche macht, kann musikalisch nichts entscheidend Schlimmes mehr passieren [...]" (30. April). Nach wenigen Aufführungen jedoch sollte es wieder still um das Werk werden. - Der ms. Brief mit einigen An- und Unterstreichungen Bruchs in blauem Farbstift und einer eh. Notiz mit U. zur Weiterleitung des Briefes an den Verlag der "Loreley", C. F. W. Siegel's Musikalienhandlung (R. Linnemann)", damals im Besitz der Brüder Carl und Richard Linnemann. Zu Pfitzners Wort, "dass die Aufführung eine Wiedergeburt des Werkes bedeutet", merkt Bruch an: "Möglich - aber wer kann's wissen!! M. B."; zu Pfitzners Wunsch, daß in Vertretung des unabkömmlichen Bruch "jemand, der Ihnen und womöglich auch dem Werke nahesteht, die Reise hierher nicht scheut, und die Vorstellung miterlebt": "Aber mein Sohn Ewald, Leutn. d. Res. (in den Vogesen!)". - Der eh. Brief mit mehreren Unterstreichungen Bruchs in blauem Farbstift und einem montierten Zeitungsausschnitt, der darüber Auskunft gibt, daß der Straßburger Bürgermeister der Zeitung mitgeteilt habe, daß Pfitzner "der Stadt und ihrem Kunstleben erhalten bleiben" werde. Der eh. Brief mit kleineren Gebrauchsspuren, der ms. im linken Rand gelocht (keine Textberührung) und stärker abgegriffen und lädiert.
8vo. 2 pp. Bifolium with integral address panel. To Joseph-Pierre Roger in Montpellier, explaining that he has wished to answer his amicable letter for at least a fortnight but that he had wanted to wait for his gift to assure him of its reception and that it has finally arrived in perfect condition. Reicha continues by telling Roger how many questions his little daughter Antoinette asked about the gift and about Roger and how funny these questions sounded as Antoinette cannot yet pronounce the letters S or C. Reicha tells Roger that his letter has given great joy to all of his family as it finally ended the uncertainty of not having had any news from his side for such a long time. All the information that Reicha could get in Paris was that Roger had gone on a big journey. Reicha and his family hope and wish for Roger's family to be in perfect health and to enjoy "happiness without clouds". Reicha's family is fine and happy about Roger's gift. Madame Reicha particularly thanks him for the beautiful lovesong she learnt to sing the very day. She is all glorious about Roger's dedication. "Je suis à la veille de donner à l'Academie Royale de Musique Sapho, opéra en 3 actes, que nous répétons depuis 4 mois" ("I am on the eve of giving Sapho, opera in 3 acts, that we have been rehearsing for 4 months, at the Royal Academy of Music"). Reicha regrets very much that Roger will not be able to carry out his plan of taking a short trip to Paris that autumn where he would be received like a brother by his dear and sincere friend Reicha. Reicha ends his letter by telling Roger that his wife sends a thousand compliments and greetings to Madame Roger and that she embraces their children.
1 Kärtchen 82 x 55 mm, beidseitig beschriftet. Auf der Vorderseite im dekorativen Rund der Namenszug "Reicha", verso die Adresse: "Kärnter Strasse No. 1106 im 2ten Stock beym Herrn Doctor Kolmann". - Der aus Prag gebürtige Reicha, langjähriger Flötist an der Bonner Hofkapelle und Freund Beethovens, lebte von 1802 bis 1808 in Wien, wo er als Komponist von Gelegenheitsmusik beachtlichen Erfolg genoss. Er nahm Unterricht bei Albrechtsberger und Salieri und übersiedelte anschließend nach Paris, wo er am Konservatorium u. a. Berlioz und Liszt unterrichtete. Am bekanntesten bleibt Reicha durch seine mehr als 20 zum Teil hochvirtuosen Bläserquintette. Seine Schriften zur Kompositionslehre waren sehr einflussreich und wurden in mehrere Sprachen übersetzt.
½ S. 4to. Ein Blatt (S. 130/131) aus einem Gästebuch (Hüttenbuch) eines Hauses südlich des Brünigpasses mit mehreren Einträgen von verschiedenen Händen. Der Eintrag Reichardts für den musikalischen Hauswirt besteht aus 2 Notenzeilen (14 Takte) mit unterlegtem Text und 2 Strophen: "Im Wald, im dunklen Wald, wo sanft das Horn erschallt, sitz ich still und denke dein, wo willst du o Geliebte sein! [...]". Unterzeichnet als "Gust. Reichardt aus Berlin / Musikus". Der Musiklehrer und Chorkomponist Reichardt, später Mitarbeiter an Robert Schumanns 1834 begründeter "Neuer Zeitschrift für Musik", wurde 1850 kgl. Musikdirektor. In seinem Haus trafen regelmäßig Künstler wie Felix Mendelssohn Bartholdy und Musikinteressierte zusammen. Reichardts jugendlicher Enthusiasmus für das Bergwandern sollte bei seiner Tour im Folgejahr noch ergiebiger für die Musikgeschichte sein: 1825 vertonte er bei einem Besuch auf der Schneekoppe im Riesengebirge Ernst Moritz Arndts Gedicht "Des Deutschen Vaterland", womit er sich bleibende Bekanntheit erwarb. - Zu den weiteren Einträgern des vorliegenden Blattes zählen u. a. die Herren Lenox und Amory aus New York, der mecklenburgische Adlige von Lützow, J. C. Klüpfel aus Stuttgart, Ferdinand Oppert aus Berlin, der Jusstudent Frey aus Eisenach, der Heidelberger Jusstudent Emil Groos aus Karlsruhe und der Jusstudent Otto Maurer aus Koblenz; außerdem Gäste aus Kreuznach, Hamburg und Altona sowie der Iserlohner Tuchfabrikantensohn Friedrich von Scheibler (1803-28) und seine Reisegefährten Friedrich Theodor Verbeek aus Sachsen und Rudolf Werthemann aus Basel. Scheiblers Eintrag vom 8. September lautet. "Mit innigem Vergnügen verweilen in dieser friedlichen Hütte des braven Schweitzers 3 junge Wanderer, vergeßen der Mühe eines langes Marsches von Stanz über den Brünig und freueten sich des Gesanges der munteren Kinderchen, versammelt am Clavier, auf welchem der Vater sie accompagnierte. Lange lebe derselbe, im Kreise seiner Familie, und genieße ungestört daes Glücks in der herrlichen Natur!" - Etwas fleckig; Faltspuren; im Innenrand etwas fransig.
I) L.A.S., Paris, 18 novembre [18]76, 3p½ In-8, avec son enveloppe. Il remercie Vincens, désire rencontrer Mme Vincens, ne sait pas quand il vient à Marseille. Il parle de l'ouverture d'un oeuvre, Sigurd, pour laquelle il lui faut 4 flutes et 2 harpes. Sigurd est l'oeuvre majeure de Reyer, qui fut jouée par morceaux et créé la 1ère fois en 1884 à Bruxelles. Il parle aussi de Madame Krenn qui le dimanche en huit chez Pasdeloup. Lettre anciennement collée. - II) L.A.S., Paris, 19 novembre [18]76, 1p In-8 (8 lignes). Il remercie pour les félicitations envoyées par Vincens en son nom et au nom de ses amis et compatriotes. - III) L.A.S., s.d. (mercredi soir), 1p In-8 (12 lignes). Il sera certainement en retard à la séance de Vincens, ayant un déjeuner fort tard avant. Lettre anciennement collée, petits manque de papier sur la page non écrite. - IV) L.A.S., Le Lavandou, s.d. (jeudi), 2p In-12. Il a reçu son " intéressant article sur Berlioz ". Reyer et Berlioz étaient assez liés. Il a essayé d'aller voir Vincens à Marseille mais il était absent et son bureau était fermé. Fin difficile à déchiffrer. - V) L.A.S., s.d. (mardi), 1p In-12 (7 lignes). Il donne deux places pour la séance de jeudi. - VI) L.A.S., Marseille, s.d. (jeudi), 2p In-12. Lettre faisant certainement suite à la précédente. Il confirme à Vincens qu'il s'agit de l'ouverture de Sigurd. Il invite Vincens à " l'instigation de Pasdeloup et lui a offert le manuscrit avec une belle dédicace ". Le manuscrit avait été acheté par W…. (?) et a maintenant l'honneur suprême d'être dans la bibliothèque du ... - VII) 2 C.A.S., s.d., 5 lignes et 3 lignes. Cartes de remerciement - VIII) P.A.S., Le Lavandou, 2 février. 2p In-12. Donne quelques nouvelles et sera à Marseille vers le milieu d'août. - Ensemble rare.
8vo. 1 p. on bifolium. To Sig. Campieri at Mantova, a letter of recommendation for a clarinet player: "[...] io ve lo raccomando col massimo calore [...]". - Somewhat browned and spotty, and some damages to edges.
(Oblong) 8vo and oblong 12mo. Together 14½ pp. on 4 bifolia and 3 single sheets. Amicable correspondence with the cellist and conductor Achille Kerrion (1868-1939), expressing his wish for a serious, non-international lyric theatre, suggesting for Kerrion's concerts several of his works that have not been performed for some time, including the operas "Etienne Marcel", "Le timbre d'argent", "Henry VIII", and "Ascanio", as well as instrumental works: "Ah! S'il pouvait se monter un théâtre lyrique sérieux, et pas international, ou très peu! Soupez que j'ai tout un répertoire qui dort, et qui ne demande qu'à l'éveiller: Etienne Marcel, le timbre d'argent, Henry VIII, Ascanio... on n'aurait que l'embarras du choix [...]" (Las Palmas, 17 Jan. 1899). With his own autograph address on verso. - About a conflict with the singer Gabrielle Krauss (1842-1906), who apparently refused to let him choose a baritone, afraid that his insistence might create an awkward situation: "Mon éditeur trouve aussi que M. Krauss seule peut relever la situation de façon à me permettre de prendre le bariton. Mais y consentira-t-elle? il en doute. Je n'ai de lui demander moi-même; si cela ne lui plait pas, je la connais, mon intervention personnelle ne fera ni chaud ni froid et son refus créerait une situation ennuyante entre nous [...]" (no place or date). - About not having a metronome, encouraging Kerrion to write as he sees fit, offering to review his work if possible, scheduling his return to Paris for the following week, and sending his regards to Kerrion's sister, the singer Stéphanie Kerrion: "Je n'ai pas de métronome ici, faites à votre idée et je ratifierai s'il y a lieu. Je ne sais pas encore quand je reviendrai, ce sera dans le courant de la semaine prochaine. Merci et mille compliments ainsi qu'à Mademoiselle votre soeur [...]" (Aix-les-Bains, 27 July 1896). - The remaining letters and correspondence card concern a concert performance of his opera "Frédégonde", thanks for congratulations, the recommendation of a singer, and express his delight with Kerrion's position as director of the orchestra, emphasizing that he could not give him any hints, as Saint-Saëns is much less experienced in this area than Kerrion is. - One letter on mourning paper. Letters with traces of former mounting on verso; a few small marginal flaws; the lower left corner of one letter torn off, not affecting the text.
2 SS. auf gefalt. Doppelblatt. Kl.-8vo. An seinen "[l]iebe[n] Freund Fricke": "Im Vertrauen auf Deine Liebenswürdigkeit und auf die Großmuth der Vereinsleitung bitte ich Dich, die für meine Wenigkeit, als dermaligen Vertreter der Familie Franz Schubert's, allenfalls bestimmten Karten entweder beim Portier der Creditanstalt zu hinterlegen, oder dieselben unserem Freunde Ries zur Übermittlung an mich gütigst übergeben zu wollen, indem meine Geschäftseintheilung mir schlechterdings nicht erlaubt, die Karten zur bestimmten Stunde selber in der Vereinskanzlei abzuholen [...]". - Spuren alter Faltung; kl. Rostspur einer Büroklammer; auf S. 1 unten links Numerierung "XIIII" in blauer Tinte.
8vo. 4 pp. To Baroness Mathilde Rothschild at Frankfurt. Herself reconvalescent, Clara Schumann offers her condolences, mentioning the heavy loss that the Baroness has suffered: "[...] Es wäre längst eine meiner Töchter zu Ihnen gekommen, aber Eugenie ist sehr krank gewesen, und erholte sich nur langsam, und Marie hatte in den letzten Wochen zwei Kranke zu pflegen. Ich aber, darf ja noch keinen Besuch machen [...] hoffe aber doch, Sie machen mir noch einmal vor meiner Abreise nach dem Süden die Freude eines Besuches, dann kann ich Ihnen noch die Hand dankbarst drücken. Eugenie geht nächste Woche, obwohl noch sehr schwach, nach Pallanza, ich will ihr Ende d. M. folgen, denn ich brauche Luft und Wärme [...]". - Minor traces of folds.
Folio. Title page and 4¾ pp. on 6 ff. Folio. Music paper. Notation for "Mezzo Sopran ou Barytone en ré" and piano, underlined with G. François's text, and dedicated "á Madame A. D." as well as to his lawyer, Della Rogers.
2 SS. auf gefalt. Doppelblatt. 8vo. An einen "geehrten Herrn", nach späterer Bleistiftnotiz am Unterrand der Komponist und Volksliedsammler Jakob Schmölzer (1812-86): "Inliegend habe ich die Ehre, Ihnen im Namen des Hr. Heugel die angebotenen Hundert Franken für Ihren Walzer zu senden. Was das Arrang. für Piano betrifft, werde ich mich selbst damit befassen. Die Pariser Editeurs haben die Sorge, derartige Productionen so vieler Welt als möglich zugänglich zu machen, so daß eine gewisse Routine dazu gehört, das brillante mit dem Leichten zu vereinigen. Eben so das Orchestre. Ich habe öfters Bälle von mehr als 100 Musickern, es werden dieselben Musick-Hefte genommen, als wären ihrer 6, oder 8, ja selbst mit Violine und Piano. Daraus geht hervor, daß im Quartett alle Melodie enthalten sein muß, und das [!] blos die Geschicklichkeit des Arrangeurs, durch Imitationen, Nebenharmonien, Haltungen und alle andern Resourcen eines Mannes der die Instrumente genau kennt, das Interesse der Composition erhöhen kann. Sobald Ihr Walzer für das Piano erschienen sein wird, werde ich Ihnen Ihre verlangten 20 Exempl. zukommen lassen [...]". - Der aus Straßburg gebürtige Strauss wirkte von 1843 bis 1863 als Kapellmeister des Kurorchesters Vichy und dirigierte auch die kaiserlichen Bälle in den Tuilerien. Er wird gelegentlich mit Johann Strauss verwechselt, zumal seine Werke unter dem Namen "J. Strauss" erschienen; bei Offenbachs "Orphee aux enfers" (1858) arrangierten gar beide Komponisten eine Quadrille nach demselben Material. Seine reiche Kunst- und archäologische Sammlung wird heute im "Salle Strauss" des Musée de Cluny, Paris, aufbewahrt. - Gering braunfleckig.
Oblong small 8vo. 1 p. "Cultivating precious chamber music, especially from our great classics, within the familiy is one of the most important methods to maintain and patronise our culture!" (transl. from the German original). - On stationery with printed letterhead.
Large 4to. 2 pp. Notes referring to a card game played with his son "Bubi" and "Klarw.", the singer Franz Klarwein (1914-1991). The reverse contains a typed poem in ten verses "Der Schöpfung Sinn" (by Strauss?) and, in the margin, an autograph draft for a letter of condolence to an unidentified recipient: "[...] schmerzlich ergriffen erfahre ich das Hinscheiden Ihres verehrten Vaters, meines gütigen Freundes u. hochherzigen Förderers [...]". - One large tear reinformed professionally; several traces of folds.
1 S. 8vo. Mit eh. adr. Kuvert. Möglicherweise fragmentarisch überlieferter Brief an den Dirigenten, Komponisten und Musikwissenschaftler Fritz Volbach, damals Leutnant an der Kaiserlichen Kommandantur in Brüssel, dem er das Programm eines geplanten Konzerts auseinandersetzt: "Programm des I. Concerts muß in folgender Reihenfolge vor sich gehen: I. Béatitudes [von César Franck] II. Taillefer [Kantate von Richard Strauss nach einem Gedicht von Ludwig Uhland] - Pause III. Meistersinger | Das zweite Programm ist viel zu lang: Mahlers Sinfonie dauert 1¼ Stunden, domestica [sic; d. i. Strauss' "Sinfonia domestica", op. 53)] ¾ Stunde; das ist an sich für einen Concertabend reichlich genug, ganz besonders für's Orchester. Geht denn Charpentier nicht in's erste oder dritte Concert zu spielen? Wie viel wird aus den Béatitudes gemacht? Taillefer dauert nur 20 Minuten". - Tadellos erhalten.
1 S. Qu.-4to. Drei Takte in einer Zeile. - Mit einem winzigen, unregelmäßig beschnittenen und stark oxidierten Portrait des Komponisten (ca. 27:18 mm, dort auch Klebespuren).
Calling card format. 2 pp. To the concert agent Ignaz Kugel, informing him that it is completely impossible to go on tour this week with an orchestre of 32 persons, and asking to visit him at midday. - Somewhat browned due to paper.
Zusammen 10½ SS. auf 8 Bll. Gr.-4to. Die Luftpostbriefe mit eh. Adresse. Mit einer Beilage (s. u.). An seinen Jugendfreund Lothar Kotula in Jena (DDR): "[...] Ich arbeite angestrengt, komponierend und Stunden gebend - die Zeiten, wo ich ab und zu etwas für den Film machen konnte, sind lang vorüber [...] Und nun bitte ich Dich, gib auch Du die Hoffnung nicht auf und vertraue auf eine Wendung der Dinge und eine Verbesserung der Zukunft! Ich weiss sehr wohl, wie viel Du Armer durchgemacht hast und noch weiter durchmachen musst. Und doch, so viele, viele unter meinen nächsten Verwandten und Freunden konnten nicht den Solatentod sterben, sondern fanden einen unsagbar grauenvollen Tod nach unsagbar grauenvollen Leidensjahren; Menschen in allen Alterstufen vom Säugling bis zum Greis. Verliere nicht den Glauben an eine schliessliche, ausgleichende Schicksalswaltung, nenne es Gott oder wie immer [...]" (a. d. Br. v. 19. Januar 1948). - "[...] Es ist lieb von Dir, dass Du immer meiner gedenkst (ich meine, mir schreibst), wenn Du Musik von mir hörst, aber schade, dass es immer nur so kleine Scherzchen sind, statt meiner Opern und Symphonien. Ich erinnere mich dabei eines Ausspruchs von Hans Pfitzner zu mir: Um auf dem Spielplan zu bleiben, muss man drei Bedingungen erfüllen: Erstens muss man schon tot sein. Zweitens muss man schon lange tot sein. Und drittens muss man schon sehr lange tot sein [...]" (a. d. Br. v. 26. Juni 1961). - "Deine beiden Briefe [...] liegen wie flammende Anklagen vor mir, und ich kann nichts anderes tun als Dich um Dein liebes und freundschaftliches Verständnis zu bitten. Du schreibst: ‚... Ich kann mir vorstellen, dass Du mit Arbeit überladen bist ...' - bitte tu's! Es ist die einzige Wahrheit, es ist stärker als ich, meine sechste Symphonie muss fertig werden - der Gedanke, dass sie einer meiner Schüler einmal zu Ende schreiben sollte, ist mir unerträglich [...]" (a. d. Br. v. 18. Oktober 1963). - Jeweils im linken Rand und teils auch im Text gelocht sowie zumeist mit kleinen Randläsuren. Beiliegend eine eigenh. Postkarte des Adressaten an seine Schwester v. 15. Mai 1916.
Folio. 3½ pages. Voice for first violin, annotated "Chorus / Veritas mea", signature on upper right "F. Volkert".
Oblong folio (265 x 345 mm). 15, (1) pp., including engraved title designed around Princess Augusta royal cypher. Contemporary full red panelled morocco. The boards each with a border made up of roll tools of flowers and etc. in gilt and blind, the corners with onlaid black morocco squares of harps enclosing a leaf and star roundel; the whole enclosing around central "gothic" window design silk; end leaves (edges perished) gilt edges. Neat ink royal cypher stamp of Princess Augusta of Hesse-Kassel, Duchess of Cambridge on corner of title-page. A finely bound presentation copy from the composer to the dedicatee. Anton Wallerstein (1813-92) was a virtuoso violinist and composer. Born in Dresden to a family of Jewish merchants, he first received violin lessons at an early age and began to play at local inns and private gatherings before making a concert debut at fourteen in 1827, establishing his career as a musician. Though still a teenager, he began a concert tour through Germany and at sixteen attained the post of violinist to the Dresden Court Ensemble. In 1832 he held a similar position in Hanover and it was through this employment that he was to dedicate his Opus 8 to his patron the Princess Augusta of Hesse-Kassel, Duchess of Cambridge (1797-1889). - The work contains six settings to German poets: 1) Goethe's "Romanze aus Erwin und Elmire Romanze"; 2) Antoine-Francois-Claude Ferrand's "Der Rosenstrauch"; 3) Emil Reiniger's "Sehnsucht"; 4) August Schumacher's "Der Schiffer"; 5) Franz von Gaudy's "Das Trauerhaus"; 6) Julius Moser's "Der Mond und Sie!" (uncredited). Until 1837, when they moved to London, Adolphus Duke of Cambridge and his wife Augusta lived in Hanover, where the Duke was Governor General. Augusta was very keen on music and the theatre, so this special copy of Wallerstein's composition probably travelled to London with them. The same year Anton Wallerstein also seems to have lost his post at Hanover, anti-Semitic issues having been indicated as the reason, but in general he had a fairly good career as a travelling violin virtuoso in Germany and Britain, publishing more commercial, if probably less cultured, polkas and waltzes. OCLC locates one copy at the British Library.
1 S. 4to. Mit einer Beilage (s. u.). An seine zukünftige zweite Gattin Clementine: "Du bist mit mir heute abend zu Weick gebeten und weil ich nun einmal der Herr im Hause bleiben soll so habe ich es in Deinem Namen gleich weg zugesagt. Du wirst mir doch keinen Streich spielen? - Ich will Dir im Vertrauen sagen, hätte W. Dich nicht mitgebeten, so hätte ich's übel genommen, denn ich will ja mein Schicksal mit Dir theilen; das kann sich mein Herr Bruder schon vorstellen [...]". - Papierbedingt etwas gebräunt und mit kleinen Einrissen in den Faltungen sowie an den Rändern. Beiliegend ein eh. Briefentwurf von Wieck an seinen Wiener Geschäftspartner Matthäus Andreas Stein (qu.-8vo). - Der früheste im Handel der letzten Jahrzehnte nachgewiesene Brief Wiecks.
Small folio (225 x 305 mm). 46 pp. Original printed wrappers. (Includes:) Fox, Winifred. Douglas Fox (D.G.A.F.). A Chronicle. (Bristol), privately printed, 1976. 8vo. 136 pp. With 3 plates of photographs. Publisher's original blue cloth. First edition of the printed score, signed and inscribed in blue ink to upper wrapper by the dedicatee, Paul Wittgenstein, only brother of the philosopher Ludwig Wittgenstein: "To Mr Douglas Fox as a remembrance / Mai 31, 1927 / Paul Wittgenstein". - The final form of the Parergon to the Sinfonia Domestica was written in 1925 for Paul Wittgenstein, for whom Strauss also wrote his Op. 74 (Panathenäenzug). As one of the wealthiest musicians in Austria, Wittgenstein (who lost his right arm during the First World War) commissioned works for the left hand from composers that included Ravel, Prokofiev, Korngold, Franz Schmidt, Britten and Richard Strauss. Wittgenstein inscribed this particular score to the fellow one-armed pianist Douglas Fox, who also lost his right arm during the First World War (and for whom Frank Bridge wrote his Three Improvisations for the Left Hand). According to his sister Winifred Fox, her brother and Wittgenstein met in Oxford and corresponded occasionally. - Some wear and loss to spine. Together with a copy of the privately printed book "Douglas Fox" by the pianist's sister Winifred: author's copy with three annotations to the index and an autograph note written before the epilogue (dated 1979), regarding her brother's pianos and the person and establishment to whom they were left. TrV 209a.
Zusammen (12+7½+19 =) 38½ SS. auf 21 Bll. Meist Folio. Vorliegend Manuskripte von 1) Sarabande für Violine, Viola und Klavier,op. 20. - 2) Romanze für Bratsche und Klavier (ohne op.). - 3) "Ländliche Tanzweisen" für Violine, Viola und Klavier, op. 49. Gewidmet sind alle drei Manuskripte einem Dr. Hermann Wagenbichler.